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Die Sardinen - neue politische Kuschelbewegung aus Italien


Neue politische Bewegungen hat es in Deutschland in den vergangenen Jahren wahrlich genügend gegeben - von unerträglich rechts (#Pegida) bis zum Scheitern verdammt links (#Aufstehen). Es hat jedoch auch Bewegungen wie #PulseOfEurope oder #FridaysForFuture gegeben, die bewusst versucht haben, sich ideologisch nicht so genau zu verorten. Und von derartigen Bewegungen entstehen neuerdings immer mehr. Nicht nur in Deutschland. Es ist mindestens ein europäischer Trend. Protest, der aus einer eigentlich weitgehend unideologischen Mitte heraus kommt. Protest gegen die Freiheiten, die dem fortschreitenden Extremismus gelassen werden, Protest gegen (ideologisch bedingte) Reformstaus, und Protest gegen eine politische Elite, die den Bezug zum demokratischen Souverän verloren hat.

In #Italien ist gerade wieder so eine Bewegung entstanden. Noch ist unklar, wie weit sie es bringen wird, und welches Profil sie letztendlich hat. Sie nennen sich "die Sardinen" ("las sardinas"). Markenzeichen: so eng geballt zusammenhaltend auftretend, dass kein Durchkommen ist von außen. Aber auch mit der Nebenbedeutung: "die Masse machts". Die Forderungen sind moderat, aber aus heutiger Sicht leider umstürzlerisch: die Politik soll wieder ganz normal mit den Bürgern reden und Politik für sie machen, und der ganze Populismus mit seinen Kampagnen und seinen Fake-News soll sich zum Teufel scheren.
https://youtu.be/CxC9MueSFNQ
https://twitter.com/DeputadoFederal/status/1196618076063748097

in italien ist alles etwas anders. da gibt es regionen die sind tief rot oder richtig anarchistisch geprägt. und nicht nur in den größeren städten wie teileweise in deutschland sondern auch dort in den ländlichen gegenden. das kann sogar von dorf zu dorf anders sein.
wo in deutschland fast jedes dorf zumindest nationalkonservativ ist.

je dezentraler eine orga ist desto stabiler.

Das stimmt - ich erinnere mich, als ich mal vor vielen Jahren auf dem Gargano als Tourist in ein kommunistisches Dorf geriet. Da kam ich mir vor wie ein Dollarsäckchen, das aus der Hosentasche eines Großkapitalisten gefallen ist.



 

Amerika ist so gut wie erobert :-)


Die zweite von Europa ausgehende Eroberung Amerikas, letzten Monat stilecht mit der Überfahrt im Segelboot begonnen, um die primitiven Fossil-Wilden und "Denier" zu zivilisieren, macht Fortschritte. Zwar gibt es noch deutlichen Verbesserungsbedarf bei den Teilnehmerzahlen von #FridaysForFuture vor Ort. Und die Demos sind scheinbar auch zu etwas zu laut für die Ohren von Greta. Jedenfalls sieht sie inmitten der skandierenden Schüler dort immer ziemlich deplatziert und sich unwohl fühlend aus. Aber dafür hat sie in der vergangenen Woche gleich drei Husarenstücke abgeliefert, die ihresgleichen suchen. Die amerikanische Medienwelt ist jedenfalls aufgewacht, und die Menschen erliegen reihenweise diesem einmalig stocknüchternen Teenie-Charme mit der so authentischen und aufrüttelnden Botschaft.

Hier die drei Videos mit den Auftritten letzter Woche.

1. Interview mit Naomi Klein




Die Journalistin, Buchautorin und Aktivistin Naomi Klein hält zunächst eine kleine Einführung, um ihrem Publikum den Interview-Gast näherzubringen. Und dann folgt ein knapp einstündiges Interview mit Greta. Obiger Link zum Video springt etwa an der Stelle ein, wo Naomi Klein ihre Einführung beginnt. Da war vorher schon eine halbe Stunde noch mehr zum Thema, mit weiteren Rednern. Wer möchte, kann ja auch mal an den Anfang spulen.

2. Interview mit DemocracyNow




DemocracyNow ist ein reichweitenstarkes US-Politmagazin. Die Sendung wird laut Wikipedia international von über 700 Radio-, TV- und Internetsendern übernommen. Dort wurde Greta ebenfalls letzte Woche eine ganze Stunde lang vorgestellt und interviewt.

3. Interview bei The Daily Show




Die Daily Show hat ebenfalls sehr große Reichweite, hat aber eher unterhaltsamen Charakter. Das Format der Sendung ist "Promis aufs Tuch fühlen und beim Publikum für ein paar Schenkelkracher sorgen". Greta hat das derart souverän gemeistert, dass die Amis hinterher völlig aus dem Häuschen waren. Hier noch der Tweet dazu - man lese die Kommentare.

Tweet von DailyShow zum Interview mit Greta

Und das wars noch lange nicht. In der nächsten Woche, noch im Vorfeld des globalen Streiks, wird sie vom amerikanischen Kongress angehört auf Einladung der Demokraten. Ferner wird sie den Preis von Amnesty International, den sie im Juni schon erhalten hat, überreicht bekommen. Dann folgt am nächsten Freitag der weltweite Megastreik, und übernächsten Montag (23. September) dann ihr Auftritt bei der Klimakonferenz in New York. Falls das noch nicht reicht, wird Extinction Rebellion dann am 7. Oktober mehrere europäische Hauptstädte lahmlegen.
#FridaysForFuture Klima Medien Politik
Danke für die Übersicht und die kurzen Inhaltsangaben zu den Sendungen 😃
Sehr hilfreich, um mich zu orientieren in der amerikanischen Medienlandschft bzgl. Gretas Auftritte und Resonanz beim US-Publikum..



