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Von der bürgerlichen Rechten in den Rechtsterrorismus


Wer die "Arschlöcher fon Deutschland" (#AfD) wählt, mit ihnen koaliert oder es weiterhin versäumt, diese Partei als verfassungswidrig zu brandmarken, sollte sich im klaren darüber sein, dass das Eis sehr dünn ist:
#AfD) Gesellschaft Politik


 

Zurück in die Zukunft von 1985


Vor nunmehr 34 Jahren, im Jahr 1985, als auch der Film "Zurück in die Zukunft" sein Debut hatte, erschien das sogenannte "Klimamanifest von Heiligenroth". Als Bürger hat man davon seinerzeit nicht sehr viel mitbekommen. Aber die Politik hat es damals in die Hand gedrückt bekommen und kennt es seitdem. Hier kann man es als PDF komplett einsehen:

Das Klimamanifest von Heiligenroth


Bild/Foto
Klima Politik

@WeraWelt Ich sehe die 80er auch schon lange als "Epoche der Verdrängung". Wir wussten das alles eigentlich schon viel früher.

Auch in aller Deutlichkeit: Bundestagsdrucksache vom 31.10.1994 - Schlussbericht der Enquete-Kommission ->
https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/12/086/1208600.pdf



 

Falsche Freunde?


Greta hat dieses Bild heute gepostet. Nachdem sich Greta und Obama aber so weit mir bekannt bislang noch nicht wirklich begegnet sind, ist das wohl eine Photoshop-Montage mit der Aussage "mit mir wollen die größten Herrscher der Welt posieren - also kann ich meinen Plan durchbringen!"
Putin ist nur noch zu blöd - sonst hätte er es längst begriffen und würde bereits ebenfalls um so eine solche Photoshop-Montage bitten. Oder Xi Jinping.

Gretas Strategie wird klarer: Im Lichte der Mächtigsten werde ich immer mächtiger, und als Mächtige verkünde ich euch dann, wo ihr lang müsst. Herkömmliche Politik und Verfassungen helfen ja offenbar nicht mehr. Unter allen anderen Umständen würde ich da jede Menge Göre-Verteufelungs-Vokabular aufbieten - genauso, wie es die Rechten derzeit gegen Greta aufbieten. Es nicht zu tun fällt mir in diesem Fall vor allem deshalb schwer, weil ich Obama eigentlich für einen der übelsten US-Präsidenten halte, den die Welt je hat ertragen müssen. Und weil Greta irgendwie auch ihren moralischen Anspruch an die Menschheit verrät, wenn sie sich mit so einem CO2-Mega-Pusher ablichten oder verphotoshoppen lässt.

Aber OK, die gute und leider allesentscheidende Sache. Ich hab zwar keine Ahnung, wie ein Mädchen in dem Alter ihr Anliegen in so einem Haifischbecken konsequent durchziehen will, aber ich vertraue mal auf ihr Asperger-Syndrom.
Jost Schwider doesn't like this.

..und ich Schussel habe einen Kommentar für Bettina verlegt..der ist irgendwo, aber nicht hier gelandet. Nochmals kurz: Ja, die Tätigkeit der von dir aufgezählten Organisationen ist mir bekannt, bin selbst Mitglied in zweien - einem davon aktiv. Die Schwierigkeit der von dir aufgezählten internationalen Organisationen besteht doch darin, dass ihr Aussagen seit Jahren wissenschaftlich unterlegt sind, Szenarien entwickelt werden, welche nachvollziehbar, wenn auch beängstigend sind.

Sie dringen jedoch damit nicht durch, sondern werden relativ schnell in eine Ecke gedrängt. Deutlich sichtbar ist dies jeweils an den riesigen Klimakonferenzen. Da werden vermeintliche "Vereinbarungen" getroffen, aus denen dann jeder Staat DAS herauspickt, was sich gerade halbwegs schmerzfrei realisieren lässt und sonst kann man im Notfall immer noch aus dem Club austreten... ein Trend der noch nicht vorbei ist, denn im Grunde genommen stecken wir ja in einem Wirtschaftskrieg. Da muss Umwelt hintenanstehen - in den Augen all jener, welche neue Umwelttechnologien NICHT als Wirtschaftsfaktor sehen.
Greta nun soll DAS gelingen, was bislang NICHT funktioniert hat: Die internationale politische Vernetzung. Ich zweifle am Gelingen, denn: Politisch kann man ja Anteilnahme zeigen, sogar ein bisschen applaudieren. Ziel ist aber lediglich, dass der Druck aus dem Kessel entweicht... die Bewegung erlahmt. DANN kann man ja einzelne Programmpunkte übernehmen und auf die eigene Parteifahne schreiben - und du merkst: Ich stecke schon wieder im nationalen Denken.
Die internationale Vernetzung und Umsetzung ist eine Herkulesaufgabe, erfordert Einigkeit bei den G-7 und dann wohl auch sehr viel Geld, denn die Voraussetzungen der einzelnen Länder sind sehr unterschiedlich... Freitagsdemos schaffen dies nicht - schon eher DIE Staaten, welche am schnellsten unter Klimawandel zu leiden haben werden. Sie bräuchten offene Ohren UND Unterstützung. Was für einen G-7 Staat technisch machbar ist, bedeutet für ein Schwellenland möglicherweise den wirtschaftlichen Ruin und Kollaps... Denn, machen wir uns nichts vor: Auch deutsche Firmen produzieren in Schwellenländern, weil Umweltvorschriften lockerer und Löhne tiefer sind. Das taucht dann in keiner CO2-Bilanz zu Deutschland auf...

Und das ist das große Problem beim Thema "Umwelt". Die war immer da, die ist "unsere Mutter" und wie man weiß, bekommen Mütter immer alles alleine hin.
Das "unsere Mutter" aktuell dabei ist, uns ins Nirvana zu schicken, fällt eben nur denen auf, die nah an ihr dran sind. Der Rest denkt "läuft schon".

