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Das große Klimakrisen-Panel von Davos


Heute fand die wohl wichtigste Einzelveranstaltung innerhalb des Treffens von Davos zum Thema Klimakrise statt. Das Video unten ist die Wiedergabe der Live-Aufzeichnung. Die eigentliche Session beginnt etwa bei Minute 4:00. Nach der Eröffnung kommt gleich die Rede von Greta Thunberg. Sie hat sich diesmal für leisere Töne entschieden, auch, weil sie gesundheitlich angeschlagen war und es gar nicht sicher war, ob sie würde teilnehmen können. Nichtsdestotrotz die bekannten klaren Ansagen, und die bekannten Zahlen. Wait? Die bekannten Zahlen? Der Volksverpetzer veröffentlichte heute einen Artikel, in dem mal nachgerechnet wurde, wie viele heute zu Gretas Auftritt erschienene Presseartikel tatsächlich die von Greta immer wieder genannten Zahlen aufgreifen. Ergebnis: kein einziger. (Link zum Artikel: Davos: Die Botschaft von Greta Thunberg, die dir alle Medien verschweigen). Aus diesem Grund kennen auch weiterhin die meisten Leute diese Zahlen nicht und sollen sie offenbar nicht kennen.

Im Anschluss an Gretas Rede gab es einen argumentativen Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft und anderen Organisationen. Auch das ist in dem Video noch enthalten.

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Auch du hast in deinem Post die 340 Gigatonnen CO2, die uns für die nächsten 8 Jahre bleiben, nicht erwähnt...



 

Warum sind eigentlich Kohlearbeitsplätze so viel mehr wert als andere?


Ich denke, alle, die sich mit dem Thema Klimaschutz befassen, kennen das ewige Lamento der Braunkohlelobby. Die armen Kumpel, ihre Familien und die ganze Gegend, wo es doch sonst nichts gibt! Ja genau, natürlich gibts da sonst nichts. Was sollte es in so einem verseuchten Gebiet auch anderes geben? Keine Landwirtschaft ist da möglich, und selbst die ärmste räumlich unabhängige IT-Startup-Klitsche kann sich nicht für den preiswerten Wohn- und Arbeitsraum in solchen Gegenden begeistern. Und im TV werden dann Kerle mit rußverschmierten Gesichtern gezeigt, die vielleicht 35 sind, und doch noch ihr ganzes Leben vor sich haben, und das Haus, und der Kredit und das alles. Wahnsinn, und das alles wollen diese bösen Klimahysteriker zerstören.

Es macht mich wütend. Diese 35jährigen wussten bei ihrer Berufswahl längst, dass sie damit auf eine Karte setzen, die wahrscheinlich nicht mehr lebenslang tragen wird. Dass es jetzt oder demnächst schon passiert und nicht erst rechtzeitig zur Rente - nun ja. Es war gewarnt worden. Außerdem wird immer so getan, als ob ein in die Arbeitslosigkeit gefallener Kohlekumpel so ziemlich die bemitleidenswerteste Kreatur auf Erden ist, viel bemitleidenswerter als die fünf mal so hohe Anzahl dürrer, blasser Hipsterbärte, die nie am geheimen Lagerfeuer auf das Hakenkreuz geschworen haben, und die mit ihren Solar- und Windenergie-Startups baden gingen und ebenfalls ihre Hauskredite nicht mehr zahlen können.

Ja, OK, der Mythos Kohle. Es war schon toll, als es Anfang des 20. Jahrhunderts gelang, in den Etagenwohnungen der Städte die Winterkälte durch Öfen mit Kohlebriketts zu vertreiben. Das muss unbeschreiblich gewesen sein - für uns Heutige. Mutter, der Mann mit dem Koks ist da!

Aber die Zeiten, sie ändern sich. Das war vor hundert Jahren. Auch rückwärts gewandte Geister sollten akzeptieren, dass die Zeit nicht stehen bleibt, die Probleme der Welt sich ändern und Dinge, die irgendwann mal vergöttert wurden, irgendwann auch mal verteufelt werden. So viele Kohlekumpel gibt es gar nicht, als dass die Finanzierung von deren Umschulung oder Frührente nicht bezahlbar wäre. Es wäre aber auch schön, wenn, nachdem die Wende im Regierungskopf erst mal vollzogen ist, auch die bisherigen Opfer der Solar- und Windenergie-Branche genauso entschädigt würden. Auch dafür sollte das Geld reichen.

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Du, @Stefan Münz wenn du jetzt die von den Politikern getroffene Entscheidung und den "Kult um Kohle, Kumpel und Revier" kritisierst, was haben die "Menschen in anderen Berufssparten" davon?

Du hast bestimmt auch konkrete Vorstellungen, wie dieses Programm
Vielmehr sollte sich umgekehrt der Rest der Wirtschaft die "Tugenden" der Kumpel zueigen machen: Füreinander statt Gegeneinander, Kooperation statt Konkurrenz, Einsatzbereitschaft statt betriebsamer Irrlichterei.
im konkreten politischen Handeln, in der Gestzgebung abzubilden ist, damit dies keine Pflichtübungen, keine Sonntagsreden und keine betriebsamer Irrlichterei bleiben.

Wann dem so ist, dann können du und die Gemeinschaft davon nur profitierten, wenn du bei der nächsten Bundestagswahl dies in dein eigenes Wahlprogramm schreibst und kandiderst oder sorgst dafür, dass der/ die Kandidat*in deines Vertrauens zur Kenntnis nimmt, dass der Wähler Stefan Münz diese bestimmte Erwartungen, konkrete Vorstellungen hat, was die Bundespolitik in der nächsten Legislaturperiode zu tun hat. Vlt. triffst du auf ein offenes Ohr und der/die Favoritin übernimmt deine Vorschläge in das Wahlprogramm. Mit ein wenig Glück sitzt die/der Favorit dann im Bundestag und arbeitet daran das Wahlprogramm zu realisieren :-).

Leider glaube ich das Märchen vom Bundestag nicht mehr. Das ist 20th Century. Wir brauchen neuere Formen von Bürgerbeteiligung, die 1. Lobbyisten-Einfluss verhindern und 2. als notwendig erkannte Reformen schneller realisierbar machen. So was wie Bürgerbüros, wo man jederzeit hingehen kann, um zu Themen zu votieren, die einen interessieren und wo man sich kompetent fühlt, und wo man auch Vorschläge zu votierbaren Optionen einreichen kann - wahlweise zu Themen auf kommunaler, föderaler, nationaler oder Staatenverbunds-Ebene. Wobei man eigene Votierungen auch ändern oder zurückziehen kann. Ich sage bewusst Bürgerbüros und nicht internet-basiertes Wählen. Alles so, dass nur Wahlberechtigte laut Wahlregister persönlich und geheim votieren können. Jedenfalls eine Lösung, die dem 21.Jh. und seinen Anforderungen an politisches Handeln gerechter werden als dieser Karrieristen- und Hinterzimmernasenverein.

