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Totaler Blackout


#Energie #Blackout
Totaler Blackout
Das kann nicht geschehen, wenn wir auf Solarenergie setzen.
Jedes Dach kann Strom liefern.

Dazu noch günstige und umweltverträgliche Flüssigkeitsbatterien im Keller, Schuppen oder Erdloch, fertig ist die dezentrale Versorgung.

Es ist wirklich so simple.
Dezentralisierung ist sicher etwas, was zukünftig deutlich mehr Berücksichtigung finden sollte, es ist aber nicht die Lösung aller Probleme. Kein Krankenhaus wirst Du so betreiben können, keine Straßenbahn wird so durch die Straßen rollen.
Ich glaube nicht, dass ausreichend Dachflächen verfügbar sind, um den Eigenbedarf decken zu können.
Kurz gefasst und bitte nicht persönlich nehmen, (ich hab ein Problem mit solchen Artikeln nicht du und du bist auch nicht das Problem):
Der Beitrag “Totaler Blackout” wurde von einem anonymen Autor verfasst.
und enthält wie vermutet - keine belastbaren Quellen.
Zeitverschwendung.

Über einen totalen Blackout zu spekulieren halte ich für "total" blödsinnig, weswegen ich den Artikel ignorierte. Ich mag solche Horroszenarien nicht mehr lesen. Sie sind unseriös und verbreiten nicht nur schlechte Laune. In der Regel sind sie Clickbait, schlecht recherchiert, von Misanthropen geschrieben und allein die Anreisser sind schon demotivierend.
Letzteres laste ich den Autoren / Redakteuren direkt an.
Solche Artikel machen meiner Meinung, unsere Welt, unser sozialgefüge, nicht besser.

Diese Denkweise "ohne Strom" sind wir Menschen hilflos, ist total Banane.
Affenartig. Als würden wir in die Steinzeit zurück müssen, weil alle schlauen Leute plötzlich tot umfallen.

Das spiele ich nicht mit.
Und über kurz oder lang, werde ich es schaffen, diese Artikel selbst auch nicht mehr als Affront zu betrachten (mein Problem), sondern sie wahrscheinlich ignorieren. Eine sachliche Auseinandersetzung ist meist eh nicht möglich, weil die Szenarien meist, sachlich betrachtet, technischer Unfug und an den Haaren herbeigezogen sind.
Was ich aber auch gern sagen möchte ist, und da sind wir uns wahrscheinlich alle einig:

Ohne Einschränkung unseres Energiebedarfs wird die Zukunft sehr ungemütlich.

und

Solarstrom allein wird nicht "die Lösung" aller Probleme sein.

Es ist aber generell möglich, den gesamten Energiebedarf, Stand Heute, komplett mit Sonne und Wind abzudecken, in Deutschland.

Hier ein Beispiel einer Forschungsgruppe die nicht einmal alle Technologien berücksichtigt hat.
https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Stromsystem-II-Regionalisierung-der-erneuerbaren-Stromerzeugung.pdf
Dezentralisierung ist sicher etwas, was zukünftig deutlich mehr Berücksichtigung finden sollte, es ist aber nicht die Lösung aller Probleme.
Dezentralisierung der Stromversorgung wäre "exakt die Lösung" der Energieversorgungsprobleme (Stand Heute). Davon bin ich felsenfest überzeugt.
Und das wäre auch sozialer als die bisherigen Energie Oligopole.

Unberücksichtigte Technologien und Entwicklungen (negative / positive) in fast allen Studien:
  • Konsumverwerigerungs - Generationen
  • eMobilität
  • Bidirektionale StromSpeicher
  • Aufdach Mini-Windanlagen (genehmigungsfrei)
  • PV Glas (Fensterscheiben die Energie erzeugen)
  • Heizungsumrüstung (fossil -> Strom)
  • PV Lackierungen
  • Effizienssteigerung von Technologien
  • Energie Bedarfsreduzierung in der Industrie
  • Wasserstoff statt Öl
  • Notwendigkeit aufgrund des Klimawandels
Alles zusammen lässt meiner Meinung nur einen logischen Schluss zu, es wird einschneidende Veränderungen geben. Das ist ganz sicher.

