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Globale Erwärmung und globale Verdunkelung


Dass beim Verbrennen fossiler Energieträger Treibhausgase frei werden, ist mittlerweile bekannt. Ebenso bekannt ist, dass diese Gase deshalb so heißen, weil sie in der Atmosphäre dafür sorgen, dass ein Teil des Sonnenlichts nach dem Auftreffen auf der Erde nicht mehr ins All zurückreflektiert wird und die zugehörige Wärme in der Atmosphäre bleibt. Folge: die Erde heizt sich auf (globale Erwärmung).

Weniger bekannt ist, dass andere Partikel, die beim Verbrennen fossiler Energieträger in die Atmosphäre gelangen, praktisch einen gegenteiligen Effekt haben. Dazu gehören Rußpartikel, kondensierter Wasserdampf und Aerosole. Diese sorgen für eine Verschleierung innerhalb der Atmosphäre. Es gelangt dadurch weniger Sonnenlicht überhaupt auf die Erde. Folge: die Erde kühlt aus (globale Verdunkelung).

Wenn nun beim Verbrennen fossiler Energieträger auch ordentlich Ruß in die Luft geschleudert wird, so wie das früher und teilweise heute noch bei Motoren, Maschinen und Kraftwerken der Fall war oder ist, kommt es fast zu einer Pattsituation: trotz der ausgestoßenen Treibhausgase macht sich die globale Erwärmung wegen der gleichzeitigen globalen Verdunkelung gar nicht so stark bemerkbar. Alles scheint gut, obwohl ein höllisches Gemisch in die Atmosphäre geblasen wird.

Wenn nun aber in den nächsten Jahrzehnten tatsächlich das meiste auf erneuerbare und nicht-fossile Energieträger umgestellt wird, dann passiert folgendes: Diejenigen Partikel, die für globale Erwärmung sorgen, bleiben wesentlich länger in der Atmosphäre als jene Partikel, die für globale Verdunkelung sorgen. Das heißt: je mehr wir auf Energieträger umstellen, die nicht nur keine Treibhausgase mehr emittieren, sondern auch keine Rußpartikel und andere Verdunkelungspartikel, desto stärker wird der Wirkungsgrad des Treibhaus-Effekts überhaupt erst werden.

Hier noch zwei Links zum Thema globale Verdunkelung. Zum einen der entsprechende Wikipedia-Artikel dazu:
Wikipedia: Globale Verdunkelung
Und zum anderen noch ein sehr informativer Artikel aus dem Jahr 2011 von der WWF-Jugend:
Globale Verdunkelung vs. globale Erwärmung
Klima (x)
Ich bin mittlerweile 1,5 Dekaden aus diesem Geschäft heraus, und ich habe momentan nicht die Zeit mich mit dem aktuellen Stand der Forschung zu beschäftigen, aber das mit dem Ruß fällt bei mir durch das Plausibilitätsraster, und zwar gleich aus zwei Gründen. Partikel in der Atmosphäre verhalten sich in erster Näherung wie Sonnenschirme, Ruß ist also ein im wesentlichen "schwarzer Sonnenschirm" im Sichtbaren und nahen Infrarot (Energieeintrag durch Sonnenlicht) und im Infraroten (Emission der Erde). Da die Troposphäre (unterste Atmospärenschicht) gut durchmischt ist, ist es egal, ob der Ruß herumfliegt oder einfach nur schwarz auf dem Boden liegt. Der Energieeintrag in die Atmosphäre wird stattfinden. Da müsste der Ruß schon weiß im Sichtbaren sein wie Wolken (Partikel mit einer Wasserhaut, Erhöhung der Albedo). Und selbst da kann man Überraschungen erleben, weil Cirren meines Wissens netto wärmen. Der zweite Grund ist die Lebensdauer, die für CO2 bei - wenn ich mich recht erinnere - etwa 100 Jahren liegt, und für Ruß - ich weiß nicht - wenige Stunden oder Tage (wird ausgewaschen), der Nachschub muss also massiv sein um für eine merkliche Konzentration zu sorgen. In der Welt will ich nicht leben.

Anders ist das, wenn man den schwarzen Sonnenschirm »außerhalb« der unteren Atmosphäre »anbringt«: Vulkane können so etwas, ab mit dem Ruß und Staub in die Stratosphäre. Das hat die Geschichte bewiesen, aber wer hat schon einen Vulkan daheim. Außerdem schafft man sich massiven Ärger mit der Luftfahrt an die Backe, wenn man das umsetzt.

Nee, hier herrscht m. E. eher »Verdunkelung« beim Verständnis der breiten Bevölkerung über die Vorgänge in der Atmosphäre.