Skip to main content


 

Das große Klimakrisen-Panel von Davos


Heute fand die wohl wichtigste Einzelveranstaltung innerhalb des Treffens von Davos zum Thema Klimakrise statt. Das Video unten ist die Wiedergabe der Live-Aufzeichnung. Die eigentliche Session beginnt etwa bei Minute 4:00. Nach der Eröffnung kommt gleich die Rede von Greta Thunberg. Sie hat sich diesmal für leisere Töne entschieden, auch, weil sie gesundheitlich angeschlagen war und es gar nicht sicher war, ob sie würde teilnehmen können. Nichtsdestotrotz die bekannten klaren Ansagen, und die bekannten Zahlen. Wait? Die bekannten Zahlen? Der Volksverpetzer veröffentlichte heute einen Artikel, in dem mal nachgerechnet wurde, wie viele heute zu Gretas Auftritt erschienene Presseartikel tatsächlich die von Greta immer wieder genannten Zahlen aufgreifen. Ergebnis: kein einziger. (Link zum Artikel: Davos: Die Botschaft von Greta Thunberg, die dir alle Medien verschweigen). Aus diesem Grund kennen auch weiterhin die meisten Leute diese Zahlen nicht und sollen sie offenbar nicht kennen.

Im Anschluss an Gretas Rede gab es einen argumentativen Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft und anderen Organisationen. Auch das ist in dem Video noch enthalten.

Gesellschaft Klima Medien Politik
Auch du hast in deinem Post die 340 Gigatonnen CO2, die uns für die nächsten 8 Jahre bleiben, nicht erwähnt...



 

Verschwörungstheorien und YouTube


Im unten verlinkten Artikel erzählt die Sozialpsychologin Pia Lamberty darüber, warum vor allem YouTube ein verstärkender Faktor für die Verbreitung von Verschwörungstheorien ist.

Nun bin ich eine Zeit lang ja auch mal in den Bann aller möglichen Verschwörungstheorien geraten, oder besser gesagt, "alternativer Theorien", und ich kann bestätigen, dass YouTube in der Tat ein ideales Medium ist, um sich damit anzufüttern. Manches davon erschien mir durchaus plausibel (z.B. Feinstofflichkeits-Theorien und 9/11 als Inside-Job). Anderes dagegen überhaupt nicht (z.B. Flat-Earth oder Amis waren nie auf dem Mond), und dann gibt es noch jene Theorie, die ich leider immer noch für verdammt überzeugend halte, auch wenn ich sie natürlich nicht beweisen kann. Es ist die Theorie der Prä-Astronautik, die ja auch Erich von Däniken seit Jahrzehnten befeuert. Jedenfalls erscheint es mir beim Blick auf den Zustand der Menschheit wesentlich plausibler, dass diese vor vielen tausend Jahren, obwohl damals selbst erst gering entwickelt, mal eine anfängliche außerirdische Bildung genoss, wobei die Lehre aber irgendwann wegen Schwerbelehrbarkeit offenbar abgebrochen wurde. Abgesehen davon, dass diese Theorie sehr plausibel die ganzen Götter-Welten der alten Kulturen erklärt, gefällt mir auch die Idee, dass sich einige der edlen Außerirdischen (geplant oder ungeplant) mit Menschenfrauen gepaart haben könnten, woraus dann besonders befähigte und intelligente Halbgötter-Menschen hervorgingen, die auf der Erde zurückblieben. Das weitere Paarungsverhalten würde auch den allmählichen Verfall echter Intelligenz bei gleichzeitiger Verbreitung minderwertiger, gieriger und ausbeuterischer Intelligenz erklären. Naja, jetzt aber genug geschwurbelt :-)
Gesellschaft Medien

Ich denke, dass Verschwörungstheorien praktisch zur Menschheit dazugehören. Religionen sind ja da im Grunde auch nix anderes. Und selbst politische Ideologien (egal, ob rechts oder links) stehen dem mitunter erschreckend nahe. Verschwörungstheorien halte ich auch nur dann für bedenklich, wenn man dabei die logische Bodenhaftung verliert. Solange man dem Ganzen nicht wahnhaft verfällt, ist das doch null Problem. Wir Deutschen sind dabei vermutlich sogar eher zurückhaltend und unerfahren. Wenn ich da beispielsweise an diverse Gespräche mit Russen denke, dann habe ich den Eindruck, dass das dort um einiges exzessiver gelebt wird.

Und da Du es angesprochen hast: 9/11 halte ich immer noch für einen Inside-Job. Nicht weil ich mich in diese Sichtweise verbissen hätte, sondern weil die Logik in meinen Augen derzeit keine andere Annahme erlaubt. Wenn morgen irgend jemand um die Ecke käme und die zahllosen erdrückenden Indizien mal mit Logik zerlegen würde, wäre ich sogar erleichtert. Aber dieser Jemand kommt nicht. Warum???

Prä-Astronautik ist sicher keine wirre Theorie. Ist ja auch nicht grundsätzlich unwahrscheinlich. Vor längerer Zeit hat mich ebenfalls mal der Sachverhalt beschäftigt, warum es bereits in frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte einen scheinbaren Wissenstransfer über Kontinente hinweg geben konnte - auch in Bezug Götterglauben. Heute vermute ich, dass uns dafür irgendwann vielleicht einmal die Quantenphysik die Erklärung liefern wird. Ich denke, unser derzeitiges "Alltagsweltbild" ist noch viel zu materie-orientiert. Weil wir schwerpunktmäßig nur das erfassen und verstehen können, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Das Dilemma dabei: die Physik ist um vieles größer - und somit für normale Menschenhirne gar nicht mehr erfassbar. Renommierte Physiker unterhalten sich heute über die 6, 7, 8 Dimension und Paralleluniversen, die eventuell nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sein könnten. Alles nicht mehr vorstellbar - und trotzdem keine Verschwörungstheorie, sondern seriöse Wissenschaft.

Ja, diese etwas lockere Umgangsweise mit gewagten Theorien finde ich sehr angenehm. Theoriebildung ist ja ein kreativer Vorgang, der erst mal nur das Denkbare auslotet. Sich bereits dabei zu verkrampfen und bestimmte Gedanken nicht zuzulassen, ist eher kleingeistig.

Problematisch wird es, wenn versucht wird, Theorien gegeneinander auszuspielen, vor allem dort, wo das mit der klassisch-positivistischen Falsifikation am Modell nicht so einfach funktioniert. Etwa bei vielen geisteswissenschaftlichen Theorien (z.B. in der Linguistik), aber auch bei komplexen naturwissenschaftlichen Theorien (bestes Beispiel ist wohl derzeit die Klimawissenschaft). Da läuft halt viel über Konsensbildung unter Experten.



 

Wenn ÖR-Sender umfallen, dann nach rechts


Der mit vielen Beispielen belegte Thread von https://twitter.com/stephanpalagan
über den Umgang der ÖR-Sender mit links und rechts zeigt doch, dass es da Tendenzen gibt. Hier als Lektüre im Threadreader:
#Buhrow #Omagate #Umweltsau #Nazisau Medien Poitik

Danke für den Lesetipp!