 

Geburtstag


Der Skolstrejk för Klimatet wird heute ein Jahr alt. Das aktuell auf dem Atlantik reisende Schild ist schon die zweite Generation, nachdem das erste an den Ecken doch ziemlich ausgefranst war.

Bild/Foto

Danke an #GretaThunberg für #FridaysForFuture!
#GretaThunberg #FridaysForFuture Klima Medien Politik


 

Ausrichtung und Positionierung FridaysForFuture


Der Aufstieg der #FridaysForFuture Bewegung ist in jedem Fall ein Fall für Geschichtsbücher, Romane und Filme. Doch mit dem Erfolg kommt auch die Notwendigkeit, überhaupt mal ein klares Profil zu haben. Wofür steht die Bewegung? Was will sie? Was will sie verhindern?

Bereits im April hat der deutsche Ableger der Bewegung sich auf seine grundsätzlichen Forderungen geeignet, die sich aber vor allem an die deutsche Bundesregierung richten. Bei der aktuell in Lausanne stattfindenden Konferenz von Vertretern der Bewegung aus über 30 Ländern wird versucht, das Profil übernational zu schärfen.

Dabei hat eine Gruppe der Delegierten einen Katalog aus über 20 konkreten Einzelforderungen erarbeitet. Doch dieser Forderungskatalog findet nicht die Zustimmung aller - auch nicht die von Greta Thunberg. Es kommt zu hitzigen Debatten und "Abkühlmaßnahmen".

Wohin wird sich FridaysForFuture entwickeln? Wohin sollte sich die Bewegung entwickeln? Bislang konnte die Bewegung auch deshalb so viele Leute an sich binden, weil sie ein vergleichsweise unscharfes Profil hatte, stattdessen aber eine Ikone. Doch je mehr Vertreter der Bewegung auch mal öffentlich oder in Medien für die Bewegung sprechen sollen, desto wichtiger wird es auch, dass die Bewegung nicht zu einem Sammelbecken für alles mögliche wird - von Atomkraftlobbyisten bis zu gewaltbereiten Ökokriegern. Wie aber lässt sich das Profil schärfen, ohne dass gleich ein ganzes Parteiprogramm daraus wird?
#FridaysForFuture Klima Politik

Ich würde die Presse auch rauswerfen, wenn sie fünf Tage lang den ganzen Tag da hocken, alles mitbekommen und nur auf irgendeinen Stressmoment warten, den sie dann zu einem Alles-oder-Nichts-Entscheidungskampf aufbauschen. Das ist keine Presse, das sind Geier.

Wie überaus demokratisch.
Jost Schwider doesn't like this.



 

Generalstreik? Wie geht denn das?


#FridaysForFuture, #ExtinctionRebellion und andere Organisationen rufen für den 20. September zum ersten globalen Streiktag auf. Das ist ein Freitag, aber es soll eben nicht nur ein "Schülerstreik-Freitag" werden, sondern einer, an dem auch Berufstätige und natürlich auch alle anderweitig Tätigen zum Streik aufgefordert sind.

Genauer gesagt, kursieren da eigentlich zwei Termine - der 20. September und der 27. September. Am 27. September sollte ursprünglich der Climate Action Summit 2019 in New York stattfinden. Der wurde aber anscheinend mittlerweile vorgezogen auf den 23. September. Wie auch immer, der 20. September soll der Start für den ersten globalen Klimastreik sein. Die Initiatoren erhoffen sich aber wohl, dass die Erwachsenen es nicht bei dem einen Streiktag belassen, sondern dass sich der Streik spontan ausdehnt. Im Grunde soll es ein Generalstreik werden.

Wie bei FridaysForFuture gibt es keine zentrale Organisation. Es geht einfach nur darum, am gleichen Tag an möglichst vielen Orten der gesamten Welt möglichst viele Streiks/Demos mit den gleichen Zielen zu beginnen.

Doch wie soll das eigentlich für Arbeitnehmer funktionieren? Welche Möglichkeiten haben sie, ohne ihren Job zu riskieren? Hier ein paar Vorschläge (auf Englisch):
#FridaysForFuture #ExtinctionRebellion Gesellschaft Klima Politik


 

Zwei Stunden "zur Sache" Klimawandel


Es hat heute - unter den Fittichen eines Naturkundemuseums und veranstaltet vom Sender Phoenix - ein Meeting zwischen Vertretern von #FridaysForFuture und (teilweise bekannten) Vertretern politischer Parteien im Bundestag gegeben. Solche Sachen werden natürlich auch nicht bekannt. Wenn man sie nicht bekannt macht. Hochkarätig!

#FridaysForFuture Klima Politik

Ein Stammtisch ist das sicher nicht.



