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Artikel | Telepolis: Fresenius statt Daimler


Sozialstaats-Kolonialismus als Hintergrund der Bertelsmann-Antikrankenhaus-Studie

Mitte Juli 2019 hat die seit Herbst 2016 laufende Kampagne zum rabiaten Abbau von Krankenhausstandorten einen Höhepunkt erreicht. Zunächst hat 2016 eine so genannte "Nationale Akademie der Wissenschaften" mit Sitz in Halle gefordert, 1600 der 1900 Krankenhausstandorte in Deutschland zu eliminieren. Nur so sei die Qualität der Krankenhausversorgung zu verbessern...
Meine Meinung: In meinen Augen spricht an sich nichts gegen weniger Krankenhäuser, vor allen in den großen Städten wo ein massives Überangebot aufgebaut wurde. Wir brauchen eine gleichmäßige Versorgung die sowohl im ländlichen Raum als auch in den Städten garantiert ist. Außerdem solle man überlegen ob das Modell von privaten Arztpraxen noch sinnvoll ist, gut ausgerüstete medizinische Stationen die eine Erstversorgung und einfache Dinge übernehmen können sind da doch wesentlich sinnvoller, vor allen da auch sie nach den jeweiligen Gegebenheiten ausgerichtet werden können.
Tags: #de #artikel #krankenhäuser #medizinische-versorgung #sozialstaats-kolonialismus #bertelsmann #antikrankenhaus-studie #kapitalismus #staat #system #telepolis #ravenbird #2019-08-05
Hmhm. Erzähl mir mal bitte was von Versorgung. Hatte letzte Woche einen Splitter im Auge. Sonntag. Hab den Notarzt angerufen und gesagt was mein Problem ist. Der sagt ich soll ins Krankenhaus fahren. Ich also mit einem Splitter im Auge ins Auto und zum Krankenhaus. Sagt mir das Krankenhaus die könnten mir nicht helfen, der Augenarzt wäre erst morgen mittag wieder da. Soll nach Minden oder Hannover. Minden angerufen, da gibt es Parkplätze. Minden hat auch keinen Augenarzt. Also Bünde oder Hannover. Ich dann nach Hannover gefahren. Gegen zehn Uhr abends rein und 5 Minuten den Splitter entfernen lassen. Notapotheke in Garbsen aufgesucht wegen Medikament und dann über die Autobahn nach Hause.

Den ganzen Scheiss können wir verbrennen weil er nichts taugt wenn er nicht funktioniert. Überversorgung. Mit Bullshit. Ich mach jedes Mal drei Kreuze wenn etwas passiert ist und nicht in die Metzgerei nach Hameln muss.

Kein Zweifel, so wie es jetzt ist, ist es Mist. Das was ich persönlich als optimal ansehe, würde bedeuten das man den privaten Sektor aus dem Gesundheitssystem heraus schmeißt und es komplett umorganisiert.

Du meinst ein sozialistisches System aufbauen.

Das wäre noch umfangreicher. Aber ich bin bei Sozialistischen Systemen ebenfalls sehr vorsichtig, ich halte nichts von Machtkonzentration und das hat man auch bei sozialistischen Ansätzen.

Zentralisiertes, geldsparendes Gesundheitssystem hatte auch die DDR. Du fandest nur eher einen Nachbarn, der dich ins KH fährt.
Und.. was ich bei einem persönlichen laufunfähigmachenden Halbnotfall mache, frag ich mich schon. Irgendwie zahlt die Kasse hoffentlich einen Krankentransport auch ohne halbtot, einfach wenn man es nicht zur Haltestelle schafft, weil irgendwas körperlich defekt ist..

Existenzielle Infrastrukturen gehören verstaatlicht. Dieser "Markt" regelt für die Bürger gar nichts.

Im staatlichen Rahmen stimme ich Dir da zu. Und nicht nur beim Gesundheitssystem.

Oh, da fällt mir noch einiges ein: Bahn, Wohnen, Nothilfen, Bildung, Pharmazeutische Industrie, Versicherungen, Altersversorgung...

Die DDR war kein Sozialismus. Wenn ich meinen Darm in ein Nutellglas entleere habe ich trotzdem keinen Brotaufstrich.

Ich weiß, aber ich wollte irgendwie anmerken, dass auch in dem heute von manchen gelobten Früher schon nicht alles rund um die Gesundheit optimal war.

Das ist wohl richtig. Oder wie Malmsheimer das mal formulierte, "Früher war nicht alles besser, früher war alles nur früher."

Ja niemand da hast Du recht. Die DDR war eine Parteiendiktatur die sich einen sozialistischen Anstrich gegeben hat. Mit dem Grundgedanken des Sozialismus hatte sie wenig bis nichts zu tun. Ist mit der UDSSR ähnlich, das war ebenfalls eine Diktatur die sich einen kommunistischen Anstrich gegeben hat. Dort ging es so weit das man Sowjetunion sogar den Namen eines Systems (Rätesystem) getragen hat das schon in der Anfangszeit der Sowjetunion gnadenlos beseitigt wurde.

Dann hören wir doch in Zukunft auf diese Systeme als etwas anderes als faschistisch zu benennen.

Nein es waren keine Systeme mit Führerkult. Es waren Parteiendiktaturen. Leider ging es auch dort nur um Macht und das durchsetzen der Ansichten der Führungsebene eben jener Parteien. Ob es dafür eine passende Bezeichnung gibt? Gute Frage. Aber eine Abgrenzung ist auf jeden Fall wichtig.

Faschismus benötigt keinen Führerkult.

Ich glaub ihr hattet das schonmal andiskutiert und es führt hier vom eigentlichen Thema weg.
Und dann bringe ich den Klassiker: Wer Recht hat, hängt davon ab, welche Definition zum Einsatz kommt.

Da hast Du recht. Also back to topic.