@Stefan Münz also wie wissen beide, dass dies alles keinesfalls auf Mausklick passieren kann und eine langwierige langweilige Basisarbeit erfordert. Politik halt, wo gefühlt 80% Aufwand für Formalitäten betrieben wird. Aber wir haben halt nur dieses System. Und man kann auch versuchen politisch anstreben, dass bspw. das schweizerische Modell eingeführt wird. Nur - wenn keine*r sich findet, der/die versucht die Visionen zu verwirklichen, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch gering dass die Veränderungen kommen - meine Meinung.

Ja, stimmt, die Visionen fehlen. Vielleicht schreibe ich mal irgendwann noch grob zusammen, was ich mir in etwa vorstelle. Ein System, das Entscheidungsfindung für Regelungen oder Gesetzesvorhaben über ein flexibles Delegiertensystem in Verbindung mit Wahlzeiträumen und sichtbaren Zwischenergebnissen ermöglicht (direkte Demokratie, aber was völlig anderes als diese Volksabstimmungen, die auch ins letzte Jh. gehören). Und ein System, das auch Initiativen, sei es für oder gegen irgendetwas, direkt aus der Bürgerschaft heraus ermöglicht (komplexer, aber auch politisch wirksamer als das aktuelle Petitionsrecht).



 

Die Maeva-Trilogie


Derzeit stecke ich mitten in der Lektüre einer Roman-Trilogie, genauer gesagt, etwa knapp vor der Hälfte des zweiten der drei Bände. Der Autor, Dirk C. Fleck, ist kein typischer Belletrist, sondern eigentlich ein Journalist, der sich jedoch irgendwann immer intensiver mit Umwelt-Themen befasste, woraus schließlich diese Erzähl-Trilogie hervorging.

Der erste Band, Das Tahiti-Projekt, spielt im Jahr 2022. Der Text selber wurde 2008 veröffentlicht. Er handelt davon, dass die Südsee-Inselgruppe Tahiti sich aus der internationalen Staaten- und Wirtschaftsgemeinschaft zurückzieht und sich weitgehend unbemerkt eine neue, ökosoziale Verfassung gibt. Ein weiser junger Mann, der den Umdenkprozess wesentlich befeuert hat, wird für die ersten zehn Jahre zum Präsidenten gewählt. Unter seiner Herrschaft wird Tahiti komplett umstrukturiert. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu erneuerbaren Energien und natürlichen Bau- und Produktionsstoffen werden umgesetzt. Dazu kommt ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine Geldwirtschaft mit "rostendem Geld" nach dem Vorbild des "Wunders von Wörgl", sowie eine Rückbesinnung auf erfolgreiche Praktiken und Erkenntnisse aus der indigenen Tradition des Landes.

Kurz bevor die zehnjährige Herrschaft des Präsidenten zuende geht, lädt dieser etwa 50 renommierte Journalisten aus aller Welt für mehrere Wochen ein, damit diese sich ein Bild von den Veränderungen machen und darüber berichten können. Unter ihnen ist auch ein für ein englisches Skandalblatt schreibender Journalist namens Cording, aus dessen Perspektive der ganze Roman schließlich auch geschrieben ist. Zwar nicht in Ich-Perspektive, aber dennoch wird letztlich das erzählt, was er erlebt. Cording ist ein Zynist des Typs "eigentlich Weltverbesserer, aber es geht halt alles in die falsche Richtung", der sich in die Brandherde der zunehmend kriselnden Welt begibt, um dort investigativ zu berichten. Als er einen Burnout zu bekommen droht, schickt ihn sein Chef als Vertreter seines Blattes nach Tahiti.

Bei der Einführungsveranstaltung bekommen allen eingeladenen Journalisten einheimische Begleiter(innen) zugewiesen, die den Journalisten das Land, die Technologien und alles erklären und ihnen bei Fragen mit Rat zur Seite stehen sollen. Cording bekommt eine auffällig hübsche junge Frau zugewiesen - wie sich herausstellt, ist es die Schwester des Präsidenten, der er zunächst eher aus dem Weg geht, aber so ähnlich beginnen ja Liebesgeschichten oft. Während sich die beiden also allmählich näher kommen, erfährt man viele, viele Details aus dem neuen, ökosozialen Alltagsleben der Tahitianer. Maeva, so der Name der jungen Frau, zeigt Cording Dinge wie z.B. eine on-demand-Magnet-Schwebebahn, Straßenbelag auf Pflanzenbasis und fahrende Geschäfte, die durch die Dörfer tingeln. Nach der gemeinsam organisierten, spektakulären Vertreibung einer amerikanisch-chinesisches Bohrplattform, die illegal in tahitianischen Gewässern errichtet wurde, folgt am Ende Maeva als neue Präsidentin des Landes ihrem Bruder nach, und Cording, der zwanzig Jahre ältere Haudegen an ihrer Seite, erhält die tahitianische Staatsbürgerschaft, eine Ehre, die so gut wie keinem Fremden sonst zuteil wird.

Im zweiten Band, Das Südsee-Virus, ist Maeva längst zur Ikone geworden. Dieser Band spielt im Jahr 2028. Nachdem die Journalisten alle über das Wunder von Tahiti berichtet hatten, befeuerte das weltweit den Widerstand gegen die Auswüchse des Kapitalismus. Dieser war angesichts zunehmender Folgen des Klimawandels längst kein unterdrückbares Randphänomen mehr. Besonders kleinere Entwicklungsstaaten mit einer ähnlichen kolonialen Historie wie Tahiti bildeten eine neue Staatengemeinschaft namens URP als bessere Konkurrenz zur müden und den alten Ausbeuterstaaten zu sehr verpflichteten UN. Maeva wird zur Präsidentin der URP gewählt und begibt sich auf eine Weltreise, um weiter für die Tahiti-Lösung zu werben.

Da bin ich jetzt gerade am Lesen. Lasse mich überraschen, wie es weitergeht. Ich freue mich auch schon auf den dritten Band, Feuer am Fluss, der 2035 spielt. Die alten kapitalistischen Pseudo-Demokratien kollabieren endgültig. Helfer aus den mittlerweile nach dem Vorbild von Tahiti neu entstandenen ökosozialen Staaten versuchen, im Chaos des Zusammenbruchs der alten Industrien und Konsumgesellschaften für neue Hoffnung zu sorgen.