 

Die Maeva-Trilogie


Derzeit stecke ich mitten in der Lektüre einer Roman-Trilogie, genauer gesagt, etwa knapp vor der Hälfte des zweiten der drei Bände. Der Autor, Dirk C. Fleck, ist kein typischer Belletrist, sondern eigentlich ein Journalist, der sich jedoch irgendwann immer intensiver mit Umwelt-Themen befasste, woraus schließlich diese Erzähl-Trilogie hervorging.

Der erste Band, Das Tahiti-Projekt, spielt im Jahr 2022. Der Text selber wurde 2008 veröffentlicht. Er handelt davon, dass die Südsee-Inselgruppe Tahiti sich aus der internationalen Staaten- und Wirtschaftsgemeinschaft zurückzieht und sich weitgehend unbemerkt eine neue, ökosoziale Verfassung gibt. Ein weiser junger Mann, der den Umdenkprozess wesentlich befeuert hat, wird für die ersten zehn Jahre zum Präsidenten gewählt. Unter seiner Herrschaft wird Tahiti komplett umstrukturiert. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu erneuerbaren Energien und natürlichen Bau- und Produktionsstoffen werden umgesetzt. Dazu kommt ein bedingungsloses Grundeinkommen, eine Geldwirtschaft mit "rostendem Geld" nach dem Vorbild des "Wunders von Wörgl", sowie eine Rückbesinnung auf erfolgreiche Praktiken und Erkenntnisse aus der indigenen Tradition des Landes.

Kurz bevor die zehnjährige Herrschaft des Präsidenten zuende geht, lädt dieser etwa 50 renommierte Journalisten aus aller Welt für mehrere Wochen ein, damit diese sich ein Bild von den Veränderungen machen und darüber berichten können. Unter ihnen ist auch ein für ein englisches Skandalblatt schreibender Journalist namens Cording, aus dessen Perspektive der ganze Roman schließlich auch geschrieben ist. Zwar nicht in Ich-Perspektive, aber dennoch wird letztlich das erzählt, was er erlebt. Cording ist ein Zynist des Typs "eigentlich Weltverbesserer, aber es geht halt alles in die falsche Richtung", der sich in die Brandherde der zunehmend kriselnden Welt begibt, um dort investigativ zu berichten. Als er einen Burnout zu bekommen droht, schickt ihn sein Chef als Vertreter seines Blattes nach Tahiti.

Bei der Einführungsveranstaltung bekommen allen eingeladenen Journalisten einheimische Begleiter(innen) zugewiesen, die den Journalisten das Land, die Technologien und alles erklären und ihnen bei Fragen mit Rat zur Seite stehen sollen. Cording bekommt eine auffällig hübsche junge Frau zugewiesen - wie sich herausstellt, ist es die Schwester des Präsidenten, der er zunächst eher aus dem Weg geht, aber so ähnlich beginnen ja Liebesgeschichten oft. Während sich die beiden also allmählich näher kommen, erfährt man viele, viele Details aus dem neuen, ökosozialen Alltagsleben der Tahitianer. Maeva, so der Name der jungen Frau, zeigt Cording Dinge wie z.B. eine on-demand-Magnet-Schwebebahn, Straßenbelag auf Pflanzenbasis und fahrende Geschäfte, die durch die Dörfer tingeln. Nach der gemeinsam organisierten, spektakulären Vertreibung einer amerikanisch-chinesisches Bohrplattform, die illegal in tahitianischen Gewässern errichtet wurde, folgt am Ende Maeva als neue Präsidentin des Landes ihrem Bruder nach, und Cording, der zwanzig Jahre ältere Haudegen an ihrer Seite, erhält die tahitianische Staatsbürgerschaft, eine Ehre, die so gut wie keinem Fremden sonst zuteil wird.

Im zweiten Band, Das Südsee-Virus, ist Maeva längst zur Ikone geworden. Dieser Band spielt im Jahr 2028. Nachdem die Journalisten alle über das Wunder von Tahiti berichtet hatten, befeuerte das weltweit den Widerstand gegen die Auswüchse des Kapitalismus. Dieser war angesichts zunehmender Folgen des Klimawandels längst kein unterdrückbares Randphänomen mehr. Besonders kleinere Entwicklungsstaaten mit einer ähnlichen kolonialen Historie wie Tahiti bildeten eine neue Staatengemeinschaft namens URP als bessere Konkurrenz zur müden und den alten Ausbeuterstaaten zu sehr verpflichteten UN. Maeva wird zur Präsidentin der URP gewählt und begibt sich auf eine Weltreise, um weiter für die Tahiti-Lösung zu werben.

Da bin ich jetzt gerade am Lesen. Lasse mich überraschen, wie es weitergeht. Ich freue mich auch schon auf den dritten Band, Feuer am Fluss, der 2035 spielt. Die alten kapitalistischen Pseudo-Demokratien kollabieren endgültig. Helfer aus den mittlerweile nach dem Vorbild von Tahiti neu entstandenen ökosozialen Staaten versuchen, im Chaos des Zusammenbruchs der alten Industrien und Konsumgesellschaften für neue Hoffnung zu sorgen.

Die Bücher gibts als Print im Buchhandel, als Hörbuch und als EBooks (z.B. Kindle). Weitere Infos auf der nachfolgend verlinkten Website.
Die Maeva-Trilogie
#Lesetipp Gesellschaft Klima Medien Politik Technik

klingt interessant, das kommt auf meine liste .. danke für den tipp..



 

2019


Vor ziemlich genau einem Jahr postete ich - eigentlich fast eher nebenbei - weil ich es einfach nur interessant fand - auf Twitter ein Video, das gerade viral ging, und in dem ein mir bis dato unbekanntes junges Mädchen auf einer Klimakonferenz in Kattowice (Polen) der versammelten Politiker-Elite die Levithen las. Allerdings musste ich zugeben, dass mich die Rede dieses jungen Mädchens schon irgendwie berührte. In dem heißen Sommer 2018 hatte ich auf GooglePlus noch über Presse-Artikel gespottet, in denen von einer neuen "Heißzeit" die Rede war. Ich fand diesen Ausdruck einfach lächerliche Panikmache. Ich hatte natürlich von Klimawandel und globaler Erwärmung schon gehört, aber es war kein Thema für mich. Im Gegenteil - ich ging eher frivol damit um, unter dem Motto "dann muss ich wenigstens nicht mehr auswandern, wenn das leckere Mittelmeerklima von alleine zu mir kommt".

Nach der Rede des Mädchens, die ich mir mehrmals anhörte, wurde mir aber doch klar, dass ich das bis dahin alles viel zu naiv und egoistisch und gedankenlos gesehen hatte. In den darauffolgenden Wochen wurde ich sensibler für das Thema. Las mehrere Artikel dazu, die mich durchaus aufwühlten und nachdenklich machten. An einem dieser Tage ging dann plötzlich ein neues Video des gleichen Mädchens viral. Diesmal vom Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Was sie der dort versammelten Geldelite vor den Latz knallte, war schlichtweg atemberaubend. Das war neu, das war geil. Das Mädchen war einfach der Hammer.