 

Wir waren 40.000


Über das Konzept zentraler Demos im Rahmen von #FridaysForFuture bin ich ja zwiespältig. Denn alles, was zentral organisiert wird, erfordert jede Menge Anreisen und damit jede Menge weitere CO2-Belastung. Ich habs mir selber auch gut überlegt. Mein Auto stößt etwa 100g/km aus. Macht bei 600km (300 hin und 300 zurück) 60kg. Immerhin hab ich das ganze Auto mit jungen Nasen vollbekommen, und so konnten wir die Sünde, mit einem PKW zu einer Klimakrisendemo anzureisen, zumindest verteilen. Ohne uns so Denkenden wären es halt keine 40.000 geworden. Und das war auch wieder wichtig, denn nur so gelangte diese Demo mal wieder in alle Medien und erreichte große Teile der Bevölkerung.

Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Selbst dann, wenn man gefühlt der Älteste unter all den 40.000 ist. Ganz einfach ist es nicht immer. Wenn skandiert wird "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut", fühle mich dann eher als Teil des Problems - die Jugendlichen dagegen nicht. Ich bin vielleicht nicht der Mega-CO2-Sünder, aber ein paar Dutzend innereuropäische Flüge hab ich in meinem Leben auch zusammenbekommen, und etwa 200.000 gefahrene Autokilometer mit Benzinern und Hybriden.

Was mir sonst noch aufgefallen ist? Die meisten haben tatsächlich ständig ihre Lustriegel (alias Smartphones) in der Hand. Aber man sieht ja, was dabei raus kommt. Diese ganze Riesendemo wurde vorwiegend von SchülerInnen organisiert, und in den OrgaTeams von FridaysForFuture haben sich binnen kürzester Zeit demokratische Rituale für schnelle Entscheidungen ausgebildet, von denen die institutionalisierte Politik nur träumen kann. Und vieles davon tun sie nicht trotz, sondern vor allem mit Hilfe ihrer Smartphones!

Irgendwo schnappte ich auf, wo jemand sagte: "Nach zwei verlorenen Generationen passiert endlich mal wieder was politisch".

Hier noch ein paar Bilder:









































#FridaysForFuture #ac2106
#FridaysForFuture #ac2106 Klima Politik
This entry was edited (6 months ago)

Ich finde es bewundernswert und danke allen, die ihren Sorgen und Ängsten auf diese Weise Luft machen. Das ist notwendig und sinnvoll!

Beeindruckend war, daß nicht nur "die Jugend" am Tivoli zusammenkam, wie die Aachener Zeitung titelt, sondern auch viele Leute, die das Schulalter längst hinter sich hatten

Beeindruckend war auch, daß sich mal so die ganze Krefelder Straße sperren ließ.

Beeindruckend war genauso die Menge an (glücklicherweise überflüssigiger) Polizei in Aachen gestern.

Und negativ beeindruckt haben mich leider die etlichen Leute, die sich über die Verkehrsbehinderungen auslassen mußten...

Die Einbeziehung der Erwachsenen in die Proteste ist ja explizit die nächste "Zündphase" von FridaysForFuture - siehe https://de.globalclimatestrike.net/
Bin gespannt, wie gut das klappt.



 

Falsche Freunde?


Greta hat dieses Bild heute gepostet. Nachdem sich Greta und Obama aber so weit mir bekannt bislang noch nicht wirklich begegnet sind, ist das wohl eine Photoshop-Montage mit der Aussage "mit mir wollen die größten Herrscher der Welt posieren - also kann ich meinen Plan durchbringen!"
Putin ist nur noch zu blöd - sonst hätte er es längst begriffen und würde bereits ebenfalls um so eine solche Photoshop-Montage bitten. Oder Xi Jinping.

Gretas Strategie wird klarer: Im Lichte der Mächtigsten werde ich immer mächtiger, und als Mächtige verkünde ich euch dann, wo ihr lang müsst. Herkömmliche Politik und Verfassungen helfen ja offenbar nicht mehr. Unter allen anderen Umständen würde ich da jede Menge Göre-Verteufelungs-Vokabular aufbieten - genauso, wie es die Rechten derzeit gegen Greta aufbieten. Es nicht zu tun fällt mir in diesem Fall vor allem deshalb schwer, weil ich Obama eigentlich für einen der übelsten US-Präsidenten halte, den die Welt je hat ertragen müssen. Und weil Greta irgendwie auch ihren moralischen Anspruch an die Menschheit verrät, wenn sie sich mit so einem CO2-Mega-Pusher ablichten oder verphotoshoppen lässt.

Aber OK, die gute und leider allesentscheidende Sache. Ich hab zwar keine Ahnung, wie ein Mädchen in dem Alter ihr Anliegen in so einem Haifischbecken konsequent durchziehen will, aber ich vertraue mal auf ihr Asperger-Syndrom.
Jost Schwider doesn't like this.

Nun, bei mir ist es genau umgekehrt, @Torsten Appelhagen

@Hartmut Noack das ist IMHO selten, ich beglückwünsche Dich dazu!



 

Demokratie und Handlungsfähigkeit


Auf Twitter trendet gerade das von Luisa Neubauer kreierte Hashtag #6MonateNixPassiert. Damit meint sie, dass es nun in Deutschland seit einem halben Jahr jeden Freitag Schulstreiks für eine politische Trendwende in Sachen Klimaschutz gibt, doch außer faulen Ausreden, Scheingetue und einfach nur noch peinlicher Hilflosigkeit gegenüber dem wachsenden Druck aus der Bevölkerung kommt von der Bundesregierung: nichts.

