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Sascha Lobo im Kopf


Gerade gestern habe ich die ersten kabellosen In-Ear Buds meines Lebens ausgepackt und in Betrieb genommen. Und ich muss sagen, das ist schon was anderes als herkömmliche Kopfhörer. Keine Kabel mehr, auf die man achten muss, einfaches Switchen zwischen Handy und PC als Bluetooth-Quelle, außerdem zugleich Headset, und von der natürlichen Umgebung bekommt man, wenn man die Lautstärke nicht übertreibt, auch noch genügend mit. Ich hatte gerade schon überlegt, ob ich darüber etwas "philosophieren" sollte - und da kommt nun der Sascha Lobo mit diesem Artikel daher. Nix für Technikfeinde. Aber am Ende möglicherweise visionärer, als viele heute ahnen.
Medien Technik
Jost Schwider doesn't like this.

Dass die Menschen jetzt in der Öffentlichkeit anfangen, mit ihren Geräten zu sprechen, glaube ich gerade nicht. Aber ich bin vielleicht auch schon ein old fart, was das angeht. Vielleicht tun das die Leute schon und ich kriege das gar nicht mit?

Für mich ist es auch "kulturell fremd". Aber es gibt ja schon genügen Leute, die alleine unterwegs sind und sich trotzdem gerade angeregt unterhalten - dank dem Knopf im Ohr. Was noch dazu kommen wird, ist die intelligente Sprachsteuerung auf diesem Wege. Was Lobo meint, ist, dass die Wischerei auf dem Smartphone-Screen irgendwann in näherer Zukunft vielleicht schon so "out" sein könnte wie heute das Entfächern eines Falk-Stadtplans. Einfach weil es mit Attributen wie "handsfree" und und "open minded" besetzt ist. Also wieder weg von den leidigen Displays und weltwahrnehmend. Dabei aber trotzdem ständig online, ständig communicated, aber halt alles akustisch, per Sprachsteuerung, mit nichts weiter als den Knöpfen im Ohr und dem Smartphone gut versteckt in der Tasche.

Ich probiere diese Sprachsteuerung immer mal wieder aus. Aber es fühlt sich jedes Mal falsch an - auch wenn das klappt, was ich eigentlich machen möchte. Wenn ich im Wald bin und niemand hört mir zu, fällt es noch leicht, den Einkaufszettel per Diktat aufschreiben zu lassen (und es ist angenehmer, als ihn per Minitastatur zu tippen). Aber wenn ich in der Stadt bin oder bei der Arbeit, will ich einfach ruhig sein. Ich will nicht jedem um mich herum erzählen, dass ich noch Kondome einkaufen muss - und ich bin mir sicher, die andere wollen das auch nicht wissen. Warum also denkt alle Welt, dass das die Zukunft ist, dass ich "Kondome" nicht mehr eintippe, sondern laut in die Welt rufe?



 

Nothing sweet about her


Ich hatte mich ja gewundert, wie sie die Rede, die sie letzte Woche vor dem UN-Senat abgeliefert hat, und die ich hier auch ins Deutsche übersetzt habe, um mal "leichter erfahrbar" zu machen, wie sie tickt und wie weit außerhalb sie aller politischen Ideologien steht, noch toppen will. Für sie ist das tatsächlich nur ein abstruses Märchenonkel- und -tanten-Theater, wenn sie die internationalen politischen Parketts betritt. Sie kann es zu keinem Zeitpunkt anders empfinden. Allenfalls höflich darauf reagieren. Aber nicht immer. Heute jedenfalls nicht. Fünf Minuten Redezeit, für die sie vor über einem Monat von zuhause aufgebrochen ist. Da ist so viel zusammen gekommen, so viel Hass gegen sie, so viel Unterstützung für sie - und dann ihre Passion, die Zahlen in ihrem Kopf, die ihr keine Ruhe lassen, das mit den verbleibenden Gigatonnen und der Prozentwahrscheinlichkeit, dass keine nicht mehr kontrollierbare Kettenreaktion in Gang kommt. Es hat sich alles hochgeschaukelt, und sie sich selber erst recht. Und all das ist dann heute aus ihr herausgebrochen. Fünf Minuten, die viele Folgen haben werden, und viele Fußnoten.

Klima Medien Politik

die wwahnsinnige ÖKOFASCHA & spirtisten-- & Killer-ganG gründerin , D I E S E HEXE muss brennen 1111

§§§: The sooner, the better, sie verführt milliarden jugendliche 6 drillt sie zu killern & völkermöRdern!11 ihR hass & ihr FRUST & ihre demüTIGUNg 8ihres groessenwahns durch ihre normale, vernünftige, humane umgebUNG!!) sind unendlich

IHR blUTRAUSCH wird fürchterlich sein, mao tse tung mit der ersten 2222kultUr""2Revolution 6 seinen 57 mIO totEn wird n i c h t s dagegen sein, den diesmak kommt den satanos die GLOBALISIERUNg zu HILFE!!!!




 

Ich habe auch einen Traum


Mein Name ist Greta Thunberg, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Schweden. Ich bin dankbar, hier bei Ihnen in den USA zu sein. In einer Nation, die für viele Menschen das Land der Träume ist.

Ich habe auch einen Traum: dass Regierungen, politische Parteien und Unternehmen die Dringlichkeit der klimatischen und ökologischen Katastrophe begreifen und sich zusammen tun trotz all ihrer Differenzen, so, wie man es in einer Notsituation tun würde, und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Grundlagen eines würdevollen Lebens für jeden Menschen auf der Erde zu sichern.

Denn dann könnten wir Millionen streikende Jugendliche wieder zur Schule gehen.

