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Verschwörungstheorien und YouTube


Im unten verlinkten Artikel erzählt die Sozialpsychologin Pia Lamberty darüber, warum vor allem YouTube ein verstärkender Faktor für die Verbreitung von Verschwörungstheorien ist.

Nun bin ich eine Zeit lang ja auch mal in den Bann aller möglichen Verschwörungstheorien geraten, oder besser gesagt, "alternativer Theorien", und ich kann bestätigen, dass YouTube in der Tat ein ideales Medium ist, um sich damit anzufüttern. Manches davon erschien mir durchaus plausibel (z.B. Feinstofflichkeits-Theorien und 9/11 als Inside-Job). Anderes dagegen überhaupt nicht (z.B. Flat-Earth oder Amis waren nie auf dem Mond), und dann gibt es noch jene Theorie, die ich leider immer noch für verdammt überzeugend halte, auch wenn ich sie natürlich nicht beweisen kann. Es ist die Theorie der Prä-Astronautik, die ja auch Erich von Däniken seit Jahrzehnten befeuert. Jedenfalls erscheint es mir beim Blick auf den Zustand der Menschheit wesentlich plausibler, dass diese vor vielen tausend Jahren, obwohl damals selbst erst gering entwickelt, mal eine anfängliche außerirdische Bildung genoss, wobei die Lehre aber irgendwann wegen Schwerbelehrbarkeit offenbar abgebrochen wurde. Abgesehen davon, dass diese Theorie sehr plausibel die ganzen Götter-Welten der alten Kulturen erklärt, gefällt mir auch die Idee, dass sich einige der edlen Außerirdischen (geplant oder ungeplant) mit Menschenfrauen gepaart haben könnten, woraus dann besonders befähigte und intelligente Halbgötter-Menschen hervorgingen, die auf der Erde zurückblieben. Das weitere Paarungsverhalten würde auch den allmählichen Verfall echter Intelligenz bei gleichzeitiger Verbreitung minderwertiger, gieriger und ausbeuterischer Intelligenz erklären. Naja, jetzt aber genug geschwurbelt :-)
Gesellschaft (x) Medien (x)
Abgesehen davon, dass diese Theorie sehr plausibel die ganzen Götter-Welten der alten Kulturen erklärt,
das ist völliger humbug. damit behauptet man, die leute früher seien alle zu blöd gewesen sich ordentliche halluzinationen einfallen zu lassen. eigentlich hat schon hoimar v dithfurth diesen schwachsinn ziemlich nachhaltig widerlegt.

Also ich halte den Insidejob für wahrscheinlicher als die Alien-Theorie.

Gut, dass ich wohl gegen solche Theorien relativ immun bin.

Ich denke, dass Verschwörungstheorien praktisch zur Menschheit dazugehören. Religionen sind ja da im Grunde auch nix anderes. Und selbst politische Ideologien (egal, ob rechts oder links) stehen dem mitunter erschreckend nahe. Verschwörungstheorien halte ich auch nur dann für bedenklich, wenn man dabei die logische Bodenhaftung verliert. Solange man dem Ganzen nicht wahnhaft verfällt, ist das doch null Problem. Wir Deutschen sind dabei vermutlich sogar eher zurückhaltend und unerfahren. Wenn ich da beispielsweise an diverse Gespräche mit Russen denke, dann habe ich den Eindruck, dass das dort um einiges exzessiver gelebt wird.

Und da Du es angesprochen hast: 9/11 halte ich immer noch für einen Inside-Job. Nicht weil ich mich in diese Sichtweise verbissen hätte, sondern weil die Logik in meinen Augen derzeit keine andere Annahme erlaubt. Wenn morgen irgend jemand um die Ecke käme und die zahllosen erdrückenden Indizien mal mit Logik zerlegen würde, wäre ich sogar erleichtert. Aber dieser Jemand kommt nicht. Warum???

Prä-Astronautik ist sicher keine wirre Theorie. Ist ja auch nicht grundsätzlich unwahrscheinlich. Vor längerer Zeit hat mich ebenfalls mal der Sachverhalt beschäftigt, warum es bereits in frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte einen scheinbaren Wissenstransfer über Kontinente hinweg geben konnte - auch in Bezug Götterglauben. Heute vermute ich, dass uns dafür irgendwann vielleicht einmal die Quantenphysik die Erklärung liefern wird. Ich denke, unser derzeitiges "Alltagsweltbild" ist noch viel zu materie-orientiert. Weil wir schwerpunktmäßig nur das erfassen und verstehen können, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Das Dilemma dabei: die Physik ist um vieles größer - und somit für normale Menschenhirne gar nicht mehr erfassbar. Renommierte Physiker unterhalten sich heute über die 6, 7, 8 Dimension und Paralleluniversen, die eventuell nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sein könnten. Alles nicht mehr vorstellbar - und trotzdem keine Verschwörungstheorie, sondern seriöse Wissenschaft.

Ja, diese etwas lockere Umgangsweise mit gewagten Theorien finde ich sehr angenehm. Theoriebildung ist ja ein kreativer Vorgang, der erst mal nur das Denkbare auslotet. Sich bereits dabei zu verkrampfen und bestimmte Gedanken nicht zuzulassen, ist eher kleingeistig.

Problematisch wird es, wenn versucht wird, Theorien gegeneinander auszuspielen, vor allem dort, wo das mit der klassisch-positivistischen Falsifikation am Modell nicht so einfach funktioniert. Etwa bei vielen geisteswissenschaftlichen Theorien (z.B. in der Linguistik), aber auch bei komplexen naturwissenschaftlichen Theorien (bestes Beispiel ist wohl derzeit die Klimawissenschaft). Da läuft halt viel über Konsensbildung unter Experten.