Nun ist das Nichtstun ja seit der Merkel-Ära, seit 2005, also seit etwa der Geburt vieler Jugendlicher, die jetzt bei #FridaysForFuture streiken, Programm. Oder genauer: das Tunlassen der Banken und Konzerne. Andere Werte gibt es keine (alles andere ist Folklore). Es ist eine ganze Generation von Politikern, die jetzt am Pranger steht. Karrieristen mit gekauften oder durch Copy&Paste erschwindelten Doktortiteln, fleißig vor allem beim Intrigieren und beim Verfilzen in Hinterzimmern, keine brüllenden Autoritäten mehr, sondern smart und deshalb scheinbar zeitgemäß - doch der Lack ist mittlerweile ab. Neue Generationen, die ganz andere Begriffe von Authentizität haben, entlarven mittlerweile gnadenlos und massenhaft all das hohle Sonntagsgerede der Postdemokraten der sogenannten Volksparteien. Dass die Grünen derzeit so davon profitieren, ist keine wirkliche Wendung zum Besseren, denn große Teile der Partei Grünen haben genau das gleiche Problem wie die nun ehemaligen Volksparteien. Es wird sich zeigen, wie viel mehr tatsächlich passiert, wenn die Grünen regieren.

Luisa Neubauer hat aber nicht nur viel Zustimmung für das Hashtag #6MonateNixPassiert erhalten, sondern auch kritische Anmerkungen. Die bemerkenswertesten davon lassen sich so zusammenfassen: In einer Demokratie ist es halt - anders als in einer Diktatur - mal nicht eben möglich, irgendwelche neuen Direktiven durchzuboxen, ohne Rücksicht auf Verluste. In einer Demokratie muss man Mehrheiten suchen und Kompromisse finden. Das ist das Wesen der Demokratie und genau der Grund, warum sie besser ist als jede Art von Diktatur. In Deutschland gibt es genügend Menschen, für die aktuell andere Probleme wichtiger sind als der Klimawandel. Mietpreise, Mindestlohn, Digitalisierung, Fachkräftemangel oder auch immer noch Zuwanderung. Die Demokratie hat den Vorteil, für all diese Menschen da zu sein, und nicht nur für diejenigen, die jetzt gerade schneller als die Polizei erlaubt CO2-neutral werden wollen.

Das ist zweifellos ein gewichtiger Einwand. Solange genügend Zeit ist, um auch mit ungünstigen Entscheidungen oder Kompromissen leben zu können. Was aber, wenn der Fall eintritt, dass diese Zeit nicht mehr zur Verfügung steht? Denn genau das ist ja die Argumentation der Klimaschutzbewegung. Sie argumentieren, dass, wenn wir nicht innerhalb der nächsten 10-15 Jahre den vollständigen Verzicht auf das Verbrennen fossiler Energieträger hinbekommen, der gesamte Planet sein Testament machen kann. Weil dann sogenannte Tipping Points überschritten werden, ab denen sich die Klimaerwärmung von selbst beschleunigt, und nach denen dann kein menschlich-technisches Gegenlenken mehr möglich ist. Wahrscheinlich ist aber nur wenigen von den Protagonisten der Klimaschutzbewegung, vielleicht nicht einmal Führungsfiguren wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer, bewusst, dass die Forderungen der Bewegung den üblichen demokratischen Mühlen eigentlich gar nicht mehr die Zeit lassen zu mahlen.

Nun gibt es auch in den Verfassungen demokratischer Staaten meist Ausnahmeregelungen für Extremsituationen. In Deutschland sind das die sogenannten Notstandsgesetze [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Notstandsgesetze], gipfelnd in der sogenannten Notstandsverfassung [https://de.wikipedia.org/wiki/Notstandsverfassung]. Die Verabschiedung dieser Notstandsgesetze war übrigens in Deutschland vor fünfzig Jahren ein wichtiger Punkt des Widerstands der 68er-Bewegung. Die befürchteten, dass die Notstandsgesetze der Schlüssel zu Missbrauch und zur Errichtung einer neuen Diktatur werden könnten. Wie auch immer - für Notstände gab es bislang nur zwei wichtige Ausprägungen: den Kriegsfall, und Naturkatastrophen besonderen Ausmaßes. An einen menschengemachten Klimawandel dachte bei der Verabschiedung der Notstandsgesetze noch niemand. Schon gar nicht an ungefähre Zeitfenster bis zum wissenschaftlich vermuteten Eintreten der Unumkehrbarkeit. Auch die staatlichen Eingriffe in Grundrechte, die in den Notstandsgesetzen geregelt sind (Zwangswehrpflicht im Kriegsfall, Aufhebung des Fernmeldegeheimnisses usw.), entsprechen nicht dem, was im Zusammenhang mit Anstrengungen zur Vermeidung des Erreichens der Tippling Points beim menschengemachten Klimawandel entscheidend wäre. Außerdem müssen die deutschen Notstandsgesetze heute auch im Rahmen der deutschen EU-Zugehörigkeit gesehen werden.

Es braucht also - nach Ansicht fast aller mit dem Themenkomplex vertrauten Wissenschaftler, einen gesetzgeberischen Handlungsbedarf, der mit dem demokratischen Pluralismus nicht vereinbar ist, solange große Teile der Bevölkerung noch keine unmittelbaren persönlichen Wahrnehmungen oder Nachteile vom menschengemachten Klimawandel haben. Mehr kann ich dazu momentan auch nicht sagen. Nur, dass sich all das und nichts Geringeres letztlich hinter dem Hashtag #6MonateNixPassiert verbirgt.
This entry was edited (6 months ago)

Man könnte einwenden, dass es nur die richtigen Ereignisse sein müssen, damit was passiert - Stichwort Bankenkrise oder Fukushima.

