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Unterbeschäftigungssteuer


Aktuell sind ja viele Politiker damit beschäftigt, den #Sozialstaat "neu zu denken", also A in B umzubenennen, C auf D anzurechnen und dafür E zu streichen usw. Wer sich tatsächlich mit neuen Ideen auseinandersetzen will, muss sich da schon woanders umsehen.

Als ich noch fest angestellt war (das ist jetzt aber schon ein viertel Jahrhundert her), war ich zuletzt in einer Firma, in der sich alle drei Monate alle Mitarbeiter (der Laden hatte etwa 30 davon) in einem Raum versammelten, um dem Quartalsbericht der Geschäftsleitung in Form eines Overheadfolien-Vortrags zu lauschen. Ein ganz wichtige Rentabilitätsgröße war dabei immer der #Jahresumsatz pro #Mitarbeiter, also der Gesamtumsatz geteilt durch die Anzahl der Mitarbeiter. Je höher dieser Wert, desto zufriedener die Geschäftsführung.

Nun gab es mehrere Möglichkeiten, diesen Wert zu steigern. Man konnte zum Beispiel Mitarbeiter entlassen und die anderen so unter Druck setzen, dass die Firma mit weniger Mitarbeitern den gleichen Jahresumsatz schafft wie vorher mit mehreren. Oder man konnte mit der vorhandenen Mitarbeiterzahl den Gesamtumsatz deutlich steigern, sei es durch #Automation oder sonstige Faktoren der Effizienzsteigerung.

So weit, so kapitalistisch. Die #Unterbeschäftigungssteuer, um die es hier geht, setzt nun genau an diesem Wert an, also am Jahresumsatz pro Mitarbeiter. Es wird ein "(v)erträglicher Wert" festgesetzt, zum Beispiel 150.000 Euro Jahresumsatz pro Mitarbeiter. Erzielt ein Unternehmen deutlich mehr Umsatz pro Mitarbeiter, wird es dafür kräftig besteuert. Das Unternehmen kann sich dann aussuchen, ob es lieber bei Automation und Effizienzsteigerung etwas zurückhaltender bleibt und dafür mehr Mitarbeiter hält (das ist für den Dienstleistungssektor wahrscheinlich ganz sinnvoll), oder ob es hochautomatisiert produziert und dafür aber auch entsprechend Steuern abdrückt (das ist wahrscheinlich bei Industrieller Produktion die sinnvollere Variante).

Und die Einnahmen aus dieser Steuer? Könnten nach Ansicht der Visionäre dieser Idee ein bedingungsloses Grundeinkommen finanzieren, und zwar ein richtig üppiges.

Wen es interessiert - zum kurzen Einlesen in das Thema ist vielleicht der folgende Artikel geeignet:

Das „Steuerspar-BGE“ in aller Kürze erklärt …

Die eigentliche (und sehr umfangreiche) Website der "Visionäre" dieses Konzepts ist jedoch diese:

economy4mankind.org
#Sozialstaat #Jahresumsatz #Mitarbeiter #Automation #Unterbeschäftigungssteuer Gesellschaft Link Politik Wirtschaft

Das ist ja ein Algorithmus der Beschrieben wird.
Den könnte man sicherlich auch mathematisch oder mit Mitteln der Formalen Logik darstellen.

Wenn ich das kurz gedanklich Versuche, kapitalistisch zu meinem Vorteil zu nutzen würde ich die optimale Firma dahingehend aufstellen, dass ich den maximalen Umsatz aus Angestellten herausquetschte, die sich mit dem Mindestlohn zufrieden geben.

Müsste ich mal genauer prüfen, aber ich glaube, dass ist das was in der Konseqzenz aus dem Regelwerk der #Unterbeschäftigtigungssteuer entstünde.

Und das sagt ja auch der Name schon. Mitarbeiter die zuviel verdienen für zu wenig Leistung sind Unterbeschäftigt und werden dann besteuert.

@Carli

»In Wahrheit braucht es keinen Staat ..., sondern nur gemeinsame Standards.«

Natürlich braucht eigentlich nicht zwingend einen Staat. Staat, Volk, Nation ... sind patriarchale Gedankenkonstruktionen aus uralter Zeit. Irgendwann dachte man eben mechanistisch und in Hierarchien. OK viele, wahrscheinlich die meisten, sind an dem Punkt noch stehengeblieben und verstehen gleichzeitig nicht, warum die Gesellschaft seit Jahrtausenden aus dem »Sich-Im-Kreis-Drehen-Modus« nicht heraus findet. Ein BGE oder eine BGV, geschickt konstruiert, könnten die entsprechenden Weichen stellen.