Nun begann ich mich auch für sie persönlich zu interessieren. Las Artikel darüber, wie sie nach Davos mit dem Zug gefahren war, weil sie nicht fliegen wollte wegen der hohen CO2-Emissionen von Flugzeugen, und las auch erste Anfeindungen ihrer Person. Es war irgendwie ein spannendes Feld.

Von da an ging es Schlag auf Schlag. Mit jeder Woche wuchs ihr Ruhm, fast jede Woche gab es neue Ereignisse zu berichten. Plötzlich wurde klar, dass dieses Mädchen nicht nur Reden mit ungewöhnlichem Inhalt halten konnte, sondern auch eine Jugendbewegung gegründet hatte, die das Thema auf die Straßen trug. Schwedens Boulevard-Presse kürte sie zur Ikone. Als sie Ende Februar, Anfang März erstmals nach Deutschland kam, war gefühlt schon die halbe Nation infiziert und kannte sie. Jedoch stark polarisiert: die einen liebten sie, die anderen hassten sie. Dazwischen gab es nichts mehr. Höchstens fröhliche Uninformiertheit.

Da ich persönlich sprachsensibel bin, war jede Rede dieses seltsamen aber wunderbaren Mädchens eine neue Offenbarung für mich. So voll von klassisch-aphoristischen Pointierungen, mit so wenigen klaren Worten so demaskierend, und das alles vorgetragen mit so einer einmaligen Mischung aus spröder Schüchternheit und Kämpfergeist - da hab ich mehr als einmal feuchte Augen bekommen. Natürlich ging nicht nur mir das so. Aber kaum jemand spricht gerne offen darüber. Schon gar nicht als alter Knacker. Was soll man denn da sagen? Dass man irgendwie platonisch verliebt ist in dieses Mädchen, weil sie einfach so irre was drauf hat? Weil sie so viele längst vergrabene alte Hoffnungen in einem weckt, und dass dieser Treibhausgas-Scheiß vielleicht doch noch zu der gesellschaftlichen Revolution führen könnte, die man sich seit Jahrzehnten vergeblich erhofft hatte, und die man längst begraben hatte?

Dann der Amerika-Trip in der zweiten Jahreshälfte. Ein Husarenstück im Lichte des Kamera- und Öffentlichkeitsrummels. Stoff für mehrere Roadmovies. Und zwei Seamovies. Die Einfahrt in den Hafen von New York, mit Bildern so heftig wie Leonardo di Caprio und Kate Winslet am Bug der Titanic. Eine Rede vor der UN, in der die junge Berühmtheit noch eins draufsetzte und Grimassen des freundlichen Hasses schnitt, die man so noch nicht gesehen hatte. Welche Schauspielerin wird dieses legendäre "How dare you" je mimen können?

Und sie entwickelt sich weiter. Lernt aus ihren eigenen Übertreibungen. Aber sie bleibt ein Phänomen. Vielleicht verglüht ihr Stern auch irgendwann. Was sie geschaffen und erreicht hat, ist aber längst nicht mehr rückgängig zu machen. Sollte die gegenwärtige menschliche Zivilisation diese Treibhausgas-Scheiße irgendwie überstehen, dann wird es in hundert Jahren in jedem noch so kleinen Kaff auf diesem Planeten eine Greta-Thunberg-Straße geben, eine Greta-Thunberg-Schule, und ein Greta-Thunberg-Denkmal. Ich bin froh, dass ich alter Knacker das noch live miterleben durfte, ganz ehrlich.
Gesellschaft Klima Medien
Danke, Namensvetter, das geht mir ähnlich.



 

Erfahrungen mit Fediverse-App?


Hat jemand von euch schon mal die Android-App Fediverse ausprobiert und kann ein wenig darüber berichten? Ansonsten investiere ich die 3,19 € mal selber :-)
Medien Technik

Es gibt noch eine ähnliche:
https://play.google.com/store/apps/details?id=app.fedilab.android
Kostet 2,59€. Dort steht Friendica explizit dabei. Hab sie dann mal erworben und installiert. Kann mich jedoch bei meiner Instanz nicht anmelden. Die Instanz wird zwar erkannt, aber der Anmeldebutton wird trotz Eingabe der Anmeldedaten nicht freigegeben. Habs dann gleich wieder deinstalliert und den Kauf erstattet bekommen.

Wahrscheinlich funktionieren die alle letztlich nur mit Mastodon.

Danke für die Infos! Ja, DiCa nutze ich bereits. Dachte mir aber, ich schau mich mal wieder um im Store, nachdem sich DiCa anscheinend nicht groß weiterentwickelt.



 

Die Feinde der Greta Thunberg


Eine Doku aus Österreich, die versucht, den Konflikt etwas ins Liebenswerte zu ziehen. Eine Reporterin wandert mit einer Greta-Ikone aus Pappe in Originalgröße herum, stellt sie vor allen möglichen Leuten auf und lässt denen dann freien Lauf, etwas zu Greta, FridaysForFuture und ihrer Ansicht zum Klimawandel zu sagen. Keine Sorge, es ist nichts Anstößiges dabei - dieses Video wurde gestern abend in Österreich im ORF1 um 20.15 als Primetime-Highlight gesendet. Der gesellschaftliche Konflikt dahinter wird bemüht entschärft, aber bleibt erkennbar. Der erste Versuch von seiten einer öffentlichen Rundfunkanstalt, den Konflikt massentauglich außerhalb von Talkshows zu dokumentieren - und das aber vor großem Publikum?

Gesellschaft Klima Medien Politik Video
Ich denke, dass eine differenziertere Sicht diesbezüglich nötig ist. Es ist schlichtweg infantil, wenn man in jedem Kritiker gleich einen Feind ausmacht. Probleme sind in aller Regel komplex … und unsere Klima-/Umwelt-/System-Probleme erst recht. So komplex, dass ein jeder damit im Prinzip auch reichlich überfordert ist. Und das ist dann der große Moment für jene, die vermeintlich einfache Lösungen anbieten, Probleme dramatisieren … oder auch ganz wegreden. Dass dumme daran: all jene werden diese Probleme kein Stückchen lösen (sondern eher eskalieren).

Dissens ist wichtig! Und Dissens ist in einer Demokratie etwas, was JEDER aushalten muss. Wer mit seiner Meinung in die Öffentlichkeit geht, muss auch bereit sein, andere Ansichten zu respektieren. Und das ist aktuell ein echtes Problem in unserer Gesellschaft. Es ist erschreckend schnell en vogue geworden, andere Meinungen sofort zu diskreditieren und zu vernichten. Was die meisten (noch) nicht bemerken: dieses Problem könnte das Klimaproblem leise und schnell überholen und die Menschheit vielleicht noch schneller an den Abgrund bringen.

