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Mit Stromreserven zocken


Im Juni 2019 stand die Stromversorgung von Europa mehrfach vor dem Zusammenbruch. Grund dafür sind jedoch keine Engpässe durch erneuerbare Energieen, sondern finanzielles Gezocke bei der Vorsorge für Schwankungen im Netz. Stichwort #Mischpreisverfahren.
Die #Piratenpartei hat dazu gestern einen interessanten Artikel veröffentlicht:

Warum das deutsche Stromnetz wirklich instabil ist


Abgesehen von den absurden Kosten, die bei zu geringen Vorräten entstehen, und die einfach auf die Stromendkunden umgelegt werden, ist dieses Gezocke auch brandgefährlich. Denn wenn es nicht schnell genug geht und das zentrale Stromnetz tatsächlich zusammenbricht, dann ist es nicht nach ein paar Sekunden wieder da, auch nicht nach ein paar Minuten, und auch nicht nach ein paar Stunden. Wie lange es tatsächlich dauert, und was bis dahin alles passieren wird, beschreibt dieser Twitter-Thread (ich habs auf tttthreads.com in ein zusammenhängendes Dokument konvertiert):


 

Wachsen euch auch schon Hörner?


In dem im Artikel beschriebenen Selbsttest konnte ich bei mir zumindest keine Hörner ertasten. Aber vielleicht hab ich nur nicht die richtige Stelle erwischt. Oder ich schaue doch noch genügend geradeaus und nicht so viel nach unten wie die Generation Smartphone. Denen wachsen sie jedenfalls vermehrt, die Hörner. Aber nicht wie bei Tieren üblich nach vorne heraus, sondern nach hinten heraus. Wird sicher lustig aussehen in 100 Jahren :-)
Gesellschaft Gesundheit Technik

Das ist ein Gnubbel an der beschriebenen Stelle. Die ist recht druckempfindlich und manchmal sticht es dort auch. Alte Männer gehen nicht zum Arzt. Habe ich noch nie checken lassen.

Das ist bestimmt der Einfluss des Satans.



 

Szenarien erkennen, Vorgänge anders bewerten, an Stellschrauben drehen


Bei Jung&Naiv ist heute ein weiteres dieser langen (fast 2stündigen) Inverview-Videos erschienen, in denen Zeitgenossen, die viel zu sagen haben, wirklich mal ausreichend Raum dazu bekommen. Diesmal hat sich Thilo Jung, dessen YouTube-Kanal allmählich auch immer mehr Beachtung findet, die durch ScientistsForFuture bekannt gewordene Maja Göpel interviewt. Eine Frau mit einem gefühlten IQ von 160, die ihre größte persönliche Herausforderung zu Recht darin sieht, ihr Wissen auf die die geistige Aufnahmefähigkeit von Normalbürgern herunterzubrechen. Das gelingt ihr nicht immer, aber zumindest oft genug, um open minded Menschen zu faszinieren.

Es geht um die großen, fast schon philosophischen Fragen des Wirtschaftens. Und wie man das beste Wissen, das man darüber mittlerweile hat, in die Realpolitik bekommen könnte.

Gesellschaft Medien Politik Video
Sie ist gigantisch!



 

Von der bürgerlichen Rechten in den Rechtsterrorismus


Wer die "Arschlöcher fon Deutschland" (#AfD) wählt, mit ihnen koaliert oder es weiterhin versäumt, diese Partei als verfassungswidrig zu brandmarken, sollte sich im klaren darüber sein, dass das Eis sehr dünn ist:
#AfD) Gesellschaft Politik


 

Ewiges Wachstum ist Esoterik


Die Einschläge kommen näher. Die Ideologie - oder sollte ich besser sagen, die Idiotie - des grenzenlosen wirtschaftlichen Wachstums, dieser Bruttosozialprodukt-Götze - er wankt. Bringen wir ihn endlich zu Fall!
Gesellschaft Politik
Wenn das so einfach wäre. Die zwei Prozent stehen ja überall fest.
Kein Wirtschaftswachstum, keine Gehaltserhöhungen, keine Inflation.
Dann muss der EU Stabilitäts- und Wachstumspakt weg und auch weltweit müssen alle mitziehen.

Natürlich gibt es ewiges Wachstum. Fakt ist aber auch: In einem gesättigten Markt gibt es auch genau so viele Pleiten, sodass die Gesamtwirtschaft insgesamt stagniert. Ein ganz natürlicher Prozess.

Fakt ist aber auch, dass wir ohne ein Korrektiv wie den Markt nicht auskommen. Deshalb bin ich FÜR einen funktionierenden Zertifikathandel, denn er schafft ein Korrektiv gegen die Ausbeutung der Erde.

Die Wirtschaft kann doch trotzdem wachsen! Dann wachsen eben die Verkaufszahlen digitaler Güter, die verbrauchen weniger CO2 als ein Auto, dessen Herstellung Unmengen CO2 freisetzt.



 

Wir schaffen das!


