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Items tagged with: Zusammenhalt


 
Es nervt mich schon ziemlich, dass die Startseite vom ND komplett voller Corona-Stuff ist aber Artikel zu Festung Europa und die humanitäre Krise in der wir uns gerade befinden gar nicht zu sehen sind.

Ja ich weiß #Corona ist ein wichtiges Thema, aber an sich haben beide Probleme ähnliche Wurzeln. Das Gesundheitssystem wurde kaputtneoliberalisiert und stößt bei jeden Furz an die Belastungsgrenzen von den Menschen die dort arbeiten wird dann noch verlangt die Probleme, auf die sie keinen Einfluss und die sie nicht verschuldet haben, durch mehrarbeit und Auslagerung der Arbeit ins private abzufedern. Gleichzeitig stehen die Entrechteten und von globalen Wertschöpfungsketten, von denen auch westliche Arbeiter_innen und Sozialhilfeempfänger_innen profitieren, Ausgebeuteten vor den Grenzen der ach so moralisch überlegenen Europäischen Union und landen letztendlich in illegalen Abschiebeknästen, werden von Nazis oder Bullen zurückgeprügelt und bekommen (auch illegaler weise) ihr Recht auf Asyl abgesprochen. Deutsche Politiker_innen reden die Tage viel über #solidarität und #zusammenhalt. Das ganze gilt aber nur solange "das Volk" gestärkt wird. Können bitte Zeitungen die sich als sozialistisch verstehen hier mal nicht in das selbe Horn blasen wie die anderen welche die (neo)liberalen Probleme mitherbeigeschrieben haben?

#neues-deutschland #nd #migration

 
Es nervt mich schon ziemlich, dass die Startseite vom ND komplett voller Corona-Stuff ist aber Artikel zu Festung Europa und die humanitäre Krise in der wir uns gerade befinden gar nicht zu sehen sind.

Ja ich weiß #Corona ist ein wichtiges Thema, aber an sich haben beide Probleme ähnliche Wurzeln. Das Gesundheitssystem wurde kaputtneoliberalisiert und stößt bei jeden Furz an die Belastungsgrenzen von den Menschen die dort arbeiten wird dann noch verlangt die Probleme, auf die sie keinen Einfluss und die sie nicht verschuldet haben, durch mehrarbeit und Auslagerung der Arbeit ins private abzufedern. Gleichzeitig stehen die Entrechteten und von globalen Wertschöpfungsketten, von denen auch westliche Arbeiter_innen und Sozialhilfeempfänger_innen profitieren, Ausgebeuteten vor den Grenzen der ach so moralisch überlegenen Europäischen Union und landen letztendlich in illegalen Abschiebeknästen, werden von Nazis oder Bullen zurückgeprügelt und bekommen (auch illegaler weise) ihr Recht auf Asyl abgesprochen. Deutsche Politiker_innen reden die Tage viel über #solidarität und #zusammenhalt. Das ganze gilt aber nur solange "das Volk" gestärkt wird. Können bitte Zeitungen die sich als sozialistisch verstehen hier mal nicht in das selbe Horn blasen wie die anderen welche die (neo)liberalen Probleme mitherbeigeschrieben haben?

#neues-deutschland #nd #migration

 
Politische Klima-Ratlosigkeit wird nach unten durch gereicht

Den niederländischen Bauern ist jüngst der Kragen geplatzt.



(Bildquelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/niederlande-bauern-protest-umweltauflagen-1.4641585)

Seit aus dem heimeligen Bauernhof ein industrieller Agrarbetrieb geworden ist, heisst es auch für Bauern Wachstum, Kredite aufnehmen für Investitionen, noch mehr Wachstum und noch höhere Kreditsummen.
Eine negative Spirale für all die, welche nicht mehr mithalten können.
Wer noch keinen Großbetrieb oder viel Ackerland hat, ist umso mehr auf viele Tiere angewiesen, da mit wenigen Tieren schon lang kein Geld mehr zu verdienen ist.

Das hängt mit der Billig-Preispolitik für Lebensmittel zusammen und auch mit der Agrar-Subventionierung in Europa, die denen gibt, die eh schon viel haben und wenig jenen, die wenig haben.