Konnte die Bildherkunft mittlerweile klären. Obama ist derzeit in Europa und war letztes Wochenende in Stockholm beim sogenannten "Brilliant minds" Event. Dort war auch Greta eingeladen (ist ja ein Heimspiel für sie), und so haben sich die beiden dann wohl tatsächlich getroffen. Backgrounds: https://brilliantminds.co/ (und dort runterscrollen)

Nachdem das Trumpeltier aber so dermaßen gegen die Demokraten mobbt und höchstwahrscheinlich auch die nächte Wahl so manipulieren wird, dass seine Frau noch vier Jahre mit ihm aushalten muss, ist das Foto mit Obama für ihre Amerikareise gut oder schlecht?

Keine Ahnung - aber der Moral-Appeal von Greta wirkt nur bei Zynikern, also bei Menschen, die anders handeln als sie vorgeben zu tun oder glauben zu tun. Aber bei merkbefreiten Egomanen wie Trump funktioniert das nicht. Deshalb hat Greta ja auf die Frage eines Journalisten, was sie Trump sagen würde, nur geantwortet: "nichts, es gibt nichts, was ich ihm sagen könnte". Aber zum Glück gibt es ja auch viele Amerikaner, die keine merkbefreiten Egomanen sind. Und bei denen wird der Moral-Appeal hoffentlich wirken. Sollte FridaysForFuture dort auch erst mal zu einer nennenswerteren Bewegung werden und die starke "Denier"-Fraktion in den Staaten schwächen, könnte das auch für "Denier" Trump zum Stolperstein werden.

Möge das wahr werden.



 

Demokratie und Handlungsfähigkeit


Auf Twitter trendet gerade das von Luisa Neubauer kreierte Hashtag #6MonateNixPassiert. Damit meint sie, dass es nun in Deutschland seit einem halben Jahr jeden Freitag Schulstreiks für eine politische Trendwende in Sachen Klimaschutz gibt, doch außer faulen Ausreden, Scheingetue und einfach nur noch peinlicher Hilflosigkeit gegenüber dem wachsenden Druck aus der Bevölkerung kommt von der Bundesregierung: nichts.

Nun ist das Nichtstun ja seit der Merkel-Ära, seit 2005, also seit etwa der Geburt vieler Jugendlicher, die jetzt bei #FridaysForFuture streiken, Programm. Oder genauer: das Tunlassen der Banken und Konzerne. Andere Werte gibt es keine (alles andere ist Folklore). Es ist eine ganze Generation von Politikern, die jetzt am Pranger steht. Karrieristen mit gekauften oder durch Copy&Paste erschwindelten Doktortiteln, fleißig vor allem beim Intrigieren und beim Verfilzen in Hinterzimmern, keine brüllenden Autoritäten mehr, sondern smart und deshalb scheinbar zeitgemäß - doch der Lack ist mittlerweile ab. Neue Generationen, die ganz andere Begriffe von Authentizität haben, entlarven mittlerweile gnadenlos und massenhaft all das hohle Sonntagsgerede der Postdemokraten der sogenannten Volksparteien. Dass die Grünen derzeit so davon profitieren, ist keine wirkliche Wendung zum Besseren, denn große Teile der Partei Grünen haben genau das gleiche Problem wie die nun ehemaligen Volksparteien. Es wird sich zeigen, wie viel mehr tatsächlich passiert, wenn die Grünen regieren.

Luisa Neubauer hat aber nicht nur viel Zustimmung für das Hashtag #6MonateNixPassiert erhalten, sondern auch kritische Anmerkungen. Die bemerkenswertesten davon lassen sich so zusammenfassen: In einer Demokratie ist es halt - anders als in einer Diktatur - mal nicht eben möglich, irgendwelche neuen Direktiven durchzuboxen, ohne Rücksicht auf Verluste. In einer Demokratie muss man Mehrheiten suchen und Kompromisse finden. Das ist das Wesen der Demokratie und genau der Grund, warum sie besser ist als jede Art von Diktatur. In Deutschland gibt es genügend Menschen, für die aktuell andere Probleme wichtiger sind als der Klimawandel. Mietpreise, Mindestlohn, Digitalisierung, Fachkräftemangel oder auch immer noch Zuwanderung. Die Demokratie hat den Vorteil, für all diese Menschen da zu sein, und nicht nur für diejenigen, die jetzt gerade schneller als die Polizei erlaubt CO2-neutral werden wollen.

Das ist zweifellos ein gewichtiger Einwand. Solange genügend Zeit ist, um auch mit ungünstigen Entscheidungen oder Kompromissen leben zu können. Was aber, wenn der Fall eintritt, dass diese Zeit nicht mehr zur Verfügung steht? Denn genau das ist ja die Argumentation der Klimaschutzbewegung. Sie argumentieren, dass, wenn wir nicht innerhalb der nächsten 10-15 Jahre den vollständigen Verzicht auf das Verbrennen fossiler Energieträger hinbekommen, der gesamte Planet sein Testament machen kann. Weil dann sogenannte Tipping Points überschritten werden, ab denen sich die Klimaerwärmung von selbst beschleunigt, und nach denen dann kein menschlich-technisches Gegenlenken mehr möglich ist. Wahrscheinlich ist aber nur wenigen von den Protagonisten der Klimaschutzbewegung, vielleicht nicht einmal Führungsfiguren wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer, bewusst, dass die Forderungen der Bewegung den üblichen demokratischen Mühlen eigentlich gar nicht mehr die Zeit lassen zu mahlen.

Nun gibt es auch in den Verfassungen demokratischer Staaten meist Ausnahmeregelungen für Extremsituationen. In Deutschland sind das die sogenannten Notstandsgesetze [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Notstandsgesetze], gipfelnd in der sogenannten Notstandsverfassung [https://de.wikipedia.org/wiki/Notstandsverfassung]. Die Verabschiedung dieser Notstandsgesetze war übrigens in Deutschland vor fünfzig Jahren ein wichtiger Punkt des Widerstands der 68er-Bewegung. Die befürchteten, dass die Notstandsgesetze der Schlüssel zu Missbrauch und zur Errichtung einer neuen Diktatur werden könnten. Wie auch immer - für Notstände gab es bislang nur zwei wichtige Ausprägungen: den Kriegsfall, und Naturkatastrophen besonderen Ausmaßes. An einen menschengemachten Klimawandel dachte bei der Verabschiedung der Notstandsgesetze noch niemand. Schon gar nicht an ungefähre Zeitfenster bis zum wissenschaftlich vermuteten Eintreten der Unumkehrbarkeit. Auch die staatlichen Eingriffe in Grundrechte, die in den Notstandsgesetzen geregelt sind (Zwangswehrpflicht im Kriegsfall, Aufhebung des Fernmeldegeheimnisses usw.), entsprechen nicht dem, was im Zusammenhang mit Anstrengungen zur Vermeidung des Erreichens der Tippling Points beim menschengemachten Klimawandel entscheidend wäre. Außerdem müssen die deutschen Notstandsgesetze heute auch im Rahmen der deutschen EU-Zugehörigkeit gesehen werden.

