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Greta im Gelbwestenland


Von Berlin aus ist sie am zurückliegenden Wochenende weitergereist nach Frankreich. Eigentliches Ziel dabei: Paris, wo sie morgen, am 23. Juli, eine Rede vor der Nationalversammlung halten soll. Die Freude der Parlamentarier darüber ist allerdings gespalten: Ein "apokalyptischer Guru" sei sie, und einer "Prophetin in kurzen Höschen" wolle man nicht zuhören, schallte es heute aus den Reihen der rechten Ultras, die zugleich zum Boykott der Greta-Rede vor dem Parlament aufriefen.

Derweil machen jedoch andere Bilder die Runde. Ein uralter, ordenbehangener Opa am Stock, Hand in Hand mit Greta am Strand - an dem Normandie-Strand, wo einst die aliierten Truppen an Land stießen, um Hitler zu besiegen. Was denn auch gelang. Der Opa am Stock ist Charles Norman Shay, 95 Jahre alt. Er gehörte zum medizinischen Personal der Amerikaner, als die alliierten Truppen am D-Day in der Normandie landeten. Viele verwundeten Soldaten haben ihm wahrscheinlich ihr Leben zu verdanken.

Hintergrund: Greta hat am gestrigen Sonntag den neu ins Leben gerufenen und erstmals vergebenen Prix de Liberté erhalten, ein jährlich neu zu vergebender Preis, der von den "Befreiern von einst" für die "Befreier von heute" gedacht ist. Die Preisverleihung selber erreicht allerdings bei weitem nicht die suggestive Kraft, die von diesen Bildern ausgeht. Bilder, die auch zeigen, dass Greta sich in die Rolle der Ikone fügt. Aber nicht aus Eigennutz, sondern um ihrer Sache willen. Und genau deswegen funktioniert das - mitten in unserer sonst so aufgeklärten, medien-, ideologie- und religionskritischen Gesellschaft.

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Politik.Gesellschaft