Ich habe einen Traum, dass Verantwortung tragende Menschen und Medien damit beginnen diese Krise als den existenziellen Notfall zu behandeln, der sie ist. So dass ich nach hause fahren könnte zu meiner Schwester und meinen Hunden. Weil ich sie vermisse.

Eigentlich habe ich viele Träume. Aber wir schreiben das Jahr 2019. Es ist nicht die Zeit für Träume. Es ist die Zeit, um aufzuwachen. Es ist der historische Zeitpunkt, an dem wir auf breiter Front aufwachen müssen.

Und ja. wir brauchen Träume, wir können nicht ohne Träume leben. Aber für alles gibt es eine Zeit und einen Ort. Und Träume düfen nicht im Weg stehen, wenn es darum geht zu sagen was los ist.

Doch wo immer ich hinkomme, kommt es mir vor als wäre ich von Märchen umgeben. Unternehmer, gewählte Volksvertreter quer über das gesamte politische Spektrum verbringen ihre Zeit damit, Gutenachtgeschichten zu erzählen, die uns beruhigen und uns wieder einschlafen lassen sollen.

Wohlfühlgeschichten darüber, wie wir alles lösen werden. Wie wundervoll alles sein wird wenn wir erst mal alles "gelöst" haben. Doch das Problem, mit dem wir es zu tun haben, hat nichts mit der Fähigkeit zu träumen zu tun, oder sich eine bessere Welt vorzustellen. Das aktuelle Problem besteht einfach nur darin, dass wir aufwachen müssen. Es ist Zeit, der Realität ins Auge zu sehen, den Fakten, der Wissenschaft.

Und die Wissenschaft spricht nicht von "tollen Gelegenheiten, eine Gesellschaft zu erschaffen, die wir eh immer schon wollten". Sie spricht von unaussprechlichem menschlichen Leid, das immer schlimmer wird, je länger wir es hinauszögern zu handeln - wenn wir jetzt nicht anfangen zu handeln. Und ja, natürlich wird eine nachhaltig veränderte Welt auch viele neue Vorteile beinhalten. Aber eins muss klar sein. Es geht nicht vordringlich darum, neue "Green Jobs" zu erschaffen, neue Geschäftsfelder oder irgendwelches grünes Wirtschaftswachstum. Es handelt sich vor allem un einen Notfall, und zwar nicht um irgendeinen Notfall. Es handelt sich um die größte Krise, mit der es die Menschheit jemals zu tun hatte.

Und wir müssen sie entsprechend behandeln, damit die Menschen sie verstehen und als Notfall behandeln. Denn man kann keine Krise lösen, ohne sie als solche zu behandeln. Hören Sie auf den Leuten zu erzählen, dass alles gut werden wird, wenn es, nach momentanem Stand, alles andere als gut ausgehen wird. Da ist einfach nichts, was man verpacken und verkaufen kann oder in sozialen Netzwerken "mögen" kann.

Hören Sie auf zu versprechen, dass Sie, Ihre Geschäftsidee, Ihre politische Partei oder Ihr Plan irgendwas lösen werden. Wir müssen realisieren, dass wir noch nicht alle Lösungen haben. Wir sind sogar weit davon entfernt. Solange die Lösungen bedeuten, dass wir einfach nur auf irgendwas verzichten sollten.

Eine verhängnisvolle Energiequelle durch eine etwas weniger verhängnisvolle zu ersetzen ist noch kein Fortschritt. Dadurch, dass wir unsere Emissionen einfach nur nach Übersee exportieren, reduzieren wir unsere Emissionen nicht. Kreative Buchführung hilft uns nicht weiter. Doch genau da liegt das Problem.

Einige von Ihnen haben vielleicht schon mal davon gehört, dass wir, beginnend mit dem 1. Januar 2018, noch 12 Jahre haben, um unsere CO2-Emissionen zu halbieren. Aber ich glaube, dass kaum jemand von Ihnen weiß, dass es aktuell nur eine 50%ige Chance gibt, damit unterhalb der 1,5°C-Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zustand zu bleiben. Gerade mal 50%!

Und diese aktuellen, den heutigen Stand der Wissenschaft repräsentierenden Berechnungen, beinhalten nicht einmal nicht-lineare Kipppunkte oder unvorhergesehene Rückkopplungsschleifen wie das extrem schädliche Methan-Gas, das aus schnell auftauenden arktischen Permafrostböden entweicht. Oder schon eingeschlossene Erwärmung, die noch von giftiger Luftverschmutzung verdeckt wird. Oder der Aspekt des Ausgleichs, der Klimagerechtigkeit.

Eine 50%-Chance - also die statistische Wahrscheinlichkeit bei einem Münzwurf - wird auf keinen Fall genügen. Das wäre moralisch nicht zu verantworten. Oder würde jemand von Ihnen in ein Flugzeug steigen, wenn dieses mit 50%iger Wahrscheinlichkeit verunglücken wird? Oder um noch deutlicher zu werden: Würden Sie Ihre Kinder in ein solches Flugzeug setzen?

Und warum ist es so wichtig, unterhalb der 1,5°C-Grenze zu bleiben? Weil die vereinte Wissenschaft dies fordert, um das Klima nicht zu destabilisieren, um auf der sicheren Seite zu bleiben und keine Kettenreaktionen auszulösen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen. Sogar jetzt bei 1°C Erwärmung sehen wir schon einen inakzeptablen Verlust von Leben und Lebensgrundlagen.

Doch wo sollen wir anfangen? Nun, ich würde vorschlagen wir beginnen mal mit Kapitel 2 auf Seite 108 des letzten Jahres erschienenen IPCC-Reports. Dort steht, dass wir, wenn wir eine 67%ige Chance haben wollen, die globale Erwärmung unterhalb von 1,5°C zu halten, am 1. Januar 2018 noch ein Restbudget von 420 Gigatonnen CO2 haben, das wir ausstoßen dürfen. Und heute ist diese Zahl natürlich schon deutlich niedriger. Denn wir stoßen jedes Jahr 42 Gigatonnen CO2 aus, einschließlich Landnutzung.