Wir schaffen das!
Und tatsächlich - seit der AfD die Hoheit über die wirklich wichtigen Themen geklaut wurden, ist Ruhe an der Front mit der angeblich unerträglichen Last, welche die Flüchtlinge darstellen.
Angela Merkel ist die viel gehasste, stille Figur, die hunderttausenden von flüchtigen Menschen ermöglicht hat, halbwegs menschlich in einem fremden Land und in einer fremden Kultur aufgenommen zu werden. Viele von den Flüchtlingen von 2015 sind mittlerweile wieder heimgekehrt. Andere sind noch hier und versuchen sich zu integrieren. Einige wenige sind negativ auffällig, kriminell oder djihadisiert. Aber das sind auch nicht mehr als es marodierende Nazis gibt. Merkel hat es geschafft, dass wir noch alle miteinander auskommen. Ohne viele Worte, ohne große Gesten. Oft nur durch ein hilfloses, aber ehrliches "ich würd gern mehr für euch tun". Man kann ihr vieles vorwerfen. Aber sie gehört auch mal geehrt für einiges. Und genau das ist heute geschehen:
Gesellschaft Politik
Ich gönne ihr die Auszeichnung von Herzen. Schade an der Geschichte ist für mich nur, dass ihr zum einen der Satz politisch fast den Kopf gekostet hätte, und er zum anderen für weitere Themen nicht mehr zur Anwendung kam.

Hohe Stickoxidbelastungen in den Städten? Wir schaffen das! Hoher Energieverbrauch und damit verbundener Klimawandel? Wir schaffen das! Zunehmend marodes Gesundheitswesen? Marode Schulen? Einkommensschere? Wir schaffen das! Wir schaffen das!

Mir und viele Andere hier im Land würden sich für die Kanzlerin noch viel mehr freuen,
wenn Sie eine Auszeichnung für die Bewältigung all der Probleme ( die Du aufgezählt hast )
bekäme !
Eine tolle Rede vor der Elite zu führen ist nichts gegen die Beseitigung der vielen Probleme im eigenen Land !
@Robert Kormann

@charisma71 ...was man aber eben nicht alleine schaffen kann!
Und mit der ganzen Lobby-Mafia ist das so wie bisher eben nicht zu bewältigen.




 

Bella Ciao


Nach der Rede von Greta Thunberg beim gestrigen Kirtag-Event im Rahmen des #R20-Summit in Wien geschah etwas Unvorhergesehenes. Die Moderatorin auf der Bühne wollte nach dem Applaus des Publikums gerade wieder das Mikro übernehmen. Doch vor dem rechten Bühnenrand erhoben sich aus dem Publikum plötzlich ein paar Jugendliche vor den Bühnenmikros, entrollten ein großes Transparent und begannen zu singen. Eine ziemlich eindringliche Melodie. Und sie bekamen dafür viel Beachtung. Die Moderatorin ließ sie gewähren. Das ganze Spektakel dauerte etwa zwei, drei Minuten.

Was die Jugendlichen da sangen, war aber nicht irgendwas, sondern eine historische Hymne des Widerstands: https://de.wikipedia.org/wiki/Bella_ciao

Die Klimaschutzbewegung hat diese alte Hymne für sich entdeckt. Bereits vor ein paar Monaten wurde ein interessantes YouTube-Video eingespielt, das dieses alte Lied für die Klima-Jugendbewegung neu aufgelegt hat:

#R20-Summit Gesellschaft Politik



 

So ne Art SELFHTML für den Klimawandel


So ne Art #SELFHTML zur Klimakrise wäre gut. Wo all die Sachen wie #Keeling curves, #TippingPoints und #CO2-Vorrat so erklärt werden, dass endlich alle verstehen, worum es da wirklich geht. Fordert #GretaThunberg in ihrer neuesten Rede von vorhin - gehalten auf der Eröffnungsveranstaltung zum #R20-Klimagipfel in #Wien:

Das Schöne an #selfhtml war, dass man es selbst lernen durfte. Die, die es nicht brauchten, kennen Deine Doku bis heute nicht.
Blöd an der Klimakrise ist, dass sie da ist und ALLE wissen, wie sie sich jetzt verhalten müssen. Greta hat das super rüber gebracht, mit dem Erfolg, dass 2/3 der Verursacher der Klimakrise meinen, dass "die kleine Rotzgöre" ihnen "nichts vorzuschreiben habe".
Hilft da ein #selfclimatechance? Eine tiefere Erklärung für den ganzen Prozess? Vermutlich nicht, denn auch das kann man "einfach mal nicht kennen wollen".

Mein Eindruck ist, dass sehr viele Leute die Doku kannten, obwohl sie gar nicht näher mit der eigentlichen Materie zu tun hatten. Viele haben einfach nur die Einführung gelesen - und haben so das Internet verstehen gelernt.
Richtig ist, dass das eine rein freiwillige Sache war, wohingegen man jetzt am liebsten allen ein nachgewiesenes Grundwissen zum menschengemachten Klimawandel als Basis für einen Schulabschluss gleich welcher Art verordnen möchte. Aber vielleicht funktioniert es ja auch über die Schiene des Interesses. Ich finde z.B. die Site https://www.klimafakten.de/ gar nicht schlecht. Aber noch besser wäre natürlich noch ein "Grundkurs Klima" mit Greta. Vielleicht entwickelt sie sich ja sogar mal in diese Richtung. Könnte ich mir durchaus vorstellen. Sie hat den analytischen Verstand, das nötige Wissen, aber auch das Feeling dafür, worauf Menschen reagieren.

