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Die dunkle Geschichte des Asperger-Syndroms


Die gegenwärtig populärste Speerspitze der Klimaschützer ist ein 15jähriges Mädchen aus Schweden, Greta #Thunberg. Ihre für ihr Alter fast schon unheimlich wirkende Fokussierung auf das Thema Klimaschutz hängt möglicherweise auch mit dem sogenannten Asperger-Syndrom zusammen, das bei ihr einige Jahre zuvor diagnostiziert wurde.

Asperger-Patienten neigen wie generell Patienten "aus dem autistischen Spektrum" dazu, soziale Interaktionen zu vermeiden. In einer aufgeklärten, pluralistischen und individualistischen Gesellschaft sind solche Patienten mehr oder weniger gut integrierbar. Doch man kann sich vorstellen, wie eine Gesellschaft, die der Ideologie des "gesunden Volkskörpers" anhängt, mit so etwas umgeht. Und ausgerechnet der Mediziner, nach dem das Asperger-Syndrom benannt ist, nämlich Hans #Asperger (1906–1980), war ein glühender Anhänger der #Nationalsozialisten und des Glaubens an den #Volkskörper.

Das alles und noch viel Schlimmeres fördert ein Buch der Historikerin Edith #Sheffer mit dem Titel Aspergers Kinder zu Tage. Der folgende Artikel ist eine #Rezension dazu:


 

Ungefährliches Halbwissen


„Halbwissen“ ist ein so negativ besetzter Begriff, dass jeder in — fast möchte man sagen, typischer Halbwissen-Manier — zu wissen meint, warum Halbwissen so schädlich sei. Doch Halbwissen, so die hier vertretene These, ist alles andere als gefährlich, nämlich dann, wenn es sich um individuelles, aus Interesse angeeignetes Wissen handelt, das auf anderes, ebenfalls individuelles, und ebenfalls aus Interesse angeeignetes Wissen trifft, oder auch auf fundiertes Fachwissen, und sich damit vernetzt.

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Dass Halbwissen an und für sich bereits gefährlich sei, ist eigentlich nur das Argument „ständisch“ denkender Vertreter einer gewachsenen und auf sich selber stolzen Expertenriege. So gibt es immer noch viele Mediziner, die der Ansicht sind, Patienten sollten allenfalls etwas über gesunde Ernährung wissen, aber nichts über Krankheiten, ihre Diagnostizierung oder Therapieformen. Viele Anwälte, die noch der Ansicht sind, Klienten sollten besser nichts Genaues über relevante Paragraphen, argumentative Strategien oder Erfolgsaussischten wissen. Oder Journalisten, die von Qualitätsjournalismus reden, um ein griffiges Wort für Abgrenzungsreflexe zur Hand zu haben. Herrschaftswissen also. Seine Vertreter sind zuverlässig daran erkennbar, dass sie Wissen, über das sie zweifellos verfügen, knapp halten wollen, um die eigene Position, den eigenen Status zu sichern.

Die Mittel sind dabei sehr unterschiedlich und subtil. So gehört beispielsweise das offene Demonstrieren von Wissen dazu, wenn es mit dem nötigen Sicherheitsabstand zelebriert wird, also so, dass der Zuhörer seine unüberbrückbare Entfernung dazu einsehen soll. Abgrenzende Sprache, gespickt mit Fremdwörtern, die im gegebenen Zusammenhang keine fachterminologische Funktion haben, weist darauf hin. Oder wenn ein „Vorführer“ offenkundigen Laien, Patienten, Klienten, Anfängern gegenüber bewusst kollegialen Fachjargon verwendet, mit dem Unterton „siehst du, ich sag dir doch alles, aber du bist halt nicht in der Lage, es zu verstehen“.

In einer Welt, die von Herrschaftswissen geprägt ist, gilt der unausgesprochene Grundsatz, dass Unwissenheit besser ist als Halbwissen. Wobei die Neugier des menschlichen Geistes nicht einfach in Einfalt gelassen werden kann. Sie muss abgelenkt werden, durch pfiffige Spiele, spektakuläre Shows, spannende Geschichten, Lotterien, Marken und Idole. Besonders im 20. Jahrhundert, als Wissen für die Masse bereits einfacher verfügbar war, wurden immer mehr Superlative für die geistige Zerstreuung aufgefahren. Gleichzeitig wurde das Wissen domestiziert, harmlos gemacht, von Konsequenzen befreit. Die Gebildeten lernten, „wider besseres Wissen“ zu leben.

Durch das Internet, speziell das Web, erfuhr die einfache Verfügbarkeit von Wissen jedoch einen neuerlichen, explosiven Schub. Kein noch so großes Aufgebot an Zerstreuung, kein noch so geschicktes taktisches Kanalisieren von Wissen konnten verhindern, dass sich immer mehr Menschen unkontrolliert und ungefiltert über alles mögliche informierten. Und dabei blieb es nicht. Diese Menschen gaben ihre individuelle Mischung aus Information ungeniert weiter, nicht in der Szenekneipe um die Ecke, sondern öffentlich einsehbar im Web, in Foren, Blogs, Microblogs und Social Networks, auf Augenhöhe mit und im gleichen Wasser Wellen schlagend wie große Magazine mit wichtigen Stimmen.