Mit den heutigen Emissionsraten wird das Restbudget innerhalb der nächsten achteinhalb Jahren aufgebraucht sein. Diese Zahlen sind nicht meine Meinung. Sie sind nicht die Meinung von irgendwem oder irgendwelcher politischer Ansichten. Das ist Stand der aktuellen Wissenschaft. Obwohl viele Wissenschaftler selbst diese Zahlen noch für zu moderat halten, so sind es doch diejenigen, die von allen Nationen durch den IPCC akzeptiert wurden.

Und bitte berücksichtigen Sie, dass, wie das Pariser Abkommen klar festhält, diese Zahlen global sind und daher noch nichts aussagen über den Aspekt der gerechten Verteilung, die aber absolut notwendig ist, damit die Ziele global einhaltbar sind. Das bedeutet, dass reichere Länder ihren fairen Anteil leisten und ihre Emissionen wesentlich schneller Richtung null reduzieren, so dass die Menschen in ärmeren Ländern ihren Lebensstandard erhöhen können, durch Errichtung von Infrastrukturen, die es bei uns längst gibt. Also Straßen, Krankenhäuser, Schulen, sauberes Trinkwasser und Elektrizität.

Die USA ist der größte Kohlenstoff-Verseucher der Geschichte. Das Land ist auch weltweit Nummer eins als Ölproduzent. Und doch sind Sie die einzige Nation in der Welt, die ihre klare Absicht signalisiert hat, aus dem Pariser Abkommen auszutreten. Weil es - Zitat "ein schlechtes Geschäft für die USA ist".

Vierhundert-und-zwanzig verbleibende Gigatonnen CO2 am 1. Januar 2018, um eine 67%ige Chance zu haben, mit der globalen Erwärmung unterhalb von 1,5°C zu bleiben. Mittlerweile sind es bereits weniger als 360 Gigatonnen.

Das sind sehr unbequeme Zahlen. Aber die Menschen haben das Recht sie zu kennen. Und die ganz große Mehrheit von uns hat noch gar keine Ahnung, dass diese Zahlen überhaupt existieren. Nicht einmal Journalisten, denen ich begegne, scheinen je davon gehört zu haben. Geschweige denn Politiker. Und doch scheinen sich alle von ihnen völlig sicher zu sein, dass ihr politischer Plan die gesamte Krise lösen wird.

Doch wie will man ein Problem lösen, das man noch nicht einmal richtig erfasst hat? Wie kann man das Gesamtbild und den aktuellen Stand der Wissenschaft einfach ignorieren?

Ich glaube, dass es eine große Gefahr ist, so zu handeln. Egal wie politisch der Hintergrund dieser Krise sein mag, wir dürfen nicht zulassen, dass dies weiterhin nur eine parteipolitische Frage ist. Das Klima und die ökologische Krise interessieren sich nicht für politische Parteien. Unser Hauptfeind sind jetzt nicht unsere politischen Gegner. Unser Hauptfeind ist die Physik. Und mit der Physik können wir keine "Geschäfte" machen.

Alle sagen, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, Opfer zu bringen für das Überleben der Biosphäre - und die Lebensgrundlagen künftiger und gegenwärtiger Generationen zu sichern.

Doch gerade Amerikaner haben in der Vergangenheit bereits große Opfer erbracht, um Widrigkeiten zu überwinden.

Denken Sie an die tapferen Soldaten der ersten Welle, die am D-Day in Omaha Beach an Land ging. Denken Sie an Martin Luther King und die 600 anderen Bürgerrechtler, die alles riskierten, um von Selma nach Montgomery zu marschieren. Denken Sie an Präsident John F. Kennedy, der 1962 ankündigte, Amerika würde "es schaffen, noch in diesem Jahrzehnt auf dem Mond zu landen und andere Dinge zu tun, nicht, weil sie einfach sind, sondern weil sie schwer sind...".

Vielleicht ist es unmöglich. Aber wenn man sich diese Zahlen anschaut - und wenn man sich den aktuellen Stand der Wissenschaft anschaut, unterzeichnet von allen Nationen - dann denke ich, das ist genau das, was uns jetzt bevorsteht.

Aber Sie sollten nicht all Ihre Zeit mit Träumen verbringen, oder dies als einen politischen Kampf betrachten, den es zu gewinnen gilt.

Und Sie sollten nicht die Zukunft Ihrer Kinder dem Zufall eines Münzwurfs überlassen.

Stattdessen sollten Sie sich geschlossen hinter die Wissenschaft stellen.

Werden Sie aktiv.

Tun Sie das Unmögliche.

Denn Aufgeben kann niemals eine Option sein.
Klima Medien Politik
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Stuttgart


Gestern ist in der taz frei nach dem Motto "Die Vernichtung der CDU" ein Artikel der Sorte "Die Vernichtung von Stuttgart" erschienen. Der Artikel strotzt dermaßen von Sarkasmus, dass man ihn kaum ohne spontane Bauchmuskelbewegungen lesen kann. Das nahm ich mal zum Anlass, diesen heutigen vielleicht letzten sommerlichen Schönwettertag zu einem Ausflug zu #S21 zu nutzen. War schon etliche Jahre nicht mehr in Stuttgart gewesen und kannte die umstrittene Großbaustelle um den HBF herum noch gar nicht aus eigener Erfahrung. Das habe ich heute mal nachgeholt und auch ein paar Bilder gemacht. Die gibts hier:

Fotos: Der patriarchalische Futurismus von Stuttgart

Ja, das geplante "Bahnhofsuniversum" #Stuttgart21 und das ganze schon existierende Gebäude-Ensemble drumherum signalisieren städtebaulich: maskuliner Größenwahn, kapitalistische Kälte, und isolierte Fußgängerzonen/Menschenlebensbereiche in einem allein für Autos gebauten Umfeld. Genau das ist die Zielscheibe dieses bitterbösen Artikels:
#S21 #Stuttgart21 Architektur Foto Gesellschaft Medien
This entry was edited (1 month ago)

Das Bankenviertel, das zwischen Hbf und Milaneo ist, war schon immer eine einzige Katastrophe. Kalt, leer, abweisend. Das war aber schon lange vor dem Bau von S21 so.