Es braucht also - nach Ansicht fast aller mit dem Themenkomplex vertrauten Wissenschaftler, einen gesetzgeberischen Handlungsbedarf, der mit dem demokratischen Pluralismus nicht vereinbar ist, solange große Teile der Bevölkerung noch keine unmittelbaren persönlichen Wahrnehmungen oder Nachteile vom menschengemachten Klimawandel haben. Mehr kann ich dazu momentan auch nicht sagen. Nur, dass sich all das und nichts Geringeres letztlich hinter dem Hashtag #6MonateNixPassiert verbirgt.
This entry was edited (6 days ago)

Man könnte einwenden, dass es nur die richtigen Ereignisse sein müssen, damit was passiert - Stichwort Bankenkrise oder Fukushima.

Ja, das Begreifenkönnen der Klimakrise wäre wichtig. Den Input dazu gibt es längst. Wenn die TV-Teams statt im trüben EU-Dunst mal in Bangladesh oder Teilen Indonesiens filmen würden, könnten sie uns schon heute mit genügend verstörenden Bildern versorgen. Aber solange das im ÖR-Frühstücksfernsehen und in der Tagesschau einfach keine Themen sind, weil nicht "tagesaktuell" oder "sensationell" genug, reicht das wohl nicht. Aber eigentlich möchte ich auch nicht auf schlimme, spektakuläre, aber noch begrenzte Katastrophen mit vielen Opfern hoffen müssen.

Das Problem an der Geschichte ist, dass man damit kein Geld verdienen kann, dass sich Umweltschutz schon als etwas angesehen wird, "was sich von alleine regelt" und dadurch, dass das nicht wirklich greifbar ist, nimmt es "die Welt" nicht für wirklich schlimm.
Ich arbeite jetzt schon mehr als 20 Jahren in diesem Sektor, bin von meinem Vater dahin sensibilisiert worden, erlebe aber genau so lange, dass das eher als Philosophie angesehen wird, die man ernst nimmt, wenn sie wie im letzten Sommer erlebt wird, aber dann auch wieder gut ist.
Und selbst Du hast "erst" durch Greta vermittelt bekommen, was mit unserem Ökosystem geschiet und erst dadurch nimmst Du blühende Wegränder wahr, für die Umweltaktivisten seit über 30 Jahren ackern.
Ich bin sehr froh, dankbar dafür, dass mehr Menschen genauer hin sehen, fürchte aber, dass es noch genug andere Probleme gibt, die wir "auch noch" lösen müssen und dann der Schutz unserer Umwelt wieder in den Hintergrund treten. Ich hoffe aber, dass aus der FfF-Bewegung einige Menschen am Ball bleiben und diese loblose und vor allen brotlose Wissenschaft weiter zu führen und die Fäden in der Hand behalten, damit wir die anfallenden Probleme auch weiterhin lösen.
Also danke Dir, dass Du so aktiv Gretas Sprachrohr bist und damit das Problem in den Köpfen der Leute lässt.



 

Interview mit Volker Quaschnig über erneuerbare Energien


Dieses Interview in Spielfilmlänge, hervorragend geführt von "Jung&Naiv"-YouTuber Thilo Jung, deckt einmal mehr und noch deutlich gründlicher als das Rezo-Video auf, wie gewollt die ganze fossil-freundliche Politik der GroKo ist, wie dringend sie abserviert gehört, und wie es machbar ist, innerhalb von 10-15 Jahren alles von Verkehr über Heizen bis Produktion auf erneuerbare Energien umzustellen. Volker Quaschnig beschäftigt sich seit fast dreißig Jahren mit erneuerbaren Energien, kennt alle Technologien wie kaum jemand sonst und hat Fachbücher darüber geschrieben. Auch einer, den man sich regelmäßig in TV-Talkrunden wünschen würde.

Klima Politik


 

Ewiges Wachstum ist Esoterik


Die Einschläge kommen näher. Die Ideologie - oder sollte ich besser sagen, die Idiotie - des grenzenlosen wirtschaftlichen Wachstums, dieser Bruttosozialprodukt-Götze - er wankt. Bringen wir ihn endlich zu Fall!
Gesellschaft Politik
Wenn das so einfach wäre. Die zwei Prozent stehen ja überall fest.
Kein Wirtschaftswachstum, keine Gehaltserhöhungen, keine Inflation.
Dann muss der EU Stabilitäts- und Wachstumspakt weg und auch weltweit müssen alle mitziehen.

Natürlich gibt es ewiges Wachstum. Fakt ist aber auch: In einem gesättigten Markt gibt es auch genau so viele Pleiten, sodass die Gesamtwirtschaft insgesamt stagniert. Ein ganz natürlicher Prozess.

Fakt ist aber auch, dass wir ohne ein Korrektiv wie den Markt nicht auskommen. Deshalb bin ich FÜR einen funktionierenden Zertifikathandel, denn er schafft ein Korrektiv gegen die Ausbeutung der Erde.

Die Wirtschaft kann doch trotzdem wachsen! Dann wachsen eben die Verkaufszahlen digitaler Güter, die verbrauchen weniger CO2 als ein Auto, dessen Herstellung Unmengen CO2 freisetzt.



 

Wir schaffen das!