Da da bäuerliche Ackerflächen begrenzt sind, werden massenhaft Tierställe gebaut auf Eigenland und bestehende Ställe erweitert für mehr und noch mehr Tiere.
Da die wenigsten von ihnen auf die Wiese kommen, fallen Unmengen an Urin und Kot an, was irgendwo bleiben muss.
Also ab auf die Felder damit, auf die eigenen, die von anderen oder grenzübergreifend wie zwischen Niederlande und Deutschland, wo sich eine Art Gülle-Tourismus in einigen Grenzregionen entwickelt hat.

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Nun soll weniger Stickstoff in die Umwelt ausgebracht werden in Europa bzw in einigen der Länder als erster kleiner Schritt für Umwelt- und Klimaschutz.
Kleinere Bauern werden damit allein gelassen.
Politiker geben Ratschläge, sie sollten ihre Tierbestände reduzieren, um die anfallenden Ausscheidungen zu verringern.
Doch wie war das noch mal in Europa: der bekommt hohe Subventionen, der viel hat, und es macht der Agrarbetrieb Gewinne, der im endlosen Wachsen und immer größer Werden die Nase vorn halten kann.
Wie soll ein Bauer da seine Tierzahlen reduzieren wollen?!
Oder auf Bio-Landwirtschaft umsteigen wollen, wo er doch meist hohe Kredite abzuzahlen hat und sein Betrieb auf konventionelle Methoden ausgerichtet ist mitsamt aller Gerätschaften, Stallgrössen und Vermarktungswege.

Wer die kleineren Bauern so allein lässt mit den neuen Anforderungen ohne Rahmenbedingungen zu ändern, wird sich kaum wundern, wenn es zu Protesten kommt, wie jetzt in den Niederlanden (Artikel s.u.).
Anstatt europaweit Subventionen und die Agrar-Wirtschaft anders zu organisieren und den zu belohnen, der umwelt-, klima- und tierfreundlich seinen bäuerlichen Kleinhof führt, wird der schwarze Peter namens "Ratlosigkeit" einfach an die Schwächsten durchgereicht, an den einzelnen Bauern.
So rum wird das nichts!

Bild/Foto

Zuerst muss zügig in den schon länger laufenden europäischen GAP-Verhandlungen die Agrarwirtschaft mit ihrer industriellen und auf stetiges Wachstum augerichteten Vorgehensweise von Grund auf verändert werden, hin zu einer Förderung kleinbäuerlicher Höfe im Sinne des Schutzes von Umwelt, Klima und Tieren.
Nur dann haben kleinere Bauern echte Alternativen und geraten nicht in Existenznöte, wenn sie etwas verändern wollen.

Es müssen alle Betroffenen in diesem Sinne miteinander kooperieren: die EU und die nationalen Regierungen mit den Bauern, und auch die Kundschaft beim Lebensmitteleinkauf, wo man mal etwas mehr bezahlt für Lebensmittel die viel Aufwandt beinhalten.
Eine Änderung in der Art der Ernährung ist damit verbunden, ebenso die Möglichkeit sich Ernährung leisten zu können, wenn Preise für Lebensmittel dem Aufwandt angemessen steigen.
Auch hier kann es nicht einfach beim Schwächsten abgeladen werden, sondern Regierungen müssen sozialverträgliche Rahmenbedingungen erschaffen, damit ärmere Menschen keine Angst vor Mangelernährung haben müssen.

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Nur miteinander kann ein Wechsel gelingen hin zu Umwelt-, Klima- und Tierschutz.
Wer als Politiker einfach nur eigene Ratlosigkeit nach unten weiter reicht, will nicht wirklich etwas ändern.
Im Gegenteil, es werden durch fehlende, politische Rahmenausrichtungen Existenzängste und Ablehnungsverhalten ausgelöst.
Fühlt sich der einzelne Mensch aber weitgehendst abgesichert in seiner bisherigen Existenz, ist er/sie auch viel eher bereit sich auf Veränderungen einzulassen.
Schon zu sehen, dass politische Weichenstellungen zukünftig wirklich bürgerliche Belange im Blick haben und nicht nur die der Lobbyisten und Großkonzerne, kann Mut machen zum Mitmachen.
Sich dafür einzusetzen den Zusammenhalt zu wahren und Schwächere nicht allein zu lassen in all den anstehenden Veränderungen ist ebenso wichtig wie die konkreten Maßnahmen selbst!