Die Bücher gibts als Print im Buchhandel, als Hörbuch und als EBooks (z.B. Kindle). Weitere Infos auf der nachfolgend verlinkten Website.
Die Maeva-Trilogie
#Lesetipp Gesellschaft Klima Medien Politik Technik

klingt interessant, das kommt auf meine liste .. danke für den tipp..



 

Die Sardinen - neue politische Kuschelbewegung aus Italien


Neue politische Bewegungen hat es in Deutschland in den vergangenen Jahren wahrlich genügend gegeben - von unerträglich rechts (#Pegida) bis zum Scheitern verdammt links (#Aufstehen). Es hat jedoch auch Bewegungen wie #PulseOfEurope oder #FridaysForFuture gegeben, die bewusst versucht haben, sich ideologisch nicht so genau zu verorten. Und von derartigen Bewegungen entstehen neuerdings immer mehr. Nicht nur in Deutschland. Es ist mindestens ein europäischer Trend. Protest, der aus einer eigentlich weitgehend unideologischen Mitte heraus kommt. Protest gegen die Freiheiten, die dem fortschreitenden Extremismus gelassen werden, Protest gegen (ideologisch bedingte) Reformstaus, und Protest gegen eine politische Elite, die den Bezug zum demokratischen Souverän verloren hat.

In #Italien ist gerade wieder so eine Bewegung entstanden. Noch ist unklar, wie weit sie es bringen wird, und welches Profil sie letztendlich hat. Sie nennen sich "die Sardinen" ("las sardinas"). Markenzeichen: so eng geballt zusammenhaltend auftretend, dass kein Durchkommen ist von außen. Aber auch mit der Nebenbedeutung: "die Masse machts". Die Forderungen sind moderat, aber aus heutiger Sicht leider umstürzlerisch: die Politik soll wieder ganz normal mit den Bürgern reden und Politik für sie machen, und der ganze Populismus mit seinen Kampagnen und seinen Fake-News soll sich zum Teufel scheren.
https://youtu.be/CxC9MueSFNQ
https://twitter.com/DeputadoFederal/status/1196618076063748097

in italien ist alles etwas anders. da gibt es regionen die sind tief rot oder richtig anarchistisch geprägt. und nicht nur in den größeren städten wie teileweise in deutschland sondern auch dort in den ländlichen gegenden. das kann sogar von dorf zu dorf anders sein.
wo in deutschland fast jedes dorf zumindest nationalkonservativ ist.

je dezentraler eine orga ist desto stabiler.

Das stimmt - ich erinnere mich, als ich mal vor vielen Jahren auf dem Gargano als Tourist in ein kommunistisches Dorf geriet. Da kam ich mir vor wie ein Dollarsäckchen, das aus der Hosentasche eines Großkapitalisten gefallen ist.



 

Berlin - 12. Juni 2020


So viel die #FridaysForFuture-Bewegung auch erreicht hat in den Köpfen: die Politik hat bislang nur den Schuss gehört, aber ist noch nicht wirklich wach. Winzige Klimaschutzpäckchen und die Zukunftslust einer Correga Tabs auf dem Nachttisch. Immer größere Teile der Bevölkerung fühlen sich nur noch verarscht und offenbar gewollt unverstanden. Und das sind keine Radikalen, weder links noch rechts. Es sind einfach nur Millionen Menschen, die kein Verständnis mehr haben für Reformstaus, geschuldet allein dem Interesse von Konzernen und Thinktanks, die keinerlei wirkliches Interesse an einer lebenswerten Zukunft haben, weil das ihrer Eternal-Growth-Philosophie widerspricht.

Zeit, dass wir uns darauf besinnen, dass wir der Souverän sind als #Demokratie. Unsere Institutionen waren von uns so gewollt. Aber wenn sie nicht mehr richtig funktionieren, müssen wir über neue Strukturen nachdenken und über neue Wege demokratischer Handlungsfähigkeit. Natürlich gemeinsam.

Digitale Wege bieten sich an. Aber es braucht auch analoge, physische Events, die aus einem Willen mehr machen als nur ein digitales "Like it". Man unterschätze nicht die Wirkkraft und Leitungsfähigkeit "mythischer Events" wie etwa Woodstock. Genau so was ist für 2020 in Planung. Für den 12. Juni 2020. In #Berlin. Das gesamte Berliner Olympia-Stadion, das bei Nutzung der Sportflächen bis zu 90.000 Besucher fassen kann, soll an diesem Tag zu einem klassischen griechischen Demokratie-Forum werden. Voll mit Leuten, die sich gegenseitig inspirieren und organisieren sollen. Eine in dieser Form bislang noch nicht dagewesene politische Großveranstaltung in der Neuzeit. Natürlich entsprechend medial beachtet und mit möglichen Folgewirkungen. Für ca. 30 Euro könnt ihr dabei sein. Aktuell sind die ersten 2.000 Tickets verkauft. Das Geld dient übrigens nur der Kostendeckung der Veranstaltung. Falls Gewinn anfällt, wird der für anerkannte Klimaschutz- oder Sozialprojekte verwendet. Es gibt für diese Großveranstaltung keine Sponsoren. Sie soll maximal ideologiefrei und unabhängig sein. Alles weitere auf der Website.
#FridaysForFuture-Bewegung #Demokratie #Berlin Gesellschaft Politik

Gibt es denn auch positive Kommentare? Vlt. kommt ja in der taz noch was - jedenfalls werden mitunter Dinge in der taz von unterschiedlichen Autoren unterschiedlich kommentiert.

Doch - es gibt durchaus Presseartikel, die den Event positiv behandeln, etwa dieser:

"Olympia" in Berlin? "Fridays for Future"-Aktivisten sorgen mit Idee für Euphorie

Und bei Bento ist ein recht ausführlicher und differenzierender Artikel erschienen:

29,95 Euro für einen Tag Demokratie: Was soll der "Petitionstag" im Olympiastadion?

Persönlich hätte ich es - zumindest was die Örtlichkeit betrifft - auch besser gefunden, wenn man mal was anderes als Berlin gewählt hätte. Dabei geht es mir nicht mal so sehr um den historisch politischen Beigeschmack des Berliner Olympiastadions, sondern einfach um Geographie. Würde man so was mal in Frankfurt oder Kassel machen, wäre das einfach "mehr Mitte".



 

Die Feinde der Greta Thunberg


Eine Doku aus Österreich, die versucht, den Konflikt etwas ins Liebenswerte zu ziehen. Eine Reporterin wandert mit einer Greta-Ikone aus Pappe in Originalgröße herum, stellt sie vor allen möglichen Leuten auf und lässt denen dann freien Lauf, etwas zu Greta, FridaysForFuture und ihrer Ansicht zum Klimawandel zu sagen. Keine Sorge, es ist nichts Anstößiges dabei - dieses Video wurde gestern abend in Österreich im ORF1 um 20.15 als Primetime-Highlight gesendet. Der gesellschaftliche Konflikt dahinter wird bemüht entschärft, aber bleibt erkennbar. Der erste Versuch von seiten einer öffentlichen Rundfunkanstalt, den Konflikt massentauglich außerhalb von Talkshows zu dokumentieren - und das aber vor großem Publikum?