Wir schaffen das!
Und tatsächlich - seit der AfD die Hoheit über die wirklich wichtigen Themen geklaut wurden, ist Ruhe an der Front mit der angeblich unerträglichen Last, welche die Flüchtlinge darstellen.
Angela Merkel ist die viel gehasste, stille Figur, die hunderttausenden von flüchtigen Menschen ermöglicht hat, halbwegs menschlich in einem fremden Land und in einer fremden Kultur aufgenommen zu werden. Viele von den Flüchtlingen von 2015 sind mittlerweile wieder heimgekehrt. Andere sind noch hier und versuchen sich zu integrieren. Einige wenige sind negativ auffällig, kriminell oder djihadisiert. Aber das sind auch nicht mehr als es marodierende Nazis gibt. Merkel hat es geschafft, dass wir noch alle miteinander auskommen. Ohne viele Worte, ohne große Gesten. Oft nur durch ein hilfloses, aber ehrliches "ich würd gern mehr für euch tun". Man kann ihr vieles vorwerfen. Aber sie gehört auch mal geehrt für einiges. Und genau das ist heute geschehen:
Gesellschaft Politik
Ich gönne ihr die Auszeichnung von Herzen. Schade an der Geschichte ist für mich nur, dass ihr zum einen der Satz politisch fast den Kopf gekostet hätte, und er zum anderen für weitere Themen nicht mehr zur Anwendung kam.

Hohe Stickoxidbelastungen in den Städten? Wir schaffen das! Hoher Energieverbrauch und damit verbundener Klimawandel? Wir schaffen das! Zunehmend marodes Gesundheitswesen? Marode Schulen? Einkommensschere? Wir schaffen das! Wir schaffen das!

Mir und viele Andere hier im Land würden sich für die Kanzlerin noch viel mehr freuen,
wenn Sie eine Auszeichnung für die Bewältigung all der Probleme ( die Du aufgezählt hast )
bekäme !
Eine tolle Rede vor der Elite zu führen ist nichts gegen die Beseitigung der vielen Probleme im eigenen Land !
@Robert Kormann

@charisma71 ...was man aber eben nicht alleine schaffen kann!
Und mit der ganzen Lobby-Mafia ist das so wie bisher eben nicht zu bewältigen.




 

Bella Ciao


Nach der Rede von Greta Thunberg beim gestrigen Kirtag-Event im Rahmen des #R20-Summit in Wien geschah etwas Unvorhergesehenes. Die Moderatorin auf der Bühne wollte nach dem Applaus des Publikums gerade wieder das Mikro übernehmen. Doch vor dem rechten Bühnenrand erhoben sich aus dem Publikum plötzlich ein paar Jugendliche vor den Bühnenmikros, entrollten ein großes Transparent und begannen zu singen. Eine ziemlich eindringliche Melodie. Und sie bekamen dafür viel Beachtung. Die Moderatorin ließ sie gewähren. Das ganze Spektakel dauerte etwa zwei, drei Minuten.

Was die Jugendlichen da sangen, war aber nicht irgendwas, sondern eine historische Hymne des Widerstands: https://de.wikipedia.org/wiki/Bella_ciao

Die Klimaschutzbewegung hat diese alte Hymne für sich entdeckt. Bereits vor ein paar Monaten wurde ein interessantes YouTube-Video eingespielt, das dieses alte Lied für die Klima-Jugendbewegung neu aufgelegt hat:

#R20-Summit Gesellschaft Politik

gerade deswegen? wieso? bist du stalinist/leninist?

So böse sind die Commandantes auch nicht. Ich durfte die kennen lernen. Sehr weit links und da bin ich dabei.



 

So ne Art SELFHTML für den Klimawandel


So ne Art #SELFHTML zur Klimakrise wäre gut. Wo all die Sachen wie #Keeling curves, #TippingPoints und #CO2-Vorrat so erklärt werden, dass endlich alle verstehen, worum es da wirklich geht. Fordert #GretaThunberg in ihrer neuesten Rede von vorhin - gehalten auf der Eröffnungsveranstaltung zum #R20-Klimagipfel in #Wien:

Das Schöne an #selfhtml war, dass man es selbst lernen durfte. Die, die es nicht brauchten, kennen Deine Doku bis heute nicht.
Blöd an der Klimakrise ist, dass sie da ist und ALLE wissen, wie sie sich jetzt verhalten müssen. Greta hat das super rüber gebracht, mit dem Erfolg, dass 2/3 der Verursacher der Klimakrise meinen, dass "die kleine Rotzgöre" ihnen "nichts vorzuschreiben habe".
Hilft da ein #selfclimatechance? Eine tiefere Erklärung für den ganzen Prozess? Vermutlich nicht, denn auch das kann man "einfach mal nicht kennen wollen".

Mein Eindruck ist, dass sehr viele Leute die Doku kannten, obwohl sie gar nicht näher mit der eigentlichen Materie zu tun hatten. Viele haben einfach nur die Einführung gelesen - und haben so das Internet verstehen gelernt.
Richtig ist, dass das eine rein freiwillige Sache war, wohingegen man jetzt am liebsten allen ein nachgewiesenes Grundwissen zum menschengemachten Klimawandel als Basis für einen Schulabschluss gleich welcher Art verordnen möchte. Aber vielleicht funktioniert es ja auch über die Schiene des Interesses. Ich finde z.B. die Site https://www.klimafakten.de/ gar nicht schlecht. Aber noch besser wäre natürlich noch ein "Grundkurs Klima" mit Greta. Vielleicht entwickelt sie sich ja sogar mal in diese Richtung. Könnte ich mir durchaus vorstellen. Sie hat den analytischen Verstand, das nötige Wissen, aber auch das Feeling dafür, worauf Menschen reagieren.

Als ich noch studiert hatte, saß ich mal mit einem Timo in einem Kurs zu Funktionalanalysis. Timo hatte ein wunderbares Talent, Dinge auf den Punkt zu bringen. Er sagte zum Klimawandel: Das ist ganz einfach, da muss man gar nichts leugnen. Vor drei Milliarden Jahren war die Erde recht heiß, dann kamen die ersten Lebewesen und haben das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre genommen, um sich zu ernähren, sind gestorben und unter die Erde gewandert. Heute ist die Erde sehr viel kälter und wir Menschen buddeln die verrotteten Lebewese von damals in Form von Erdöl und Erdgas und Kohle wieder aus und pumpen das CO2 wieder in die Atmosphäre. Also wird die Erde bald wieder die Temperatur von vor drei Milliarden Jahren haben.

