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Bundesgesetz verhindert Denken von Alternativen


Diese Ideenlosigkeit ist erschütternd

Für das Land der Dichter und Denker ist das ein absolutes Armutszeugnis. Mehr als ein Jahr fällt der Politik in Deutschland nichts anderes ein, als die Kultur einfach aus dem Leben der Menschen zu verbannen.

Nach dem gestern beschlossenen Infektionsschutzgesetz soll das auch so bleiben. Alle hervorragenden Hygienekonzepte, oft mit viel Engagement und wissenschaftlicher Unterstützung umgesetzt, werden einfach eingestellt.

Selbst das Pilotprojekt in Berlin, das zeigte, niemand von 1000 Besuchern in der Berliner Philharmonier steckt sich an, wenn alle sich an die Regeln halten, darf nicht weiterlaufen. Die Appelle der Kultursenatoren Klaus Lederer in Berlin und Karsten Broste aus Hamburg wenigstens Open Air Veranstaltungen zu erlauben, haben nicht gefruchtet. Wie will die Politik mit so einer Politik durch den beginnenden Sommer kommen und im September Wahlen gewinnen?

Maria Ossowski stellt sich in ihrem Podcast im Inforadio die Frage, ob sämtliche Politiker ihre kulturelles Verantwortungsbewußtsein verloren haben, wenn sie nur noch an das Offenhalten von Baumärkten denken, die Kultur aber nicht mehr im Blick haben. Und das, obwohl die Kuturstaatsministerin Monika Grütters Gelegenheit gehabt hätte, sich direkt bei der Kanzlerin für eine andere Politik einzusetzen. Seit Wochen laufen die Kulturverbände gegen die undifferenzierte Politik an, bisher vergeblich.

So bleibt der Kommentatorin zum Schluss nur Ironie oder ist es schon Zynismus, wenn sie den einsamen Hinterhofgeiger als letzte erlaubte kulturelle Veranstaltung empfiehlt, vorausgesetzt alle ZuhörerInnen halten sämtliche Hygienevorschriften ein und vermeiden durch Fenster putzen oder Müll wegbringen den Eindruck, es würde sich um Kultur handeln ...

Selbst CDU Politkern, die das Gesetz gestern gegen alle Oppositionsparteien beschlossen haben, fällt es inzwischen schwer, darin noch etwas sinnvolles zu sehen. So hätte sich der hessische CDU-Ministerpräsident in der gestrigen Corona-Sondersendung "an vielen Stellen andere Regelungen" gewünscht. Die "kritisierte Vielfalt" wird es nicht mindern, denn weiterhin bleibt das Damoklesschwert der Inzidenzwert im jeweiligen Landkreis, der sich vom Nachbar-Landkreis beliebig unterscheiden kann. Niemandem wurde durch das Gesetz geholfen, nur die föderale Struktur der Bundesrepublik wurde beschädigt.

Mehr dazu in dem Podcast von Maria Ossowski im Inforadio https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/kultur/202104/21/554177.html
Link zu dieser Seite: https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/7618-20210422-bundesgesetz-verhindert-denken-von-alternativen.htm
Link im Tor-Netzwerk: nnksciarbrfsg3ud.onion/de/articles/7618-20210422-bundesgesetz-verhindert-denken-von-alternativen.htm
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Könnte es sein, daß der Kulturbereich ganz eigene ökonomische Interessen hat? Und daß die Öffnung der Philharmonie nur der Anfang sein kann - die Öffnung von "Klubs & Kneipen" wäre der logische nächste Schritt. Und schließlich der abendliche Ausgehverkehr des "feierwütigen Party-Folkes" (auch ganz viel Kultur).

Corona ist wie ein Angriff auf die Urbanität. Die urbane Bühne der kulturellen Selbstinszenierung bleibt vorläufig geschlossen. Schlecht für Städte wie Berlin, zu deren ökonomisches Standbein eben auch die "event-Industrie" gehört. Immerhin gibt es Unterstützung durch lobby-Institutionen. Den Radio-Beitrag könnte man so verstehen.
Corona ist wie ein Angriff auf die Urbanität.
Diese Aussage reicht meiner unmaßgeblichen Meinung zufolge nicht weit genug. Ich halte die politischen Maßnahmen im Umgang mit Corona für einen Angriff auf das Menschsein insgesamt. Die vollständige soziale Isolation wird den Menschen vermittels der Medien als Solidarität verkauft. Daran ist aber nicht wirklich viel solidarisches an dem gepflegten Umgang miteinander, wie die vermeintlichen Notwendigkeiten es den Menschen nahe legen.
Und Kultur ist eben ein vitaler Bestandteil des menschlichen Soziallebens an sich. Vielleicht wird er gerade deshalb so drastisch behindert.