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Sascha Lobo ruft im Namen von Greta Thunberg die Revolution aus


So muss das laufen:
#rp19 #FridaysForFuture Gesellschaft (x) Politik (x)
Währenddessen fliegen mehr Menschen als je zuvor, Millionen Chinesen steigen vom Fahrrad auf den Motorroller, werden an jeder Straßenecke Kreuzfahrtsschiffe gebaut.

Die Chinesen sind halt - herrenmenschlich gesprochen - leider noch etwas hinten an. Aber es könnte auch sein, dass das alles nur eine deutsche Selbstüberhebung ist. Denn die Chinesen investieren zwar auch noch in Kohle, haben aber isg. völlig andere Visionen als Deutschland, und bewegen sich auch ungleich zügiger darauf zu. Sie investieren in Kohle als Übergangslösung, aber nur, weil sie in Maßstäben denken müssen, die uns völlig überfordern würden. Wir sind 80 Mio. Die sind 1300 Mio. Sie müssen ihren Umstieg also auch völlig anders skalieren als wir. Und trotz Kohle haben sie viel ehrgeizigere CO2-free-Ziele als unsere Politdeppen.

gerade in china steigt der fleischkonsum immer mehr.

Das stimmt leider - und gilt auch für andere Schwellenländer. Ich hoffe, sie verlernen es noch rechtzeitig wieder.

Lustigerweise Fleisch, das in Deutschland produziert wird...

Einerseits konsumieren die Chinesen immer mehr und sie haben ihre früher vorbildliche Fahrradnutzung vernachlässigt. Andererseits haben sie das Problem durchaus erkannt und tun sehr viel, es zu lösen.
Die traditionell sehr einflussreichen heute 50jährigen Chinesen sind in den 1970er Jahren mit ganz realem Hunger aufgewachsen, noch in den 90ern gab es auf dem Land Mangelernährung und für uns hier kaum vorstellbares Elend.
In den letzten 20 Jahren sind die Löhne in China regelrecht explodiert und zwar ohne Inflation, 5 bis 7% im Jahr waren der Normalzustand. Natürlich läuft das auch darauf hinaus, dass die Chinesen das erschuftete Geld auch ausgeben wollen. Und bei den meisten geht es dabei immer noch um Dinge, die für uns einfach selbstverständlich sind, wie einen Kühlschrank oder Pflege für Senioren.
Ich kann @Stefan Münz nur zustimmen: China geht mit viel mehr Nachdruck gegen das CO2 Problem vor als wir hier, von den USA zu schweigen....

Meine Meinung zum Thema Fleischkonsum in China (und Indien):

Ich sehe das ähnlich wie Rolf und Harmut.

Wir (der zivlilisierte Westen, das Abendland - nicht persönlich gemeint) haben diese Fleischfress-Kultur zu denen getragen und auch nach Indien. Wir leben anderen Nationen vor, wie es ist im Wohlstand zu prassen. Ab und zu sind wir aber auch ein gutes Vorbild.

Und damit wären wir dann wieder bei Schuldzuweisungen die der Sache nicht dienlich sind.
Also ich kann nur für mich sprechen und sagen: Ich werde von niemandem zur Dekadenz gezwungen.
Zum Thema Sascha Lobo - ich glaubte stets bei ihm viel Opportunismus rauszulesen, aber hey, tut er nun was für die Menschheit und wenns der Sache dienlich ist, will ich das auch gern anerkennen. Ein wenig freue mich auch darüber. Für einen raschen Wandel sind wir auch auf Populisten angewiesen die dazu beitragen.

@🐰 Y. T. ☮ Kollegen von mir arbeiten regelmäßig in China(VR) und eine Freundin des Hauses ist Chinesin, so habe ich einiges über die Alltagskultur dort erfahren. Zum Thema Ernährung ist das erst mal so, dass die Kultur eine viel größere Rolle darin spielt als bei uns.
Es geht beim Essen sowohl um philosophische Hintergründe wie den berühmt berüchtigten auf den Dauismus zurückgehenden Pragmatismus: man muss essen, Essen ist gut. Konfuzianische Konzepte spielen in den sozialen Aspekt hinein, und zwar nicht nur im Sinne, wie man isst:

Kein Messer am Tisch! Essen ist Frieden!, Zeige laut und deutlich, wie es Dir schmeckt!, Iss nicht alles auf, was Dir aufgetischt wird! Lass etwas für die Geister übrig und zeige damit auch, dass Du satt geworden bist...

