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Flugscham?


"Liebling, bitte lass uns doch im nächsten Jahr auf den Flug in die Südsee mal verzichten. Ich habe gehört, dass das sehr schlecht für die Umwelt sein soll."
"Aber sicher doch, Herzilein, ich weiß auch schon, wie wir das Problem lösen. Wir buchen einfach eines dieser tollen Kreuzfahrtschiffe!"


CO2 ǀ Hört endlich auf zu #fliegen! — der Freitag

#CO2 Nur fünf Prozent der Weltbevölkerung haben überhaupt jemals ein #Flugzeug bestiegen. Diese Luxuselite sind wir – eine Bedrohung für das #Klima des Planeten ...
#fliegen #CO2 #Flugzeug #Klima Gesellschaft (x) Link (x) Politik (x)
@tini Die E-Flieger werden sicher auch irgendwann kommen - Ansätze gibt es ja schon. Dennoch sollte auch Flugvermeidung ein Thema sein. Da könnten z.B. internationale Organisationen wie die Uno, aber auch international agierende Digitalkonzerne wie Google vielleicht noch mehr Standards setzen und dafür sorgen, dass nicht jede V.I.P mitsamt Pseronaltross wegen eines 10-Minuten-Statements auf einer Konferenz oder einem Meeting um die halbe Welt reisen müssen.
@tini

„Die problematischen Gruppen der Vielflieger sind gemessen an der Bevölkerung sehr wenige, die sehr viel fliegen“, so Gößling. Viele davon seien Geschäftsreisende und Freizeitvielflieger, „häufig Pensionäre mit angespartem Vermögen“.

Also die Menschen mit der meisten Zeit der Welt müssen ganz schnell in den letzten Stunden ihres Lebens die gesamte Welt ansehen.
Vielleicht haben wir dank "Digitalisierung" ganz einfach das Problem schneller vom Tisch als wir zu hoffen wagen? Man hätte mehr Lebenszeit zur freien Verfügung, um genau in der Zeit bewusster zu reisen. Und auch wenn das ganz schön nostalgisch ist, auch Zugverkehr kann man wieder in die Richtung bewegen, dass Menschen das Gefühl von "Aida" auf der Schiene bekommen könnten. Sich nachts schlafend von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu bewegen, halte ich für eine gute Reisemöglichkeit.
Mein Traum vom Beamen wird wohl in diesem Leben nicht mehr umzusetzen sein. ;)

Ich wäre ja für kostenlose Flugabwehrkanonen für alle.

@Hanno Gardemann hz Lebst du in der Einflugschneise von Köln/Bonn?

Ehrlich gesagt frage ich mich schon ein bisschen, warum man sich gerade aufs Fliegen versteift. Klar, die Flugzeuge sind umweltschädlich, aber in letzter Zeit bekommt man den Eindruck, sie seien die schlimmste Umweltsünde überhaupt. Und das sind sie bei weitem nicht. Moderne Flieger verbrauchen pro Person und Kilometer weniger als 2 Liter Kerosin (Start und Landung sind allerdings Spritfresser, Kurzstreckenflüge schneiden darum schlecht ab).

tl;dr: Wer die Umwelt schützen will, muss nicht aufs Fliegen verzichten, sondern aufs Reisen.

Wer die Umwelt schützen will, muss nicht aufs Fliegen verzichten, sondern aufs Reisen.

OHM!
*ichreißmicheinfachzusammen*
Für mich heißt Reisen, von einem Ort zum anderen zu wandeln und dabei unglaublich viele Begegnungen zu haben.
Man kann durchaus dabei energetisch neutral "wandeln", wenn man wandert ist es sozusagen komplett neutral, das Fahrrad muss natürlich energetisch in der Herstellung abgerechnet werden. Man könnte natürlich auch, wenn man es kann (ich nicht!) per Pferd "wandeln", da entfällt dann die Herstellungsenergie auch wieder. (Das Einzige, was ich mir dabei wünsche, ist Hermines Handtasche, in die ich alles reinstopfen kann, was ich brauche, ohne dabei viel tragen zu müssen, typisch Frau! ;))
Also REISEN ist keine Umweltverschmutzung per Default!
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (vor 1 Woche)

@Christof Bürgi Ich nehme an, du meinst "2 Liter Kerosin pro Person und 100 Kilometer". Das ist schon richtig - damit ist, wenn man die chemischen Unterschiede zwischen Kerosin und Verbrennerbenzin oder Diesel mal außer acht lässt, ein Linienflug auf eine Person gerechnet möglicherweise weniger schädlich als wenn diese Person alleine die gleiche Strecke mit einem durchschnittlicen Verbrenner- oder Diesel-PKW fahren würde.
Das Problem aber ist denke ich weniger der reine Verbrauch, sondern die zunehmende Einstellung, Flugzeuge wie S-Bahnen zu benutzen und "mal eben" 6.000km am Tag zu fliegen, und das drei mal die Woche (wie es nicht wenige international aktive Manager tun). Oder auch zweimal im Jahr "einfach mal eben Sonne tanken" - 10.000 Kilometer entfernt.
Und dass die 15-Kilometer-Taxifahrt zum Flughafen oft teuerer ist als der anschließende 3000-Kilometer-Flug, ist einfach ein Signal in die falsche Richtung.