Gesellschaft Klima Medien Politik Video
Ich denke, dass eine differenziertere Sicht diesbezüglich nötig ist. Es ist schlichtweg infantil, wenn man in jedem Kritiker gleich einen Feind ausmacht. Probleme sind in aller Regel komplex … und unsere Klima-/Umwelt-/System-Probleme erst recht. So komplex, dass ein jeder damit im Prinzip auch reichlich überfordert ist. Und das ist dann der große Moment für jene, die vermeintlich einfache Lösungen anbieten, Probleme dramatisieren … oder auch ganz wegreden. Dass dumme daran: all jene werden diese Probleme kein Stückchen lösen (sondern eher eskalieren).

Dissens ist wichtig! Und Dissens ist in einer Demokratie etwas, was JEDER aushalten muss. Wer mit seiner Meinung in die Öffentlichkeit geht, muss auch bereit sein, andere Ansichten zu respektieren. Und das ist aktuell ein echtes Problem in unserer Gesellschaft. Es ist erschreckend schnell en vogue geworden, andere Meinungen sofort zu diskreditieren und zu vernichten. Was die meisten (noch) nicht bemerken: dieses Problem könnte das Klimaproblem leise und schnell überholen und die Menschheit vielleicht noch schneller an den Abgrund bringen.

Ganz deiner Meinung. Bin ebenfalls Demokrat und verwehre mich gegen autoritäre Umsturzversuche, von denen es aktuell wahrlich genügend gibt. Es bleibt nur das unangenehme von FridaysForFuture klar definierte Problem: Wenn die gegenwärtigen politischen Systeme es nicht schaffen, erforderliche Maßnahmen zu ergreifen, dann sind wir halt am Arsch. Und spätere Generationen werden dann die Schuld denjenigen politischen Systeme geben, die sich als ungeeignet erwiesen haben.



 

Nothing sweet about her


Ich hatte mich ja gewundert, wie sie die Rede, die sie letzte Woche vor dem UN-Senat abgeliefert hat, und die ich hier auch ins Deutsche übersetzt habe, um mal "leichter erfahrbar" zu machen, wie sie tickt und wie weit außerhalb sie aller politischen Ideologien steht, noch toppen will. Für sie ist das tatsächlich nur ein abstruses Märchenonkel- und -tanten-Theater, wenn sie die internationalen politischen Parketts betritt. Sie kann es zu keinem Zeitpunkt anders empfinden. Allenfalls höflich darauf reagieren. Aber nicht immer. Heute jedenfalls nicht. Fünf Minuten Redezeit, für die sie vor über einem Monat von zuhause aufgebrochen ist. Da ist so viel zusammen gekommen, so viel Hass gegen sie, so viel Unterstützung für sie - und dann ihre Passion, die Zahlen in ihrem Kopf, die ihr keine Ruhe lassen, das mit den verbleibenden Gigatonnen und der Prozentwahrscheinlichkeit, dass keine nicht mehr kontrollierbare Kettenreaktion in Gang kommt. Es hat sich alles hochgeschaukelt, und sie sich selber erst recht. Und all das ist dann heute aus ihr herausgebrochen. Fünf Minuten, die viele Folgen haben werden, und viele Fußnoten.

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die wwahnsinnige ÖKOFASCHA & spirtisten-- & Killer-ganG gründerin , D I E S E HEXE muss brennen 1111

§§§: The sooner, the better, sie verführt milliarden jugendliche 6 drillt sie zu killern & völkermöRdern!11 ihR hass & ihr FRUST & ihre demüTIGUNg 8ihres groessenwahns durch ihre normale, vernünftige, humane umgebUNG!!) sind unendlich

IHR blUTRAUSCH wird fürchterlich sein, mao tse tung mit der ersten 2222kultUr""2Revolution 6 seinen 57 mIO totEn wird n i c h t s dagegen sein, den diesmak kommt den satanos die GLOBALISIERUNg zu HILFE!!!!




 

Ich habe auch einen Traum


Mein Name ist Greta Thunberg, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Schweden. Ich bin dankbar, hier bei Ihnen in den USA zu sein. In einer Nation, die für viele Menschen das Land der Träume ist.

Ich habe auch einen Traum: dass Regierungen, politische Parteien und Unternehmen die Dringlichkeit der klimatischen und ökologischen Katastrophe begreifen und sich zusammen tun trotz all ihrer Differenzen, so, wie man es in einer Notsituation tun würde, und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Grundlagen eines würdevollen Lebens für jeden Menschen auf der Erde zu sichern.

Denn dann könnten wir Millionen streikende Jugendliche wieder zur Schule gehen.

Ich habe einen Traum, dass Verantwortung tragende Menschen und Medien damit beginnen diese Krise als den existenziellen Notfall zu behandeln, der sie ist. So dass ich nach hause fahren könnte zu meiner Schwester und meinen Hunden. Weil ich sie vermisse.

Eigentlich habe ich viele Träume. Aber wir schreiben das Jahr 2019. Es ist nicht die Zeit für Träume. Es ist die Zeit, um aufzuwachen. Es ist der historische Zeitpunkt, an dem wir auf breiter Front aufwachen müssen.

Und ja. wir brauchen Träume, wir können nicht ohne Träume leben. Aber für alles gibt es eine Zeit und einen Ort. Und Träume düfen nicht im Weg stehen, wenn es darum geht zu sagen was los ist.

Doch wo immer ich hinkomme, kommt es mir vor als wäre ich von Märchen umgeben. Unternehmer, gewählte Volksvertreter quer über das gesamte politische Spektrum verbringen ihre Zeit damit, Gutenachtgeschichten zu erzählen, die uns beruhigen und uns wieder einschlafen lassen sollen.

Wohlfühlgeschichten darüber, wie wir alles lösen werden. Wie wundervoll alles sein wird wenn wir erst mal alles "gelöst" haben. Doch das Problem, mit dem wir es zu tun haben, hat nichts mit der Fähigkeit zu träumen zu tun, oder sich eine bessere Welt vorzustellen. Das aktuelle Problem besteht einfach nur darin, dass wir aufwachen müssen. Es ist Zeit, der Realität ins Auge zu sehen, den Fakten, der Wissenschaft.

