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Falsche Freunde?


Greta hat dieses Bild heute gepostet. Nachdem sich Greta und Obama aber so weit mir bekannt bislang noch nicht wirklich begegnet sind, ist das wohl eine Photoshop-Montage mit der Aussage "mit mir wollen die größten Herrscher der Welt posieren - also kann ich meinen Plan durchbringen!"
Putin ist nur noch zu blöd - sonst hätte er es längst begriffen und würde bereits ebenfalls um so eine solche Photoshop-Montage bitten. Oder Xi Jinping.

Gretas Strategie wird klarer: Im Lichte der Mächtigsten werde ich immer mächtiger, und als Mächtige verkünde ich euch dann, wo ihr lang müsst. Herkömmliche Politik und Verfassungen helfen ja offenbar nicht mehr. Unter allen anderen Umständen würde ich da jede Menge Göre-Verteufelungs-Vokabular aufbieten - genauso, wie es die Rechten derzeit gegen Greta aufbieten. Es nicht zu tun fällt mir in diesem Fall vor allem deshalb schwer, weil ich Obama eigentlich für einen der übelsten US-Präsidenten halte, den die Welt je hat ertragen müssen. Und weil Greta irgendwie auch ihren moralischen Anspruch an die Menschheit verrät, wenn sie sich mit so einem CO2-Mega-Pusher ablichten oder verphotoshoppen lässt.

Aber OK, die gute und leider allesentscheidende Sache. Ich hab zwar keine Ahnung, wie ein Mädchen in dem Alter ihr Anliegen in so einem Haifischbecken konsequent durchziehen will, aber ich vertraue mal auf ihr Asperger-Syndrom.
Jost Schwider doesn't like this.
@stefan Ich hab jetzt schon öfters gehört von leuten, das Obama sehr schlimm war als Präsi, schlimmer als der Trump ? ne oder ? Und nur weil er die Drohnen im Krieg eingesetzt hat ? hmmm ....

@Bogus 🐧 @Stefan Münz Ich finde jetzt wirklich Mist, dass ich Dich zu G+-Zeiten nicht gelesen habe. Daher fehlt mir anscheinend ein großes Stück Bildung.
Wo kann man die Kehrseite von Obama erforschen?

Naja, wenn du dir einfach mal seine Kriegs- und Waffenverkaufsbillanzen anschaust ... https://www.heise.de/tp/features/Obama-Neue-Atomwaffen-neue-Kriege-mehr-Waffenverkaeufe-als-unter-Bush-3462334.html - er war eben nicht der Friedensbringer, als der er sich zu Beginn seiner Amtszeit feiern ließ.

@Stefan Münz Der Friedensbringer war er sowieso nicht und der Friedensnobelpreis war absolut daneben.
Danke!
Das erklärt, warum er eine zweite Amtszeit bekommen hat.

Ich sollte vorab sagen, dass ich tendenziell ein Pessimist bin. Daher dürfte es auch nicht verwundern, dass ich mir langsam um die junge Frau sorgen mache. Irgendwie fühlt es sich so an, als ob sie sich langsam verrennt. Oder halt wirklich ein falsches (und gefährliches) Team hinter sich hat. Sollte sie mit ihrer Mission scheitern, dann hoffe ich, dass sie damit klar kommt und in keiner seelischen Krise landet.

Ich bewundere und wertschätze Deinen Optimismus, @Stefan Münz - auch wenn ich ihn nicht immer derart teilen kann.

Fridays for future ist schon lange ein Selbstläufer. Die Kids mögen Greta aber sie brauchen sie nicht.