Ganz deiner Meinung. Bin ebenfalls Demokrat und verwehre mich gegen autoritäre Umsturzversuche, von denen es aktuell wahrlich genügend gibt. Es bleibt nur das unangenehme von FridaysForFuture klar definierte Problem: Wenn die gegenwärtigen politischen Systeme es nicht schaffen, erforderliche Maßnahmen zu ergreifen, dann sind wir halt am Arsch. Und spätere Generationen werden dann die Schuld denjenigen politischen Systeme geben, die sich als ungeeignet erwiesen haben.



 

OK, Boomer


Bereits seit einigen Wochen fiel mir auf, dass in den sozialen Medien der Ausdruck #Boomer boomte. Gemeint sind damit Leute wie ich, die heute so zwischen 50 und 60 sind, also in den 60ern geboren wurden. Früher nannte man uns Baby-Boomer und hatte immer schon Angst vor uns, weil wir als Rentner die Bevölkerungspyramide auf den Kopf stellen würden. Doch die aktuelle Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat eher ein Problem mit unserem Klammern an Wohlstandserrungenschaften und unserer mangelnden geistigen Beweglichkeit angesichts globaler Bedrohungen wie dem Klimawandel. Sie wollen unser Gequatsche von demokratischem Interessensausgleich nicht mehr hören, das sie nur als Vorwand dafür wahrnehmen, dass wir unseren Lebensstil nicht hinterfragen wollen.

Auch die 25jährige neuseeländische Grünen-Politikerin Chlöe Swarbrick denkt so. Und sorgte mit einer Reaktion, die nicht mal eine Sekunde dauerte, für ein neues #Mem, das sich schnell durch die sozialen Medien verbreitete. Sie hielt gerade eine Rede zur Klimakrise und über das Jahr 2050, in dem sie 56 Jahre alt sein würde, als ein (älterer) Parlamentarier mit einer Bemerkung dazwischenfunkte. Die Sprecherin wischte den Zwischenruf mit einem souveränen "OK, Boomer" hinweg und setzte ihre Rede fort. Hier die Szene:



Für viele, die "OK, Boomer" trenden ließen, ist es eine Schlüsselszene. Jetzt redet die junge Generation, und jene Generation der Boomer, die es verbockt hat, soll wenigstens die Klappe halten. Schlimm genug, was sie angerichtet hat. Trotz allen besseren Wissens, das der breiten Bevölkerung spätestens seit den 80er Jahren bekannt war, haben sie nach dem Zusammenbruch des Sowjet-Kommunismus nichts Besseres zu tun gehabt, als einen Turbokapitalismus zu zünden, ohne jeden Gedanken an Nachhaltigkeit und künftige Folgen.

Nun waren ja nicht alle von uns Boomern in den vergangenen 30 Jahren nur mit Shareholder-Values und Renditen beschäftigt. Auch haben wir nicht alle der Vielfliegerei und fetten Autos gefrönt oder waren Massentierhalter. Doch die meisten von uns waren zumindest was die Sache mit den Treibhausgasen betraf Vergessende. Oder zumindest Prokastinierende. Und das, obwohl doch die meisten von uns wussten, dass sich das Verschleppen des Umstiegs auf klimaneutrale Energieen irgendwann rächen würde. Die Party war halt gerade so schön, und Apokalyptiker der Jahrtausendwende hatten sich eh alle vertan.

Das Mindeste, was wir tun können, ist, die Lage jetzt endlich auch ernst zu nehmen und der jungen Generation auf Augenhöhe zu begegnen und nicht von oben herab, mit üblichen Argumenten wie Lebenserfahrung.

Links zum Thema:


Ok Boomer: Die Bedeutung dieser Worte
https://www.mimikama.at/allgemein/ok-boomer/

Wie ein Minisatz die Generationen spaltet
https://www.jetzt.de/digital/das-meme-ok-boomer-bringt-die-alten-auf-die-palme

"OK, Boomer" - Warum dieses Mem deine Eltern aufregt
https://www.dasding.de/lifestyle/netztrends/Ok-Boomer-warum-dieses-Meme-deine-Eltern-aufregt,boomer-memes-100.html

OK Boomer, OK Millennial, we need to talk
https://edition.cnn.com/2019/11/08/opinions/ok-boomer-callan-filipovic/index.html
#Boomer #Mem Gesellschaft Medien
This entry was edited (12 months ago)

Oh, "außer der nächste Shitstorm, mit dem sie nicht umgehen können." Kannst du es?

gefährlich "der Einzige der auf FridaysforFuture Demos gegangen ist". Kann auf andere "nicht auf Demo gewesen" angewndt nicht mehr so stimmen. Ist es ein Kriterium, ob man auf bestimmte Demos geht?



 

Sascha Lobo im Kopf


Gerade gestern habe ich die ersten kabellosen In-Ear Buds meines Lebens ausgepackt und in Betrieb genommen. Und ich muss sagen, das ist schon was anderes als herkömmliche Kopfhörer. Keine Kabel mehr, auf die man achten muss, einfaches Switchen zwischen Handy und PC als Bluetooth-Quelle, außerdem zugleich Headset, und von der natürlichen Umgebung bekommt man, wenn man die Lautstärke nicht übertreibt, auch noch genügend mit. Ich hatte gerade schon überlegt, ob ich darüber etwas "philosophieren" sollte - und da kommt nun der Sascha Lobo mit diesem Artikel daher. Nix für Technikfeinde. Aber am Ende möglicherweise visionärer, als viele heute ahnen.
Medien Technik
Jost Schwider doesn't like this.

Dass die Menschen jetzt in der Öffentlichkeit anfangen, mit ihren Geräten zu sprechen, glaube ich gerade nicht. Aber ich bin vielleicht auch schon ein old fart, was das angeht. Vielleicht tun das die Leute schon und ich kriege das gar nicht mit?

Für mich ist es auch "kulturell fremd". Aber es gibt ja schon genügen Leute, die alleine unterwegs sind und sich trotzdem gerade angeregt unterhalten - dank dem Knopf im Ohr. Was noch dazu kommen wird, ist die intelligente Sprachsteuerung auf diesem Wege. Was Lobo meint, ist, dass die Wischerei auf dem Smartphone-Screen irgendwann in näherer Zukunft vielleicht schon so "out" sein könnte wie heute das Entfächern eines Falk-Stadtplans. Einfach weil es mit Attributen wie "handsfree" und und "open minded" besetzt ist. Also wieder weg von den leidigen Displays und weltwahrnehmend. Dabei aber trotzdem ständig online, ständig communicated, aber halt alles akustisch, per Sprachsteuerung, mit nichts weiter als den Knöpfen im Ohr und dem Smartphone gut versteckt in der Tasche.

Ich probiere diese Sprachsteuerung immer mal wieder aus. Aber es fühlt sich jedes Mal falsch an - auch wenn das klappt, was ich eigentlich machen möchte. Wenn ich im Wald bin und niemand hört mir zu, fällt es noch leicht, den Einkaufszettel per Diktat aufschreiben zu lassen (und es ist angenehmer, als ihn per Minitastatur zu tippen). Aber wenn ich in der Stadt bin oder bei der Arbeit, will ich einfach ruhig sein. Ich will nicht jedem um mich herum erzählen, dass ich noch Kondome einkaufen muss - und ich bin mir sicher, die andere wollen das auch nicht wissen. Warum also denkt alle Welt, dass das die Zukunft ist, dass ich "Kondome" nicht mehr eintippe, sondern laut in die Welt rufe?