Und die Wissenschaft spricht nicht von "tollen Gelegenheiten, eine Gesellschaft zu erschaffen, die wir eh immer schon wollten". Sie spricht von unaussprechlichem menschlichen Leid, das immer schlimmer wird, je länger wir es hinauszögern zu handeln - wenn wir jetzt nicht anfangen zu handeln. Und ja, natürlich wird eine nachhaltig veränderte Welt auch viele neue Vorteile beinhalten. Aber eins muss klar sein. Es geht nicht vordringlich darum, neue "Green Jobs" zu erschaffen, neue Geschäftsfelder oder irgendwelches grünes Wirtschaftswachstum. Es handelt sich vor allem un einen Notfall, und zwar nicht um irgendeinen Notfall. Es handelt sich um die größte Krise, mit der es die Menschheit jemals zu tun hatte.

Und wir müssen sie entsprechend behandeln, damit die Menschen sie verstehen und als Notfall behandeln. Denn man kann keine Krise lösen, ohne sie als solche zu behandeln. Hören Sie auf den Leuten zu erzählen, dass alles gut werden wird, wenn es, nach momentanem Stand, alles andere als gut ausgehen wird. Da ist einfach nichts, was man verpacken und verkaufen kann oder in sozialen Netzwerken "mögen" kann.

Hören Sie auf zu versprechen, dass Sie, Ihre Geschäftsidee, Ihre politische Partei oder Ihr Plan irgendwas lösen werden. Wir müssen realisieren, dass wir noch nicht alle Lösungen haben. Wir sind sogar weit davon entfernt. Solange die Lösungen bedeuten, dass wir einfach nur auf irgendwas verzichten sollten.

Eine verhängnisvolle Energiequelle durch eine etwas weniger verhängnisvolle zu ersetzen ist noch kein Fortschritt. Dadurch, dass wir unsere Emissionen einfach nur nach Übersee exportieren, reduzieren wir unsere Emissionen nicht. Kreative Buchführung hilft uns nicht weiter. Doch genau da liegt das Problem.

Einige von Ihnen haben vielleicht schon mal davon gehört, dass wir, beginnend mit dem 1. Januar 2018, noch 12 Jahre haben, um unsere CO2-Emissionen zu halbieren. Aber ich glaube, dass kaum jemand von Ihnen weiß, dass es aktuell nur eine 50%ige Chance gibt, damit unterhalb der 1,5°C-Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zustand zu bleiben. Gerade mal 50%!

Und diese aktuellen, den heutigen Stand der Wissenschaft repräsentierenden Berechnungen, beinhalten nicht einmal nicht-lineare Kipppunkte oder unvorhergesehene Rückkopplungsschleifen wie das extrem schädliche Methan-Gas, das aus schnell auftauenden arktischen Permafrostböden entweicht. Oder schon eingeschlossene Erwärmung, die noch von giftiger Luftverschmutzung verdeckt wird. Oder der Aspekt des Ausgleichs, der Klimagerechtigkeit.

Eine 50%-Chance - also die statistische Wahrscheinlichkeit bei einem Münzwurf - wird auf keinen Fall genügen. Das wäre moralisch nicht zu verantworten. Oder würde jemand von Ihnen in ein Flugzeug steigen, wenn dieses mit 50%iger Wahrscheinlichkeit verunglücken wird? Oder um noch deutlicher zu werden: Würden Sie Ihre Kinder in ein solches Flugzeug setzen?

Und warum ist es so wichtig, unterhalb der 1,5°C-Grenze zu bleiben? Weil die vereinte Wissenschaft dies fordert, um das Klima nicht zu destabilisieren, um auf der sicheren Seite zu bleiben und keine Kettenreaktionen auszulösen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen. Sogar jetzt bei 1°C Erwärmung sehen wir schon einen inakzeptablen Verlust von Leben und Lebensgrundlagen.

Doch wo sollen wir anfangen? Nun, ich würde vorschlagen wir beginnen mal mit Kapitel 2 auf Seite 108 des letzten Jahres erschienenen IPCC-Reports. Dort steht, dass wir, wenn wir eine 67%ige Chance haben wollen, die globale Erwärmung unterhalb von 1,5°C zu halten, am 1. Januar 2018 noch ein Restbudget von 420 Gigatonnen CO2 haben, das wir ausstoßen dürfen. Und heute ist diese Zahl natürlich schon deutlich niedriger. Denn wir stoßen jedes Jahr 42 Gigatonnen CO2 aus, einschließlich Landnutzung.

Mit den heutigen Emissionsraten wird das Restbudget innerhalb der nächsten achteinhalb Jahren aufgebraucht sein. Diese Zahlen sind nicht meine Meinung. Sie sind nicht die Meinung von irgendwem oder irgendwelcher politischer Ansichten. Das ist Stand der aktuellen Wissenschaft. Obwohl viele Wissenschaftler selbst diese Zahlen noch für zu moderat halten, so sind es doch diejenigen, die von allen Nationen durch den IPCC akzeptiert wurden.

Und bitte berücksichtigen Sie, dass, wie das Pariser Abkommen klar festhält, diese Zahlen global sind und daher noch nichts aussagen über den Aspekt der gerechten Verteilung, die aber absolut notwendig ist, damit die Ziele global einhaltbar sind. Das bedeutet, dass reichere Länder ihren fairen Anteil leisten und ihre Emissionen wesentlich schneller Richtung null reduzieren, so dass die Menschen in ärmeren Ländern ihren Lebensstandard erhöhen können, durch Errichtung von Infrastrukturen, die es bei uns längst gibt. Also Straßen, Krankenhäuser, Schulen, sauberes Trinkwasser und Elektrizität.

Die USA ist der größte Kohlenstoff-Verseucher der Geschichte. Das Land ist auch weltweit Nummer eins als Ölproduzent. Und doch sind Sie die einzige Nation in der Welt, die ihre klare Absicht signalisiert hat, aus dem Pariser Abkommen auszutreten. Weil es - Zitat "ein schlechtes Geschäft für die USA ist".

Vierhundert-und-zwanzig verbleibende Gigatonnen CO2 am 1. Januar 2018, um eine 67%ige Chance zu haben, mit der globalen Erwärmung unterhalb von 1,5°C zu bleiben. Mittlerweile sind es bereits weniger als 360 Gigatonnen.

Das sind sehr unbequeme Zahlen. Aber die Menschen haben das Recht sie zu kennen. Und die ganz große Mehrheit von uns hat noch gar keine Ahnung, dass diese Zahlen überhaupt existieren. Nicht einmal Journalisten, denen ich begegne, scheinen je davon gehört zu haben. Geschweige denn Politiker. Und doch scheinen sich alle von ihnen völlig sicher zu sein, dass ihr politischer Plan die gesamte Krise lösen wird.