Ja, stimmt, diese Beton- und Glasbunker gab es in den 70ern schon. Nun gibt es ja auch ein paar nette Altstadtwinkel in Stuttgart, die der Autor des sarkastischen Artikels wahrscheinlich nicht besucht hat. Aber wenn man die gegenwärtige Stadtanlage mal durch die Brille des Artikels sieht - es ist schon was dran. Die Stadt ist extrem Auo-fixiert gebaut. Fußgänger haben "ausgewiesene Gehege" abseits der vierspurigen Stadtadern. Das ist dort krasser als in den meisten anderen Städten.

das wird ganz bestimmt eine echte bereicherung der stadt werden ...



 

Amerika ist so gut wie erobert :-)


Die zweite von Europa ausgehende Eroberung Amerikas, letzten Monat stilecht mit der Überfahrt im Segelboot begonnen, um die primitiven Fossil-Wilden und "Denier" zu zivilisieren, macht Fortschritte. Zwar gibt es noch deutlichen Verbesserungsbedarf bei den Teilnehmerzahlen von #FridaysForFuture vor Ort. Und die Demos sind scheinbar auch zu etwas zu laut für die Ohren von Greta. Jedenfalls sieht sie inmitten der skandierenden Schüler dort immer ziemlich deplatziert und sich unwohl fühlend aus. Aber dafür hat sie in der vergangenen Woche gleich drei Husarenstücke abgeliefert, die ihresgleichen suchen. Die amerikanische Medienwelt ist jedenfalls aufgewacht, und die Menschen erliegen reihenweise diesem einmalig stocknüchternen Teenie-Charme mit der so authentischen und aufrüttelnden Botschaft.

Hier die drei Videos mit den Auftritten letzter Woche.

1. Interview mit Naomi Klein




Die Journalistin, Buchautorin und Aktivistin Naomi Klein hält zunächst eine kleine Einführung, um ihrem Publikum den Interview-Gast näherzubringen. Und dann folgt ein knapp einstündiges Interview mit Greta. Obiger Link zum Video springt etwa an der Stelle ein, wo Naomi Klein ihre Einführung beginnt. Da war vorher schon eine halbe Stunde noch mehr zum Thema, mit weiteren Rednern. Wer möchte, kann ja auch mal an den Anfang spulen.

2. Interview mit DemocracyNow




DemocracyNow ist ein reichweitenstarkes US-Politmagazin. Die Sendung wird laut Wikipedia international von über 700 Radio-, TV- und Internetsendern übernommen. Dort wurde Greta ebenfalls letzte Woche eine ganze Stunde lang vorgestellt und interviewt.

3. Interview bei The Daily Show




Die Daily Show hat ebenfalls sehr große Reichweite, hat aber eher unterhaltsamen Charakter. Das Format der Sendung ist "Promis aufs Tuch fühlen und beim Publikum für ein paar Schenkelkracher sorgen". Greta hat das derart souverän gemeistert, dass die Amis hinterher völlig aus dem Häuschen waren. Hier noch der Tweet dazu - man lese die Kommentare.

Tweet von DailyShow zum Interview mit Greta

Und das wars noch lange nicht. In der nächsten Woche, noch im Vorfeld des globalen Streiks, wird sie vom amerikanischen Kongress angehört auf Einladung der Demokraten. Ferner wird sie den Preis von Amnesty International, den sie im Juni schon erhalten hat, überreicht bekommen. Dann folgt am nächsten Freitag der weltweite Megastreik, und übernächsten Montag (23. September) dann ihr Auftritt bei der Klimakonferenz in New York. Falls das noch nicht reicht, wird Extinction Rebellion dann am 7. Oktober mehrere europäische Hauptstädte lahmlegen.
#FridaysForFuture Klima Medien Politik
Danke für die Übersicht und die kurzen Inhaltsangaben zu den Sendungen 😃
Sehr hilfreich, um mich zu orientieren in der amerikanischen Medienlandschft bzgl. Gretas Auftritte und Resonanz beim US-Publikum..



 

Auf dem Weg zum erfolgreichsten Tweet ever


Der aktuell erfolgreichste Tweet ever ist laut Watson Magazine eine Mitteilung von von Yusaku Maezawa, einem japanischen Milliardär, die allerdings wieder mal nur die niederen Instinkte im Menschen anspricht. Maezawa verkündete in dem Tweet, dass er wegen Erreichen eines wichtigen Umsatzziels seiner Firma isg. 100 Millionen Yen (ca. 800.000 Euro) an 100 Leute verteilt, die ihm auf Twitter folgen, und die diesen seinen Tweet verbreiten. Damit hat Maezawa 1,33 Mio. Likes erreicht.

Heute aber ist ein Tweet viral gegangen, der keine niederen Instinkte anspricht, und in dem es darum geht, was Albert Einstein, Charles Darwin, Nikola Tesla, Andy Warhol, Isaac Newton, Susan Boyle, Steven Spielberg, Tim Burton und Greta Thunberg gemeinsam haben: #Asperger.

