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Trauerscham, Scham total


Vorhin bin ich auf Twitter über folgende anregende Cartoongrafik gestoßen, gepostet von der Borgdrone, einem guten unbekannten Bekannten aus GooglePlus-Zeiten:




Meine erste spontane Reaktion darauf:

Was diese Frau bei den Worten empfindet, nennt man #Trauerscham. Gibts natürlich noch nicht, das Wort. Die Verwertungsrechte biete ich hiermit für den Meistbietenden feil. Weniger als 6stellige Angebote zwecklos ;-)

Aber im Ernst. Die Grafik und das Wort, das mir spontan dazu eingefallen ist, haben mich dann irgendwie nachdenklich gemacht. Wofür schämen wir uns? Für das, wovon wir annehmen, dass es von der gesellschaftlichen Umgebung nicht akzeptiert oder (noch schlimmer) lächerlich gemacht werden könnte - unabhängig davon, ob diese Annahme überhaupt richtig ist oder nicht.

Interessant wird es, wenn etwas, das wir bislang "schamlos" taten, weil wir es für normal hielten, durch irgendeinen Dreh in der Geschichte und/oder der öffentlichen Wahrnehmung plötzlich zum "Schamfaktor" wird. Bestes Beispiel ist ja die #Flugscham, andernorts auch #GretaEffekt genannt, wo Analysten der Tourismus-Branche derzeit schon fieberhaft nachrechnen, wie stark sich das wohl auswirken wird.

Bei der Flugscham gibt es aber aktuell schon einen gewissen gesellschaftlichen Konsens, der das trägt ("guck mal, diese Leute da wollen offenbar fliegen - ob die sich wohl Gedanken gemacht haben, dass das notwendig ist?"). Aber im Fall der Cartoon-Grafik? Wohl eher nicht. Auf den ersten Blick. Und auf den heutigen Blick. Und auf den mitteleuropäischen Blick.

Ähem - verstanden? Wir sind hier so was von ego-zentriert (wozu auch die Vergötzung verstorbener Angehöriger gehört, verbunden mit der unausgesprochenen Erwartung, selber später als verstorbener Angehöriger so vergötzt zu werden), wir können uns gar nicht mehr vorstellen, wie normal, alltäglich und banal der Tod in großen Teilen der Welt ist. Dort, wo die Leute gar nicht dazu kommen, ein Ego zu pflegen, und wo deshalb Tote ohne individuell gelebtes Leben bleiben. Klingt hart? Ist aber leider so. Also: schämt euch, wenn ihr einen einzigen Menschen betrauert, der über Jahrzehnte seine dreieinhalb Erden pro Jahr verbrauchte, um so was wie "bürgerliche Individualität" zu erlangen. Oder wie? Hey, also das geht nun doch nicht, wirklich nicht. Der Mensch wusste es doch gar nicht besser. Und so weiter. Ich will hier nicht urteilen. Aber das Thema geht tief ins eigene Fleisch, wenn man den Cut zulässt. In diesem Sinne schon mal: "frohe" Ostern!
#Trauerscham #Flugscham #GretaEffekt Gesellschaft Philosophie

Eine BÖSE Karikatur!
Du hast aber einen hübschen Text draus gemacht. ;)

Trotzdem mag ich Ostern lieber als Wettkampf der bergrunterrollenden Ostereier sehen. Auch das ist schon eine kulturelle Vermischung, immerhin durfte man in der Fastenzeit keine Eier essen und nahm dann die vergammelten zum Wettbewerb, aber es eint das ursprüngliche Fruchtbarkeitsfest mit dem katholischen - auf eine herzlich verbindende Weise.
Irgendwie bin ich mal wieder froh in einem gottesverachtenden Raum-Zeit-Kontinuum aufgewachsen zu sein.