Doch wie will man ein Problem lösen, das man noch nicht einmal richtig erfasst hat? Wie kann man das Gesamtbild und den aktuellen Stand der Wissenschaft einfach ignorieren?

Ich glaube, dass es eine große Gefahr ist, so zu handeln. Egal wie politisch der Hintergrund dieser Krise sein mag, wir dürfen nicht zulassen, dass dies weiterhin nur eine parteipolitische Frage ist. Das Klima und die ökologische Krise interessieren sich nicht für politische Parteien. Unser Hauptfeind sind jetzt nicht unsere politischen Gegner. Unser Hauptfeind ist die Physik. Und mit der Physik können wir keine "Geschäfte" machen.

Alle sagen, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, Opfer zu bringen für das Überleben der Biosphäre - und die Lebensgrundlagen künftiger und gegenwärtiger Generationen zu sichern.

Doch gerade Amerikaner haben in der Vergangenheit bereits große Opfer erbracht, um Widrigkeiten zu überwinden.

Denken Sie an die tapferen Soldaten der ersten Welle, die am D-Day in Omaha Beach an Land ging. Denken Sie an Martin Luther King und die 600 anderen Bürgerrechtler, die alles riskierten, um von Selma nach Montgomery zu marschieren. Denken Sie an Präsident John F. Kennedy, der 1962 ankündigte, Amerika würde "es schaffen, noch in diesem Jahrzehnt auf dem Mond zu landen und andere Dinge zu tun, nicht, weil sie einfach sind, sondern weil sie schwer sind...".

Vielleicht ist es unmöglich. Aber wenn man sich diese Zahlen anschaut - und wenn man sich den aktuellen Stand der Wissenschaft anschaut, unterzeichnet von allen Nationen - dann denke ich, das ist genau das, was uns jetzt bevorsteht.

Aber Sie sollten nicht all Ihre Zeit mit Träumen verbringen, oder dies als einen politischen Kampf betrachten, den es zu gewinnen gilt.

Und Sie sollten nicht die Zukunft Ihrer Kinder dem Zufall eines Münzwurfs überlassen.

Stattdessen sollten Sie sich geschlossen hinter die Wissenschaft stellen.

Werden Sie aktiv.

Tun Sie das Unmögliche.

Denn Aufgeben kann niemals eine Option sein.
Klima Medien Politik
This entry was edited (7 months ago)


 

Amerika ist so gut wie erobert :-)


Die zweite von Europa ausgehende Eroberung Amerikas, letzten Monat stilecht mit der Überfahrt im Segelboot begonnen, um die primitiven Fossil-Wilden und "Denier" zu zivilisieren, macht Fortschritte. Zwar gibt es noch deutlichen Verbesserungsbedarf bei den Teilnehmerzahlen von #FridaysForFuture vor Ort. Und die Demos sind scheinbar auch zu etwas zu laut für die Ohren von Greta. Jedenfalls sieht sie inmitten der skandierenden Schüler dort immer ziemlich deplatziert und sich unwohl fühlend aus. Aber dafür hat sie in der vergangenen Woche gleich drei Husarenstücke abgeliefert, die ihresgleichen suchen. Die amerikanische Medienwelt ist jedenfalls aufgewacht, und die Menschen erliegen reihenweise diesem einmalig stocknüchternen Teenie-Charme mit der so authentischen und aufrüttelnden Botschaft.

Hier die drei Videos mit den Auftritten letzter Woche.

1. Interview mit Naomi Klein




Die Journalistin, Buchautorin und Aktivistin Naomi Klein hält zunächst eine kleine Einführung, um ihrem Publikum den Interview-Gast näherzubringen. Und dann folgt ein knapp einstündiges Interview mit Greta. Obiger Link zum Video springt etwa an der Stelle ein, wo Naomi Klein ihre Einführung beginnt. Da war vorher schon eine halbe Stunde noch mehr zum Thema, mit weiteren Rednern. Wer möchte, kann ja auch mal an den Anfang spulen.

2. Interview mit DemocracyNow




DemocracyNow ist ein reichweitenstarkes US-Politmagazin. Die Sendung wird laut Wikipedia international von über 700 Radio-, TV- und Internetsendern übernommen. Dort wurde Greta ebenfalls letzte Woche eine ganze Stunde lang vorgestellt und interviewt.

3. Interview bei The Daily Show




Die Daily Show hat ebenfalls sehr große Reichweite, hat aber eher unterhaltsamen Charakter. Das Format der Sendung ist "Promis aufs Tuch fühlen und beim Publikum für ein paar Schenkelkracher sorgen". Greta hat das derart souverän gemeistert, dass die Amis hinterher völlig aus dem Häuschen waren. Hier noch der Tweet dazu - man lese die Kommentare.

Tweet von DailyShow zum Interview mit Greta

Und das wars noch lange nicht. In der nächsten Woche, noch im Vorfeld des globalen Streiks, wird sie vom amerikanischen Kongress angehört auf Einladung der Demokraten. Ferner wird sie den Preis von Amnesty International, den sie im Juni schon erhalten hat, überreicht bekommen. Dann folgt am nächsten Freitag der weltweite Megastreik, und übernächsten Montag (23. September) dann ihr Auftritt bei der Klimakonferenz in New York. Falls das noch nicht reicht, wird Extinction Rebellion dann am 7. Oktober mehrere europäische Hauptstädte lahmlegen.
#FridaysForFuture Klima Medien Politik
Danke für die Übersicht und die kurzen Inhaltsangaben zu den Sendungen 😃
Sehr hilfreich, um mich zu orientieren in der amerikanischen Medienlandschft bzgl. Gretas Auftritte und Resonanz beim US-Publikum..



 

Karlsruher Eiszeit





Ist zwar noch nicht die Jahreszeit für solche Bilder, aber aus aktuellem Anlass. In den Wintern 2016/17 und 2017/18 war ich dort mehrmals, kinderbegeisterungsbedingt. Eine schöne Schlittschuh-Erlebniswelt in toller städtischer Kulisse frei nach dem Motto "jetzt ist doch Winter, da sollte man doch Schlittschuh laufen können". Wobei man ja zu der Zeit noch eher Gedanken im Kopf zu wälzen haben sollte wie "Das ist nun leider die perfekte Location für einen wirkungsvollen terroristischen Anschlag". Tatsächlich trug sich möglicherweise ein gebürtiger Freiburger mit irakischen Wurzeln mit dem Gedanken, dort auf der Karlsruher Eiszeit einen Anschlag zu verüben. Um ihm das Vorhaben nachweisen zu können, wurde ein V-Mann eingesetzt: ...