Wütende Bauern stürmen Verwaltungsgebäude - Politik - Süddeutsche.de https://www.sueddeutsche.de/politik/niederlande-bauern-protest-umweltauflagen-1.4641585
#Klima #Bauern #EU #GAP #Agrar #Wirtschaft #Subventionen #Veränderung #Regierung #Umweltschutz #Klimaschutz #Tierschutz #Lebensmittel #Politik #Existenzängste #Zusammenhalt #Gesellschaft

 
"Das sind alles Entwicklungen, die den Zusammenhalt in einer Gesellschaft Stück für Stück auflösen."

» [...] Die Ungleichheiten in der Gesellschaft seien generell gestiegen, sagte Soziologe Michael Hartmann im Dlf. Die Politik habe entscheidend zur regionalen Auseinanderentwicklung beigetragen. Diese Entwicklung löse den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft Stück für Stück auf.
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wenn man sich die letzten zwei Jahrzehnte anguckt, so muss man sagen, dass die Politik ja entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Unterschiede nicht kleiner, sondern größer geworden sind. Durch Steuerpolitik, durch Arbeitsmarktpolitik hat sie dazu geführt, dass das untere Fünftel der Gesellschaft heute zehn Prozent real weniger Einkommen hat als vor 20 Jahren, und das obere Fünftel [...] hat 16 Prozent real mehr.
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Diese Auseinanderentwicklung [...] da hat die Politik sehr stark zu beigetragen.
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Wenn man sich den sehr großen Niedriglohn-Sektor anguckt, der zur deutlichen Senkung von Einkommen in bestimmten Regionen geführt hat, oder die Steuererleichterung für hohe Einkommen, das ist klar, was das für Konsequenzen hat. Wenn man sich die Wohnungspolitik anguckt, die hohen Einkommen können in bestimmten Regionen oder Stadtteilen die hohen Mieten bezahlen oder die hohen Grundstückspreise.
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Da wo sich hohe Einkommen ballen, da gibt es natürlich auf dem Wohnungsmarkt Probleme für Leute, die diese hohen Einkommen nicht haben, mitzuhalten und dann müssen die an die Ränder der Städte ziehen oder ins Umland, oder sie müssen sich woanders was suchen. Und das haben Sie in allen Regionen in Deutschland und Sie haben es manchmal in einer Stadt konzentriert. Das hat dann auch politische Konsequenzen, wenn Sie sich Essen angucken. Bei den letzten Wahlen in Essen-Nord hat die AfD dreimal so viel gekriegt wie in Essen-Süd.
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Die AfD hat ja vor allem im Ruhrgebiet dort gewonnen, wo die Lebensbedingungen sich deutlich verschlechtert haben. Das ist eine Protesthaltung. Und es hat generell die Konsequenz, dass in einer Gesellschaft der Zusammenhalt Stück für Stück nachlässt. Das heißt, ein zunehmender Teil der Gesellschaft fühlt sich in dieser Gesellschaft nicht mehr repräsentiert, geht dann gar nicht mehr wählen oder wählt aus Protest, und diese Tendenz kann man in den letzten 20 Jahren in vielen Regionen Deutschlands sehen. Da wo die Einkommensverhältnisse unterdurchschnittlich sind, ist die Protesthaltung in der Regel am stärksten.
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Beim unteren Fünftel der Gesellschaft ist der Anteil des realen Einkommens, der für Wohnen ausgegeben wird, in den letzten 20 Jahren von 27 auf 39 Prozent gestiegen, und beim oberen Fünftel ist er gesunken von 16 auf 14 Prozent, weil die Zinsbelastungen für Kredite gesunken sind. Das sind alles Entwicklungen, die den Zusammenhalt in einer Gesellschaft Stück für Stück auflösen. [...] «

Michael Hartmann, Stefan Heinlein | Deutschlandfunk | 08.07.2019 | „Kein reines Ost-West-Problem“ - Soziologe Hartmann zur Ungleichheit | https://www.deutschlandfunk.de/soziologe-hartmann-zur-ungleichheit-kein-reines-ost-west.694.de.html?dram:article_id=453291

#Ungleichheit #Zusammenhalt #Gesellschaft #Auseinanderentwicklung #Lebensbedingungen #Protesthaltung #Einkommensverhaeltnisse #MichaelHartmann #StefanHeinlein #Deutschlandfunk #rsoplink