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So grün das Gras, so braun die Erde darunter


Bereits in den 80ern, als die Grünen als Bewegung und später als Partei entstanden, hatte ich ein ambivalentes Verhältnis dazu. Einerseits waren sie antikapitalistisch, friedensbewegt, umweltbewusst und gegen kleinbürgerlichen Materialismus. Aber andererseits waren sie oft auch schon früh erkennbar technikfeindlich, auf mir unangenehme Weise anti-individualistisch und - irgendwie - schnell auch mal "völkisch". Es ist die Ambivalenz zwischen der guten Sache hinter "alles aus lokalem Anbau" und der problematischen hinter "wir wollen keine fremden Einflüsse hier". Diese "grün-braune Ambivalenz" ist tatsächlich sehr gefährlich. Denn sie kann sich auch in ein und derselben Person abspielen. Aus einem jungen, ehrlichen Geist, der sich nach einer lebenswerteren, gerechteren und menschlich wärmeren Welt sehnt, kann unter entsprechendem Einfluss schnell ein Anhänger genau der abstrusen Verschwörungstheorien werden, aus denen der Nationalsozialismus entstand. Wenn heute junge Menschen in zünftigen Wollpullovern billige, leerstehende Häuser auf dem Land kaufen und neu bewirtschaften, sollte man durchaus genauer hingucken. Hier hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mal sauberen Investigations-Journalismus inklusive Undercover-Methoden betrieben:
Gesellschaft (x) Politik (x)
Ich habe diese Sendung gestern Abend mit Bestürzung gesehen !
Unfaßbar was sich so alles hinter einer harmlos klingenden Fassade aufbaut !

Naja, ob ich die jetzt den Grünen da mit ins Boot holen würde weiss ich nicht. Bin jetzt auch nicht unbedingt ein Fan von denen, da sie gezeigt haben, dass es sich eigentlich um eine sehr konservative Partei mit Öko-Themen handelt, die am Anfang ein anderes Image hatte. Oder man ihnen ein anderes Image andichtete, weil man Öko auch immer gleich mit Hippie verglich/vergleicht und dadurch auch fälschlicherweise "Multikulti" folgert. Einen ähnlichen Fehler wird ja auch bei alternativer Medizin und der Esoterik begangen, wo man ganz schnell in faschistischem Gedankengut landet.

Diese Anastasia "Bewegung" ist für mich eine astreine und rechtsradikale Sekte, vermutlich auch mit ordentlicher Gehirnwäsche, die meines Erachtens zurecht vom Verfassungsschutz beobachtet wird. So wie die Doku sagt wird mit Ökothemen angelockt und gleichzeitig rassistisch, nationalistisch und völkisches Gedankengut gepflanzt. Krasse Sache.

Die heutigen Parlamentsgrünen würde ich da sicher nicht mit ins Boot holen. Worauf ich mich da bezog, sind eher die (heute gar nicht mehr oder kaum mehr existenten) "Fundis", die aber, wenn man die 80er in Westdeutschland miterlebt hat, nun mal anfänglich "die Grünen" waren.

So habe ich es auch gesehen @hoergen

Sag ich doch, es gibt überall Orte wie "Jamel" nahe Wismar. Die Ansätze sind ähnlich, auch wenn die Leute in Jamel sich offensichtlich keiner "Öko-Bewegung" angeschlossen haben. Sie arbeiten aber u.a. auch als Selbstversorger.
Und ich finde es ja schön zu lesen, wie naiv die "Ureinwohner" in Grabow sich den Neuen gegenüber verhalten, weil diese "ordentlich" sind, auch wenn dies leider nicht schön ist.

Ich glaube aber auch, dass z.B. Joschka nie im Leben da mit gemacht hätte, auch wenn ich dem wirklich richtig böse bin, angesichts dessen, was er in seiner Regierungszeit so angestellt hat.

Jamel ist natürlich ein extremes Beispiel. Dass die dort auch Selbstversorger sind, wusste ich zwar nicht. Aber "Selbstversorgung" als Ideal wird ja durchaus von den Rechten als Position besetzt, weil es "Stärke" auf Klan-Ebene demonstriert.
Es wird halt - überall in Deutschland, und nicht nur hier - immer einfacher, auf dem Land, von wo alle in die Städte fliehen und die Alten irgendwann sterben, billig an Haus und Hof und Land zu gelangen. Und wenn es tatsächlich Menschen gibt, die umgekehrt von der Stadt aufs Land gehen, um sich auf diese Weise eine neue Existenz aufzubauen, ist das ja an sich prima. Aber es ist eben auch ein bislang wenig beachtetes Schlupfloch für neu-rechte Gemeinschaften.

Jamel ist aber leider kein Extrembeispiel, Jamel ist nur angesichts der Familie Lohmeyer bekannt...
Hier in MV macht es keinen Unterschied, wo man sich befindet, die rechte Szene ist überall, egal ob im Dorf oder in der Stadt.
Mittlerweile habe sogar ich Probleme, da rechtzeitig zu erkennen, mit welcher "Überzeugung" ich jetzt gerade rede, denn leider hat das rechte Gedankengut auch viele kluge Menschen erwischt.
Ich glaube fast, dass sich das dort breit macht, wo der Pessimismus gesiegt hat, vermutlich hilft da dann "die deutttsche Orrrdnung", um überhaupt noch die Nase über Wasser zu bekommen.
Was mach ich jetzt aktuell, um nicht den Pessimismus die Oberhand gewinnen zu lassen? ;)