 

Nothing sweet about her


Ich hatte mich ja gewundert, wie sie die Rede, die sie letzte Woche vor dem UN-Senat abgeliefert hat, und die ich hier auch ins Deutsche übersetzt habe, um mal "leichter erfahrbar" zu machen, wie sie tickt und wie weit außerhalb sie aller politischen Ideologien steht, noch toppen will. Für sie ist das tatsächlich nur ein abstruses Märchenonkel- und -tanten-Theater, wenn sie die internationalen politischen Parketts betritt. Sie kann es zu keinem Zeitpunkt anders empfinden. Allenfalls höflich darauf reagieren. Aber nicht immer. Heute jedenfalls nicht. Fünf Minuten Redezeit, für die sie vor über einem Monat von zuhause aufgebrochen ist. Da ist so viel zusammen gekommen, so viel Hass gegen sie, so viel Unterstützung für sie - und dann ihre Passion, die Zahlen in ihrem Kopf, die ihr keine Ruhe lassen, das mit den verbleibenden Gigatonnen und der Prozentwahrscheinlichkeit, dass keine nicht mehr kontrollierbare Kettenreaktion in Gang kommt. Es hat sich alles hochgeschaukelt, und sie sich selber erst recht. Und all das ist dann heute aus ihr herausgebrochen. Fünf Minuten, die viele Folgen haben werden, und viele Fußnoten.

Klima Medien Politik

die wwahnsinnige ÖKOFASCHA & spirtisten-- & Killer-ganG gründerin , D I E S E HEXE muss brennen 1111

§§§: The sooner, the better, sie verführt milliarden jugendliche 6 drillt sie zu killern & völkermöRdern!11 ihR hass & ihr FRUST & ihre demüTIGUNg 8ihres groessenwahns durch ihre normale, vernünftige, humane umgebUNG!!) sind unendlich

IHR blUTRAUSCH wird fürchterlich sein, mao tse tung mit der ersten 2222kultUr""2Revolution 6 seinen 57 mIO totEn wird n i c h t s dagegen sein, den diesmak kommt den satanos die GLOBALISIERUNg zu HILFE!!!!




 

Ich habe auch einen Traum


Mein Name ist Greta Thunberg, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Schweden. Ich bin dankbar, hier bei Ihnen in den USA zu sein. In einer Nation, die für viele Menschen das Land der Träume ist.

Ich habe auch einen Traum: dass Regierungen, politische Parteien und Unternehmen die Dringlichkeit der klimatischen und ökologischen Katastrophe begreifen und sich zusammen tun trotz all ihrer Differenzen, so, wie man es in einer Notsituation tun würde, und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Grundlagen eines würdevollen Lebens für jeden Menschen auf der Erde zu sichern.

Denn dann könnten wir Millionen streikende Jugendliche wieder zur Schule gehen.

Ich habe einen Traum, dass Verantwortung tragende Menschen und Medien damit beginnen diese Krise als den existenziellen Notfall zu behandeln, der sie ist. So dass ich nach hause fahren könnte zu meiner Schwester und meinen Hunden. Weil ich sie vermisse.

Eigentlich habe ich viele Träume. Aber wir schreiben das Jahr 2019. Es ist nicht die Zeit für Träume. Es ist die Zeit, um aufzuwachen. Es ist der historische Zeitpunkt, an dem wir auf breiter Front aufwachen müssen.

Und ja. wir brauchen Träume, wir können nicht ohne Träume leben. Aber für alles gibt es eine Zeit und einen Ort. Und Träume düfen nicht im Weg stehen, wenn es darum geht zu sagen was los ist.

Doch wo immer ich hinkomme, kommt es mir vor als wäre ich von Märchen umgeben. Unternehmer, gewählte Volksvertreter quer über das gesamte politische Spektrum verbringen ihre Zeit damit, Gutenachtgeschichten zu erzählen, die uns beruhigen und uns wieder einschlafen lassen sollen.

Wohlfühlgeschichten darüber, wie wir alles lösen werden. Wie wundervoll alles sein wird wenn wir erst mal alles "gelöst" haben. Doch das Problem, mit dem wir es zu tun haben, hat nichts mit der Fähigkeit zu träumen zu tun, oder sich eine bessere Welt vorzustellen. Das aktuelle Problem besteht einfach nur darin, dass wir aufwachen müssen. Es ist Zeit, der Realität ins Auge zu sehen, den Fakten, der Wissenschaft.

Und die Wissenschaft spricht nicht von "tollen Gelegenheiten, eine Gesellschaft zu erschaffen, die wir eh immer schon wollten". Sie spricht von unaussprechlichem menschlichen Leid, das immer schlimmer wird, je länger wir es hinauszögern zu handeln - wenn wir jetzt nicht anfangen zu handeln. Und ja, natürlich wird eine nachhaltig veränderte Welt auch viele neue Vorteile beinhalten. Aber eins muss klar sein. Es geht nicht vordringlich darum, neue "Green Jobs" zu erschaffen, neue Geschäftsfelder oder irgendwelches grünes Wirtschaftswachstum. Es handelt sich vor allem un einen Notfall, und zwar nicht um irgendeinen Notfall. Es handelt sich um die größte Krise, mit der es die Menschheit jemals zu tun hatte.

Und wir müssen sie entsprechend behandeln, damit die Menschen sie verstehen und als Notfall behandeln. Denn man kann keine Krise lösen, ohne sie als solche zu behandeln. Hören Sie auf den Leuten zu erzählen, dass alles gut werden wird, wenn es, nach momentanem Stand, alles andere als gut ausgehen wird. Da ist einfach nichts, was man verpacken und verkaufen kann oder in sozialen Netzwerken "mögen" kann.

Hören Sie auf zu versprechen, dass Sie, Ihre Geschäftsidee, Ihre politische Partei oder Ihr Plan irgendwas lösen werden. Wir müssen realisieren, dass wir noch nicht alle Lösungen haben. Wir sind sogar weit davon entfernt. Solange die Lösungen bedeuten, dass wir einfach nur auf irgendwas verzichten sollten.

Eine verhängnisvolle Energiequelle durch eine etwas weniger verhängnisvolle zu ersetzen ist noch kein Fortschritt. Dadurch, dass wir unsere Emissionen einfach nur nach Übersee exportieren, reduzieren wir unsere Emissionen nicht. Kreative Buchführung hilft uns nicht weiter. Doch genau da liegt das Problem.

Einige von Ihnen haben vielleicht schon mal davon gehört, dass wir, beginnend mit dem 1. Januar 2018, noch 12 Jahre haben, um unsere CO2-Emissionen zu halbieren. Aber ich glaube, dass kaum jemand von Ihnen weiß, dass es aktuell nur eine 50%ige Chance gibt, damit unterhalb der 1,5°C-Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zustand zu bleiben. Gerade mal 50%!