Tonaufnahme bei Karlsruher Eiszeit-Prozess sorgt für Wirbel

Foto Politik


 

Geburtstag


Der Skolstrejk för Klimatet wird heute ein Jahr alt. Das aktuell auf dem Atlantik reisende Schild ist schon die zweite Generation, nachdem das erste an den Ecken doch ziemlich ausgefranst war.

Bild/Foto

Danke an #GretaThunberg für #FridaysForFuture!
#GretaThunberg #FridaysForFuture Klima Medien Politik


 

Ausrichtung und Positionierung FridaysForFuture


Der Aufstieg der #FridaysForFuture Bewegung ist in jedem Fall ein Fall für Geschichtsbücher, Romane und Filme. Doch mit dem Erfolg kommt auch die Notwendigkeit, überhaupt mal ein klares Profil zu haben. Wofür steht die Bewegung? Was will sie? Was will sie verhindern?

Bereits im April hat der deutsche Ableger der Bewegung sich auf seine grundsätzlichen Forderungen geeignet, die sich aber vor allem an die deutsche Bundesregierung richten. Bei der aktuell in Lausanne stattfindenden Konferenz von Vertretern der Bewegung aus über 30 Ländern wird versucht, das Profil übernational zu schärfen.

Dabei hat eine Gruppe der Delegierten einen Katalog aus über 20 konkreten Einzelforderungen erarbeitet. Doch dieser Forderungskatalog findet nicht die Zustimmung aller - auch nicht die von Greta Thunberg. Es kommt zu hitzigen Debatten und "Abkühlmaßnahmen".

Wohin wird sich FridaysForFuture entwickeln? Wohin sollte sich die Bewegung entwickeln? Bislang konnte die Bewegung auch deshalb so viele Leute an sich binden, weil sie ein vergleichsweise unscharfes Profil hatte, stattdessen aber eine Ikone. Doch je mehr Vertreter der Bewegung auch mal öffentlich oder in Medien für die Bewegung sprechen sollen, desto wichtiger wird es auch, dass die Bewegung nicht zu einem Sammelbecken für alles mögliche wird - von Atomkraftlobbyisten bis zu gewaltbereiten Ökokriegern. Wie aber lässt sich das Profil schärfen, ohne dass gleich ein ganzes Parteiprogramm daraus wird?
#FridaysForFuture Klima Politik

Ich würde die Presse auch rauswerfen, wenn sie fünf Tage lang den ganzen Tag da hocken, alles mitbekommen und nur auf irgendeinen Stressmoment warten, den sie dann zu einem Alles-oder-Nichts-Entscheidungskampf aufbauschen. Das ist keine Presse, das sind Geier.

Wie überaus demokratisch.
Jost Schwider doesn't like this.



 

Die Plattform und der Plattformismus


Die Zeiten, als #Anarchokommunisten noch Che-Schablonen an Hauswände sprühten und in dunklen Szenekneipen mit Schreibmaschine geschriebene und durch die alte Genossendruckerpresse gejagte Flyer verteilten, sind irgendwie auch vorbei. Heute hat man eine ordentliche Website. Und die ist sogar eine Plattform, bzw. nennt sich selber so. Warum, das gehört zum Programm. Nennt sich Plattformismus. Den Rest erfahrt ihr daselbst:
Ich vergaß leider noch zu erwähnen, dass ich überhaupt nur durch diesen Artikel auf Neue Debatte darauf aufmerksam geworden bin:
„Wir wollen da sein, wo es brennt!“



 

Mauerreste


Kunst Politik


 

Greta Thunberg vor der französischen Nationalversammlung


Nach den ersten paar Minuten der Rede werden einige vielleicht den Wunsch verspüren, sich Seite 108 des letzten IPCC-Berichts anzuschauen. Das Dokument gibts hier: https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/sites/2/2019/05/SR15_Chapter2_High_Res.pdf

Im Vor- und Umfeld des Auftritts hatte es einigen Wirbel gegeben - der aber nur zeigt, wie lächerlich alle rechtskonservativen und rechtsradikalen Kräfte sich bei dem ganzen Thema anstellen, und das erst recht, wenn das ganze noch von einer jungen Frau vorgetragen wird. Das ist der Gipfel der Provokation für all jene, die anscheinend durch Benzin statt durch Muttermilch geprägt wurden. Hier ein paar Stimmen:

* https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Frankreich-Greta-Thunberg-mischt-Nationalversammlung-in-Paris-auf
* https://www.wz.de/panorama/thunberg-weist-kritiker-im-franzoesischen-parlament-in-die-schranken_aid-44296205
* https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/thunberg-kritik-an-macron-bei-nationalversammlung-16298967.html
* https://www.deutschlandfunk.de/paris-greta-thunberg-politik-muss-auf-wissenschaft-hoeren.1939.de.html?drn:news_id=1030832

Übrigens wird sie vom 5.-9. August bei Smile for Future in Lausanne (Schweiz) teilnehmen:
https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/greta-thunberg-kommt-nach-lausanne-278430.html
Ob sie zwischendurch noch mal heimfährt oder gleich noch weiter tourt, weiß ich auch nicht.

Klima Politik
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Was bei all den Pressestimmen auffällt: Man lässt sich dazu aus, wer wen angreift, wie Greta gekleidet war, und welche politischen Fraktionen welche ihrer üblichen Grabenkämpfe austragen. Was keiner der Artikel berichtet, sind die Fakten und Zahlen aus ihrer Rede. Man könnte fast meinen, dass die Journalisten nicht zugehört haben... Vermutlich weil sie zu beschäftigt damit waren, den Kindergarten drumherum zu beobachten... m(

Genau das!
Und so wird es immer weiter gehen. Genau das hat sie in ihrer Rede entlarvt. Der Hinweis auf "Seite 108" war sozusagen die erboste Reaktion der Lehrkraft auf die Fahrigkeit der Schüler. Bin gespannt, ob noch irgendwo ein Artikel in einer Zeitung erscheint, der aufmacht mit "wir haben uns Seite 108 mal angesehen".

Ich wäre schon zufrieden mit einem Artikel in dem die Zahlen 420 (oder 360), 42 und 8 1/2 vorkommen... Dafür müsste man noch nicht mal das PDF lesen, nur ein paar Minuten Youtube schauen.

Möglicherweise haben die Massenmedien (und die Software-Industrie) einfach noch nicht kapiert, was sich daraus machen ließe. Sie denken, es gehe nur um abstrakte Zahlen, die man den Menschen nicht zumuten kann. Aber angenommen, das ganze würde als globales Game mit "Challenge = don't get beyond 0" inszeniert, mit täglichen Einblendungen in jedem Wetterbericht, wie viele Gigatonnen noch verbleiben, und was man persönlich tun kann, um nicht zum Game-Looser zu werden ... natürlich auch als App, welche die eigenen Aktivitäten trackt und einem anzeigt, wie viel man wieder zum Game-Loosing beigetragen hat, und wie viel bescheidener man sein müsste ... keine Ahnung. Aber so was in der Art könnte die Menschen von heute vielleicht bewegen. Wenn man ihnen dann noch einblendet, welche Abgeordneten und welche Fraktionen und Parteien wie viel CO2 verbrauchen, könnte das auch die Wahlen beeinflussen.