Hehe, ja, so kann man es auch erklären :-)



 

Hochrechnung


Wie auch immer die endgültigen Zahlen aussehen werden. Die Tendenzen sind schon nach den ersten Hochrechnungen klar erkennbar. Sie zeigen zwar in eine "freundliche Richtung". Aber das wars auch schon. Leider ist es tatsächlich so, dass diesem Wahlergebnis zufolge mehr als die Hälfte der deutschen Wähler mehr oder weniger aktive Leugner des menschengemachten Klimawandels sind, denen die Zukunft ihrer Kinder scheißegal ist. Hat man es erst mal verstanden, ist das traurig, sehr traurig.
Gesellschaft Politik

Mich hat aber gerade gefreut, dass Frau Nahles zumindest (AKK lobhudelte sich ja nur) festgestellt hat, dass wenn die SPD nichts gegen den Klimawandel macht, stürzt sie total ab. Hoffen wir mal, dass sie das morgen früh auch noch weiß und das bis ans Ende der Regierungszeit auch nicht aus den Augen verliert.
Hey kommt, wahlbestimmend war eindeutig das Klima und das ist schon mal super! Und so wie es aus sieht, wird die Grünenpolitik bestimmend sein. Und wenn ALLE ein Thema bestimmen, dann befinden wir uns trotz aller Richtigkeit schnell bei Momos "Grauen Männern".
Auch wenn mir persönlich das Ergebnis aus Österreich genauso an die Nieren geht, wie das Ergebnis aus Ostdeutschland.

Ein paar Jahre Zeitfenster bleiben ja noch für eine endgültige Wende. Aber wenn das nicht klappt, sollten wir unsere Sargdeckel gut vernageln lassen - denn sie werden uns hassen.

Viva la Revoluthion mit sanfter, aber unverrückbarer Bestimmtheit und einem festen Ziel.

Bei den Wahlbeteiligten < 60 Jahren waren die Grünen immerhin stärkste Partei, hieß es? Aber auch da nicht die Mehrheit.



 

Und wenn die Wahl beendet ist


Und wenn die Wahl beendet ist, werden die Stimmen ausgezählt. Aber nicht, dass noch jemand glaubt, das würden Menschen tun. Nein, Software tut das. Zumindest für das vorläufige Wahlergebnis. Software, die teilweise von Landesämtern selbst entwickelt wurde, oder kommerzielle Software von IT-Firmen. In jedem Fall aber: Closed Source Software.
Wahlsoftware in Deutschland vor EU-Wahl: Intransparent, unkontrolliert – und möglicherweise manipulierbar
Politik Technik
This entry was edited (4 weeks ago)

"Ein König für Deutschland", Roman von Andreas Eschbach, der auch auf G+ unterwegs war...

Das Buch von Andreas Eschbach ist wirklich sehr gut, habe es auch gelesen



 

Huawei Smartphones am Ende?


Das von Präsident Trump gegen China und vor allem #Huawei verhängte Embargo trifft vor allem die auch hierzulande sehr beliebten Huawei-Smartphones. Diese werden ab sofort nur noch ohne Google-Anwendungen und ohne Google-Play-Dienste ausgeliefert. Damit sind sie für viele Anwender betriebssystemtechnisch praktisch hirntot und unbrauchbar. Wer bereits ein Huawei-Smartphone besitzt, kann insoweit aufatmen, als dort alles erhalten bleibt wie es ist. Allerdings wird es wahrscheinlich keine großen Updates mehr auf neue Vollversionen von Android geben. Huawei selbst hat zwar schon ein eigenes Smartphone-Betriebssystem angekündigt, doch werden App-Entwickler kaum ein Interesse haben, neben den Playstores von Google und Apple noch einen dritten Pool zu bedienen.
Vielleicht kann ja aber auch FDroid von der Affäre profitieren, wer weiß ...
#Huawei Politik Technik Wirtschaft

Ich glaube eher, dass das Gegenteil eintritt: Android wird massiv verluste einfahren. Huawei arbeitet ja schon langeam an einm eigenen OS und eigene Chips haben die auch schon lange.
'Es geht ja auch vielmehr dum die google Play services die halt leider in vielen Apps drin stecken, wegen Push und Co notifactions

Vielleicht eine Chance für Ubuntu-Touch !



 

Al Gore - Eine unbequeme Wahrheit


Mittlerweile ist die in Europa wabernde Klimakrisendebatte auch in die USA hinübergeschwappt. Dort trifft sie nicht nur auf das Volk mit dem mit Abstand höchsten CO2-Fußabdruck der Welt, sondern auch auf die stärkste und bestorganisierte Klimakrisenleugner-Garde weltweit. Da erwachen gerade lauter alte Herren mit ExxonMobil- und Chevron-Hintergrund aus ihrem Schlaf der Selbstgerechten und schmeißen wild fuchtelnd ihre altbekannten Leugner-Grafiken in die Runde. Die haben noch gar nicht begriffen, dass sie gerade nur wie Dinos in einem Naturkundemuseum betrachtet werden.

In den USA hat die Klima- und Umweltschutzbewegung eine ganz eigene Geschichte, die stark von der durch die grünen Parteien geprägten Geschichte in Mitteleuropa abweicht. In den USA haben sich sowohl Demokraten als auch Republikaner immer wieder für das Thema stark gemacht. Der Komplett-Ausstieg von Trump ist da durchaus historisch einmalig. Ganz eng verbunden ist das Thema in den USA aber vor allem mit Al Gore, dem Ex-Prädidentschaftskandidaten, der so knapp gegen George W. Bush verlor wie es nur möglich ist. Gore wurde zu einem populären Warner vor den Folgen des menschengemachten Klimawandels, gipfelnd in dem unten verlinkten Dokumentarfilm.

Es ist ein durch und durch amerikanischer Film. Al Gore erkennt zwar alle Zusammenhänge und stellt sie absolut sehenswert dar, garniert durch zahlreiche persönliche Annekdoten. Aber er hinterfragt sich zu keinem Zeitpunkt selbst, mit welchem Recht er andauernd in der Welt herumjettet und mindestens einen zehnmal so hohen CO2-Abdruck erzeugt wie ein Normalbürger. Außerdem erscheint er in typisch amerikanischer Weise selbstverliebt. Das ist der Unterschied zu modernen Aktivisten wie Greta Thunberg, die auch für sich selber Konsequenzen ziehen und durch das eigene Vorleben eine gänzlich neue Vorbild-Funktion ausüben.