Als ich noch studiert hatte, saß ich mal mit einem Timo in einem Kurs zu Funktionalanalysis. Timo hatte ein wunderbares Talent, Dinge auf den Punkt zu bringen. Er sagte zum Klimawandel: Das ist ganz einfach, da muss man gar nichts leugnen. Vor drei Milliarden Jahren war die Erde recht heiß, dann kamen die ersten Lebewesen und haben das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre genommen, um sich zu ernähren, sind gestorben und unter die Erde gewandert. Heute ist die Erde sehr viel kälter und wir Menschen buddeln die verrotteten Lebewese von damals in Form von Erdöl und Erdgas und Kohle wieder aus und pumpen das CO2 wieder in die Atmosphäre. Also wird die Erde bald wieder die Temperatur von vor drei Milliarden Jahren haben.

Hehe, ja, so kann man es auch erklären :-)



 

Hochrechnung


Wie auch immer die endgültigen Zahlen aussehen werden. Die Tendenzen sind schon nach den ersten Hochrechnungen klar erkennbar. Sie zeigen zwar in eine "freundliche Richtung". Aber das wars auch schon. Leider ist es tatsächlich so, dass diesem Wahlergebnis zufolge mehr als die Hälfte der deutschen Wähler mehr oder weniger aktive Leugner des menschengemachten Klimawandels sind, denen die Zukunft ihrer Kinder scheißegal ist. Hat man es erst mal verstanden, ist das traurig, sehr traurig.
Gesellschaft Politik

Mich hat aber gerade gefreut, dass Frau Nahles zumindest (AKK lobhudelte sich ja nur) festgestellt hat, dass wenn die SPD nichts gegen den Klimawandel macht, stürzt sie total ab. Hoffen wir mal, dass sie das morgen früh auch noch weiß und das bis ans Ende der Regierungszeit auch nicht aus den Augen verliert.
Hey kommt, wahlbestimmend war eindeutig das Klima und das ist schon mal super! Und so wie es aus sieht, wird die Grünenpolitik bestimmend sein. Und wenn ALLE ein Thema bestimmen, dann befinden wir uns trotz aller Richtigkeit schnell bei Momos "Grauen Männern".
Auch wenn mir persönlich das Ergebnis aus Österreich genauso an die Nieren geht, wie das Ergebnis aus Ostdeutschland.

Ein paar Jahre Zeitfenster bleiben ja noch für eine endgültige Wende. Aber wenn das nicht klappt, sollten wir unsere Sargdeckel gut vernageln lassen - denn sie werden uns hassen.

Viva la Revoluthion mit sanfter, aber unverrückbarer Bestimmtheit und einem festen Ziel.

Bei den Wahlbeteiligten < 60 Jahren waren die Grünen immerhin stärkste Partei, hieß es? Aber auch da nicht die Mehrheit.



 

320.000! - 2 Mio? - 250 Mio = System Change


320.000 Teilnehmer sind am heutigen zweiten globalen #FridaysForFuture allein bei den etwas über 200 Demos in Deutschland gezählt worden. Weltweit fanden über 1.600 Demos statt. Vorsichtig hochgerechnet, ist eine Gesamtteilnehmerzahl von über 2 Millionen denkbar. Das wäre dann noch mal eine halbe Million mehr als beim ersten globalen Streiktag Mitte März.

"Very big", wird Greta sagen, "but not yet big enough". Denn sie will den Systemwandel, und sie kennt die 3,5%-Formel (siehe The 3.5% rule: How a small minority can change the world). Deshalb hat sie gestern - gemeinsam mit anderen Aktivisten von FridaysForFuture - für den 20. September zu einem globalen Generalstreik aufgerufen, an dem auch erwachsene Menschen alle nicht lebenswichtigen Arbeiten niederlegen sollen, um auf die Straße zu gehen.

Die Menschheit kratzt gerade an der 8-Milliarden-Marke. Für die entscheidenden 3,5% müssten also auf jeden Fall über 250 Mio. Menschen weltweit mobilisiert werden. In Deutschland müssten es über 2,5 Mio. sein, die an einem einzigen Tag auf die Straße gehen, und von denen viele dann nicht mehr heimgehen, sondern die Firmen und Behörden besetzen.
#FridaysForFuture Gesellschaft Klima


 

Das Mikrofon ist an


Habs in meiner Timeline hier noch gar nicht entdeckt. Dann poste ich es halt mal. Die neue Ausgabe des TIME-Magazins:

Gesellschaft Klima

@Bettina Schwarz miteinander agieren heißt immer beides: gegeneinander und füreinander, Kommunikation im weitesten Sinn ist einfach Austausch und Interaktion. Moral ist eine Kulturleistung, die wir diesem Austausch hinzufügen. Das sollten wir schätzen aber nicht als selbstverständlich nehmen.
Und es muss immer relativiert werden. Absolute Moral ist der sichere Weg in die Dummheit, bestenfalls.

Greta Tunberg als Popstar zu inszenieren ist vollkommen legitim, sie ist es ja tatsächlich. Solange sie radikal bleibt, was die Vertretung ihrer Botschaft angeht, darf sie gerne auch auf einem brennenden Einhorn durch die Wolken reitend dargestellt werden.

@Hartmut Noack
Absolute Moral ist der sichere Weg in die Dummheit, bestenfalls.

Danke für den Satz.