Nachdem sich Presse und Hater schon wieder das Maul zerrissen hatten wegen eines kleinen Gedanken-Blackouts auf der Pressekonferenz unmittelbar nach dem Landgang nach der zweiwöchigen Segeltour und wegen Gretas etwas teilnahmslos wirkender Art bei ihrer ersten FridaysForFuture-Demo in New York, hat sie nun auf Twitter gekontert. Und liegt aktuell bei 0,6 Mio. Likes dafür. Ende noch nicht abzusehen.

Dieser Tweet ist ein wahrscheinlich kaum zu unterschätzender Schub für mehr Alltags-Anerkennung von Menschen mit Asperger. Mögen ihn alle Personalchefs, alle Lehrer und andere, die in die unangenehme Lage kommen, andere Menschen zu "bewerten" oder sich "für Bewerber zu entscheiden" zu müssen, diesen Tweet kennen und gegebenenfalls daran denken!


 

Geburtstag


Der Skolstrejk för Klimatet wird heute ein Jahr alt. Das aktuell auf dem Atlantik reisende Schild ist schon die zweite Generation, nachdem das erste an den Ecken doch ziemlich ausgefranst war.

Bild/Foto

Danke an #GretaThunberg für #FridaysForFuture!
#GretaThunberg #FridaysForFuture Klima Medien Politik


 

Für alle Wohnzimmersegler


Medien
Nicht nur für`s Wohnzimmer. Ich interessiere mich für eine Miniwindkraftanlage.
Die habe ich auf der Jutter-Hütte in Kijkduin schon mal gesehen. Auf Bild 2:
https://takethehague.nl/en/location/jutterskeet-ome-jan-kijkduin

sieht doch easy aus: halb gegen den wind bis spanien, dann locker bis auf höhe der kanaren gleiten, mit dem wind dann westwärts in richtung florida durchrutschen, um von dort aus dann entspannt nach new york zu segeln. vielleicht kann man ja auch schon früher raus, boston oder so und von dort aus dann mit dem zug.

wer braucht da schon diesel ... :-)



 

Ist Nicht-Reden das neue Reden?


Im Vorfeld der im September stattfindenden Internationalen Automobilausstellung (#IAA) treten offene Konflikte zwischen Klimaschützern und Autoherstellerkonzernen zu Tage. Die heutige Blockade-Aktion am Schienen-Ausgang des VW-Werks in Wolfsburg war sicher nur eine der ersten Aktionen dieser Art. Im Laufe des Herbstes hat #ExtinctionRebellion etliche Aktionen geplant - Blockaden, spektakuläre Aktionen, alles Futter für Presse und gesellschaftliche Debatten. Aber mit den eigentlichen Gegnern, den Energie-Magnaten, Autokonzernen, Großindustrien will man gar nicht mehr reden. Wenns hoch kommt noch mit Politikern. Aber auch da schwindet die Bereitschaft mit jedem Tag, den Regierungen wie unsere #GroKo nach außen hin etwas geschäftig tut, aber in Wirklichkeit nur hofft, das alles aussitzen und am Ende so weitermachen zu können wie bisher, mit den gewohnten, das fossile Wachstums-Mantra predigenden Zuflüsterern aus Finanz und Industrie.

Je mehr Menschen auch nur halbwegs begreifen, dass wir tatsächlich mit voller Fahrt auf eine irreversible, planetenweite und viele Jahrhunderte andauernde Umweltkatastrophe zusteuern, desto schneller wird das Verständnis für offensichtliches Nichtstun oder Tun-als-Ob schwinden - gegenüber Politikern, und auch gegenüber den größten Treibhausgasproduzenten. Noch ist vielleicht ein klein wenig Zeit, um sozialverträgliche Lösungen zu finden, für Stadt und Land, für unterschiedliche Lebensstile und Einkommen. Aber je mehr Zeit mit gewohnt souveräner, aber längst entlarvter Sonntagsrhetorik und Konservierungsversuchen alter Industrien oder Technologien verplempert wird, desto mehr Menschen werden sich dagegen radikalisieren. Es sind ja vorwiegend zu Frieden und Freiheit erzogene Menschen, und deshalb werden sie erst einmal zu gewaltfreien Widerstandsformen neigen, so wie es ja derzeit auch bei ExtinctionRebellion, EndeGelände usw. der Fall ist. Doch je häufiger es zu Blockaden oder ähnlichen Aktionen kommt, desto ruppiger wird das Verhältnis zwischen Aktivisten und Einsatzkräften werden. Irgendwann wird es Verletzte und vielleicht Tote geben. Und dann kann alles sehr schnell gehen. Rechte Gruppierungen werden sich dann ebenfalls zusammenrotten und mit privat organisierten Einsatzkräftetrupps ihrerseits die Hoffnung auf die Erneuerung ihres Dritten Reichs auf die Straßen tragen.

Auf Twitter habe ich heute zum ersten mal den Hash-Tag #NichtRedenIstDasNeueReden im Zusammenhang mit zunehmend wütenden Klimaschutz-Aktivisten gelesen. Greta hat es ja schon vor Monaten so ausgedrückt: "Simpy act. Because acting works". Es wird Mediatoren geben müssen, und zwar sehr viele und sehr gute. Politiker oder außerparlamentarische Mediatoren ohne Parteibuch, aber mit Gewissen, ohne amerikanisch-fossilistische Thinktank-Prägung, aber mit dem Mut zu sagen was sie wirklich wollen. Und es werden klimaschutz-wirksame Gesetze erlassen werden müssen, die einige Bürger und Unternehmen in ihren Gewohnheiten und Geschäftsmodellen hart treffen werden. Die Alternative ist, dass der demokratische Diskurs demnächst für lange verstummen wird. Und das wird dann alle treffen. In welcher Form auch immer.