"Aber OK, die gute und leider allesentscheidende Sache. Ich hab zwar keine Ahnung, wie ein Mädchen in dem Alter ihr Anliegen in so einem Haifischbecken konsequent durchziehen will, aber ich vertraue mal auf ihr Asperger-Syndrom."
Mich beschäftigt eigentlich viel mehr, wie es kommt, dass man eine 16-Jährige inzwischen seit 43 Wochen als Frontfrau benötigt, sich hinter ihr und ihren Altersgenossen versteckt, ohne dass es gelingt, ein hochdringliches Anliegen endlich in die wirklichen politisch bedeutsamen Entscheidungskanäle einzuspeisen. Im Gegenteil: Politisch zerbröckelt die Klima-Diskussion zunehmend...
Wer glaubt, die liebe Greta, wandle mit dieser Kampagne alleine, träumt. Sie benötigt ein hochprofessionell bestücktes Back-Office, welches diese ganze Kampagne steuert. Das alles mit dem Risiko, dass das Mädchen letztendlich als Klima-Greta seiner Persönlichkeit beraubt und verfeuert wird. Das sind meine Gedanken dazu.

@walter helbling
Mich beschäftigt eigentlich viel mehr, wie es kommt, dass man eine 16-Jährige inzwischen seit 43 Wochen als Frontfrau benötigt, sich hinter ihr und ihren Altersgenossen versteckt, ohne dass es gelingt, ein hochdringliches Anliegen endlich in die wirklichen politisch bedeutsamen Entscheidungskanäle einzuspeisen.

Und ich finde es erstaunlich, wieso man sich das fragt. Immerhin kämpfen bereits viele Organisationen seit Jahrzehnten unter unterschiedlichen Schwerpunkten dafür (Greenpeace, WWF, Nabu, BUND). Das scheint Euch irgendwie ja allen "durch die Lappen gegangen zu sein", bis Greta auf dem brennenden Einhorn durch die Wolken reitet. *hust* ;-)

Aber was haben denn Greenpeace, WWF, Nabu und BUND all die Jahre getan? Ich war selber auf einigen Vorträgen über Regenwaldzerstörung usw. in den letzten Jahren. Aber das wurde alles immer als isolierte Probleme behandelt. Da war niemand, der erklärt hat, welche Folgen das für den Klimawandelt hat, und wie das mit den selbstverstärkenden Effekten ist, wenn wir so weitermachen wie bislang. Klar gab es diese Warnungen - in wissenschaftlichen Publikationen. Aber sie wurden nicht wirklich in die breite Öffentlichkeit getragen. Auch nicht von diesen Organisationen. Dazu hat es - traurig genug - leider tatsächlich Greta bedurft.

@Stefan Münz Ja, das Problem ist immer die plakative Art und Weise zu argumentieren, wenn man in Diskussionen "schnell" reagieren muss. Wenn man in einem Thema tief drin steckt, passiert das leider, weil man eben weiß, was man meint. Dir gelingt das bei Twitter auch manchmal.
Ich habe es immer heraus gehört, vermutlich, weil ich es wollte, auch wenn ich bei allen vier Organisationen immer total angenervt von den "wir wissen alles besser, weil wir hier organisiert sind"-Charakteren bin. Die stehen leider immer vorne und fallen auf, meist durch gefährliches Halbwissen.

Was das Back-Office von Greta betrifft, stimme ich auf jeden Fall zu. Ihre Tweets und auch ihre Aktionen sind strategisch alle so wohl platziert - das würde sie mit Sicherheit nicht alleine so hinbekommen.
Aber dass die Klima-Diskussion zerbröckelt, sehe ich nicht so. Dass die Grünen nun seit Wochen in Wahlumfragen bundesweit vor der CDU liegen, ist auf jeden Fall eine Folge dieser Diskussion. Wenn die GroKotzer nicht so peinlich verbissen an ihren Posten kleben würden und einen Rest von Anstand hätten, dann würde die SPD jetzt die Koalition aufkündigen, dann die Kanzler-Vertrauensfrage stellen, und schon wäre nach derzeitgem Stand der Dinge der Weg für vorgezogene Neuwahlen frei. Das wäre das Mindeste, was in DE jetzt mal nötig wäre. Und dann einen ordentlichen ständigen Klimarat bilden, mit Wissenschaftlern und Technologie-Forschern besetzt, der das Rückrat für schleunige Reformen bildet.