Ja, das Begreifenkönnen der Klimakrise wäre wichtig. Den Input dazu gibt es längst. Wenn die TV-Teams statt im trüben EU-Dunst mal in Bangladesh oder Teilen Indonesiens filmen würden, könnten sie uns schon heute mit genügend verstörenden Bildern versorgen. Aber solange das im ÖR-Frühstücksfernsehen und in der Tagesschau einfach keine Themen sind, weil nicht "tagesaktuell" oder "sensationell" genug, reicht das wohl nicht. Aber eigentlich möchte ich auch nicht auf schlimme, spektakuläre, aber noch begrenzte Katastrophen mit vielen Opfern hoffen müssen.

Das Problem an der Geschichte ist, dass man damit kein Geld verdienen kann, dass sich Umweltschutz schon als etwas angesehen wird, "was sich von alleine regelt" und dadurch, dass das nicht wirklich greifbar ist, nimmt es "die Welt" nicht für wirklich schlimm.
Ich arbeite jetzt schon mehr als 20 Jahren in diesem Sektor, bin von meinem Vater dahin sensibilisiert worden, erlebe aber genau so lange, dass das eher als Philosophie angesehen wird, die man ernst nimmt, wenn sie wie im letzten Sommer erlebt wird, aber dann auch wieder gut ist.
Und selbst Du hast "erst" durch Greta vermittelt bekommen, was mit unserem Ökosystem geschiet und erst dadurch nimmst Du blühende Wegränder wahr, für die Umweltaktivisten seit über 30 Jahren ackern.
Ich bin sehr froh, dankbar dafür, dass mehr Menschen genauer hin sehen, fürchte aber, dass es noch genug andere Probleme gibt, die wir "auch noch" lösen müssen und dann der Schutz unserer Umwelt wieder in den Hintergrund treten. Ich hoffe aber, dass aus der FfF-Bewegung einige Menschen am Ball bleiben und diese loblose und vor allen brotlose Wissenschaft weiter zu führen und die Fäden in der Hand behalten, damit wir die anfallenden Probleme auch weiterhin lösen.
Also danke Dir, dass Du so aktiv Gretas Sprachrohr bist und damit das Problem in den Köpfen der Leute lässt.



 

320.000! - 2 Mio? - 250 Mio = System Change


320.000 Teilnehmer sind am heutigen zweiten globalen #FridaysForFuture allein bei den etwas über 200 Demos in Deutschland gezählt worden. Weltweit fanden über 1.600 Demos statt. Vorsichtig hochgerechnet, ist eine Gesamtteilnehmerzahl von über 2 Millionen denkbar. Das wäre dann noch mal eine halbe Million mehr als beim ersten globalen Streiktag Mitte März.

"Very big", wird Greta sagen, "but not yet big enough". Denn sie will den Systemwandel, und sie kennt die 3,5%-Formel (siehe The 3.5% rule: How a small minority can change the world). Deshalb hat sie gestern - gemeinsam mit anderen Aktivisten von FridaysForFuture - für den 20. September zu einem globalen Generalstreik aufgerufen, an dem auch erwachsene Menschen alle nicht lebenswichtigen Arbeiten niederlegen sollen, um auf die Straße zu gehen.

Die Menschheit kratzt gerade an der 8-Milliarden-Marke. Für die entscheidenden 3,5% müssten also auf jeden Fall über 250 Mio. Menschen weltweit mobilisiert werden. In Deutschland müssten es über 2,5 Mio. sein, die an einem einzigen Tag auf die Straße gehen, und von denen viele dann nicht mehr heimgehen, sondern die Firmen und Behörden besetzen.
#FridaysForFuture Gesellschaft Klima


 

Sascha Lobo ruft im Namen von Greta Thunberg die Revolution aus


So muss das laufen:
#rp19 #FridaysForFuture Gesellschaft Politik

Hier scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Ich hatte gedacht, es ginge um Lobo, den ich für einen wohlmeinenden Typen halte.
Steinmeier ist freilich nur ein Grußonkel, der jederzeit irgendwelches gutklingendes Zeug erzählen kann aber eher gar nichts damit meint.

Ich wunder mich auch, warum hier dauernd auf irgendwelchen Bundespräsidenten rumgeritten wird. Es geht hier im Thread um die Rede von Sascha Lobo auf der re:publica 2019. Über die re:publica kann man sicherlich auch unterschiedlicher Auffassung sein. Ich selber als südwestdeutsches Landei war bislang noch nie da. Die 700km-Reise in die für mich eigentlich falsche Himmelsrichtung, die ich mir für die #Unteilbar-Demo angetan habe, wäre mir die re:publica irgendwie nicht wert. Zu viel selbstverliebtes Nerd-Gehabe. Aber trotzdem halte ich die Veranstaltung für wichtig. Wichtiger jedenfalls als die Hannover-Messe. Oder sozusagen die zeitgemäße Form dessen, was solche Messen früher mal waren. Und Sascha Lobo ist halt nun mal der von der Szene anerkannte Chef-Seismograph für die aktuelle Befindlichkeit im reflektierteren Teil der Bevölkerung. Kann man zweifellos idiotisch finden. Aber genau darum, um Idiotie und dergleichen mehr, geht es ja in Lobos Rede. Wenn man sich denn mal auf sie einlässt.