Den berühmten Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" von und mit Al Gore gibt es auf YouTube zum Ausleihen für 3 Euro. Wer Amazon Prime hat - dort ist er mit enthalten - einfach auf Amazon Prime Video nach dem Titel "Eine unbequeme Wahrheit" suchen.

Klima Medien Politik Video
Der Film enthält auch einige Fehler. Da berufen sich Leute gern, die die Krise wegdiskutieren wollen. Ändert aber nix dran, dass der Film die meisten Zusammenhänge sehr gut verständlich darstellt.

Ah, danke für den Tipp mit Prime.



 

Die Greta-Kurve


Die grüne Kurve ist die Greta-Kurve. Sie steht für ökologisches Siehmalachneguckmalda-Bewusstsein in Deutschland in den letzten drei Jahren. Bis diesen Winter wurde nur über Flüchtlinge geredet. Bei 4°C Global Warming kommen davon übrigens schnell noch zehn mal mehr ...


 

Das Handelsblatt hat ein neues Traumpaar entdeckt


Das #Handelsblatt hat ein neues Traumpaar entdeckt - nämlich Verena #Bahlsen (25), der zu einem Viertel der Megakeks Bahlsen gehört und die Kapitalismus - mit leicht ironischem Unterton - toll findet, und Kevin #Kühnert (29), der sich unlängst als "echter Sozialist" - ebenfalls mit etwas bewusster Überspitzung - outete. Letztlich kämpfen aber beide für eine bessere Gesellschaft und für ein nachhaltigeres Wirtschaften. Wobei sie sich teilweise so ähnlich werden, dass man sie fast schon gerne miteinander verkuppeln möchte. Müssen wir vielleicht einfach mal lernen, die alten Begriffe und Frontlinien aufzubrechen? So verstanden, ist der Artikel im Handelsblatt ja vielleicht ein interessantes Signal.
#Handelsblatt #Bahlsen #Kühnert Gesellschaft Politik

@Stefan Münz Marx hatte den ganzen Kladderadatsch seinerzeit recht sachlich analysiert und seine Idee war, das existierende kapitalistische System durch ein grundsätzlich anders konstruiertes zu ersetzten.
Er war dabei weise genug, diese Alternative, den Socialismus/Communismus, sehr vage zu halten.
Eigentlich hat er nur vorgeschlagen, was so ein System grundsätzlich bewirken sollte und einige ebenfalls sehr abstrakte Eigenschaften. Im Grunde nicht mehr als die Ersetzung des Privateigentums an Produktionsmitteln durch igendein Gemeineigentumskonzept, das er nie konkret beschrieben hat.

Es ist nämlich sehr sehr kompliziert, ein System zu entwickeln, das nicht nur anders, sondern besser als der shyce Kapitalismus ist. Einfache Lösungen gibt es nicht. Ich denke inzwischen auch, dass revolutionäre Lösungen im klassischen Sinn von "Umsturz -> Neue Welt innerhalb von 3 Wochen" nicht funktionieren und mehr Schaden als Nutzen stiften.
Ich denke auch, dass wir uns solche Kapriolen nicht leisten können, im Angesicht des Klimaproblems könnte ein fehlgeschlagener Versuch katastrophal werden. Im Sinne von "apokalyptisch katastrophal".

Ich bin ein ganz ekeliger, langweiliger, verräterischer Reformist. Ein demokratischer Sozialismus, also die sozialdemokratische Variante des Ordoliberalismus im Stil von Eucken scheint mir ein sehr erstrebenswertes Ziel zu sein.

Und für Reformen benötigt man natürliche Gegner, die bereit sind, einzusehen, dass sie sich selbst einen Gefallen tun, wenn sie einschneidende Reformen akzeptieren, die ihre Vorteile reduzieren zum Wohl des Ganzen.

Typen wie diesen hier:


@Hartmut Noack Ich bin da ja gar nicht so weit weg von dir, auch wenn ich gerne mal zu "revolutionärem Vokabular" neige. Ich bin kein Freund von blutigen Umbrüchen, nur von notwendigen, und die auch so human wie möglich. Derzeit stehen wir an der Schwelle zu einem solchen notwendigen Umbruch. Viele spüren das (und darum drehte sich ja auch die Rede von Sascha Lobo auf der rp19). Die Frage ist: wollen wir den Umbruch irgendwie selbst gestalten, oder machen wir einfach so weiter, bis entweder das Finanzsystem oder die gewohnte Umwelt crasht. Problem dabei: dann wird es richtig ungemütlich, und wahrscheinlich auch blutig.

Ich glaube, dass man den Umbruch gestalten kann. Allerdings muss man dazu einen einigermaßen breiten Konsens finden. Alle machen nie mit. Die 20-25% strammen Ewiggestrigen muss der Rest leider in Schach halten und ertragen. Aber wenn der Rest mal so halbwegs in die gleiche Richtung tendiert, dann gelingt so was. Deshalb sind mir Ansätze, um unterschiedliche Denkrichtungen zu bündeln, so wichtig. Solange alles glatt läuft, habe ich nichts gegen eine gemütliche Diversifikation von Ansichten und Überzeugungen. Aber derzeit ist eine Situation, in der meines Erachtens keine Zeit und kein Platz ist für feine Unterschiede.

Ich glaube ferner, dass dieser "breite Konsens" allmählich auch durchaus Konturen annimmt. Es geht dabei durchaus nicht um Bekämpfung von wirtschaftlichem Erfolg. Wohl aber um die Bewertungshoheit darüber, was wirtschaftlicher Erfolg ist und was nicht. Derzeit ist wirtschaftlicher Erfolg alles, was für die Kapital-Investoren Geld abwirft. Wenn wirtschaftlicher Erfolg jedoch das wäre, was am nachhaltigsten, schonensten und gleichzeitig am effektivsten und angenehmsten wäre, dann würden ganz andere Player zu den Gewinnern gehören, und die deutsche Automobilindustrie würde ab der unteren Management-Ebene bis nach oben komplett ins Gefängnis wandern. Außerdem plädiere ich auf eine Umorientierung der Wirtschaft dahingehend, dass wieder die Nachfrage das Angebot bestimmt und nicht - wie derzeit - das Angebot mit immer irrwitzigeren Tricks versucht, künstlich eine Nachfrage zu generieren. Diese Änderungen gehen aber nicht ohne politisch gewollte und erzwungene Regulierung. Mit dem gegenwärtigen Copy&Paste-Doktoren-Kabinett ist das jedenfalls nicht zu schaffen.