@Bettina Schwarz

Ich habe ja auch nur gesagt, dass hier nicht kontrovers diskutiert wird. Meist haben kontroverse Diskussionen, also das gegenüberstellen andere Sichtweisen mehr Potential. Trotzdem finde ich es klasse und toll, dass hier sehr offen und ehrlich die eigenen Positionen dargestellt werden.

Aber eines ist mir wichtig. Selbst wenn hier beispielsweise @Ravenbird Überbevölkerung als Problem angesprochen hat, möchte ich das auf keinen Fall auf eine Stufe mit Tönnies stellen.
Denn dieser hat klar rassistisch gepoltert.
Ich wollte nur aufzeigen, dass die Geburtenrate sehr wohl etwas mit Wohlstand zu tun hat und das der Fokus meiner Meinung nach, eben genau auf diesen Punkt gelegt werden muss.
Also ich habe zwar Umweltschutz von der Pike gelernt, aber leider wird das soziale Problem da wenn überhaupt, dann nur tangiert.
Dabei ist es das Hauptproblem.
Keine Lösung der sozialen Frage ohne Beachtung der Umweltproblematik und keine Lösung der Umweltproblematik ohne Beachtung der sozialen Frage.
Und ja, aus diesem Grunde ist es aus meiner Meinung nach wichtig den "Globalismus" völlig neu zu denken.
Aber das wird dieses System nie leisten können!

@Gokh Ah, dann kommen wir aus dem gleichen Stall. :-)
Aber auch wenn wir das nicht beigebracht bekommen haben im Zusammenhang mit der Ausbildung, so sind wir doch zrotzdem auf den gleichen Weg abgebogen.
@Gokh

@Bettina Schwarz: Ja, ich denke, wir kommen wahrscheinlich aus dem gleichen Stall und sind eigentlich auch gar nicht weit von einander entfernt, mit den Ansichten.
So haben wir ja beispielsweise das Problem von nachwachsenden Rohstoffe in einen kapitalistischen Markt beide erkannt.
Es ist natürlich auch klar, dass wir, der in Wohlstand lebende Westen, die größten Emissionen verursachen und eben nicht die Menschen in Afrika trotz ihrer hohen Fertilität.
Dennoch sourcen wir ja gerade auch eine Menge Emissionen und Umweltverschmutzung aus. Und jetzt kommt eben das Wohlstandsgefälle zu tragen und natürlich der globale Markt.
So beschissen beispielsweise der Anbau von Soja in Argentinien ist, so ist er gleichzeitig eines der größten Wirtschaftsfaktor in einem Land, was vielleicht schon jetzt wieder in eine nächste große Krise taumelt.
Alles hoch kompliziert und eben nicht durch eine weltweite CO2-Abgabe lösbar.
Meiner Meinung ist diese nicht einmal der richtig Weg.

Der Meinung schließe ich mich vollkommen an!



 

Greta mal authentisch


Die "Delegationen" beim aktuellen #SmileForFuture-Summit in Lausanne sind länder-orientiert. So gibt es auch eine Delegation aus Schweden, zu der denn auch die "wer-hats-erfunden"-Gründerin Greta Thunberg gehört. Die versteht sich offenbar recht gut mit einer anderen Teilnehmerin der schwedischen Delegation, mit Gabriella Malki. Letztere hat sich mit Greta in diesen Tagen in Lausann mal persönlich getroffen und ein halbstündiges persönliches Video-Podcast-Interview mit Greta gemacht. Wenn Greta in ihrer Muttersprache reden kann, wird ihre Gestik gleich viel reicher. Für uns armen Nichtschweden hat Gabriella das Video jedoch mit englischen Untertiteln versehen. Wahnsinn. Anderswo braucht es zig Redaktionsmitglieder, um so was zu produzieren.

#SmileForFuture-Summit Klima Medien


 

Bildinterpretation erwünscht


Das kann man bei Amazon kaufen:

Bild/Foto

Finden tut man das, wenn man auf Amazon nach Fuck you Greta sucht:
@Greta Thunberg Gesellschaft Medien
Nicht direkt. Aber man findet es halt, wenn man nach "fuck you Greta" sucht. Und danach zu suchen ist mittlerweile verbreitet, weil sich in der Szene herumgesprochen hat, dass es entsprechende Sticker für über den Auspuff gibt.



 

Schräg, schräger, Achternbusch


Als dieser Film Anfang der 80er erschien, war es ein unerhörter Bildungsbürgerschreck, und es wurde #Blasphemie gerufen. Schenkt euch besser was ein, bevor ihr euch das anseht. Aber achtet drauf, was im Glas ist ... ^^

#Blasphemie Medien Video


 

Geschichten vom Mond


Im Sommer 1969, vor heute 50 Jahren also, war mein Vater, ein Beamter, auf einem mehrmonatigen Lehrgang in Saarbrücken. Wir selber wohnten zu der Zeit in Koblenz. Einmal besuchten meine Mutter und ich ihn dort. Er hatte dort ein Zimmer zur Untermiete bei einem älteren Ehepaar. Und die luden uns alle ein, an ihrem Fernseher dem Jahrhundertereignis beizuwohnen. Wir hatten zu dem Zeitpunkt noch gar kein Fernsehen, deshalb war das eine Premiere für mich, und deshalb kann ich mich noch gut daran erinnern, wie wir allesamt in der engen Stube dieses mir unbekannten Vermieterehepaars um diesen Kasten herum versammelt waren, auf dem verschwommene Schwarzweiß-Bilder von der Mondlandung zu sehen waren. Das war alles buchstäblich wie von einem anderen Stern. Das Gerät, die Bilder von diesen Menschen in ihren Raumanzügen, diese anderen Schwerkraftverhältnisse.