Gemeinsame Standards wird es aber nur geben, wenn die Gleichwürdigkeit aller Menschenleben anerkannt wird. So lange es möglich ist, dass ein Mensch den Wert von anderen Menschen in Geld bestimmt (nichts anderes ist ein Lohn), gibt es keine gemeinsamen Standards. Aber genau an dieser Stelle beginnen alle Probleme, mit denen sich die Menschheit heute rumschlägt. Auch Umweltzerstörung, Massentierhaltung, Kriege, Hunger, Hartz4, Ausbeutung der Entwicklungsländer und und und basieren einfach auf entsprechenden »ökonomischen« Bewertungen.



 

Das Geschäftsmodell von Supermärkten


"Geschäftsmodell" ist ein Begriff, den man eher mit windigen Startup-Geldmach-Ideen in Verbindung bringt, oder vielleicht noch mit den Möglichkeiten, guten und bezahlten Journalismus mit dem Wesen des freien Web in Einklang zu bringen. Doch auch stinknormale Supermärkte haben ein Geschäftsmodell. Sie wollen Waren, die sie einkaufen, für Mehrwert verkaufen. Wenn sich die eingekauften Waren jedoch nicht alle verkaufen lassen und deshalb wegen Verderblichkeit im Müll landen, wollen die Geschäfte nicht, dass sich potentielle Kunden aus dem Müll bedienen. Denn wenn das Schule macht, kauft keiner mehr im Geschäft, sondern wartet nur noch dahinter bei den Mülltonnen, bis das Unverkäufliche dort landet.

Tatsächlich? Könnte das Schule machen und zu Massenverhalten führen? Denn darauf kommt es meines Erachtens an bei dem, was im unten verlinkten Fall gerichtlich abzuwägen war. Und wenn das tatsächlich Schule machen könnte: warum tut es das wohl? Doch nur deshalb, weil sich mehr und mehr Menschen die normalen Preise nicht mehr leisten können! Das Gericht hat mit seinem Urteil nichts anderes getan, als diese Befürchtung zu bestätigen.
Wirtschaft

@Alexander Goeres Das nennt man dann wohl "mit Nachdruck" :-)
Ich habe bei meiner Ansicht dieses Threads eher den Eindruck, dass ein paar Kommentare fehlen. Vielleicht sind das ja die, die bei dir doppelt sind.

@Alexander Goeres bei mir (allerdings ebenfalls hubzilla) auf, und ich kann Deinen Kommentar nicht "liken".



 

Gemeinwohlökonomie - wo sie schon angewendet wird


#Gemeinwohlökonomie (#GWÖ) ist grob gesagt der Ansatz, den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens gar nicht oder nicht allein monetär zu bewerten, sondern (auch) ökologische und soziale Aspekte vergleichbar und messbar zu machen, so dass für jedes Unternehmen eine Gesamtbilanz aus monetärem Erfolg und Verbesserungen für Mensch und Umwelt erstellt werden kann.

Das Konzept stammt von dem Österreicher Christian Felber, der, wie man sich denken kann, in neoliberalen Wirtschaftskreisen bestenfalls verlacht wird. Doch mittlerweile wächst die Anzahl von Unternehmen, Vereinen und kommunalen Verwaltungen, die nach Gemeinwohl bilanzieren. Immer mehr Lehrstühle dazu entstehen an Universitäten, mit der Möglichkeit, sich im Wirtschaftsstudium entsprechend zu spezialisieren. Am weitesten voran ist man dabei jedoch in Spanien, und dort vor allem in der Comunitát Valencia. Das ist nicht nur die gleichnamige Stadt, sondern die ganze Region von etwa Peniscola bis runter nach Alicante. Dort werden, wenn ich recht verstanden habe, mittlerweile von der Regionalverwaltung nur noch Aufträge an Unternehmen vergeben, die selber nach Gemeinwohlökonomie bilanzieren.