... sondern auch was man isst:

Auch die Herrscher essen Reis, wie wir alle. Iss alles, was Du verdauen kannst, verachte nichts essbares.

In den soziokulturellen Aspekt macht sich in den Jahrzehnten seit Deng Xiao Ping der Einfluss des Kapitalismus bemerkbar. Und damit wären wir beim Fleisch. Weil dieses in China selten und kostspielig war, galt es als besonders prestigeträchtig, Fleisch zu essen, und zwar gerne auch sehr fettes Fleisch. Es gibt ein Gericht, von dem behauptet wird, es sei Mao Dse Dongs Leibspeise gewesen, das heißt "Schweinefett mit brauner Sosse".
Noch vor 20 Jahren haben Freude aus China berichtet, dass es in den "guten" Restaurants, in die sie ausgeführt wurden, so gut wie kein Gemüse gab. Ein wenig Reis oder Nudeln mit sehr viel Ei und eben Fleisch galt als "gute Küche". Gemüse galt als "Armeleuteessen" und war es auch. Wer sich zum Reis nur Kohl und Sprossen leisten konnte, galt als "Minderleister".
Inzwischen hat sich das sehr geändert. Heute gilt es als prestigeträchtig, wenige Delikatessen zu sich zu nehmen, statt sich mit Cho Suey vollzustopfen. Das geht so weit, dass die Reichen gerne mal ein Essen für 200 Euro im Restaurant kaum angerührt zurückgehen lassen und ein weiteres bestellen, auch besonders gesunde Ernährung mit Vollkorn und Rohkost gilt als "fein", solange es teuer und aufwändig ist.
Bei sehr vielen Chinesen erregt dergleichen Snobismus weniger Abscheu als vielmehr Bewunderung und den Wunsch, es "auch so weit zu bringen". Bisschen wie die amerikanische HipHop BlingBling Obszession mit dem großen Geld und Luxus.

Ich denke, es darf darauf gehofft werden, dass die Ernährungsweise in China sich eher positiv entwickelt. Ein Konzept wie: "Fleisch aus Massentierhaltung ist schlecht für Dich und die Umwelt" dürfte für Chinesen durchaus verständlicher sein als für uns. Unter anderem, weil die Chinesen bis in dieses Jahrhundert hinein Fleisch zum größten Teil aus sehr kleinen Betrieben gegessen haben. Massenhaltung gab es allenfalls für Hühner und deren Produkte galten(zu Recht) als minderwertig. Rind und Schwein kam zum größten Teil aus Betrieben, die weniger als 10 Tiere hielten.

Danke für dein Schilderung. Ich hab da leider immer nur, so wie dich, Kenntnisse vom Hörensagen und aus Medien.
Bei sehr vielen Chinesen erregt dergleichen Snobismus weniger Abscheu als vielmehr Bewunderung und den Wunsch, es “auch so weit zu bringen”. Bisschen wie die amerikanische HipHop BlingBling Obszession mit dem großen Geld und Luxus.
:) Schön gesagt.
Alles verständlich.
Ich verachte die BlingBling Kultur nicht, ich hoffe auf mehr Bildung.

Das erklärt jetzt aber nicht den FastFood Konsum. Die eher ungesunde Ernährungsweise und den Kapitalismus der seit etwa 20 Jahren immer mehr Einzug in China erhält und der auch zu einem Anstieg von Übergewicht und anderen Zivilisationskrankheiten führt, oder doch?
Indien ist ja nicht China, aber auch da würde ich gern mein Bild auffrischen lassen.



Ich hab mir seine re:publica Rede jetzt mal reingezogen und möchte sagen:
Egal wie und warum, ich finde gut was er (unterm Strich) gesagt hat.

re:publica? ist doch diese bundeswehr rekrutierungsveranstaltung, oder?