Das soll nicht heißen, dass Information im Web grundsätzlich zu authentischerem Wissen führt als im Zeitalter der wenigen Massenmedien und der kanalisierten Massenunterhaltung. Der netztypische Informationsüberfluss führt auf seine Weise zu einer Verseichtigung der Inhalte, was letztlich eine ähnliche Wirkung hat wie vorgeformte, geglättete Information: Empfänger konsumieren die geistige Nahrung nur noch, ohne zu reagieren. Insgesamt wächst jedoch jener Teil von direkt aufgenommenem Wissen, der Menschen verändert. Verändert in dem Sinne, dass diese Menschen immer unempfindlicher gegen jegliche Form von Herrschaftswissen werden.

Was sie sich aneignen, ist jedoch kein Wissenskanon, keine Ausbildung. Sie durchlaufen keine demütigen Lehrjahre. Niemand im Netz verbietet ihnen, so aufzutreten, wie sie meinen dass sie können. Die meisten werden auch keine Meister, keine großen Experten. Sie stoßen sich jedoch die Hörner ab und wachsen daran. Es sind viele, die sich Wissen im Netz und durch Vernetzung erarbeiten, und es werden immer mehr.

In einer Umgebung vernetzter Individualisten ist Halbwissen keine Gefahr. Es wird durch den Kontext anderer Betrachtungsweisen, die immer nur einen Mausklick entfernt sind, stets relativiert. Durch Feedback und Kommunikation wird es kontrolliert. Solange der Halbwissende sich an die Regeln der vernetzten Welt hält und aktiv daran teilnimmt, ist sein Halbwissen weder dumm noch problematisch, sondern legitimer aktueller Bewusstseinsausdruck.

Wichtig ist allerdings, dass alle Netzteilnehmer die Netzkultur leben. Denn sie werden im Netz sehr oft mit Halbwissen konfrontiert, auch in sensiblen Bereichen, etwa bei medizinischen Empfehlungen. Wer sich im Netz mit den Stimmen der Anderen beschäftigt, sollte stets wissen, dass es immer nur die Anderen sind, und in aller Regel keine ermächtigten Halbgötter. Vernetzung bedeutet Relativierung.

Jetzt mag vielleicht noch der Gedanke im Raum stehen, dass Vernetzung und Relativierung geradezu das Halbwissen fördern und am Ende jegliches tiefere Wissen vernichten. Tatsächlich kann man dieser Gefahr erliegen, wenn man sich nur noch im Bereich der bloßen Vernetzung und Verlinkung aufhält, und keine Zeit mehr mit der Vertiefung des eigenen Wissens verbringt. Das ist dann allerdings streng genommen kein klassisches Halbwissen, sondern eher seichtes Vielwissen, das gar nicht mit dem Anspruch von Wissen auftritt.
Gedanken (x) Gesellschaft (x) Technik (x) Wissenschaft (x)

Dein Link sagt: »keine Ergebnisse « ;-)



 

Da kommt was Größeres


In der Tat - das Bundesverfassungsgericht verhandelt aktuell sozusagen die Auslegung von Paragraf 1 des Grundgesetzes. Da kommen sie nun auf den Tisch, die ganzen verquerten Ansichten derer, nach denen nur leben darf, wer auch arbeitet (erwerbsmäßig, versteht sich). "Da kommt was Größeres", meint Maximilian Steinbeis im #Verfassungsblog:
Das Minus zum Minimum: Harz-IV-Sanktionen vor dem Bundes­verfassungs­gericht
( via @Kristian Köhntopp )
#Verfassungsblog @Kristian Köhntopp Gesellschaft (x) Politik (x) Recht (x)


 

Richtig streiten - eine Artikelserie


Von Jörg Phil Friedrich gibt es in der Zeitschrift Hohe Luft eine #Artikelserie zum Thema #Streitkultur, die vielleicht interessant ist für alle, die nicht nur verbal herumprügeln wollen in irgendwelchen Kommentarbereichen, sondern auch mal die Grundlagen davon reflektieren möchten. Bislang sind dort folgende #Artikel erschienen:



Bevor ich mich jedoch über die dort vorgebrachten #Argumente streite, muss ich die Artikel erst mal selber lesen = #Todo für heute abend :-)

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#Artikelserie #Streitkultur #Artikel #Argumente #Todo Gesellschaft (x) Links (x) Philosophie (x)


 

Muße - ein unbegreiflich gewordener Begriff


In der ZEIT erscheinen durchaus viele Artikel, die man auch Jahre später noch lesen kann. Diesen hier, der ursprünglich 2009 veröffentlicht wurde, habe ich heute ausgegraben. Verglichen mit heute, ging es vor zehn Jahren, als der Artikel entstand, ja noch geradezu beschaulich zu. Nur ein paar reiche Schnösel hatten schon ein Smartphone - alle anderen waren noch offline, sobald sie den Schreibtisch verließen, an dem der Computer stand. Und doch passte schon damals das meiste.

In diesem Sinne - einen entspannten und wenn möglich müßig-kreativen Wochenstart :-)
Gesellschaft (x) Philosophie (x)

Muss mich korrigieren - die wollen nur eine kostenfreie Registrierung, sprich: die E-Mail-Adresse.

Ja, ist ein feiner Beitrag.



 

Das Jahr 2000 - in Visionen aus dem Jahr 1900


Anlässlich der #Weltausstellung 1900 in #Paris stellten sich bildende #Künstler der Aufgabe, ihre Vorstellungen darüber, wie die Welt in hundert Jahren, also im Jahr 2000 aussehen wird, zu malen. Die gesammelten Bilder gibt es bei Wikimedia:

France in XXI Century (fiction)

Bild/Foto
France in XXI Century. Air postman
Jean Marc Cote [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons
#Weltausstellung #Paris #Künstler Geschichte (x) Gesellschaft (x) Kunst (x) Links (x) Technik (x)