Und diese aktuellen, den heutigen Stand der Wissenschaft repräsentierenden Berechnungen, beinhalten nicht einmal nicht-lineare Kipppunkte oder unvorhergesehene Rückkopplungsschleifen wie das extrem schädliche Methan-Gas, das aus schnell auftauenden arktischen Permafrostböden entweicht. Oder schon eingeschlossene Erwärmung, die noch von giftiger Luftverschmutzung verdeckt wird. Oder der Aspekt des Ausgleichs, der Klimagerechtigkeit.

Eine 50%-Chance - also die statistische Wahrscheinlichkeit bei einem Münzwurf - wird auf keinen Fall genügen. Das wäre moralisch nicht zu verantworten. Oder würde jemand von Ihnen in ein Flugzeug steigen, wenn dieses mit 50%iger Wahrscheinlichkeit verunglücken wird? Oder um noch deutlicher zu werden: Würden Sie Ihre Kinder in ein solches Flugzeug setzen?

Und warum ist es so wichtig, unterhalb der 1,5°C-Grenze zu bleiben? Weil die vereinte Wissenschaft dies fordert, um das Klima nicht zu destabilisieren, um auf der sicheren Seite zu bleiben und keine Kettenreaktionen auszulösen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen. Sogar jetzt bei 1°C Erwärmung sehen wir schon einen inakzeptablen Verlust von Leben und Lebensgrundlagen.

Doch wo sollen wir anfangen? Nun, ich würde vorschlagen wir beginnen mal mit Kapitel 2 auf Seite 108 des letzten Jahres erschienenen IPCC-Reports. Dort steht, dass wir, wenn wir eine 67%ige Chance haben wollen, die globale Erwärmung unterhalb von 1,5°C zu halten, am 1. Januar 2018 noch ein Restbudget von 420 Gigatonnen CO2 haben, das wir ausstoßen dürfen. Und heute ist diese Zahl natürlich schon deutlich niedriger. Denn wir stoßen jedes Jahr 42 Gigatonnen CO2 aus, einschließlich Landnutzung.

Mit den heutigen Emissionsraten wird das Restbudget innerhalb der nächsten achteinhalb Jahren aufgebraucht sein. Diese Zahlen sind nicht meine Meinung. Sie sind nicht die Meinung von irgendwem oder irgendwelcher politischer Ansichten. Das ist Stand der aktuellen Wissenschaft. Obwohl viele Wissenschaftler selbst diese Zahlen noch für zu moderat halten, so sind es doch diejenigen, die von allen Nationen durch den IPCC akzeptiert wurden.

Und bitte berücksichtigen Sie, dass, wie das Pariser Abkommen klar festhält, diese Zahlen global sind und daher noch nichts aussagen über den Aspekt der gerechten Verteilung, die aber absolut notwendig ist, damit die Ziele global einhaltbar sind. Das bedeutet, dass reichere Länder ihren fairen Anteil leisten und ihre Emissionen wesentlich schneller Richtung null reduzieren, so dass die Menschen in ärmeren Ländern ihren Lebensstandard erhöhen können, durch Errichtung von Infrastrukturen, die es bei uns längst gibt. Also Straßen, Krankenhäuser, Schulen, sauberes Trinkwasser und Elektrizität.

Die USA ist der größte Kohlenstoff-Verseucher der Geschichte. Das Land ist auch weltweit Nummer eins als Ölproduzent. Und doch sind Sie die einzige Nation in der Welt, die ihre klare Absicht signalisiert hat, aus dem Pariser Abkommen auszutreten. Weil es - Zitat "ein schlechtes Geschäft für die USA ist".

Vierhundert-und-zwanzig verbleibende Gigatonnen CO2 am 1. Januar 2018, um eine 67%ige Chance zu haben, mit der globalen Erwärmung unterhalb von 1,5°C zu bleiben. Mittlerweile sind es bereits weniger als 360 Gigatonnen.

Das sind sehr unbequeme Zahlen. Aber die Menschen haben das Recht sie zu kennen. Und die ganz große Mehrheit von uns hat noch gar keine Ahnung, dass diese Zahlen überhaupt existieren. Nicht einmal Journalisten, denen ich begegne, scheinen je davon gehört zu haben. Geschweige denn Politiker. Und doch scheinen sich alle von ihnen völlig sicher zu sein, dass ihr politischer Plan die gesamte Krise lösen wird.

Doch wie will man ein Problem lösen, das man noch nicht einmal richtig erfasst hat? Wie kann man das Gesamtbild und den aktuellen Stand der Wissenschaft einfach ignorieren?

Ich glaube, dass es eine große Gefahr ist, so zu handeln. Egal wie politisch der Hintergrund dieser Krise sein mag, wir dürfen nicht zulassen, dass dies weiterhin nur eine parteipolitische Frage ist. Das Klima und die ökologische Krise interessieren sich nicht für politische Parteien. Unser Hauptfeind sind jetzt nicht unsere politischen Gegner. Unser Hauptfeind ist die Physik. Und mit der Physik können wir keine "Geschäfte" machen.

Alle sagen, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, Opfer zu bringen für das Überleben der Biosphäre - und die Lebensgrundlagen künftiger und gegenwärtiger Generationen zu sichern.

Doch gerade Amerikaner haben in der Vergangenheit bereits große Opfer erbracht, um Widrigkeiten zu überwinden.

Denken Sie an die tapferen Soldaten der ersten Welle, die am D-Day in Omaha Beach an Land ging. Denken Sie an Martin Luther King und die 600 anderen Bürgerrechtler, die alles riskierten, um von Selma nach Montgomery zu marschieren. Denken Sie an Präsident John F. Kennedy, der 1962 ankündigte, Amerika würde "es schaffen, noch in diesem Jahrzehnt auf dem Mond zu landen und andere Dinge zu tun, nicht, weil sie einfach sind, sondern weil sie schwer sind...".

Vielleicht ist es unmöglich. Aber wenn man sich diese Zahlen anschaut - und wenn man sich den aktuellen Stand der Wissenschaft anschaut, unterzeichnet von allen Nationen - dann denke ich, das ist genau das, was uns jetzt bevorsteht.

Aber Sie sollten nicht all Ihre Zeit mit Träumen verbringen, oder dies als einen politischen Kampf betrachten, den es zu gewinnen gilt.

Und Sie sollten nicht die Zukunft Ihrer Kinder dem Zufall eines Münzwurfs überlassen.

Stattdessen sollten Sie sich geschlossen hinter die Wissenschaft stellen.

Werden Sie aktiv.

Tun Sie das Unmögliche.