Wer die ganze Geschichte und all die Geschichten dahinter noch mal in epischer Breite erzählt bekommen möchte: Auf YouTube gibt es eine dreiteilige ARTE-Doku darüber. Isg. über 5 Stunden lang. Also was für lange laue Nächte.

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=RpR6kzLW7oY
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=nIhCL74dPP8
Teil 3: https://www.youtube.com/watch?v=uQ0ZyUTcyC8
Geschichte Medien Video


 

Lindner vs. Neubauer


Christian Lindner fällt ja vor allem gerne durch provokative Bemerkungen auf, mit denen er auf Schenkelklopfer bei Leuten hofft, die es lieben, mit ihrem deutschen Qualitätsverbrenner mit zweihundert Sachen immer auf der linken Spur zu rasen. Und die Plakate seiner Partei bemühen sich, die Konkurrenz mit grellen Neonfarben auszustechen.

Um so verwunderlicher ist dieses Machwerk: ein Zwiegespräch zwischen Lindner, der die streikenden Schulkinder anfangs wie kaum ein anderer verunglimpfte, und der deutschen Frontfrau von Fridays for Future, Luisa Neubauer. Keine Konfrontationen im hektischen Twitter-Format, sondern ein produktiver, auch in Details gehender Auseinandersetzungsversuch in Spielfilmlänge. Und nicht in Neonfarben, sondern in hoch-ästhetischem Schwarzweiß. Oder sollte ich sagen: in fifty shades of gray?

Wie auch immer - in der aktuellen, eher auf Konfrontation gebürsteten Atmosphäre rund um das Klima-Thema eine interessante Ausnahme, dieses Gespräch.

Klima Medien Politik Video

Ich habe nur mal, mangels Zeit, etwa 15 Minuten quergeschaut. Dass Lindner hier weniger gut rüberkommt als Neubauer, konnte ich da nicht feststellen. Mein subjektives Empfinden war da eher gegenteilig. Aber wie schon geschrieben - das beruht nur auf punktuell Gesehenem/Gehörtem.

Grundsätzlich finde ich dieses Format aber sehr gut - und vor allem: SEHR WICHTIG! Hierbei geht mir es gar nicht so ums Thema selbst, sondern um den Dialog und Gedankenaustausch auf Augenhöhe als solchen. In den letzten 5 Jahren haben sich hier regelrecht Abgründe etabliert, die wir schnellstens überwinden müssen, damit die Gesellschaft nicht völlig auseinander reißt.

Und wieder gibt es Leute, die nicht gerafft haben, dass Lindner und Neubauer in dem "Streitgespräch" exakt dieselben Positionen vertreten haben - nur Neubauer es nicht gerallt hat und auf Konfrontation gegangen ist.

Exakt die gleichen Positionen bestimmt nicht. Lindner will alles dem freien Markt überlassen und lediglich das "Restguthaben an CO2" politisch vorgeben. Neubauer will dagegen den Markt stark regulieren (genauer gesagt sogar völlig umdefinieren, was Marktziele betrifft), um die Klimavorgaben einzuhalten.



 

Die ideale SocialMedia-Plattform - ein quasi-staatliches Gebilde?


Derzeit konkurrieren im Bereich #SocialMedia zwei Modelle. Wobei es wohl leicht übertrieben ist, von Konkurrenz zu sprechen. Das eine Modell - die zentral von kommerziellen Anbietern betriebenen Plattformen wie #Facebook, #Instagram oder #Twitter - machen derzeit etwa 99,8% des SocialMedia-Betriebs aus. Das andere Modell, also die verbleibenden 0,2%, besteht in den gegenwärtigen dezentralen Netzwerken von Fediverse und Federation.

Dass die kommerziell betriebenen, zentralen Plattformen eklatante Mängel haben, wissen auch die meisten User, die dort täglich verkehren. Dennoch schaffen es die Netzwerke von #Fediverse und #Federation nicht, diese eigentlich unzufriedenen User scharenweise in die Freiheit zurückzuholen. Warum? Zum einen, weil die Musik halt woanders spielt, weil man hier kein "Influencer" sein kann, weil hier nichts "trendet", weil man hier keinen Jackpot knacken kann und mit einem harmlosen Tweet als ganz normaler User plötzlich ein Millionenpublikum erreicht, weil das Ding durch die Decke geht.

Dazu kommt aber noch ein anderes Problem. Hätten die dezentralen Netzwerke tatsächlich mal den Zuspruch, den sie verdienten, würden sie auch die gleichen Probleme bekommen wie die großen, kommerziellen Plattformen: massenweise Hate-Speech, Bots, und juristisch problematische Inhalte. Nur, dass es hier gar keine nennenswerten Kontroll-Instanzen für so was gibt. Keine im Verborgenen arbeitenden, bezahlten Heere von Delete-Trupps wie bei Facebook. Keine Melde-Funktion, nichts. Das Ganze würde in tausenden von teueren Klagen gegen kleine Pod/Hun/Knoten-Betreiber enden und zum Ruin von deren idealistischen Angeboten führen.

Der "Netz-Philosoph" Michael Seemann hat sich dazu einige Gedanken gemacht. Eigentlich wünscht er sich auch eine nicht-kommerziell, dezentral organisierte SocialMedia-Kommunikation. Aber eine, die den politischen und juristischen Anforderungen auf dem Level einer 9- oder 10stelligen User-Basis gewachsen ist. Dazu stellt er sich ein mehrschichtiges Modell vor:

1. einen freien Markt von Client-Software, die die Protokolle des Networks beherrscht. Keine Zwänge, bestimmte Clients nutzen zu müssen, freier Zugang zu den und freie Dokumentation der Protokolle, so dass Entwickler alle Freiheiten haben, am Client-Markt neue Ideen zu realisieren.

