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Berlin - 12. Juni 2020


So viel die #FridaysForFuture-Bewegung auch erreicht hat in den Köpfen: die Politik hat bislang nur den Schuss gehört, aber ist noch nicht wirklich wach. Winzige Klimaschutzpäckchen und die Zukunftslust einer Correga Tabs auf dem Nachttisch. Immer größere Teile der Bevölkerung fühlen sich nur noch verarscht und offenbar gewollt unverstanden. Und das sind keine Radikalen, weder links noch rechts. Es sind einfach nur Millionen Menschen, die kein Verständnis mehr haben für Reformstaus, geschuldet allein dem Interesse von Konzernen und Thinktanks, die keinerlei wirkliches Interesse an einer lebenswerten Zukunft haben, weil das ihrer Eternal-Growth-Philosophie widerspricht.

Zeit, dass wir uns darauf besinnen, dass wir der Souverän sind als #Demokratie. Unsere Institutionen waren von uns so gewollt. Aber wenn sie nicht mehr richtig funktionieren, müssen wir über neue Strukturen nachdenken und über neue Wege demokratischer Handlungsfähigkeit. Natürlich gemeinsam.

Digitale Wege bieten sich an. Aber es braucht auch analoge, physische Events, die aus einem Willen mehr machen als nur ein digitales "Like it". Man unterschätze nicht die Wirkkraft und Leitungsfähigkeit "mythischer Events" wie etwa Woodstock. Genau so was ist für 2020 in Planung. Für den 12. Juni 2020. In #Berlin. Das gesamte Berliner Olympia-Stadion, das bei Nutzung der Sportflächen bis zu 90.000 Besucher fassen kann, soll an diesem Tag zu einem klassischen griechischen Demokratie-Forum werden. Voll mit Leuten, die sich gegenseitig inspirieren und organisieren sollen. Eine in dieser Form bislang noch nicht dagewesene politische Großveranstaltung in der Neuzeit. Natürlich entsprechend medial beachtet und mit möglichen Folgewirkungen. Für ca. 30 Euro könnt ihr dabei sein. Aktuell sind die ersten 2.000 Tickets verkauft. Das Geld dient übrigens nur der Kostendeckung der Veranstaltung. Falls Gewinn anfällt, wird der für anerkannte Klimaschutz- oder Sozialprojekte verwendet. Es gibt für diese Großveranstaltung keine Sponsoren. Sie soll maximal ideologiefrei und unabhängig sein. Alles weitere auf der Website.
#FridaysForFuture-Bewegung #Demokratie #Berlin Gesellschaft (x) Politik (x)
Die Diskussion wird kontrovers.

Bürgerversammlung im Olympiastadion: Gefühlsgleichschritt der Bewegung


Eine Kondomfirma, eine Klimagruppe und „die Wissenschaft“ treffen sich als emotionale Masse im Stadion. Was kann da schon schiefgehen?

Ja, es gibt auch schon Schlaumeier, die wissen, dass so ein Tages-Event im Stadion allenfalls 250.000 kostet und der Rest natürlich an "Luisas Hintermänner" geht. Dabei haben die Initiatoren klipp und klar angekündigt, dass jeder übrig gebliebene Euro an gemeinnützige Organisationen gespendet wird.
Im übrigen sieht es zumindest momentan eher lau aus, was das Zustandekommen des Events betrifft. Aktuell sind nicht mal 5.000 Tickets verkauft, und die Mindestfinanzierungssumme, die bis Weihnachten erreicht sein muss, ist gerade mal zu einem Sechstel erreicht bislang.

Einer der dümmsten und bigotten Artikel, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Das sind wieder diese Typen, die alles ablehnen, was nicht einer "reinen Lehre" entspricht.. Aber was will man schon von der konservativen pseudolinken Tageszeitung erwarten. -> Tonne

Auf Twitter habe ich schon ähnliche Reaktionen auf den Event erlebt - und zwar auch bei Leuten mit Klimastreikbanderole im Benutzerbild und von "offiziellen" FridaysForFuture-Ortsgruppensprechern. Viele kommen vor allem mit dem Konzept "Eintrittspreis" nicht zurecht und halten das für elitär und für "Reiche, die unter sich bleiben wollen". Dass es sich um Crowfunding handelt, um etwas Ungewöhnliches auf die Beine zu stellen, wird anscheinend nicht überall so gesehen, auch im eher linken Spektrum nicht. Es wurde sogar schon gefragt, ob der Event denn mit Greta abgesprochen sei. Dabei ist es gar kein reiner FridaysForFuture-Event, auch wenn die Initiatoren eng mit FfF kooperieren.

Gibt es denn auch positive Kommentare? Vlt. kommt ja in der taz noch was - jedenfalls werden mitunter Dinge in der taz von unterschiedlichen Autoren unterschiedlich kommentiert.


Doch - es gibt durchaus Presseartikel, die den Event positiv behandeln, etwa dieser:

"Olympia" in Berlin? "Fridays for Future"-Aktivisten sorgen mit Idee für Euphorie

Und bei Bento ist ein recht ausführlicher und differenzierender Artikel erschienen:

29,95 Euro für einen Tag Demokratie: Was soll der "Petitionstag" im Olympiastadion?

Persönlich hätte ich es - zumindest was die Örtlichkeit betrifft - auch besser gefunden, wenn man mal was anderes als Berlin gewählt hätte. Dabei geht es mir nicht mal so sehr um den historisch politischen Beigeschmack des Berliner Olympiastadions, sondern einfach um Geographie. Würde man so was mal in Frankfurt oder Kassel machen, wäre das einfach "mehr Mitte".