Mit dem Popstar habe ich meine Probleme, nehme die Tatsache aber hin und bekomme heute das Bild vom brennenden Einhorn, dass durch die Wolken jagt nicht mehr aus dem Kopf. :-)



 

Die Greta-Kurve


Die grüne Kurve ist die Greta-Kurve. Sie steht für ökologisches Siehmalachneguckmalda-Bewusstsein in Deutschland in den letzten drei Jahren. Bis diesen Winter wurde nur über Flüchtlinge geredet. Bei 4°C Global Warming kommen davon übrigens schnell noch zehn mal mehr ...


 

tod@s oder todxs


Kaum etwas löst so heftige Diskussionen aus wie Versuche, mehr Geschlechtergerechtigkeit im sprachlichen Alltag zu verankern. Die deutsche Sprache hat es in dieser Disziplin mit all den Sprachsternchen, Binnen-Is und sonstigen Formblüten besonders weit gebracht. Aber auch andere Sprachen kennen Ver-she-bungen. Das englische "she" ersetzt immer häufiger die männliche oder neutrale Form, und im Spanischen wehren sich manche gegen die klassische Regel, dass man weibliche Varianten von Wörtern wie "todas" (alle) nur dann verwenden darf, wenn ausschließlich Frauen gemeint sind, wohingegen bei Anwesenheit nur eines Pimmelträgers, und sei er auch noch so jung, bereits "todos" verwendet werden muss. Das wird dann mit modernen Konstruktionen wie "tod@s" oder "todxs" aufzubrechen versucht. Mehr über all das - auch was andere Sprachen betrifft, weiß dieser Artikel in der FAZ:
Gesellschaft

In der DDR wurde einfach behauptet, dass es keine Geschlechterungerechigkeit gäbe. Hinzu kamen Versuche, das gesetzlich umzusetzen. Dennoch war keine Frau in Politbüro und im ZK der SED waren nur sehr wenige.
Das Verleugnen von Problemen war es ja auch, was die Ostregimes hat erstarren und versagen lassen.

In der DDR bekam Mutti jeden Monat einen freien Tag, damit sie sich ordentlich um den Haushalt kümmern konnte. Was sie in dieser Zeit schaffte, musste Vati nicht erledigen, so dass er mehr Zeit für Parteiversammlungen hatte.

Bis ins Politbüro allerdings hätte es auch Vati nicht geschafft, denn dieses war bis zum Schluss mit Vorkriegspersonal besetzt. Für eine vollständig in der DDR herangezogene Führungsschicht bis ganz nach oben wurde dieser Staat – unabhängig davon, wie eine solche dann ausgesehen hätte – gar nicht alt genug.

@Sven Türpe @Hartmut Noack Ja, das habt Ihr hübsch beschrieben. Bedenkt man dann noch, dass die Frau erst in der 70er Jahren eventuell selbst entscheiden durfte, ob sie ihre Bindung zum Neugeborenen leben darf, aber definitiv Assi war, wenn sie das länger als 12 Monate betrieb...
Am Meisten traf mich aber die Erkenntnis, dass ich z.B. nie im Leben mein Kind mit Behinderung hätte bei mir behalten dürfen!
Trotzdem war es leichter mit der männlichen Arroganz umzugehen und damit meine ich nicht per default jeden Mann, sondern eben die wenigen mit dem Pseudohirschgeweih und der riesengroßen Klappe, vor denen man heutzutage nur angesichts so viel heraus gebrüllter Dummheit in Schockstarre verfällt. Seinerzeit waren wir mindestens drei Damen, die den "Hirsch" platt geschnackt haben, der brüllte zwar weiter, aber der Rest der Leute stand dann grinsend da und war erleichtert, dass demjenigen das Geweih gestutzt wurde.

So und ich setz mich jetzt mit "Thema verfehlt" und schweige beschämt. ;-)



 

Social Network für Klima-Aktivisten


Als #GretaThunberg am 20. August 2018 erstmals mit ihrem Schild vor dem schwedischen Reichstagsgebäude hockte, kam zufällig oder auch nicht zufällig (da scheiden sich die Geister) ein gewisser Ingmar #Rentzhog an ihr vorbei, machte ein Foto von ihr mit dem Schild und postete es in den sozialen Medien. Das allein sorgte zwar noch nicht für übermäßiges Aufsehen. Aber Rentzhog war mit einer Startup-Idee schwanger, die dem einsamen Mädchen mit dem Schild sicherlich gefiel. Seine Idee bestand darin, ein neues soziales Netzwerk speziell für Klima-Aktivisten und deren Kampagnen zu gründen. Als Thunberg dann im Herbst allmählich bekannter wurde, konnte Rentzhog davon profitieren, sie nachweislich als Erster entdeckt zu haben. Der Nimbus als Greta-Entdecker half ihm dabei, Investoren anzulocken und das Kapital für die Entwicklung seines geplanten Social Networks zusammenzutreiben.

Von rechten und konservativen Kreisen ist das Thema ja dann Monate später, als die Aktivistin binnen weniger Wochen zum Weltstar wurde, leidlich ausgeschlachtet worden, und es wurde sich genüsslich die Zunge über die Millionenbeträge zerredet, die Rentzhog aus dem Mädchen herausgepresst habe. Dass Thunberg selbst den Kontakt zu Rentzhog abbrach, nachdem herausgekommen war, dass er mit seinem frühen Foto von ihr Investment-Funding betrieb, tat nichts zur Sache.