Denn Aufgeben kann niemals eine Option sein.
Klima Medien Politik
This entry was edited (1 year ago)


 

Stuttgart


Gestern ist in der taz frei nach dem Motto "Die Vernichtung der CDU" ein Artikel der Sorte "Die Vernichtung von Stuttgart" erschienen. Der Artikel strotzt dermaßen von Sarkasmus, dass man ihn kaum ohne spontane Bauchmuskelbewegungen lesen kann. Das nahm ich mal zum Anlass, diesen heutigen vielleicht letzten sommerlichen Schönwettertag zu einem Ausflug zu #S21 zu nutzen. War schon etliche Jahre nicht mehr in Stuttgart gewesen und kannte die umstrittene Großbaustelle um den HBF herum noch gar nicht aus eigener Erfahrung. Das habe ich heute mal nachgeholt und auch ein paar Bilder gemacht. Die gibts hier:

Fotos: Der patriarchalische Futurismus von Stuttgart

Ja, das geplante "Bahnhofsuniversum" #Stuttgart21 und das ganze schon existierende Gebäude-Ensemble drumherum signalisieren städtebaulich: maskuliner Größenwahn, kapitalistische Kälte, und isolierte Fußgängerzonen/Menschenlebensbereiche in einem allein für Autos gebauten Umfeld. Genau das ist die Zielscheibe dieses bitterbösen Artikels:
#S21 #Stuttgart21 Architektur Foto Gesellschaft Medien
This entry was edited (1 year ago)

Das Bankenviertel, das zwischen Hbf und Milaneo ist, war schon immer eine einzige Katastrophe. Kalt, leer, abweisend. Das war aber schon lange vor dem Bau von S21 so.

Ja, stimmt, diese Beton- und Glasbunker gab es in den 70ern schon. Nun gibt es ja auch ein paar nette Altstadtwinkel in Stuttgart, die der Autor des sarkastischen Artikels wahrscheinlich nicht besucht hat. Aber wenn man die gegenwärtige Stadtanlage mal durch die Brille des Artikels sieht - es ist schon was dran. Die Stadt ist extrem Auo-fixiert gebaut. Fußgänger haben "ausgewiesene Gehege" abseits der vierspurigen Stadtadern. Das ist dort krasser als in den meisten anderen Städten.

das wird ganz bestimmt eine echte bereicherung der stadt werden ...



 

Amerika ist so gut wie erobert :-)


Die zweite von Europa ausgehende Eroberung Amerikas, letzten Monat stilecht mit der Überfahrt im Segelboot begonnen, um die primitiven Fossil-Wilden und "Denier" zu zivilisieren, macht Fortschritte. Zwar gibt es noch deutlichen Verbesserungsbedarf bei den Teilnehmerzahlen von #FridaysForFuture vor Ort. Und die Demos sind scheinbar auch zu etwas zu laut für die Ohren von Greta. Jedenfalls sieht sie inmitten der skandierenden Schüler dort immer ziemlich deplatziert und sich unwohl fühlend aus. Aber dafür hat sie in der vergangenen Woche gleich drei Husarenstücke abgeliefert, die ihresgleichen suchen. Die amerikanische Medienwelt ist jedenfalls aufgewacht, und die Menschen erliegen reihenweise diesem einmalig stocknüchternen Teenie-Charme mit der so authentischen und aufrüttelnden Botschaft.

Hier die drei Videos mit den Auftritten letzter Woche.

1. Interview mit Naomi Klein




Die Journalistin, Buchautorin und Aktivistin Naomi Klein hält zunächst eine kleine Einführung, um ihrem Publikum den Interview-Gast näherzubringen. Und dann folgt ein knapp einstündiges Interview mit Greta. Obiger Link zum Video springt etwa an der Stelle ein, wo Naomi Klein ihre Einführung beginnt. Da war vorher schon eine halbe Stunde noch mehr zum Thema, mit weiteren Rednern. Wer möchte, kann ja auch mal an den Anfang spulen.

2. Interview mit DemocracyNow




DemocracyNow ist ein reichweitenstarkes US-Politmagazin. Die Sendung wird laut Wikipedia international von über 700 Radio-, TV- und Internetsendern übernommen. Dort wurde Greta ebenfalls letzte Woche eine ganze Stunde lang vorgestellt und interviewt.

3. Interview bei The Daily Show




Die Daily Show hat ebenfalls sehr große Reichweite, hat aber eher unterhaltsamen Charakter. Das Format der Sendung ist "Promis aufs Tuch fühlen und beim Publikum für ein paar Schenkelkracher sorgen". Greta hat das derart souverän gemeistert, dass die Amis hinterher völlig aus dem Häuschen waren. Hier noch der Tweet dazu - man lese die Kommentare.

Tweet von DailyShow zum Interview mit Greta

Und das wars noch lange nicht. In der nächsten Woche, noch im Vorfeld des globalen Streiks, wird sie vom amerikanischen Kongress angehört auf Einladung der Demokraten. Ferner wird sie den Preis von Amnesty International, den sie im Juni schon erhalten hat, überreicht bekommen. Dann folgt am nächsten Freitag der weltweite Megastreik, und übernächsten Montag (23. September) dann ihr Auftritt bei der Klimakonferenz in New York. Falls das noch nicht reicht, wird Extinction Rebellion dann am 7. Oktober mehrere europäische Hauptstädte lahmlegen.
#FridaysForFuture Klima Medien Politik
Danke für die Übersicht und die kurzen Inhaltsangaben zu den Sendungen 😃
Sehr hilfreich, um mich zu orientieren in der amerikanischen Medienlandschft bzgl. Gretas Auftritte und Resonanz beim US-Publikum..



 

Auf dem Weg zum erfolgreichsten Tweet ever


Der aktuell erfolgreichste Tweet ever ist laut Watson Magazine eine Mitteilung von von Yusaku Maezawa, einem japanischen Milliardär, die allerdings wieder mal nur die niederen Instinkte im Menschen anspricht. Maezawa verkündete in dem Tweet, dass er wegen Erreichen eines wichtigen Umsatzziels seiner Firma isg. 100 Millionen Yen (ca. 800.000 Euro) an 100 Leute verteilt, die ihm auf Twitter folgen, und die diesen seinen Tweet verbreiten. Damit hat Maezawa 1,33 Mio. Likes erreicht.

Heute aber ist ein Tweet viral gegangen, der keine niederen Instinkte anspricht, und in dem es darum geht, was Albert Einstein, Charles Darwin, Nikola Tesla, Andy Warhol, Isaac Newton, Susan Boyle, Steven Spielberg, Tim Burton und Greta Thunberg gemeinsam haben: #Asperger.

Nachdem sich Presse und Hater schon wieder das Maul zerrissen hatten wegen eines kleinen Gedanken-Blackouts auf der Pressekonferenz unmittelbar nach dem Landgang nach der zweiwöchigen Segeltour und wegen Gretas etwas teilnahmslos wirkender Art bei ihrer ersten FridaysForFuture-Demo in New York, hat sie nun auf Twitter gekontert. Und liegt aktuell bei 0,6 Mio. Likes dafür. Ende noch nicht abzusehen.

Dieser Tweet ist ein wahrscheinlich kaum zu unterschätzender Schub für mehr Alltags-Anerkennung von Menschen mit Asperger. Mögen ihn alle Personalchefs, alle Lehrer und andere, die in die unangenehme Lage kommen, andere Menschen zu "bewerten" oder sich "für Bewerber zu entscheiden" zu müssen, diesen Tweet kennen und gegebenenfalls daran denken!