Zu dem alten IFO Geschäftsklima-Joke, den Sascha Lobo von Volker Pispers geklaut hat mal ein kleiner Seitenhieb:

https://files.coding4.coffee/ll4nfm1h.png

(das musste raus ..., es war mir ein Bedürfnis :D )



 

Did you hear what I just said? Is my English OK? Is the microphone on?


"Haben Sie gehört, was ich gerade gesagt habe? Ist mein Englisch in Ordnung? Ist das Mikrofon an?" Das ist kein eins-zwei-drei-test-Check vor einem Live-Konzert, sondern eine neue Figur im rhetorischen Repertoire von #GretaThunberg - bei der Rede, die sie heute vor dem britischen House of Parliament gehalten hat. Der Guardian war so nett den kompletten Redetext zu veröffentlichen (siehe Link unten).

Abgesehen von dieser neuen Rhetorik-Figur findet sich in der Rede vieles im Wortlaut wieder, das alle, die nun schon mehrere Reden von ihr mitbekommen haben, längst kennen. "Greta hat eigentlich schon alles gesagt, nur noch nicht überall", meinte dazu jemand sinngemäß auf Twitter. Was soll sie auch anderes sagen? Das ist nun mal ihre Botschaft, und es ist ihre (selbst gewählte oder vom Publikum erwartete) Rolle bei all diesen Auftritten. Immerhin deutet sie an, was diese Botschaft letztlich alles impliziert, und was aber in gegenwärtigen parlamentarischen Kreisen durch die Bank als indiskutabel gilt - etwa die Ersetzung der gewinnbasierten (kapitalistischen) Wirtschaftsform durch eine kreislaufbasierte Wirtschaftsform. Doch diese Konsequenzen müssen andere fordern und auf die politische Agenda bringen.

Im Laufe des Sommers werden sich wohl mehrere neuere Protestbewegungen koordinieren, wie etwa #FridaysForFuture und #ExtinctionRebellion. Es wäre aber gut, wenn auch Protestbewegungen dazu stoßen würden, die stärker die finanzpolitischen und sozialen Aspekte des notwendigen Umdenkens vertreten. Also #Occupy, #Aufstehen, #Unteilbar, #PulseOfEurope und wie sie alle heißen.


 

Interrail bei den Thunbergs


Osterferien. Auf Twitter lästern Männer, die meist Uwe, Siegfied oder ähnlich heißen, und deren Weltbild offenbar das Niedermachen guter Absichten ist, vielwissend darüber, dass es nun wohl vorbei sei mit #FridaysForFuture, weil jetzt alle Schüler brav mit ihren Eltern in den Flieger steigen würden, um nach dem Winter schnell mal Mittelmeersonne zu tanken.

Die Thunbergs selber werden jedenfalls ziemlich viel herumreisen in den Osterferien, aber natürlich mit dem Zug. So viel, dass sich wahrscheinlich ein Interrail-Ticket lohnt. Und die Ziele sind so hochkarätig, dass die globale Begeisterung für Greta und ihr konsequentes Eintreten für ein Umdenken in der Politik wohl noch weiter wachsen werden. Es wird viele neue Bilder und Zitate geben, die den Druck auf die Politik weiter erhöhen werden.

Den genauen Fahrplan kenne ich natürlich nicht. Aber ein paar Termine sind bekannt. Los geht es am Dienstag, den 16. April in Straßburg. Die EU-Grünen hatten beantragt, Greta vor dem EU-Parlament in Straßburg eine Rede halten zu lassen, doch das wurde offenbar abgelehnt. Dort haben einige der Herrschaften wohl bereits zu viel Angst vor den zu erwartenden verbalen Hieben. Stattdessen hat man sich darauf geeinigt, dass Greta in einer zusätzlichen Sitzung im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit des Parlaments sprechen darf. Das alles wird live übertragen, und am Mittwoch morgen haben die Gazetten dann wieder neues Bild- und Zitierfutter.

Während darüber dann noch diskutiert werden wird, reisen die Thunbergs schon weiter, und zwar zu nichts Geringerem als dem Zentrum des Osterfestes, nach Rom. Dort wird es gleich am Mittwoch, den 17. April, zur Audienz von Greta beim Papst kommen. Ob die Idee des Handshakes von Mädchen und Pontifex angesichts der Schieflage der katholischen Kirche tatsächlich so gut ist, wird sicherlich diskutiert werden. Aber auf jeden Fall werden symbolträchtige Bilder um die Welt gehen, die wohl vor allem in Papst-treuen Teilen der Erde wie etwa Mittel- und Südamerika die Debatte befeuern könnten.

Am Karfreitag dann, also am 19. April, wird Rom eine riesige KarfreitagForFuture-Demo inklusive Greta erleben. Der Clou: Es wird 128 wie Heimtrainer aufgestellte Fahrräder geben, auf denen Schülerinnen und Schüler über Stunden in die Pedale treten werden, um über die Fahrrad-Dynamos den kompletten Strom für die Bühnenshow der Demo zu erzeugen.

