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Heute früh in den "Anstößen" auf #SWR1 über #Frauen. Ich finde es fantastisch wie jung der 80-jährige Betriebsseelsorger Paul #Schobel im Kopf ist - leider ist er in der kath. Kirche in der Minderheit.

_Deutschland vor 75 Jahren – ein einziges Trümmerfeld, viele Städte liegen in Schutt und Asche. Frauen waren die ersten, die – freiwillig oder auf Anordnung – Hand anlegten. Ihre Männer waren ja sinnlos auf Schlachtfeldern verblutet oder in Gefangenschaft geraten. Mit bloßen Händen haben Frauen Schutt weggeräumt und Mörtel von den Ziegelsteinen geklopft. Alles nebenher, versteht sich, denn da waren Kinder, Alte und Kranke zu versorgen. Und tagtäglich musste man mit knapp rationierten Lebensmitteln irgendwie über die Runden kommen.

Nun ist die Corona-Krise gewiss nicht mit dem Horror-Szenario von 1945 zu vergleichen. Aber es sind auch in diesem Fall wieder die Frauen, die den Laden am Laufen halten. Sie sind es doch, die mehrheitlich in den Pflegeberufen Kinder betreuen und sich um Alte und Kranke kümmern. Jetzt endlich hat man diese Arbeit als „systemrelevant“ erkannt. Gerecht bezahlt ist sie jedoch noch lange nicht!

Corona hält ganze Familien wochenlang in ihren eigenen vier Wänden fest. Meistens managen Frauen und Mütter den Haushalt. Da gilt es, den lieben langen Tag Kleinkinder zu bespaßen, die größeren am Schul-Bildschirm anzuleiten und sich um Wäsche und Essen zu kümmern. Der Herr des Hauses verkriecht sich im Homeoffice und sollte nicht gestört werden. Frau aber auch nicht, wenn sie ebenso wie ihr Mann von zu Hause aus berufliche Arbeit erledigen muss. Als wahre Multitalente sind viele Frauen Erzieherin und Lehrerin, Köchin und Betriebswirtin in einem. Nicht zu vergessen: Da sind auch noch Tränen zu trocknen und Seelen zu streicheln.

Es wäre nicht verkehrt, man würde jetzt nach der Lockerung in jeder Familie die Rollen- und Aufgabenteilung kritisch reflektieren. Einmal mehr haben sich die Frauen als krisenfester erwiesen als die Männer. Und darum muss es endlich ein Ende haben mit ungerechter Bezahlung und der Ungleichbehandlung der Frauen.

Wie sehr wünschte ich mir für meine Kirche, sie würde in der Gleichbehandlung der Frauen beispielhaft vorangehen. Denn ohne die Frauen wäre unsere Männerkirche längst mausetot. Darum ist es schlicht auch ein Unrecht, den Frauen die Weiheämter vorzuenthalten._

Quelle:
 
Heute früh in #SWR1 #Anstöße:

„Wenn ein Fremder in eurem Land wohnt, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch schon Fremde gewesen. Ich bin der Herr euer Gott.“ Das steht in der Bibel. (3. Mose 19, 33-34) Aus der Bibel stammen viele Traditionen in unserem Land. Und viele sind stolz darauf und reden vom christlichen Abendland.

Die Fremden sollen wie Einheimische gelten. In den letzten Monaten wird immer deutlicher: Anscheinend schaffen wir das nicht. Die Fremden sind nicht sicher bei uns, nicht die aus anderen Nationen, nicht die mit anderem Glauben. Schon vor Jahren wurden Muslime vom Mordkommando des #NSU getötet. In #Halle wurde vor ein paar Wochen auf eine #Synagoge geschossen, gestern Abend in #Hanau auf Menschen in zwei Shisha-Bars. Menschen mit dunklerer Haut waren das und mit dunklen Haaren, Muslime.9 Menschen sind gestorben, dazu der mutmaßliche Täter und seine Mutter.

Ich schäme mich, dass das möglich war. Und ich bin traurig und denke an die Angehörigen der Getöteten. Sie haben Brüder verloren und Söhne, weil ein #rechtsextrem|er, #rassistisch|er, verwirrter Täter die auslöschen wollte, die für ihn nicht hierher gehören. Solches Leid und solches Verbrechen macht einen sprachlos.

Ich denke aber auch an die vielen dunkelhäutigen Menschen, die unter uns leben. Sie fühlen sich nicht mehr sicher. Und ich verstehe das. Auch dafür schäme ich mich.

Ich frage mich, wie solche Verbrechen möglich werden. Wahrscheinlich gab es ja schon immer Vorbehalte vor Fremden. Deshalb steht es ja schon in der Bibel, dass das nicht sein soll. Aber jetzt fühlen sich die verrückten, verwirrten und verbohrten bestätigt. Früher hat man ihnen höchstens heimlich Recht gegeben. Jetzt schlagen sie zu, weil sie sich nicht mehr allein fühlen. Sie fühlen sich gewissermaßen als der bewaffnete Arm einer völkischen Bewegung. Das ist neu.

