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Gemeinwohlökonomie - wo sie schon angewendet wird


#Gemeinwohlökonomie (#GWÖ) ist grob gesagt der Ansatz, den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens gar nicht oder nicht allein monetär zu bewerten, sondern (auch) ökologische und soziale Aspekte vergleichbar und messbar zu machen, so dass für jedes Unternehmen eine Gesamtbilanz aus monetärem Erfolg und Verbesserungen für Mensch und Umwelt erstellt werden kann.

Das Konzept stammt von dem Österreicher Christian Felber, der, wie man sich denken kann, in neoliberalen Wirtschaftskreisen bestenfalls verlacht wird. Doch mittlerweile wächst die Anzahl von Unternehmen, Vereinen und kommunalen Verwaltungen, die nach Gemeinwohl bilanzieren. Immer mehr Lehrstühle dazu entstehen an Universitäten, mit der Möglichkeit, sich im Wirtschaftsstudium entsprechend zu spezialisieren. Am weitesten voran ist man dabei jedoch in Spanien, und dort vor allem in der Comunitát Valencia. Das ist nicht nur die gleichnamige Stadt, sondern die ganze Region von etwa Peniscola bis runter nach Alicante. Dort werden, wenn ich recht verstanden habe, mittlerweile von der Regionalverwaltung nur noch Aufträge an Unternehmen vergeben, die selber nach Gemeinwohlökonomie bilanzieren.

Durch den ganz unten verlinkten Artikel, der sich mit der Einführung der Gemeinwohlökonomie in Valencia beschäftigt, bin ich denn auch seinerzeit auf das ganze Konzept aufmerksam geworden. Wer sich für das Thema interessiert, findet aber noch viele andere interessante Links. Hier ein paar davon (unsystematisch) zum Anfixen:

  • Internationaler Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie e.V.
  • Die Gemeinwohlökonomie-Bewegung
  • Asociación Federal Española para el Fomento de la Economía del Bien Común
  • Das Buch von Christian Felber über Gemeinwohlökonomie
  • Vortrag und Diskussion zur Gemeinwohlökonomie an der Heinrich-Böll-Stiftung (YouTube, 150min.)
  • #Gemeinwohlökonomie #GWÖ) Gesellschaft Links Wirtschaft
    Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (vor 3 Wochen)

    @Stefan Münz

    Viele Dinge könnten schon heute anders gelöst werden, wenn der politische Wille vorhanden wäre:

    https://www.pufendorf-gesellschaft.org/single-post/2019/01/23/Volles-Interview-der-SZ-mit-Stephanie-Kelton-Geld-ist-zum-Sch%C3%B6pfen-da-1612-2018

    Der Text entspricht zwar nicht ganz meinen Ideen, ist aber interessant, welche Möglichkeiten aufgezeigt werden.

    @Stefan Münz Wir, die sys4 (ping an @Wolfgang Stief), arbeiten seit 2 Jahren – immer wieder unterbrochen durch $ARBEIT – daran nach den Grundsätzen der Gemeinwohlökonomie auditiert und zertifziert zu werden. Für uns ist Gemeinwohlökonomie die Fortschreibung des Open Source Gedankens in Geschäftsmodelle – nicht in allen Belangen, aber es fühlt sich sehr danach an.

    Ende 2017 war ein sehr kompetenter und netter Berater bei uns, der in zwei Tagen mit mir das knapp 100 seitige Audit-Dokument durchgearbeitet hat. Bis wir soweit waren, mussten wir Überzeugungsarbeit leisten, dass auch eine (kleine) AG dem Gemeinwohl dienen kann; per Definition scheint sich AG und Gemeinwohl in den Köpfen der Macher der Gemeinwohlökonomie auszuschließen. Dieses Jahr steht auf meiner Agenda, unsere Unterlagen zu vervollständigen und dann einen Audit durchführen zu lassen.

    Schwierig und übergriffig finde ich Ziele im Katalog, die beispielsweise fordern die Kantine solle ausschließlich vegetarisch sein. It's never gonna happen… Ich will unseren Mitarbeiten schlichtweg nicht vorschreiben, wie sie sich zu ernähren haben. Stimmig finde ich wiederum regional und Bio einzukaufen. Von solchen übergriffigen Zielen existieren mehrere im Katalog. Das ist ärgerlich, denn wir werden sie wohl nie erreichen und es gäbe aber Punkte darauf.

    Mittlerweile haben wir auf Veranstaltungen einige andere Unternehmen (GLS Bank, Sparda Bank, Herrmandsdorfer, etc.) kennen und schätzen gelernt und wir fühlen uns in diesem Kreis und der Denke zuhause. Abstand halte ich zu den Esoterikern, die auch da selbstverständlich dabei sind. Es ist wie bei jeder neuen Partei (Gruppierung…): Wenn sie sich formiert, finden sich Viele zusammen, die prüfen ob sie hier Mitstreiter für ihre Interessen finden. An misslungenen Beispielen fallen mir da die Grünen und die Piraten ein. Die hatten auch $STRÖMUNGEN in ihren Reihen, von denen sie später Abstand genommen haben.

    Der Gemeinwohlökonomie wünsche ich, dass sie an klarer Linie gewinnt. Für uns steht sie für viele Dinge, die uns wichtig sind und die unser Verhalten als Geschäftsleute bestimmen.