@Bettina Schwarz
Tja, dann haben wir unterschiedliche Definitionen für "Reisen". Das Wort impliziert für mich zumindest ein Verlassen des Kulturkreises. (Und nein, die Ausländer von Nebenan zählen nicht 😉). Wobei ich keineswegs allgemein gegen Reisen bin. Nur alles mit Mass. Und man sollte sich von der falschen Vorstellung lösen, das Land- und Seefahrzeuge grundsätzlich besser sind, als Luftfahrzeuge.

@Stefan Münz
Äh richtig, 2 Liter Kerosin pro Person und 100 Kilometer natürlich. Im Übrigen bin ich grundsätzlich mit dir einverstanden. Nur ist es ein Trugschluss, anzunehmen, dieselbe Strecke mit einem anderen Fahrzeug zu machen, sei umweltfreundlich. Das ist Teil des gefährlichen "wir müssen nur umweltfreundlichere Technik verwenden, dann ist alles gut" Trugschlusses.

@Christof Bürgi Danke für die Aufklärung - speziell die mit dem Ausländer von nebenan als schlechte Reiseausrede!
Ich bin dann mal beruhigt, dass ich noch nie verreist bin.

Ich denke es könnte interessant sein die Frage zu stellen, warum soviel gereist werden 'muss'.
Warum ist das so? Muss das denn so sein?
Kann man sich ein Gesellschaftmodell vorstellen, das weniger Reisen beeinhaltet?

@tini Das glaube ich schon!

Wenn ich die Freundinnen, die mit mehr als einem Kollegen zusammen arbeiten richtig verstehe, ist der Gesellschaftsdruck nach dem Sommerurlaub groß, dass man nicht etabliert genug "verreist ist". Dort ist es wichtig, DASS man mit dem Flieger weg war.
Es gibt auch Kollegen, die wollen, dass man möglichst abgefahren Urlaub gemacht hat. Also möglichst auf den höchsten abgelegensten Berg, die abgefahrenste Spotart etc. pp.
Ich finde, das klingt nach etwas ganz Anderem.
Man MUSS also gar nicht in den Urlaub fahren, man WILL den Anderen beweisen, dass man wer ist, weil man etwas Tolles gemacht hat.
Wir suchen also alle irgendwie nach einem Platz in der Gemeinschaft. Da es diese nach meinem Ermessen so nur noch selten gibt, rudern die Meisten wild herum, immer in der Hoffnung, doch noch irgendwo in einem Hafen anzukommen.
Wollen wir also wirklich "unsere Umwelt schützen", müssen wir also wieder menschliche Nähe zu lassen und auch weiter geben, jedem SEINEN Platz zugestehen, sich im Zweifelsfall noch einmal umsortieren (man kann wirklich nicht mit jedem ;)). Sobald wir DAS erreichen sollten, erkennt man auf einmal, dass es im eigenen Umfeld traumhaft schöne Dinge gibt, dass man alles findet, was man braucht und zum "entfliehen" aus dieser Gemeinschaft, reicht dann eben auch mal einfach "sich zurück ziehen". (Und da finde ich dann Deine Idee mit der VR absolut genial!)

Jetzt dürfen natürlich alle mit Fernweh auf mich stürzen! ;) Ich halte es absolut für möglich, dass Ihr dann dahin gehört, wo es Euch hin zieht und Ihr eigentlich sogar lieber dort leben würdet. :)
@tini

Katharina Nocun hat vor einigen Tagen übrigens ein schönes Rechenbeispiel geliefert - in dem Artikel Warum Greta Thunberg Recht hat - am Beispiel der Bahn. In der Mitte des Artikels gibt es einen aktuellen Preisvergleich Bahn-Flug Frankfurt-Berlin. Genau das ist hier gemeint. Vor zwanzig Jahren hat ein Flug von Frankfurt nach Berlin hin und rück gut und gerne 500 DM gekostet, während eine Bahnfahrt vielleicht 150 DM gekostet hat. Heute ist es fast umgekehrt.