Im sogenannten christlichen Abendland muss das aufhören. Rechte und linke, deutsche und nichtdeutsche Gewalttäter müssen erleben: Wir sind nicht das Volk. Das Volk im christlichen Abendland denkt anders. Das, meine ich, sollten wir jetzt so laut und deutlich sagen, wie wir können.

Dr. Lucie Panzer, Stuttgart, Evangelische Kirche
 
#LOL der #SWR benutzt #WhatsApp und nun haben sie ihnen den Account gesperrt. Nachrichten hinschicken kann man noch, aber #SWR1 kann sie nicht mehr lesen oder beantworten.
https://www.swr.de/swr1/bw/Nachrichten-Bilder-Audios-und-Videos-an-SWR1-In-eigener-Sache-Keine-Anschluss-mehr-per-WhatsApp,artikel-swr1-auf-whatsapp-100.html
 
Heute früh #Anstöße in #SWR1:
Den Mund aufmachen

Endlich sind Ferien. Da geht es langsamer und entspannter zu. Und das genieße ich vom ersten Tag an. Aber es gibt auch ein Thema, das mich belastet. Und weil die Ferien auch Zeit zum Nachdenken bieten, spreche ich heute darüber. Über die #Radikalisierung der politischen Rechten bei uns in Deutschland.

„Wehret den Anfängen!“ So lautet eine Warnung, wenn es darum geht, Schlimmes zu verhindern: einen Krieg oder eine politische Gefahr. Was die Radikalisierung der Rechten angeht, fürchte ich, dass es bereits zu spät ist. Da sind wir schon über die Anfänge hinaus. Und das ist fatal.

Seit dem hinterhältigen #Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter #Lübcke achte ich noch mehr darauf, was in dieser Szene geschieht. Und ich habe mir vorgenommen, von nun an deutlicher Stellung zu beziehen: gegen alle Gruppen, die unsere #Demokratie kaputt machen wollen.
* Sie missachten unsere rechtsstaatlichen Spielregeln und rufen zur Lynchjustiz auf.
* Hilfesuchende Fremde, die zu uns kommen, werden zu Menschen zweiter Klasse erklärt.
* Mit pauschalen Feindbildern werden Sündenböcke gesucht; ganz oft muss „der“ Islam dafür herhalten.
* Auf den politischen Gegner soll „Jagd gemacht“ werden; so der Wortlaut nach der Bundestagswahl, der laufend bei Kundgebungen der Rechten wiederholt wird. Das hört sich so an, als wäre es normal, den Tod des Gegners mit einzukalkulieren.

Ich kritisiere das ausdrücklich als Christ, weil sich solch eine politische Einstellung nicht mit meinen Werten, nicht mit dem Evangelium vereinbaren lässt. Jesus verkündet einen Gott, der sich eben nicht an den äußeren Umständen wie Hautfarbe, Herkunft oder Glaubensrichtung aufhält. Sein Interesse gilt zuerst immer den Armen, denen, die Hilfe brauchen. Und vor allem: Gewalt ist für ihn nie eine Option. Ich fordere deshalb alle Christen und alle Menschen guten Willens auf: „Haltet nicht mehr still! Schweigt nicht mehr! Es ist höchste Zeit, dass wir dem etwas entgegensetzen.“

Ich weiß, die Parteien, deren Inhalte ich kritisiere, sitzen in fast allen Landesparlamenten. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie demokratisch sind. Ich mache mir große Sorgen, dass es deren Ziel ist, die Parlamente als Sprungbrett zu benützen, um von dort unsere freiheitliche Ordnung zu zerstören.

Ich merke: Wir brauchen ein starkes Bündnis all derer, die sich dieser Unmenschlichkeit, diesem Hass, dieser Gewalt nicht beugen. Das wird nur klappen, wenn alle Institutionen, die unseren #Rechtsstaat schützen wollen, an einem Strang ziehen: der #Verfassungsschutz, die politischen #Parteien, die #Kirchen. Und viele einzelne Menschen wie ich.

Thomas Steiger aus Tübingen von der Katholischen Kirche.

Quelle: https://www.kirche-im-swr.de/?page=manuskripte&id=29145

#Rechte
 
Im #Radio #SWR1 gibt es morgends die sogenannten #Anstöße, ein religiöses Wort zum Tag.
Ich bin zwar gläubig, habe aber mit Kirche nichts am Hut. Vom knapp 80-jährigen Betriebsseelsorger Paul #Schobel bin ich aber Fan, denn er trifft mit seinen (häufig politischen) Worten den Nagel auf den Kopf - so auch heute.
 
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