..und ich Schussel habe einen Kommentar für Bettina verlegt..der ist irgendwo, aber nicht hier gelandet. Nochmals kurz: Ja, die Tätigkeit der von dir aufgezählten Organisationen ist mir bekannt, bin selbst Mitglied in zweien - einem davon aktiv. Die Schwierigkeit der von dir aufgezählten internationalen Organisationen besteht doch darin, dass ihr Aussagen seit Jahren wissenschaftlich unterlegt sind, Szenarien entwickelt werden, welche nachvollziehbar, wenn auch beängstigend sind.

Sie dringen jedoch damit nicht durch, sondern werden relativ schnell in eine Ecke gedrängt. Deutlich sichtbar ist dies jeweils an den riesigen Klimakonferenzen. Da werden vermeintliche "Vereinbarungen" getroffen, aus denen dann jeder Staat DAS herauspickt, was sich gerade halbwegs schmerzfrei realisieren lässt und sonst kann man im Notfall immer noch aus dem Club austreten... ein Trend der noch nicht vorbei ist, denn im Grunde genommen stecken wir ja in einem Wirtschaftskrieg. Da muss Umwelt hintenanstehen - in den Augen all jener, welche neue Umwelttechnologien NICHT als Wirtschaftsfaktor sehen.
Greta nun soll DAS gelingen, was bislang NICHT funktioniert hat: Die internationale politische Vernetzung. Ich zweifle am Gelingen, denn: Politisch kann man ja Anteilnahme zeigen, sogar ein bisschen applaudieren. Ziel ist aber lediglich, dass der Druck aus dem Kessel entweicht... die Bewegung erlahmt. DANN kann man ja einzelne Programmpunkte übernehmen und auf die eigene Parteifahne schreiben - und du merkst: Ich stecke schon wieder im nationalen Denken.
Die internationale Vernetzung und Umsetzung ist eine Herkulesaufgabe, erfordert Einigkeit bei den G-7 und dann wohl auch sehr viel Geld, denn die Voraussetzungen der einzelnen Länder sind sehr unterschiedlich... Freitagsdemos schaffen dies nicht - schon eher DIE Staaten, welche am schnellsten unter Klimawandel zu leiden haben werden. Sie bräuchten offene Ohren UND Unterstützung. Was für einen G-7 Staat technisch machbar ist, bedeutet für ein Schwellenland möglicherweise den wirtschaftlichen Ruin und Kollaps... Denn, machen wir uns nichts vor: Auch deutsche Firmen produzieren in Schwellenländern, weil Umweltvorschriften lockerer und Löhne tiefer sind. Das taucht dann in keiner CO2-Bilanz zu Deutschland auf...

Und das ist das große Problem beim Thema "Umwelt". Die war immer da, die ist "unsere Mutter" und wie man weiß, bekommen Mütter immer alles alleine hin.
Das "unsere Mutter" aktuell dabei ist, uns ins Nirvana zu schicken, fällt eben nur denen auf, die nah an ihr dran sind. Der Rest denkt "läuft schon".

Konnte die Bildherkunft mittlerweile klären. Obama ist derzeit in Europa und war letztes Wochenende in Stockholm beim sogenannten "Brilliant minds" Event. Dort war auch Greta eingeladen (ist ja ein Heimspiel für sie), und so haben sich die beiden dann wohl tatsächlich getroffen. Backgrounds: https://brilliantminds.co/ (und dort runterscrollen)

Nachdem das Trumpeltier aber so dermaßen gegen die Demokraten mobbt und höchstwahrscheinlich auch die nächte Wahl so manipulieren wird, dass seine Frau noch vier Jahre mit ihm aushalten muss, ist das Foto mit Obama für ihre Amerikareise gut oder schlecht?

Keine Ahnung - aber der Moral-Appeal von Greta wirkt nur bei Zynikern, also bei Menschen, die anders handeln als sie vorgeben zu tun oder glauben zu tun. Aber bei merkbefreiten Egomanen wie Trump funktioniert das nicht. Deshalb hat Greta ja auf die Frage eines Journalisten, was sie Trump sagen würde, nur geantwortet: "nichts, es gibt nichts, was ich ihm sagen könnte". Aber zum Glück gibt es ja auch viele Amerikaner, die keine merkbefreiten Egomanen sind. Und bei denen wird der Moral-Appeal hoffentlich wirken. Sollte FridaysForFuture dort auch erst mal zu einer nennenswerteren Bewegung werden und die starke "Denier"-Fraktion in den Staaten schwächen, könnte das auch für "Denier" Trump zum Stolperstein werden.