Ja, das auffällig offene Bekenntnis zum fröhlichen #Heidentum gehört für mich zweifellos zu den erfreulichen Folgen der "neuen Bundesländer". Es gibt zwar auch eine Berliner Variante von aggressivem Atheismus, der sich kaum weniger idiotisch gebärdet wie die all die Götzendiener, die er verachtet. Aber insgesamt haben die Ex-DDRler wahrscheinlich viel mehr zur Säkularisierung im aktuellen Deutschland beigetragen als bekannt.
Das ist auch mal wieder eine Gelegenheit, meine Lieblingsverschwörungstheorie auszupacken: nämlich dass der Mensch in der normalen Natur auch nicht bei höher entwickeltem Gehirn auf all solch abstruses Zeugs gekommen sein kann, wie es der Fall ist. Da muss irgendwas anderes passiert sein. Die Lösung, die meine Lieblings-Verschwörungstheorie anbietet, ist unter dem Stichwort #PräAstronautik bekannt. Irgendwann vor ein paar zehntausend Jahren waren demzufolge Außerirdische hier, die wesentlich höher entwickelt waren und die über einen gewissen Zeitraum hinweg im Rahmen eines Feldversuchs probierten, die irdische Tierart "Mensch" kulturell zu erziehen. Dabei kam es offenbar sogar zu Paarungen zwischen Außerirdischen und Menschen. Die Menschen erwiesen sich jedoch auf Dauer als zu blöd, weshalb die Außerirdischen irgendwann wieder verschwanden. Doch natürlich hatten sie unter den Menschen für unglaubliche Memes gesorgt, die weitererzählt wurden - die Menschen erinnerten sich fortan an die Besucher als Götter. Und die von den Außerirdischen mit Menschenfrauen gezeugten Kinder waren die Halbgötter der Mythologie. Die davon abstammenden Viertelgötter, Achtelgötter usw. bis in moderne homöopathische Dosen hinein sind die sogenannten Blaublütigen, die Edlen, der Adel, die Besseren. Aber schon die Halbgötter haben sich daneben benommen. Kein Wunder, dass der homöopathische Abklatsch-Adel erst recht nichts mehr taugt.

*lach*
Dann glauben wir an ähnliche Theorien.
Allerdings finde ich, sollten diese weisen "Außerirdischen" mal wieder vorbei schaun, jetzt ist zu viel Blödheit hier. :)

Der aggressive Atheismus ist nicht nur in Berlin so, ich wurde so erzogen und hatte massive Probleme damit, als ich ohne elterlichen Einfluss dann mit streng katholisch erzogenen Menschen zusammen traf. (Ja, ich war sogar mit denen in katholischen Gottesdiensten und bin da so etwas "vom Glauben abgefallen", als sich für mich normal gebildete Menschen vor einem Götzenbild nieder knieten.) Die Freundschaft hat zum Glück die Auswirkungen unsere strengen Erziehungsmaßnahmen aneinander abgeflacht.
Ich finde, dass die Welt immer so laufen sollte, funktioniert aber leider nur in Ausnahmen.



 

Balearia


Nur jene kleine Minderheit, die weiß, dass es Fähren von Denia und Gandia aus gibt, wird künftig noch nach #Malle gelangen. Und die Fähre zu den Kanaren startet glaube ich immer Dienstags in Cadiz ;-)
#Flugscham


Anreisezeit 3 Tage? Viele mussen dann sofort zurückfliegen ,)

Der Weg ist das Ziel. ;)

Vor zwei Jahren bin ich mit Auto und Kindern drin nach Tarifa gefahren (Südspitze von Spanien) - in drei Etappen hin und drei Etappen zurück. Auf der Hinfahrt Hopping über französischen Atlantik und Costa Blanca, und auf der Rückfahrt Costa Blanca und Costa Brava. Isg. zwei Wochen unterwegs, davon eine am Zielort. Die Etappen waren aber ebenfalls Urlaub. Nur das Auto war erst ansatzweise klimagerecht (Hybrid), da muss halt mal irgendwann ein reiner Stromer her.