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Generelle Gedanken zu dem Problem das wir nicht verstehen warum das was wir als Gesellschaft an Werten transportieren und das was wir an Werten leben nicht in Einklang bringen können.

Meiner Wahrnehmung nach funktioniert Gesellschaft über erlernte Regeln. Diese Regel erlernen wir über Geschichten über uns selber, über die anderen und die Welt. Oder kurz benannt, das Narrativ. Das ist die große allgemeine Erzählung einer Gesellschaft. Subkulturen innerhalb dieser Gesellschaft haben ihre Subnarrative, aber das große allgemeine Narrativ wird davon in der Regel nicht angefochten. Passiert dieses doch entstehen unauflösbare Konflikte die sich nur durch eine Synthese vereinbaren könnte, aber wenn eine Seite eine These repräsentiert und die andere Seite die Antithese kann es nur zu einer Synthese über einen Kompromiss kommen. Das ist nicht immer möglich. Bestes Beispiel ist der Staat als Instrument einer (wie auch immer gearteten) Herrschaft über seine Subjekte/Untertanen/Bürger als These. Die Antithese wäre eine anarchistische Gesellschaft die sich absolut Instanzen der Autorität verwehrt und diese als schlecht verwirft, dabei wäre jedes Subjekt/Entität sein eigener Souverän und würde mit jedem anderen Subjekt/Entität in immer wieder neue Verhandlungen über die Prozederes und Kontexte treten ohne Institutionen dafür als Dritte zu ermächtigen und sich selbst im Gegenzuge zu entmächtigen. Das wäre die Antithese. Eine Synthese dazu wäre eine sozialistische pluarlistische Demokratie, wobei jeweils die Herrschaft als auch die Nichtherrschaft Standpunkte aufgeben müssten. Dies ist teilweise je nach Individuum/Entitä nicht vereinbar.

Aber zurück zum Thema. In der Gesellschaft werden Werte postuliert die gut konnotiert sind. Ebenso Tugende. Das ist nicht dasselbe. Werte wären die im westlichen Narrativ gut konnotiert sind sind zum Beispiel ein Zuhause, eine Familie, ein Freundeskreis bzw soziales Umfeld und eine ökonomische Basis die mir ermöglicht mich selbst und meine Intimgemeinschaft zu unterhalten werden als positiv konnotierte Werte bewertet.
Ein anderes sind die Tugenden. Tugend bedeutet im ursprünglichen Sinne ein taugliches Verhalten (im Kontext Gesellschaft) Das war schon zu Platons Zeiten so und hat sich bis heute nicht gewandelt. Allerdings müssen wir in zwei Arten von Tugenden unterscheiden. Das eine sind die vom Narrativ postulierten Tugenden. Das wären in unserem Falle Ehrlichkeit, Courage, Mitgefühl, Mäßigung, unter anderem. Alles in allem Tugenden bei denen ich unterschreiben könnte das sie eine gute Basis für eine Gesellschaft sein könnten. Allerdings können wir bei Betrachtung der Subjekte/Bürger/Entitäten in unser Gesellschaft, unabhängig davon ob es reale Personen oder juristische Personen sind beobachten das es eine Diskrepanz gibt zwischen den postulierten Tugenden die von unserem Narrativ getragen werden und den wirklich gelebten Tugenden im realen Umgang innerhalb der Gesellschaft. Die realen Tugenden die wir beobachten können sind unter anderem Verlogenheit*, Rücksichtslosigkeit und Gier. Das ist nichts was meinem Wunsch oder einem Resistiment entspringt sondern Beobachtungen. Und es ist auch klar warum das die Realtugenden sein müssen wenn man sich die Gesellschaft beschaut die die neoliberalen Kräfte innerhalb von Jahrzehnten geformt haben. Die Menschen werden in ökonomische Sachzwänge gepresst, man erpresst sie mit der Beschränkung ihres Lebensstandards, ihrer sozialen Reputation und des eigenen Wertgefühls und zwingt sie in die Rolle des Opportunisten der ständig Repression fürchten muss und seine Stellung nur durch die Weitergabe von Repression halten kann. Ehrlichkeit ist eine Tugend die angreifbar macht und zum Nachteil gereicht, Verlogenheit ist ein Schutzschild und dient der Verschleierung und Täuschung des sozialen Mitspielers. Mitgefühl ist etwas das als Schwäche genutzt werden kann um das Individuum auszusaugen und zu schädigen, Rücksichtslosigkeit bietet keinen Spielraum für Angriffe. Maßhalten im ständigen Wettstreit um immer mehr Wachstum gereicht zum Nachteil wenn die Ressourcen (Zeit, Geld, Rohstoffe) die geschont werden dann von anderen exploriert werden und einem selbst nicht mehr zur Verfügung stehen.

Das Sein bestimmt das Bewusstsein wie Karl Marx sagt. Allerdings ist dieser Satz nur zur Hälfte richtig. Ich bin nicht meine Umstände, ich bin meine Entscheidungen sagt Bane. Und ich denke in diesem Fall ist die Synthese von beiden eine möglichst Exakte Beschreibung der Verhältnisse. Ich kann nur denken und entscheiden was mir bekannt ist, aber was Marx übersehen hat ist das die Zustände so dermaßen unübersichtlich und unkontrollierbar sind das es immer wieder zu unvorhergesehenen Mutationen kommt, zu nicht vorhersehbaren Entscheidungen und Verhaltensweisen.

Ich denke da sollte man drüber philosophieren und nachdenken, das unser System in dem wir leben uns nicht nur ökonomisch verarmt sondern auch geistig in ein Korsett zwingt das uns auf Lebenszeit zu geistigen Krüppeln macht.

Im übrigen fordere ich die Zerstörung der CDU/CSU
  • Verlogenheit ist ein aktives Verschleiern der Wahrheit. Es gab mal eine interessante Philosophiediskussion dazu auf Arte. Im Lügner bleibt die Wahrheit erhalten, er ist verlogen, der Belogene kann die Wahrheit nicht kennen und wenn er die Unwahrheit weiterträgt lügt er nicht, weil er nur die Lüge, aber nicht die Wahrheit kennt.
#Philosophie #Diskussion #Gedanken