 

Geburtstag


Der Skolstrejk för Klimatet wird heute ein Jahr alt. Das aktuell auf dem Atlantik reisende Schild ist schon die zweite Generation, nachdem das erste an den Ecken doch ziemlich ausgefranst war.

Bild/Foto

Danke an #GretaThunberg für #FridaysForFuture!
#GretaThunberg #FridaysForFuture Klima Medien Politik


 

Für alle Wohnzimmersegler


Medien
Nicht nur für`s Wohnzimmer. Ich interessiere mich für eine Miniwindkraftanlage.
Die habe ich auf der Jutter-Hütte in Kijkduin schon mal gesehen. Auf Bild 2:
https://takethehague.nl/en/location/jutterskeet-ome-jan-kijkduin

sieht doch easy aus: halb gegen den wind bis spanien, dann locker bis auf höhe der kanaren gleiten, mit dem wind dann westwärts in richtung florida durchrutschen, um von dort aus dann entspannt nach new york zu segeln. vielleicht kann man ja auch schon früher raus, boston oder so und von dort aus dann mit dem zug.

wer braucht da schon diesel ... :-)



 

Ist Nicht-Reden das neue Reden?


Im Vorfeld der im September stattfindenden Internationalen Automobilausstellung (#IAA) treten offene Konflikte zwischen Klimaschützern und Autoherstellerkonzernen zu Tage. Die heutige Blockade-Aktion am Schienen-Ausgang des VW-Werks in Wolfsburg war sicher nur eine der ersten Aktionen dieser Art. Im Laufe des Herbstes hat #ExtinctionRebellion etliche Aktionen geplant - Blockaden, spektakuläre Aktionen, alles Futter für Presse und gesellschaftliche Debatten. Aber mit den eigentlichen Gegnern, den Energie-Magnaten, Autokonzernen, Großindustrien will man gar nicht mehr reden. Wenns hoch kommt noch mit Politikern. Aber auch da schwindet die Bereitschaft mit jedem Tag, den Regierungen wie unsere #GroKo nach außen hin etwas geschäftig tut, aber in Wirklichkeit nur hofft, das alles aussitzen und am Ende so weitermachen zu können wie bisher, mit den gewohnten, das fossile Wachstums-Mantra predigenden Zuflüsterern aus Finanz und Industrie.

Je mehr Menschen auch nur halbwegs begreifen, dass wir tatsächlich mit voller Fahrt auf eine irreversible, planetenweite und viele Jahrhunderte andauernde Umweltkatastrophe zusteuern, desto schneller wird das Verständnis für offensichtliches Nichtstun oder Tun-als-Ob schwinden - gegenüber Politikern, und auch gegenüber den größten Treibhausgasproduzenten. Noch ist vielleicht ein klein wenig Zeit, um sozialverträgliche Lösungen zu finden, für Stadt und Land, für unterschiedliche Lebensstile und Einkommen. Aber je mehr Zeit mit gewohnt souveräner, aber längst entlarvter Sonntagsrhetorik und Konservierungsversuchen alter Industrien oder Technologien verplempert wird, desto mehr Menschen werden sich dagegen radikalisieren. Es sind ja vorwiegend zu Frieden und Freiheit erzogene Menschen, und deshalb werden sie erst einmal zu gewaltfreien Widerstandsformen neigen, so wie es ja derzeit auch bei ExtinctionRebellion, EndeGelände usw. der Fall ist. Doch je häufiger es zu Blockaden oder ähnlichen Aktionen kommt, desto ruppiger wird das Verhältnis zwischen Aktivisten und Einsatzkräften werden. Irgendwann wird es Verletzte und vielleicht Tote geben. Und dann kann alles sehr schnell gehen. Rechte Gruppierungen werden sich dann ebenfalls zusammenrotten und mit privat organisierten Einsatzkräftetrupps ihrerseits die Hoffnung auf die Erneuerung ihres Dritten Reichs auf die Straßen tragen.

Auf Twitter habe ich heute zum ersten mal den Hash-Tag #NichtRedenIstDasNeueReden im Zusammenhang mit zunehmend wütenden Klimaschutz-Aktivisten gelesen. Greta hat es ja schon vor Monaten so ausgedrückt: "Simpy act. Because acting works". Es wird Mediatoren geben müssen, und zwar sehr viele und sehr gute. Politiker oder außerparlamentarische Mediatoren ohne Parteibuch, aber mit Gewissen, ohne amerikanisch-fossilistische Thinktank-Prägung, aber mit dem Mut zu sagen was sie wirklich wollen. Und es werden klimaschutz-wirksame Gesetze erlassen werden müssen, die einige Bürger und Unternehmen in ihren Gewohnheiten und Geschäftsmodellen hart treffen werden. Die Alternative ist, dass der demokratische Diskurs demnächst für lange verstummen wird. Und das wird dann alle treffen. In welcher Form auch immer.

@Gokh Ah, dann kommen wir aus dem gleichen Stall. :-)
Aber auch wenn wir das nicht beigebracht bekommen haben im Zusammenhang mit der Ausbildung, so sind wir doch zrotzdem auf den gleichen Weg abgebogen.
@Gokh

Der Meinung schließe ich mich vollkommen an!



 

Greta mal authentisch


Die "Delegationen" beim aktuellen #SmileForFuture-Summit in Lausanne sind länder-orientiert. So gibt es auch eine Delegation aus Schweden, zu der denn auch die "wer-hats-erfunden"-Gründerin Greta Thunberg gehört. Die versteht sich offenbar recht gut mit einer anderen Teilnehmerin der schwedischen Delegation, mit Gabriella Malki. Letztere hat sich mit Greta in diesen Tagen in Lausann mal persönlich getroffen und ein halbstündiges persönliches Video-Podcast-Interview mit Greta gemacht. Wenn Greta in ihrer Muttersprache reden kann, wird ihre Gestik gleich viel reicher. Für uns armen Nichtschweden hat Gabriella das Video jedoch mit englischen Untertiteln versehen. Wahnsinn. Anderswo braucht es zig Redaktionsmitglieder, um so was zu produzieren.

#SmileForFuture-Summit Klima Medien


 

Bildinterpretation erwünscht


Das kann man bei Amazon kaufen:

Bild/Foto

Finden tut man das, wenn man auf Amazon nach Fuck you Greta sucht:
@Greta Thunberg Gesellschaft Medien
Nicht direkt. Aber man findet es halt, wenn man nach "fuck you Greta" sucht. Und danach zu suchen ist mittlerweile verbreitet, weil sich in der Szene herumgesprochen hat, dass es entsprechende Sticker für über den Auspuff gibt.



 

Schräg, schräger, Achternbusch


Als dieser Film Anfang der 80er erschien, war es ein unerhörter Bildungsbürgerschreck, und es wurde #Blasphemie gerufen. Schenkt euch besser was ein, bevor ihr euch das anseht. Aber achtet drauf, was im Glas ist ... ^^

#Blasphemie Medien Video