Wie auch immer - die Investitionsbeträge kamen zusammen, und Rentzhog konnte sein Projekt realisieren. Ja, und da ist es nun also, das Social Network für Klima-Aktivisten mit der gewissen Vorgeschichte: www.wedonthavetime.org/.

Die Website des Networks empfiehlt, sich bei Interesse erst mal die Mobile App bei GooglePlay bzw. im Apple Playstore zu besorgen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich direkt im Web-Browser zu registrieren. Nach dem üblichen Prozedere mit E-Mail-Bestätigung hat man dann einen vollständigen Account.

Das Main-Panel des Networks besteht aus vier Tabs:
Following zeigt Beiträge von Leuten, denen man selber folgt.
Hot zeigt aktuell stark trendende Beiträge aus dem gesamten Network an.
Nearby funktioniert derzeit noch nicht und soll später mal das regional lokale Vernetzen von Aktivisten erleichtern.
News enthält aktuelle Hinweise aus Sicht des Betreibers.
Womit klar ist, dass es sich um eine zentral betriebene Plattform handelt. Auch wenn sich nach wenigen Tagen schon über 700.000 User registriert haben, ist noch nicht wirklich viel los dort. Unter den ersten gestarteten Kampagnen sind z.B. Forderungen danach, dass irgendwelche Länder den Klimanotstand ausrufen sollten, aber auch solche nach dem Ausbau bestimmter Bahnstrecken. In der Mobile App kann man sich zur Einstimmung auch erst mal seinen persönlichen CO2-Fußabdruck errechnen lassen.

Das ganze Design der Plattform ist deutlich mobile-first-zentriert und aufgeräumt. Wohin die Reise gehen wird, wird sich zeigen. Ob die innerhalb des Networks gestarteten Kampagnen tatsächlich Einfluss auf das haben werden, was sie fordern? Ob das Netzwerk tatsächlich Aktivisten vernetzen kann, die sich über bestehende Plattformen wie Facebook oder Twitter nie gefunden hätten? Und ob Greta Thunberg jemals mehr als 21 Follower (Stand heute 10. Mai) haben wird? :-)
#GretaThunberg #Rentzhog Gesellschaft Klima Netzwerke


 

Das Handelsblatt hat ein neues Traumpaar entdeckt


Das #Handelsblatt hat ein neues Traumpaar entdeckt - nämlich Verena #Bahlsen (25), der zu einem Viertel der Megakeks Bahlsen gehört und die Kapitalismus - mit leicht ironischem Unterton - toll findet, und Kevin #Kühnert (29), der sich unlängst als "echter Sozialist" - ebenfalls mit etwas bewusster Überspitzung - outete. Letztlich kämpfen aber beide für eine bessere Gesellschaft und für ein nachhaltigeres Wirtschaften. Wobei sie sich teilweise so ähnlich werden, dass man sie fast schon gerne miteinander verkuppeln möchte. Müssen wir vielleicht einfach mal lernen, die alten Begriffe und Frontlinien aufzubrechen? So verstanden, ist der Artikel im Handelsblatt ja vielleicht ein interessantes Signal.
#Handelsblatt #Bahlsen #Kühnert Gesellschaft Politik

@Stefan Münz Marx hatte den ganzen Kladderadatsch seinerzeit recht sachlich analysiert und seine Idee war, das existierende kapitalistische System durch ein grundsätzlich anders konstruiertes zu ersetzten.
Er war dabei weise genug, diese Alternative, den Socialismus/Communismus, sehr vage zu halten.
Eigentlich hat er nur vorgeschlagen, was so ein System grundsätzlich bewirken sollte und einige ebenfalls sehr abstrakte Eigenschaften. Im Grunde nicht mehr als die Ersetzung des Privateigentums an Produktionsmitteln durch igendein Gemeineigentumskonzept, das er nie konkret beschrieben hat.

Es ist nämlich sehr sehr kompliziert, ein System zu entwickeln, das nicht nur anders, sondern besser als der shyce Kapitalismus ist. Einfache Lösungen gibt es nicht. Ich denke inzwischen auch, dass revolutionäre Lösungen im klassischen Sinn von "Umsturz -> Neue Welt innerhalb von 3 Wochen" nicht funktionieren und mehr Schaden als Nutzen stiften.
Ich denke auch, dass wir uns solche Kapriolen nicht leisten können, im Angesicht des Klimaproblems könnte ein fehlgeschlagener Versuch katastrophal werden. Im Sinne von "apokalyptisch katastrophal".

Ich bin ein ganz ekeliger, langweiliger, verräterischer Reformist. Ein demokratischer Sozialismus, also die sozialdemokratische Variante des Ordoliberalismus im Stil von Eucken scheint mir ein sehr erstrebenswertes Ziel zu sein.

Und für Reformen benötigt man natürliche Gegner, die bereit sind, einzusehen, dass sie sich selbst einen Gefallen tun, wenn sie einschneidende Reformen akzeptieren, die ihre Vorteile reduzieren zum Wohl des Ganzen.

Typen wie diesen hier:


@Hartmut Noack Ich bin da ja gar nicht so weit weg von dir, auch wenn ich gerne mal zu "revolutionärem Vokabular" neige. Ich bin kein Freund von blutigen Umbrüchen, nur von notwendigen, und die auch so human wie möglich. Derzeit stehen wir an der Schwelle zu einem solchen notwendigen Umbruch. Viele spüren das (und darum drehte sich ja auch die Rede von Sascha Lobo auf der rp19). Die Frage ist: wollen wir den Umbruch irgendwie selbst gestalten, oder machen wir einfach so weiter, bis entweder das Finanzsystem oder die gewohnte Umwelt crasht. Problem dabei: dann wird es richtig ungemütlich, und wahrscheinlich auch blutig.