2. föderierte Instanzen, die via Protokoll in der Lage sind, SocialMedia-Aktivitäten instanzübergreifend zu ermöglichen - Seemann wählt dafür den Begriff "Hub" - der Punkt geht also an Hubzilla :-)

3. und hier wirds interessant: ein "Zen­tra­les Meta-Governance". Was das genau sein soll, erfahrt ihr, wenn ihr den ausführlichen Artikel selber lest:
#SocialMedia #Facebook #Instagram #Twitter #Fediverse #Federation Internet Medien Netzwerke

bei wirklich hohen userzahlen käme vermutlich vor dem ganz juristischen kram noch hinzu, dass die hardware der hubs/nodes vorher in die knie ginge.

das ist eine schöne beschreibung des problems der organisation staatlich-monopolisierter socnets:
Ama­zon sieht aus, wie Jeff Bezos es will. Wie sähe es aus, wenn sich CDU und SPD auf einen Ent­wurf eini­gen müss­ten?
:-)



 

Na, oiso, des is wirkli nix für mi


Oiso, wirkli! Do rean irgendwoiche Gauner mit mir auf Augenhöhe! Stellens sich des amoi vor: auf Augenhöhe mit mir! Na oiso wirkli net.
Medien Politik


 

Die Neue auf Twitter


Auf Twitter gibt es eine brandneue Userin:

https://twitter.com/vonderleyen

Doch obwohl da ein blaues Häkchen ist, ist das nicht der echte Account. Der echte Account ist natürlich dieser hier:

https://twitter.com/Truppenursel
Medien Politik


 

Spannendes Zwiegespräch


Der britische #Guardian hat vor ein paar Tagen ein "Zwiegespräch" ("Interview" wäre hier die falsche Bezeichnung) zwischen Alexandria Ocasio-Cortez, der jüngsten Abgeordneten im amerikanischen Kongress, einer Demokratin mit puerto-ricanischer Abstammung, dem Lager von Bernie Sanders zuzuordnen, und der allseits bekannten Greta Thunberg veröffentlicht. Ich hab das erst mal ein paar Tage vor mir hergeschoben, weil ich es auf Twitter schnell so oft verlinkt sah, dass ich dachte, OK, das brauchst du nicht auch noch verlinken, kennen eh alle schon.

Aber vielleicht kennen es ja doch noch nicht alle, und das Zwiegespräch ist wirklich interessant. Es geht unter anderem auch um die starke Klimawandel-Leugner-Szene in den Staaten. Greta fühlt da schon mal vor, was sie ab September an ihrem Reiseziel erwartet.
#Guardian Klima Medien
Also mir war das entgangen, danke für den Link.



 

Szenarien erkennen, Vorgänge anders bewerten, an Stellschrauben drehen


Bei Jung&Naiv ist heute ein weiteres dieser langen (fast 2stündigen) Inverview-Videos erschienen, in denen Zeitgenossen, die viel zu sagen haben, wirklich mal ausreichend Raum dazu bekommen. Diesmal hat sich Thilo Jung, dessen YouTube-Kanal allmählich auch immer mehr Beachtung findet, die durch ScientistsForFuture bekannt gewordene Maja Göpel interviewt. Eine Frau mit einem gefühlten IQ von 160, die ihre größte persönliche Herausforderung zu Recht darin sieht, ihr Wissen auf die die geistige Aufnahmefähigkeit von Normalbürgern herunterzubrechen. Das gelingt ihr nicht immer, aber zumindest oft genug, um open minded Menschen zu faszinieren.

Es geht um die großen, fast schon philosophischen Fragen des Wirtschaftens. Und wie man das beste Wissen, das man darüber mittlerweile hat, in die Realpolitik bekommen könnte.

Gesellschaft Medien Politik Video
Sie ist gigantisch!



 

Ein Long-Reader von 2017 - und keine leichte Kost


Der FREITAG hat heute auf Twitter auf einen längeren Artikel verwiesen, den die Zeitung bereits vor zwei Jahren veröffentlicht hat. Also zu der Zeit, als sich in Deutschland alles nur um Afghanen mit Messern drehte.

Vielleicht kein Zufall. Denn mehr CO2 in der Luft führt zu Verblödung. Bei 1.000 ppm (aktuell sind wir bei 415 ppm) sollen die kognitiven Fähigkeiten von Menschen um bis zu 21% schwinden. Außerdem nimmt bei globaler Erwärmung der Ozonanteil in der Luft stark zu, und es gibt eine Studie, die einen Zusammenhang zwischen Ozon in der Schwangerschaft und späteren Autismus-Diagnosen der Kinder nachgewiesen hat. Stattdessen freut sich das US-Militär über die Erwärmung. Denn 0,5 Grad Erwärmung erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts um 10 bis 20 Prozent. Bei 5 Grad kann sich die selbsternannte Weltpolizei dann mal so richtig austoben. Falls sie bis dahin nicht von prähistorischen Viren dahingerafft wurden, die durch die Eisschmelze an den Polen frei werden.

Solche und noch etliche andere mögliche Szenarien, Zusammenhänge und nicht so bekannte Erkenntnisse der Klimawissenschaft stellt der Artikel vor. Ein Artikel, der auf Flugblätter gedruckt und in Schulhöfen in der großen Pause verteilt gehört.
Klima Medien

Planeten brauchen gar nichts. Sie sind einfach da und haben Eigenschaften. Wer so ein Ding bewohnt, ist gut beraten, sich diese Eigenschaften genau anzusehen und sich so zu verhalten, dass diese Eigenschaften so bleiben, wie es für das angenehme Bewohnen günstig ist.
Denn um Verzeihung bitten kann man Gaia jederzeit, sie wird allerdings nicht zuhören....

.... oder wie der große George Carlin zu sagen pflegt: "The planet is fine -- we are f*cked"