Nur einen totalen Blackout wird es niemals geben, es sei denn ein Atomkrieg vernichtet weite Teile Deutschlands. Und in dem Fall könnte mir auch jedes andere Szenario dann scheiss egal sein.
Sicher, auch ich bin erst einmal vorsichtig, wenn hier ein Autor nicht mit Namen genannt werden will. Aber dafür kann es auch ganz profane und nachvollziehbare Gründe geben. Es wäre zum Beispiel nachvollziehbar, dass jemand, der für die Energiewirtschaft arbeitet, nicht namentlich in Erscheinung treten will. Somit hast Du eine top Informationsquelle, der Du misstraust. ;)

Wir sollten einige Dinge zu dieser Blackout-Problematik strikt getrennt betrachten:
1. Der AKTUELLE Zustand unserer Energieversorgung,
2. Das erstrebenswerte Ziel einer zukünftigen Energieversorgung.

zu 1.:
Bei der aktuellen Energieerzeugung und Netztopologie ist das Risiko eines Blackouts kein hysterisches Szenario, sondern nüchterne Realität. Frage irgendjemanden, der in einer Netzleitwarte arbeitet und er wird Dir eindrucksvoll darlegen, dass wir im Schnitt ein bis drei Tage im Jahr haben, an dem die Kacke echt am Dampfen ist. Bislang hatten wir in den letzten Jahren einfach nur immer sehr viel Glück, dass in den Momenten noch Optionen bestanden, so ein Ereignis abzuwenden. Im Prinzip ist russisches Roulette nix anderes.
Wäre es vor 30 Jahren zu einem großen Blackout gekommen, wäre das vielleicht nur sehr unschön gewesen. Wenn ein solches Ereignis jedoch heute stattfände, hätten wir ganz andere Probleme. Um nur mal ein Beispiel zu nennen: vor 30 Jahren waren Stellwerke der Bahn noch zum Großteil per Hand bedienbar. Heute ein Ding der Unmöglichkeit. Schon allein dieser Sachverhalt würde auch den unelektrifizierten Bahnverkehr sofort zu 100% zum Erliegen bringen. Wir sind mittlerweile in nahezu allen Bereichen alternativlos auf Strom und Internet angewiesen. Und da reden wir noch gar nicht über die zu erwartenden Probleme bei der Wasserversorgung ...
Seriöse Kriseneinsatzpläne von Kommunen und Polizei geben Interessierten zu den zu erwartenden Problemen gute erste Einblicke ...
Da sich in den nächsten Jahren hier auch nix grundsätzlich ändern wird, müssen wir auf derartige Szenarien möglichst gut vorbereitet sein.

zu 2.:
Da es nicht im allgemeinen Interesse sein kann, dass wir die momentanen Risiken belassen oder gar fortpflanzen, muss natürlich nach besseren Lösungen gesucht werden. Nicht nur bei der Energieerzeugung, sondern auch bei dem Aufbau der Netze. Nur so werden wir mittel- und langfristig die Probleme in den Griff kriegen. Y. T. hat dazu bereits einige gute Vorschläge gemacht (bei einigen davon bin ich skeptisch). Mindestens genau so wichtig wie die Veränderung der Erzeugung, ist auch die Veränderung der Netze. Erst dann wird das momentane Problem mit der Netzfrequenz lösbar sein. Netze baut man aber nicht über Nacht um - das dauert einige Jahrzehnte ...
Bei der aktuellen Energieerzeugung und Netztopologie ist das Risiko eines Blackouts kein hysterisches Szenario, sondern nüchterne Realität.
Wenn in Bayern der Strom ausfällt, passiert hier gar nix.

Wir haben kein heterogenes Netz.
Und unserem Haus fehlt nur noch der Hausstromspeicher, dann wären wir auch autark. Also kann das schon mal gar nicht stimmen.

Unser "Dorf" ist zudem sehr gut durch ein modernisiertes Netz angebunden. Sogar die TK Infrastruktur ist komplett neu in der Umgebung bis zum Backbone.

Also ohne Heterogenes Netz ist das keine Realität, sondern FUD.