Ob es noch weitere Termine geben wird in den Osterferien, weiß ich nicht. Aber ein paar für nächsten Monat hab ich noch:

Irgendwann im Mai wird Greta das wohl seltsamste Land der EU besuchen - so seltsam, dass es die EU verlassen will, aber nicht weiß, wie man sich richtig verabschiedet. Großbritannien. Dort haben Parlamentsmitglieder die Vorsitzende Theresa May zu überreden versucht, sich mit Greta zu treffen. Doch May mag das nicht. Ihr Land sei auf einem "guten Kurs" in Sachen Klimaschutz. Und außerdem hat sie ja aktuell viel wichtigere Dinge im Kopf. Wenn sie sich da nur mal nicht verschätzt. Sollte Greta irgendein Satz herausrutschen wie "globale Ziele wie die Einhaltung des Paris-Abkommens brauchen große Regulative wie die EU, und keine Spalterstaaten", dann wird man zwischen Aberdeen und Plymouth sicher flugs damit beginnen, die Urnen für ein neues Referendum zu polieren. Es könnte also ebenfalls ein spannender und hochpolitischer Auftritt werden.

Ende Mai dann, genauer, am 28. Mai, werden all die Uwes und Siegfrieds wirklich stark sein müssen: denn ihr Idol des starken weißen Mannes, der American Selfmade-Man schlechthin, Terminator Arnold Schwarzenegger, wird Greta in seiner Heimat Österreich im Rahmen der Jahresversammlung der R20 AUSTRIAN WORLD SUMMIT Initiative in Wien begrüßen. Bilder von zwei Klimastreitern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und Bilder, deren Suggestivkraft wohl kaum noch zu toppen ist, wird das erzeugen. Vier Tage vorher, am 24. Mai, ist außerdem der zweite globale FridayForFuture-Streiktag angekündigt, an dem wieder so stark mobilisiert werden soll wie am 15. März, als weltweit über 1.5 Mio. Schüler an über 2.000 Orten demonstrierten.

Die Politik wird sich also trotz steigender Temperaturen warm anziehen müssen.
#GretaThunberg
This entry was edited (8 months ago)

Harald Lesch hat in einem Vortrag erzählt, dass zu seiner Jugend das ganze Dorf Spalier stand, als jemand "in die USA(!)" flog. Da fliegt man heute halt mal über Ostern oder Weihnachten hin, kost' ja nix (bis auf das Klima).

an der TU Illmenau

Ja, ich kann mich sogar erinnern, als Ende der 60er ein ganzes Mietshaus zusammenlief, als jemand mit seinen Angehörigen in den USA telefonierte. Das 20minütige Gespräch hat wohl ungefähr ein halbes Monatsgehalt gekostet ...

Oder im Januar auch in Köln:



 

ePetition für Klimaschutzgesetz


Nun gibt es auch eine #ePetition an den Deutschen #Bundestag, in der ein umfassendes #Klimaschutzgesetz wie von #FridaysForFuture gefordert wird. Benötigt werden wieder mal 50.000 #Mitzeichner. Die Zeichnungsfrist hat am gestrigen 8. April begonnen und geht bis 6. Mai.


 

Forderungen von FridaysForFuture


Heute hat die Bewegung #FridaysForFuture, Abteilung DE, ein Forderungspapier an die #Bundesregierung veröffentlicht und vorgestellt. Es geht um isg. sechs Kernforderungen, die gestellt werden, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einhalten zu können. Auf der unten verlinkten Seite sind die Forderungen nachzulesen. Außerdem kann man sie als PDF ausdrucken, z.B. für Flyer auf den Freitagsdemos, für den Schulunterricht als Diskussionsmaterial, für die nächste Gemeinderatssitzung, und und und ...
Unsere Forderungen an die Politik

Fridays for Future: Unsere Forderungen an die Politik - Fridays for Future (Luca)

#FridaysForFuture #Bundesregierung Klima Link Politik


 

Ein Fisch namens Greta


Bild/Foto

Siehe auch: #GretaThunberg
#FridaysForFuture #GretaThunberg Gesellschaft Link Politik
This entry was edited (8 months ago)

Und es ist so falsch.
Denn wer voraussetzt, daß der Leser das schon verstehen wird, der setzt voraus, daß der Leser in derselben Filterblase vegetiert.
Das ist aber mindestens überheblich.

Ist aber nicht so, dass der Cartoonist, also Ralph Ruthe, davon gar nichts hat. Ganz im Gegenteil. Dank der großen Verbreitung der Grafik kaufen vielleicht auch mehr Menschen als sonst das entsprechende T-Shirt. Ruthe vertreibt seine Cartoons nämlich auch als bedruckte T-Shirts. Hier das "Riss-im-Aquarium-T-Shirt":



 

Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium und die Bußgelder



Quelle: Wikimedia Commons

Das ist das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in München-Bogenhausen. Der Rektor dieser Schule, Wolfgang Hansjakob, hat nun bekannt gegeben, dass seine Schule in Zukunft #Bußgelder an Eltern von Schülerinnen und Schülern der Schule versenden wird, die an den Demonstrationen von #FridaysForFuture teilnehmen. Weitere Münchener Schulen sollen sich angeblich bereits dieser Ankündigung angeschlossen haben.

Die Informationen dazu entstammen einer Tageszeitung, die ich aufgrund von #Artikel11 und #Artikel13 nicht mehr verlinke oder zitiere. Wer Interesse hat, kann in einer Suchmaschine des Vertrauens danach suchen.