Danke übrigens für den Link zu dem TED-Talk. Durchaus erfrischend! Und ja - würde ich auch so sehen: Wenn man den ganz normalen Leuten mehr Zeit und Muße und Geld zum Leben lässt, dann generieren sie auch die Nachfrage für eine gesunde Wirtschaft.

@Stefan Münz
"Ich glaube ferner, dass dieser “breite Konsens” allmählich auch durchaus Konturen annimmt."

Finde ich gut, dass Du das auch sehen kannst. Es geht eben nicht dauernd bergab. Es gibt Rückschläge wie die neoliberale Revolution oder den Wahlsieg Trumps aber es gibt auch Fortschritt wie eben die Einsicht, dass der Kapitalismus auf Dauer nicht so weitergehen kann und dass so langsam wirklich etwas gegen die Umweltzerstörungen der Wirtschaft unternommen werden muss.

Dass es scheinbar "immer mehr" Klimawandelleugner gäbe, ist nicht ganz richtig: je mehr sich die Notwendigkeit zum Ziehen von Konsequenzen abzeichnet und je mehr das auch von den "Eliten" eingesehen wird, desto mehr Grund haben die, die diese Konsequenzen nicht ziehen wollen, sich zur Wehr zu setzen.
Aber wie Du ganz richtig bemerkst: es zeichnet sich ein Konsens ab, der in Richtung Vernunft zeigt. Die Vernunft wird sich durchsetzen. Wie lange das noch dauert, wird man sehen.

In Ermangelung der Möglichkeit, einen Diaspora-Kommentar mit einem erhobenen Daumen zu versehen, dann eben so: 👍



 

Sascha Lobo ruft im Namen von Greta Thunberg die Revolution aus


So muss das laufen:
#rp19 #FridaysForFuture Gesellschaft Politik

Hier scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Ich hatte gedacht, es ginge um Lobo, den ich für einen wohlmeinenden Typen halte.
Steinmeier ist freilich nur ein Grußonkel, der jederzeit irgendwelches gutklingendes Zeug erzählen kann aber eher gar nichts damit meint.

Ich wunder mich auch, warum hier dauernd auf irgendwelchen Bundespräsidenten rumgeritten wird. Es geht hier im Thread um die Rede von Sascha Lobo auf der re:publica 2019. Über die re:publica kann man sicherlich auch unterschiedlicher Auffassung sein. Ich selber als südwestdeutsches Landei war bislang noch nie da. Die 700km-Reise in die für mich eigentlich falsche Himmelsrichtung, die ich mir für die #Unteilbar-Demo angetan habe, wäre mir die re:publica irgendwie nicht wert. Zu viel selbstverliebtes Nerd-Gehabe. Aber trotzdem halte ich die Veranstaltung für wichtig. Wichtiger jedenfalls als die Hannover-Messe. Oder sozusagen die zeitgemäße Form dessen, was solche Messen früher mal waren. Und Sascha Lobo ist halt nun mal der von der Szene anerkannte Chef-Seismograph für die aktuelle Befindlichkeit im reflektierteren Teil der Bevölkerung. Kann man zweifellos idiotisch finden. Aber genau darum, um Idiotie und dergleichen mehr, geht es ja in Lobos Rede. Wenn man sich denn mal auf sie einlässt.

Zu dem alten IFO Geschäftsklima-Joke, den Sascha Lobo von Volker Pispers geklaut hat mal ein kleiner Seitenhieb:

https://files.coding4.coffee/ll4nfm1h.png

(das musste raus ..., es war mir ein Bedürfnis :D )



 

Szene 93


Perlen sind selten und werden von feinsinnigen, femininen Menschen geliebt. Seit jeher sagt man Perlen geheimnisvolle Kräfte nach. Der Name "Greta" bedeutet nichts anderes als "Perle", und das Mädchen Greta verändert die Welt. Offenbar hat sie Superkräfte. Ihre Mutter meint, dass man solche Kräfte einfach entwickelt, wenn man sich in einer Notsituation befindet. Und Greta befindet sich sozusagen fortwährend in einer Notsituation. Weil sie uns auf eine Wand zurasen sieht, wo wir nur etwas harmlosen Nebel sehen. Auch wenn wir es längst hätten besser wissen könnten. Wir, die ganz normalen Klimakrisenverdränger.

Nur die Klimakrisenleugner sind noch schlimmer. Das sind meist grobschlächtige, maskuline Menschen, die mit Perlen nichts anfangen können. Stattdessen lieben sie den Gestank und das Knattern von Auspuffen. Mädchen und Frauen sind für sie Eroberungen und Besitztümer. Über die fast religiöse Verehrung von Greta lachen und witzeln sie nur. Allerdings sind sie auch irritiert, genauer gesagt, stehen sie unter Schock. Sie hatten den Diskurs und den Ball gekonnt in den eigenen Reihen gehalten. Politiker, Medien und Stammtische diskutierten über Flüchtlinge, Überfremdung und Ausländerkriminalität. Wenn sie unter sich sind, fragen sie sich, wie es passieren konnte, dass ihnen ein Mädchen mit einem Sperrholzschild aus dem Baumarkt den Ball abjagte. Und warum jetzt alle über die Klimakrise reden.

Die Antwort, die sie gefunden haben, ist, dass es Hintermänner geben muss. Grobschlächtige, maskuline Menschen wie sie selber, weil ihrer Meinung nach nur Menschen wie sie selber zu solchen Kräften fähig sind. Fiese Hunde, die sich verstecken und die das zarte Mädchen vorschieben, sein Gehirn waschen und es benutzen. Um Milliardengewinne mit irgendwelchen Sachen zu machen, die nicht mal was mit Auspuffen zu tun haben und irgendwo im Ausland erzielt werden.