Ich glaube, dass man den Umbruch gestalten kann. Allerdings muss man dazu einen einigermaßen breiten Konsens finden. Alle machen nie mit. Die 20-25% strammen Ewiggestrigen muss der Rest leider in Schach halten und ertragen. Aber wenn der Rest mal so halbwegs in die gleiche Richtung tendiert, dann gelingt so was. Deshalb sind mir Ansätze, um unterschiedliche Denkrichtungen zu bündeln, so wichtig. Solange alles glatt läuft, habe ich nichts gegen eine gemütliche Diversifikation von Ansichten und Überzeugungen. Aber derzeit ist eine Situation, in der meines Erachtens keine Zeit und kein Platz ist für feine Unterschiede.

Ich glaube ferner, dass dieser "breite Konsens" allmählich auch durchaus Konturen annimmt. Es geht dabei durchaus nicht um Bekämpfung von wirtschaftlichem Erfolg. Wohl aber um die Bewertungshoheit darüber, was wirtschaftlicher Erfolg ist und was nicht. Derzeit ist wirtschaftlicher Erfolg alles, was für die Kapital-Investoren Geld abwirft. Wenn wirtschaftlicher Erfolg jedoch das wäre, was am nachhaltigsten, schonensten und gleichzeitig am effektivsten und angenehmsten wäre, dann würden ganz andere Player zu den Gewinnern gehören, und die deutsche Automobilindustrie würde ab der unteren Management-Ebene bis nach oben komplett ins Gefängnis wandern. Außerdem plädiere ich auf eine Umorientierung der Wirtschaft dahingehend, dass wieder die Nachfrage das Angebot bestimmt und nicht - wie derzeit - das Angebot mit immer irrwitzigeren Tricks versucht, künstlich eine Nachfrage zu generieren. Diese Änderungen gehen aber nicht ohne politisch gewollte und erzwungene Regulierung. Mit dem gegenwärtigen Copy&Paste-Doktoren-Kabinett ist das jedenfalls nicht zu schaffen.

Danke übrigens für den Link zu dem TED-Talk. Durchaus erfrischend! Und ja - würde ich auch so sehen: Wenn man den ganz normalen Leuten mehr Zeit und Muße und Geld zum Leben lässt, dann generieren sie auch die Nachfrage für eine gesunde Wirtschaft.

@Stefan Münz
"Ich glaube ferner, dass dieser “breite Konsens” allmählich auch durchaus Konturen annimmt."

Finde ich gut, dass Du das auch sehen kannst. Es geht eben nicht dauernd bergab. Es gibt Rückschläge wie die neoliberale Revolution oder den Wahlsieg Trumps aber es gibt auch Fortschritt wie eben die Einsicht, dass der Kapitalismus auf Dauer nicht so weitergehen kann und dass so langsam wirklich etwas gegen die Umweltzerstörungen der Wirtschaft unternommen werden muss.

Dass es scheinbar "immer mehr" Klimawandelleugner gäbe, ist nicht ganz richtig: je mehr sich die Notwendigkeit zum Ziehen von Konsequenzen abzeichnet und je mehr das auch von den "Eliten" eingesehen wird, desto mehr Grund haben die, die diese Konsequenzen nicht ziehen wollen, sich zur Wehr zu setzen.
Aber wie Du ganz richtig bemerkst: es zeichnet sich ein Konsens ab, der in Richtung Vernunft zeigt. Die Vernunft wird sich durchsetzen. Wie lange das noch dauert, wird man sehen.

In Ermangelung der Möglichkeit, einen Diaspora-Kommentar mit einem erhobenen Daumen zu versehen, dann eben so: 👍



 

Sascha Lobo ruft im Namen von Greta Thunberg die Revolution aus


So muss das laufen:
#rp19 #FridaysForFuture Gesellschaft Politik

Hier scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Ich hatte gedacht, es ginge um Lobo, den ich für einen wohlmeinenden Typen halte.
Steinmeier ist freilich nur ein Grußonkel, der jederzeit irgendwelches gutklingendes Zeug erzählen kann aber eher gar nichts damit meint.

Ich wunder mich auch, warum hier dauernd auf irgendwelchen Bundespräsidenten rumgeritten wird. Es geht hier im Thread um die Rede von Sascha Lobo auf der re:publica 2019. Über die re:publica kann man sicherlich auch unterschiedlicher Auffassung sein. Ich selber als südwestdeutsches Landei war bislang noch nie da. Die 700km-Reise in die für mich eigentlich falsche Himmelsrichtung, die ich mir für die #Unteilbar-Demo angetan habe, wäre mir die re:publica irgendwie nicht wert. Zu viel selbstverliebtes Nerd-Gehabe. Aber trotzdem halte ich die Veranstaltung für wichtig. Wichtiger jedenfalls als die Hannover-Messe. Oder sozusagen die zeitgemäße Form dessen, was solche Messen früher mal waren. Und Sascha Lobo ist halt nun mal der von der Szene anerkannte Chef-Seismograph für die aktuelle Befindlichkeit im reflektierteren Teil der Bevölkerung. Kann man zweifellos idiotisch finden. Aber genau darum, um Idiotie und dergleichen mehr, geht es ja in Lobos Rede. Wenn man sich denn mal auf sie einlässt.