Ich würde mich freuen, wenn sich dazu eine Diskussion entspinnt (nicht nur hier, sondern überall, wo diese Meldung gepostet wird) über:
- die juristische Einschätzung/Zulässigkeit solcher schul-individuellen Bußgelder
- die davon ausgesehenden Signale zum Demokratieverständnis des Schulleiters
- kreative Ideen zur "Lösung" des Problems

#Schule #München #Bayern #WilhelmHausensteinGymnasium

Eine Bank springt ein
Naja, das ist ja nun auch eine Bekloppte Lösung.



 

Die Demontage der AfD-Klimawandelleugner geht weiter


Wie einigen vielleicht bekannt, hat sich am vergangenen Freitag bei der #FridaysForFuture Demo in Berlin ein AfD-Politiker unter die Menge gemischt und Flyer mit Quizfragen zum Thema Klima(wandel) verteilt, mit der Absicht, unbedarfte Schüler damit aufs Glatteis zu führen. Womit er wohl nicht gerechnet hatte, war, dass auch Wissenschaftler vom Fach anwesend waren. So kam es zu Das Schüler-Klimaquiz der AfD: die Auflösung, verbunden mit der Aufforderung an den Verteiler des Flyers, zu den Antworten Stellung zu nehmen. Durch die große Beachtung, die der Artikel gefunden hatte, blieb dem AfD-Mann nur die Stellungnahme, inklusive Offenlegung der Quellen seiner Ansichten. Und hier nun die Replik der Fachwissenschaft auf diese Stellungnahme. Darin werden die üblichen Zahlen und Schaugrafiken, die auf Twitter und Facebook massenweise in Umlauf sind, um die Ansicht der Klimawandelleugner zu untermauern, gründlich auseinander genommen:
Herr Hilse von der AfD beantwortet die Fragen der KlimaLounge
#FridaysForFuture Klima Politik

Wo sind sie denn unsere versammelten Klimabesserwisser abgeblieben?

Sie arbeiten wohl am Gegenbeweis.



 

Global Striking - die Idee der Schülerproteste weitergedacht


Das Keimform-Blog geht mit dem Gedanken schwanger, ob es nicht sinnvoll wäre, die Schülerproteste #FridaysForFuture auf die arbeitende Bevölkerung auszudehnen. Also einfach Freitags auf die Straße gehen statt in die Betriebe oder Behörden. Der Gedanke leuchtet ein: die Wucht, welche die Schülerbewegung angenommen hat, ausnutzen und das tun, was die #Aufstehen Bewegung eigentlich wollte: nämlich breiten gesellschaftlichen Druck gegen die neoliberale Politik und ihre Folgen aufbauen. Und mit "etwas weniger Auto fahren und weniger Fleisch essen" allein ist es auch noch nicht getan. Es braucht andere, neue wirtschaftliche Zielwerte als Quartalsgewinne und Shareholder-Renditen. Und eine Betriebswirtschaft, die sich den Interessen der Volkswirtschaft untergeordnet ist. Dann wird auch eher der Weg frei für den raschen Durchbruch neuer Technologien, mit denen sich die Klimaziele von Paris vielleicht noch annähernd erreichen ließen.

Die Frage ist natürlich, wie das mit dem Streikrecht (in Deutschland: Arbeitskampfgesetz) vereinbar ist. Denn es ist ja kein Arbeitskampf um Tariflöhne oder Arbeitszeiten, sondern um etwas Größeres, Allgemeineres. Und einfach blau machen, so wie die Schüler, einfach Tatsachen schaffen? Das werden sich wahrscheinlich nur wenige trauen, zu wenige. Trotzdem: der Gedanke hat was.

Keimform: Der globale Streik als globales Commoning

#FridaysForFuture #Aufstehen Gesellschaft Politik

@Ravenbird
das Ziel hat eine Regierung oder gar ein System bei Seite zu fegen
...dann gilt er mit Sicherheit als verfassungsfeindlich und wird ggf mit Gewalt niedergeschlagen. Wurden nicht vor gar nicht allzu langer Zeit die Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Inneren ermöglicht/erweitert? Kommt mir da so rein zufällig in den Sinn...

Der Innere Notstand kam bereits 1968 ins Grundgesetz.

Nein es kommt darauf an. Wenn es nämlich um Verfassungsfeindlichkeit ginge, dann müssten ja Regierungen die dauernd Gesetze schaffen die dann vom Bundesverfassungsgericht bei Seite gefegt werden ebenso gewalttätig beseitigt werden...



 

Bilder vom Tage


Bilder vom Tage - aber die guten Bilder, die von #FridaysForFuture, nicht die furchtbaren aus #Christchurch, die es heute leider auch gab. Während sich ein AfD-Mitglied bereits dazu verstiegen hat beides zu verbinden und zu behaupten, die streikenden Schüler würden eine Mitverantwortung an dem Terrorakt in Neuseeland haben, zeigt die New York Times beeindruckende und farbenfrohe Bilder von den Demos aus aller Welt:

The New York Times: Pictures From the Youth Climate Strikes Worldwide (By THE NEW YORK TIMES)

#FridaysForFuture #Christchurch Gesellschaft Link Politik
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der letzte Absatz wäre doch noch mal eine coole Abschlussfrage für das AfD-Quiz gewesen:
"Wie viel Geld haben Lobbyisten seit dem Jahr 2000 für Desinformationskampagnen gegen den Klimawandel ausgegeben?" und diese Zahl dann mal in Relation zu den bereits erfolgten Ausgaben... ;)

@Hannibal Karthago machste wieder deine ooohhhh-alle-hier-auf-der-autobahn-fahren-falsch-und-nur-ich-merke-das :-D