Re steht vielleicht auch für Recklinghausen?
Keine Ahnung :)

Im Gegensatz zu Dir, @Rudolf Goldman, hört man ihm zu. Im Gegensatz zu allem, was der moralisch makellose Underground zustandebekommt, hat die shyce Re:Publica unter Leitung des kleinen liberalen Hipsters Gebhardt einen tatsächlichen politischen Einfluss, der nicht völlig ignoriert wird.
Denk mal drüber nach.

Im Gegensatz zu Dir, @Rudolf Goldman, hört man ihm zu.
was ist denn mit dir los? und was genau soll daran gut sein wenn man dem bundespräsidenten zu hört?
Im Gegensatz zu allem, was der moralisch makellose Underground zustandebekommt, hat die shyce Re:Publica unter Leitung des kleinen liberalen Hipsters Gebhardt einen tatsächlichen politischen Einfluss, der nicht völlig ignoriert wird.
Denk mal drüber nach.
muahahaha, der war gut. welchen denn?

und wen meinst du mit "makelloser underground"?

Ich meinte Lobo, nicht den Steinschmeier.

Welchen denn?
Mehr als Deiner oder meiner oder als irgend jemandes Einfluss, der es etwas genauer nimmt mit Antikapitalismus und Freiheit.

Worauf ich hinauswill ist: es ist vollkommen lächerlich, sinnlos und widersinnig, gegen linksliberale Veranstaltungen wie die Re:publica vorzugehen, sich mit dem dämlichen alten halbrechten Fefe gemeinsam hinzustellen und nichts anderes zu sagen als: "IHR seid alle doof, ich kann das viel besser!!!"

So funktioniert Politik nicht.
Oder besser: ganz genau so funktioniert Politik. Lass die Spinner im Untergrund herumschwadronieren, je mehr sie sich moralisch rein halten, desto besser können wir, die politische Klasse der Gabriel und Lindner etc etc, alles vereinnahmen, was sich auch nur ansatzweise kritisch mit unserer Politik befasst.

Kritik an sowas wie Re:Publica ist vollkommen berechtigt. Aber nur, wenn es eine Kritik ist, die die Veranstaltung(oder die Partei oder die Bewegung und oder sonstwas) dennoch als unsere Sache betrachtet.

Na ja. Seit der Kurnaz-Affäre fällt Steinmeier als moralische Instanz jedenfalls bei mir komplett aus.

Hier scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Ich hatte gedacht, es ginge um Lobo, den ich für einen wohlmeinenden Typen halte.
Steinmeier ist freilich nur ein Grußonkel, der jederzeit irgendwelches gutklingendes Zeug erzählen kann aber eher gar nichts damit meint.

Ich wunder mich auch, warum hier dauernd auf irgendwelchen Bundespräsidenten rumgeritten wird. Es geht hier im Thread um die Rede von Sascha Lobo auf der re:publica 2019. Über die re:publica kann man sicherlich auch unterschiedlicher Auffassung sein. Ich selber als südwestdeutsches Landei war bislang noch nie da. Die 700km-Reise in die für mich eigentlich falsche Himmelsrichtung, die ich mir für die #Unteilbar-Demo angetan habe, wäre mir die re:publica irgendwie nicht wert. Zu viel selbstverliebtes Nerd-Gehabe. Aber trotzdem halte ich die Veranstaltung für wichtig. Wichtiger jedenfalls als die Hannover-Messe. Oder sozusagen die zeitgemäße Form dessen, was solche Messen früher mal waren. Und Sascha Lobo ist halt nun mal der von der Szene anerkannte Chef-Seismograph für die aktuelle Befindlichkeit im reflektierteren Teil der Bevölkerung. Kann man zweifellos idiotisch finden. Aber genau darum, um Idiotie und dergleichen mehr, geht es ja in Lobos Rede. Wenn man sich denn mal auf sie einlässt.

Zu dem alten IFO Geschäftsklima-Joke, den Sascha Lobo von Volker Pispers geklaut hat mal ein kleiner Seitenhieb:

https://files.coding4.coffee/ll4nfm1h.png

(das musste raus ..., es war mir ein Bedürfnis :D )