Zu dem alten IFO Geschäftsklima-Joke, den Sascha Lobo von Volker Pispers geklaut hat mal ein kleiner Seitenhieb:

https://files.coding4.coffee/ll4nfm1h.png

(das musste raus ..., es war mir ein Bedürfnis :D )



 

Szene 93


Perlen sind selten und werden von feinsinnigen, femininen Menschen geliebt. Seit jeher sagt man Perlen geheimnisvolle Kräfte nach. Der Name "Greta" bedeutet nichts anderes als "Perle", und das Mädchen Greta verändert die Welt. Offenbar hat sie Superkräfte. Ihre Mutter meint, dass man solche Kräfte einfach entwickelt, wenn man sich in einer Notsituation befindet. Und Greta befindet sich sozusagen fortwährend in einer Notsituation. Weil sie uns auf eine Wand zurasen sieht, wo wir nur etwas harmlosen Nebel sehen. Auch wenn wir es längst hätten besser wissen könnten. Wir, die ganz normalen Klimakrisenverdränger.

Nur die Klimakrisenleugner sind noch schlimmer. Das sind meist grobschlächtige, maskuline Menschen, die mit Perlen nichts anfangen können. Stattdessen lieben sie den Gestank und das Knattern von Auspuffen. Mädchen und Frauen sind für sie Eroberungen und Besitztümer. Über die fast religiöse Verehrung von Greta lachen und witzeln sie nur. Allerdings sind sie auch irritiert, genauer gesagt, stehen sie unter Schock. Sie hatten den Diskurs und den Ball gekonnt in den eigenen Reihen gehalten. Politiker, Medien und Stammtische diskutierten über Flüchtlinge, Überfremdung und Ausländerkriminalität. Wenn sie unter sich sind, fragen sie sich, wie es passieren konnte, dass ihnen ein Mädchen mit einem Sperrholzschild aus dem Baumarkt den Ball abjagte. Und warum jetzt alle über die Klimakrise reden.

Die Antwort, die sie gefunden haben, ist, dass es Hintermänner geben muss. Grobschlächtige, maskuline Menschen wie sie selber, weil ihrer Meinung nach nur Menschen wie sie selber zu solchen Kräften fähig sind. Fiese Hunde, die sich verstecken und die das zarte Mädchen vorschieben, sein Gehirn waschen und es benutzen. Um Milliardengewinne mit irgendwelchen Sachen zu machen, die nicht mal was mit Auspuffen zu tun haben und irgendwo im Ausland erzielt werden.

Vielleicht liegt es ja an uns, also an den ganz Normalen und Halbfemininen, die dank Greta allmählich aus ihren Klimaverdrängerträumen erwachen, die ganze Sache verständlich zu machen. Denn wir müssen zugeben, dass sich Greta sicher nicht eigenhändig Zutritt zu den Rednerpulten von Katowice, Brüssel, Davos, Straßburg, Rom und London verschafft hat. Allenfalls glauben wir gerne, dass sie ihre Reden tatsächlich selber schreibt. Und die Faszination, die von ihr ausgeht, erleben wir als durch und durch echt.

Meine Erklärung geht so: Greta hat keine Hintermänner, oder genauer, die Hintermänner stehen nicht hinter ihr, sondern vor ihr. Die Hintermänner gehören zu denen, die Greta in ihren Reden angreift. Halbmaskuline Menschen an wichtigen Schalthebeln der industriellen und politischen Mächte, die im Halbschlaf oder Wachtraum eine Perle erblicken und das Mädchen an die Rednerpulte lassen. Stumme Verräter in hohen Positionen von Industrie und Politik, die verstanden haben, dass ihr Spiel gelaufen ist. Für die der Verrat das letzte ist, was sie noch für eine bessere Welt tun können, in der sie irgendwann aufzuwachen und Gnade zu erhalten hoffen. Müde Gestalten aus dem Gruselkabinett, von denen irgendwann jemand so was Legendäres sagen wird wie „Das tritt nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich“.

Die Welt muss und wird femininer werden. Wir werden es wohl nicht alle schaffen, Perlen wie Greta zu werden. Aber wahrscheinlich reicht es schon, wenn wir künftig wach bleiben, solange wir am Steuer der Welt sitzen, und Wände nicht für Nebel halten.

So weit meine "Szene 93". Sie ist mein Dank für die Lektüre der 92 Szenen aus dem Herzen. Weitergabe und Verwendung unter CC-BY-SA.
Gesellschaft Klima Politik

Ich lebe ja hier in RWE-Land und sehe die Plakate der AFD "Diesel retten", das ist der Gegenpol, sozusagen. Wir werden sehen wie sehr das verfängt....

Große Umwerfungen werden nicht von einzelnen Personen getan. Steve Jobs hat nicht das Smartphone erfunden. Und wenn Carl Benz das Auto nicht und Albert Einstein nicht die Relativitätstheorie erfunden hätte, so hätte es jemand anderes getan. Die Zeit war damals einfach reif und sie ist es heute auch. Es ist irgendwie schön, dass Greta jetzt die Speerspitze dieser Bewegung geworden ist. Das zeigt, wie dämlich wir Erwachsenen gewesen sind. Wir alle hätten die Perle sein können, aber wir haben es nicht gemacht. Wir haben einfach nicht so klar gesehen und nicht 100% gegeben.