Vielleicht liegt es ja an uns, also an den ganz Normalen und Halbfemininen, die dank Greta allmählich aus ihren Klimaverdrängerträumen erwachen, die ganze Sache verständlich zu machen. Denn wir müssen zugeben, dass sich Greta sicher nicht eigenhändig Zutritt zu den Rednerpulten von Katowice, Brüssel, Davos, Straßburg, Rom und London verschafft hat. Allenfalls glauben wir gerne, dass sie ihre Reden tatsächlich selber schreibt. Und die Faszination, die von ihr ausgeht, erleben wir als durch und durch echt.

Meine Erklärung geht so: Greta hat keine Hintermänner, oder genauer, die Hintermänner stehen nicht hinter ihr, sondern vor ihr. Die Hintermänner gehören zu denen, die Greta in ihren Reden angreift. Halbmaskuline Menschen an wichtigen Schalthebeln der industriellen und politischen Mächte, die im Halbschlaf oder Wachtraum eine Perle erblicken und das Mädchen an die Rednerpulte lassen. Stumme Verräter in hohen Positionen von Industrie und Politik, die verstanden haben, dass ihr Spiel gelaufen ist. Für die der Verrat das letzte ist, was sie noch für eine bessere Welt tun können, in der sie irgendwann aufzuwachen und Gnade zu erhalten hoffen. Müde Gestalten aus dem Gruselkabinett, von denen irgendwann jemand so was Legendäres sagen wird wie „Das tritt nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich“.

Die Welt muss und wird femininer werden. Wir werden es wohl nicht alle schaffen, Perlen wie Greta zu werden. Aber wahrscheinlich reicht es schon, wenn wir künftig wach bleiben, solange wir am Steuer der Welt sitzen, und Wände nicht für Nebel halten.

So weit meine "Szene 93". Sie ist mein Dank für die Lektüre der 92 Szenen aus dem Herzen. Weitergabe und Verwendung unter CC-BY-SA.
Gesellschaft Klima Politik

Ich lebe ja hier in RWE-Land und sehe die Plakate der AFD "Diesel retten", das ist der Gegenpol, sozusagen. Wir werden sehen wie sehr das verfängt....

Große Umwerfungen werden nicht von einzelnen Personen getan. Steve Jobs hat nicht das Smartphone erfunden. Und wenn Carl Benz das Auto nicht und Albert Einstein nicht die Relativitätstheorie erfunden hätte, so hätte es jemand anderes getan. Die Zeit war damals einfach reif und sie ist es heute auch. Es ist irgendwie schön, dass Greta jetzt die Speerspitze dieser Bewegung geworden ist. Das zeigt, wie dämlich wir Erwachsenen gewesen sind. Wir alle hätten die Perle sein können, aber wir haben es nicht gemacht. Wir haben einfach nicht so klar gesehen und nicht 100% gegeben.

Stimme größtenteils zu. Aber ob wir tatsächlich alle das Zeug zur Speerspitze gehabt hätten, wage ich doch zu bezweifeln. Denn es geht bei dem ganzen Hype um Greta (und auch übrigens in dem Buch) noch um eine zweite Sache, die ich in meiner "Szene 93" ebenfalls versucht habe, mit reinzuweben: ökologisch nachhaltig zu denken, also "Mutter Erde" nicht stärker zu belasten als nötig, erfordert "weibliches" Denken. Umwelt nicht mehr als Eroberungs- und Verfügungsbereich zu betrachten, sondern als erhaltenes Geschenk, das es sinnvoll zu nutzen gilt. Es ist kein Zufall, dass bei #FridaysForFuture viel mehr Mädchen als Jungs mitmachen. Der Umstieg kann nur wirklich gelingen, wenn die Gesellschaft sich geistig vom Patriarchat löst. Das fällt Männern und Jungs natürlich besonders schwer. Von Greta fasziniert zu sein hilft vielen von ihnen, sich in ersten Schritten in die richtige Richtung zu üben. Für viele ist es eine geradezu neuartige Erfahrung, ein junges weibliches Wesen nicht zu begehren, sondern zu bewundern für ihre überlegene Klugheit und Feinsinnigkeit. Es ist eine Art notwendiger Demut - schwer zu beschreiben.



 

Zeit für den Umbruch


Was derzeit passiert, ist mehr als erstaunlich. Das als jahrelang schier unverrückbar erlebte Erdreich der politischen GroKo-Landschaft mit schwarzer Null und schwarzer Geschäftigkeit gerät ins Rutschen. Fast schon so, wie im Herbst 1989 die DDR. Der ganze neoliberale Anspruch auf Deutungshoheit wankt. Noch ein paar Freitagsdemonstrationen, flankiert von frechen Enteignungsideen à la Kühnert und dem Monalisa-Lächeln von Greta, und der ganze Gasluftballon einer Elite mit gekauften Doktorarbeiten, Karrieregeilheit, unreflektiertem Jetset-Verhalten und dumpfbackigem intellektuellem Background wird hoffentlich platzen. Weil das alles so morsch ist, durch und durch. Völlig ausgehöhlt. Die Leute kapieren endlich, dass die Mächtigen nurmehr aufgebauschte Schatten lächerlicher, menschlich und moralisch peinlicher Zwerge sind. Rückwärts gewandte Gespenster, mit denen kein moderner Mensch mehr was zu tun haben möchte. Deshalb ist es so wichtig, jetzt mitzumachen bei den Demos, Protesten und Aktionen. Die Medien greifen es dankbar auf und verstärken es. Denn die große Mehrheit der Medienschaffenden ist auf der gleichen Seite. Das ist im übrigen auch der Sieg über die rechten Dumpfbacken: die haben sich die Medien zum Feind gemacht, weil sie sie als Lügenpresse bezeichneten. Das wird jetzt ihr Grab. Also: viele freundliche Bilder von einem friedlichen Protest. So gelingt der Change.
Gesellschaft Politik

Hoffentlich trügt Dich Dein Gefühl auch diesmal nicht.
Empören wir uns!

Tolle Rede! Ich kopier' das mal weiter. Link dann hierher?



 

Klima-Notstand


Klima Politik

@Stefan Münz Der Inkognito-Modus ist doch nur für lokale Spurenverwischung in deinem Browser. Serverseitig ändert sich da nix. Ich kann den Artikel ganz normal lesen. Aber sie fummeln da ordentlich rum, schalten Kontextmenu und diverse Maus-Events ab.

Ja, aber der Incognito-Modus eröffnet am Server eine neue Session. Und darauf kommts in dem Fall an.