Durch den ganz unten verlinkten Artikel, der sich mit der Einführung der Gemeinwohlökonomie in Valencia beschäftigt, bin ich denn auch seinerzeit auf das ganze Konzept aufmerksam geworden. Wer sich für das Thema interessiert, findet aber noch viele andere interessante Links. Hier ein paar davon (unsystematisch) zum Anfixen:

  • Internationaler Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie e.V.
  • Die Gemeinwohlökonomie-Bewegung
  • Asociación Federal Española para el Fomento de la Economía del Bien Común
  • Das Buch von Christian Felber über Gemeinwohlökonomie
  • Vortrag und Diskussion zur Gemeinwohlökonomie an der Heinrich-Böll-Stiftung (YouTube, 150min.)
  • #Gemeinwohlökonomie #GWÖ) Gesellschaft Links Wirtschaft
    Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (vor 3 Wochen)

    @Stefan Münz

    Viele Dinge könnten schon heute anders gelöst werden, wenn der politische Wille vorhanden wäre:

    https://www.pufendorf-gesellschaft.org/single-post/2019/01/23/Volles-Interview-der-SZ-mit-Stephanie-Kelton-Geld-ist-zum-Sch%C3%B6pfen-da-1612-2018

    Der Text entspricht zwar nicht ganz meinen Ideen, ist aber interessant, welche Möglichkeiten aufgezeigt werden.

    @Stefan Münz Wir, die sys4 (ping an @Wolfgang Stief), arbeiten seit 2 Jahren – immer wieder unterbrochen durch $ARBEIT – daran nach den Grundsätzen der Gemeinwohlökonomie auditiert und zertifziert zu werden. Für uns ist Gemeinwohlökonomie die Fortschreibung des Open Source Gedankens in Geschäftsmodelle – nicht in allen Belangen, aber es fühlt sich sehr danach an.

    Ende 2017 war ein sehr kompetenter und netter Berater bei uns, der in zwei Tagen mit mir das knapp 100 seitige Audit-Dokument durchgearbeitet hat. Bis wir soweit waren, mussten wir Überzeugungsarbeit leisten, dass auch eine (kleine) AG dem Gemeinwohl dienen kann; per Definition scheint sich AG und Gemeinwohl in den Köpfen der Macher der Gemeinwohlökonomie auszuschließen. Dieses Jahr steht auf meiner Agenda, unsere Unterlagen zu vervollständigen und dann einen Audit durchführen zu lassen.

    Schwierig und übergriffig finde ich Ziele im Katalog, die beispielsweise fordern die Kantine solle ausschließlich vegetarisch sein. It's never gonna happen… Ich will unseren Mitarbeiten schlichtweg nicht vorschreiben, wie sie sich zu ernähren haben. Stimmig finde ich wiederum regional und Bio einzukaufen. Von solchen übergriffigen Zielen existieren mehrere im Katalog. Das ist ärgerlich, denn wir werden sie wohl nie erreichen und es gäbe aber Punkte darauf.

    Mittlerweile haben wir auf Veranstaltungen einige andere Unternehmen (GLS Bank, Sparda Bank, Herrmandsdorfer, etc.) kennen und schätzen gelernt und wir fühlen uns in diesem Kreis und der Denke zuhause. Abstand halte ich zu den Esoterikern, die auch da selbstverständlich dabei sind. Es ist wie bei jeder neuen Partei (Gruppierung…): Wenn sie sich formiert, finden sich Viele zusammen, die prüfen ob sie hier Mitstreiter für ihre Interessen finden. An misslungenen Beispielen fallen mir da die Grünen und die Piraten ein. Die hatten auch $STRÖMUNGEN in ihren Reihen, von denen sie später Abstand genommen haben.

    Der Gemeinwohlökonomie wünsche ich, dass sie an klarer Linie gewinnt. Für uns steht sie für viele Dinge, die uns wichtig sind und die unser Verhalten als Geschäftsleute bestimmen.



     

    Gassigehen mit dem Zustellroboter


    Nachdem der "Zustellermarkt" bis zum Verbluten durchrationalisiert und akkordisiert ist, wird es nun Zeit, die #Menschen durch #Maschinen zu ersetzen. Doch halt - eine Maschine, die einen menschlichen Begleiter braucht, der mit ihr im Schritt-Tempo(!) von Haus zu Haus spaziert, um Waren zuzustellen? Ein #Zwangsarbeiter im #HartzIV-System vielleicht? Ein Gewinner eines Einjahres-Grundeinkommens auf Sinnsuche? Wie passt solch eine Mensch-Maschine-Idylle in die Welt der Maximierungsstrategien? Vielleicht ja sogar ein gutbezahlter Personenschützer, der die Maschinchen vor Vandalismus schützen soll ...

    Ja, es sieht irgendwie putzig, aber auch sinnlos aus. Warum 3 Radachsen auf so engem Raum? Wegen Drehungen auf engstem Raum? Wären da nicht Panzerketten besser gewesen? So ein kleines, putziges blaues Prime-Panzerchen?