Möge das wahr werden.

@Stefan Münz
Wie konntest du dir nur all deinen Optimismus erhalten? ;o)

@Jost Schwider Naja, als Trump Präsident wurde, dachte ich zunächst, das war es dann wohl mit uns allen - es wird keine drei Monate dauern, bis dieser durchgeknallte Kerl die erste Atombombe zünden wird, und der Rest geht dann sehr schnell. Nachdem das aber nun doch nicht geschehen ist, obwohl der Präsident weiterhin ein durchgeknallter Kerl ist, bleibt ja nur noch Optimismus :-)


Die Frage wäre eher: wie kann man bei so vielen erfreulichen Entwicklungen in der Gesellschaft so pessimistisch sein?@Jost Schwider

Beispiel Klima: dass es da ein majores Problem gibt, ist heute nicht mehr nur die Mehrheitsmeinung in Gesellschaft und Politik, es gibt auch eine so starke gesellschaftliche Tendenz, Konsequenzen zu ziehen und Nachteile zu akzeptieren, dass diejenigen, die durch die Konsequenzen ihre Profite schwinden sehen, eine lächerliche Gegenbewegung aufzubauen versuchen.
Für Naturschutz/Artenschutz gilt das noch viel mehr und zwar so, dass die Gegenbewegung der Investoren in die industrielle Landwirtschaft bereits im Verschwinden begriffen ist.

Neue Rechte und Klimaleugner sind einfach die letzten Zuckungen einer sozioökonomischen Randgruppe, der es spürbar an den Kragen geht und sie zuckt nur dort, wo sie zu steif ist, sich anzupassen.

@Hartmut Noack Meine Antwort bezog sich vor allem auf "Denier" Trump...
"Letzte Zuckungen" der Rechten und Klimaleugner - das wäre sehr schön!

Das ist so. Beide haben 30 Jahre lang bekommen, was sie wollten. In Deutschland unter Kohl, dann noch mal in neoliberalem Stil unter Schröder, anschließend unter Merkel weiter so. In den letzten 10 Jahren hat sich allerdings eine "Schluss damit" Bewegung entwickelt, die immer mehr Schwung bekommt und die inzwischen auch die etablierten politischen Strukturen erreicht. Schau Dir die Umfragen der Grünen an, nimm eine beliebige Umfrage zu Umweltthemen, schau Dir an, wie 90% der Öffentlichkeit auf Rechtsradikalismus reagieren. Lass Dich nicht von den paar hyperaktiven Trollen auf Twitter etc täuschen: niemand steht hinter denen sogar die AfD versucht so zu tun, als hätte sie mit den Radikalen nichts zu tun.
Die Republikaner hätten das nicht getan, als sie Anfang der 90er ähnliche Wahlergebnisse in manchen Bundesländern hatten.

...habe ich gestern irgend etwas vetpasst?
Oder bin ich durch einen Fehler im System dort gelandet, wo ich hin wollte? In eine schöne Welt?
Heute sind irgendwie alle sehr positiv.

Negativ bringt als Emotion nicht so viel, Pessimismus sollte man für sachlich kühle Analyse reservieren, in Bewertung und Haltung bewirkt Pessimismus fast immer eine weitere Verschlechterung....
;-)

@Hartmut Noack Da bin ich absolut bei Dir, nur fehlt diese Distanz hier oft. :-)

@Hartmut Noack: Wir Pessimisten werden nur viel zu oft falsch verstanden! ;)

Weil Ihr "Nörgler" genannt werdet, nur, weil Ihr dauernd herumnörgelt? ;-)

Ein Pessimist ist auch nur ein Optimist mit Erfahrung. 😉😎

Nun, bei mir ist es genau umgekehrt, @Torsten Appelhagen

@Hartmut Noack das ist IMHO selten, ich beglückwünsche Dich dazu!