Stimme größtenteils zu. Aber ob wir tatsächlich alle das Zeug zur Speerspitze gehabt hätten, wage ich doch zu bezweifeln. Denn es geht bei dem ganzen Hype um Greta (und auch übrigens in dem Buch) noch um eine zweite Sache, die ich in meiner "Szene 93" ebenfalls versucht habe, mit reinzuweben: ökologisch nachhaltig zu denken, also "Mutter Erde" nicht stärker zu belasten als nötig, erfordert "weibliches" Denken. Umwelt nicht mehr als Eroberungs- und Verfügungsbereich zu betrachten, sondern als erhaltenes Geschenk, das es sinnvoll zu nutzen gilt. Es ist kein Zufall, dass bei #FridaysForFuture viel mehr Mädchen als Jungs mitmachen. Der Umstieg kann nur wirklich gelingen, wenn die Gesellschaft sich geistig vom Patriarchat löst. Das fällt Männern und Jungs natürlich besonders schwer. Von Greta fasziniert zu sein hilft vielen von ihnen, sich in ersten Schritten in die richtige Richtung zu üben. Für viele ist es eine geradezu neuartige Erfahrung, ein junges weibliches Wesen nicht zu begehren, sondern zu bewundern für ihre überlegene Klugheit und Feinsinnigkeit. Es ist eine Art notwendiger Demut - schwer zu beschreiben.



 

Zeit für den Umbruch


Was derzeit passiert, ist mehr als erstaunlich. Das als jahrelang schier unverrückbar erlebte Erdreich der politischen GroKo-Landschaft mit schwarzer Null und schwarzer Geschäftigkeit gerät ins Rutschen. Fast schon so, wie im Herbst 1989 die DDR. Der ganze neoliberale Anspruch auf Deutungshoheit wankt. Noch ein paar Freitagsdemonstrationen, flankiert von frechen Enteignungsideen à la Kühnert und dem Monalisa-Lächeln von Greta, und der ganze Gasluftballon einer Elite mit gekauften Doktorarbeiten, Karrieregeilheit, unreflektiertem Jetset-Verhalten und dumpfbackigem intellektuellem Background wird hoffentlich platzen. Weil das alles so morsch ist, durch und durch. Völlig ausgehöhlt. Die Leute kapieren endlich, dass die Mächtigen nurmehr aufgebauschte Schatten lächerlicher, menschlich und moralisch peinlicher Zwerge sind. Rückwärts gewandte Gespenster, mit denen kein moderner Mensch mehr was zu tun haben möchte. Deshalb ist es so wichtig, jetzt mitzumachen bei den Demos, Protesten und Aktionen. Die Medien greifen es dankbar auf und verstärken es. Denn die große Mehrheit der Medienschaffenden ist auf der gleichen Seite. Das ist im übrigen auch der Sieg über die rechten Dumpfbacken: die haben sich die Medien zum Feind gemacht, weil sie sie als Lügenpresse bezeichneten. Das wird jetzt ihr Grab. Also: viele freundliche Bilder von einem friedlichen Protest. So gelingt der Change.
Gesellschaft Politik

Hoffentlich trügt Dich Dein Gefühl auch diesmal nicht.
Empören wir uns!

Tolle Rede! Ich kopier' das mal weiter. Link dann hierher?



 

Wenn der Pfarrer mit dem Benziner zur Beerdigung kommt


Denn du bist Erde, sagten wir. Und sollst zu Erde werden. Alles was aus der Erde kommt, muss wieder zu Erde werden, sagten wir.
Dann aber fand irgendjemand eine Menge Öl, und es war vorbei mit allem Zu-Erde-werden. Stattdessen erschufen wir eine Gesellschaft, die auf der Idee beruhte, fossile Reste einstigen Lebens auszugraben, die wir dann – schnellstmöglich – in der hochempfindlichen Atmosphäre des Planeten verheizten. Und wie wir sie verheizten! Laut einer Studie der Universität von Utah benötigt man 23,5 Tonnen Biomasse, um einen Liter Benzin herzustellen. 23,5 Tonnen altes Holz und Dinosaurier und Tausende Millionen Jahre also, nur damit ein einzelner Volvo imstande ist, ein paar Kilometer zu fahren. Es lässt sich viel sagen über jenen Vertrag, den unsere moderne Gesellschaft mit dem Planeten geschlossen hat, auf dem wir leben. Aber nachhaltig ist er nicht.


Ist einem tatsächlich normalerweise nicht bewusst, dass wir, wenn wir mit einem Benziner-Auto fahren, nichts anderes tun, als die gespeicherte Energie aus uralter tierischer und pflanzlicher Biomasse zu verheizen. Entwurf für ein Zitat für die zu erwartende #Fossilscham:

»Dein Uronkel würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er wüsste, dass seine sterblichen Überreste dir gerade mal einen überflüssigen Überholvorgang auf der Autobahn ermöglicht haben.«

Diese Art von Denken ist das normale Alltagsbewusstsein im Hause #Thunberg. Das obige Zitat stammt ebenfalls aus dem Buch Szenen aus dem Herzen.
#Fossilscham #Thunberg Gesellschaft Klima