 

Generalstreik? Wie geht denn das?


#FridaysForFuture, #ExtinctionRebellion und andere Organisationen rufen für den 20. September zum ersten globalen Streiktag auf. Das ist ein Freitag, aber es soll eben nicht nur ein "Schülerstreik-Freitag" werden, sondern einer, an dem auch Berufstätige und natürlich auch alle anderweitig Tätigen zum Streik aufgefordert sind.

Genauer gesagt, kursieren da eigentlich zwei Termine - der 20. September und der 27. September. Am 27. September sollte ursprünglich der Climate Action Summit 2019 in New York stattfinden. Der wurde aber anscheinend mittlerweile vorgezogen auf den 23. September. Wie auch immer, der 20. September soll der Start für den ersten globalen Klimastreik sein. Die Initiatoren erhoffen sich aber wohl, dass die Erwachsenen es nicht bei dem einen Streiktag belassen, sondern dass sich der Streik spontan ausdehnt. Im Grunde soll es ein Generalstreik werden.

Wie bei FridaysForFuture gibt es keine zentrale Organisation. Es geht einfach nur darum, am gleichen Tag an möglichst vielen Orten der gesamten Welt möglichst viele Streiks/Demos mit den gleichen Zielen zu beginnen.

Doch wie soll das eigentlich für Arbeitnehmer funktionieren? Welche Möglichkeiten haben sie, ohne ihren Job zu riskieren? Hier ein paar Vorschläge (auf Englisch):
#FridaysForFuture #ExtinctionRebellion Gesellschaft Klima Politik


 

Arte-Doku über Johnny Clegg


Der weiße Afrikaner, der gegen die Apartheid kämpfte. Gestern ist Johnny Clegg im Alter von 66 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Diese dreiviertelstündige Arte-Doku portraitiert den Musiker, der nah an Nelson Mandela war.

Musik Politik Video
Danke für den Link.

Ich durfte Johnny Clegg in einem Kleinkonzert mit vermutlich nur 200 Leuten erleben. Es ist mir unvergesslich geblieben. Ein Held meiner Jugend ...



 

Wieder mal auf Reise


#GretaThunberg geht - wohl zum letzten mal bevor sie in die USA und nach Südamerika geht - mal wieder auf Zugreise. Am kommenden Freitag (19. Juli) wird sie in #Berlin bei der #FridaysForFuture-Demo auftreten (die Demo beginnt um 10 Uhr im Invalidenpark). Und am 23. Juli soll sie - auf Einladung von Macron - eine Rede vor der französischen #Nationalversammlung in #Paris halten.



 

Lindner vs. Neubauer


Christian Lindner fällt ja vor allem gerne durch provokative Bemerkungen auf, mit denen er auf Schenkelklopfer bei Leuten hofft, die es lieben, mit ihrem deutschen Qualitätsverbrenner mit zweihundert Sachen immer auf der linken Spur zu rasen. Und die Plakate seiner Partei bemühen sich, die Konkurrenz mit grellen Neonfarben auszustechen.

Um so verwunderlicher ist dieses Machwerk: ein Zwiegespräch zwischen Lindner, der die streikenden Schulkinder anfangs wie kaum ein anderer verunglimpfte, und der deutschen Frontfrau von Fridays for Future, Luisa Neubauer. Keine Konfrontationen im hektischen Twitter-Format, sondern ein produktiver, auch in Details gehender Auseinandersetzungsversuch in Spielfilmlänge. Und nicht in Neonfarben, sondern in hoch-ästhetischem Schwarzweiß. Oder sollte ich sagen: in fifty shades of gray?

Wie auch immer - in der aktuellen, eher auf Konfrontation gebürsteten Atmosphäre rund um das Klima-Thema eine interessante Ausnahme, dieses Gespräch.

Klima Medien Politik Video

Ich habe nur mal, mangels Zeit, etwa 15 Minuten quergeschaut. Dass Lindner hier weniger gut rüberkommt als Neubauer, konnte ich da nicht feststellen. Mein subjektives Empfinden war da eher gegenteilig. Aber wie schon geschrieben - das beruht nur auf punktuell Gesehenem/Gehörtem.

Grundsätzlich finde ich dieses Format aber sehr gut - und vor allem: SEHR WICHTIG! Hierbei geht mir es gar nicht so ums Thema selbst, sondern um den Dialog und Gedankenaustausch auf Augenhöhe als solchen. In den letzten 5 Jahren haben sich hier regelrecht Abgründe etabliert, die wir schnellstens überwinden müssen, damit die Gesellschaft nicht völlig auseinander reißt.

Und wieder gibt es Leute, die nicht gerafft haben, dass Lindner und Neubauer in dem "Streitgespräch" exakt dieselben Positionen vertreten haben - nur Neubauer es nicht gerallt hat und auf Konfrontation gegangen ist.

Exakt die gleichen Positionen bestimmt nicht. Lindner will alles dem freien Markt überlassen und lediglich das "Restguthaben an CO2" politisch vorgeben. Neubauer will dagegen den Markt stark regulieren (genauer gesagt sogar völlig umdefinieren, was Marktziele betrifft), um die Klimavorgaben einzuhalten.



 

Mit Stromreserven zocken


Im Juni 2019 stand die Stromversorgung von Europa mehrfach vor dem Zusammenbruch. Grund dafür sind jedoch keine Engpässe durch erneuerbare Energieen, sondern finanzielles Gezocke bei der Vorsorge für Schwankungen im Netz. Stichwort #Mischpreisverfahren.
Die #Piratenpartei hat dazu gestern einen interessanten Artikel veröffentlicht:

Warum das deutsche Stromnetz wirklich instabil ist


Abgesehen von den absurden Kosten, die bei zu geringen Vorräten entstehen, und die einfach auf die Stromendkunden umgelegt werden, ist dieses Gezocke auch brandgefährlich. Denn wenn es nicht schnell genug geht und das zentrale Stromnetz tatsächlich zusammenbricht, dann ist es nicht nach ein paar Sekunden wieder da, auch nicht nach ein paar Minuten, und auch nicht nach ein paar Stunden. Wie lange es tatsächlich dauert, und was bis dahin alles passieren wird, beschreibt dieser Twitter-Thread (ich habs auf tttthreads.com in ein zusammenhängendes Dokument konvertiert):