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Ist Nicht-Reden das neue Reden?


Im Vorfeld der im September stattfindenden Internationalen Automobilausstellung (#IAA) treten offene Konflikte zwischen Klimaschützern und Autoherstellerkonzernen zu Tage. Die heutige Blockade-Aktion am Schienen-Ausgang des VW-Werks in Wolfsburg war sicher nur eine der ersten Aktionen dieser Art. Im Laufe des Herbstes hat #ExtinctionRebellion etliche Aktionen geplant - Blockaden, spektakuläre Aktionen, alles Futter für Presse und gesellschaftliche Debatten. Aber mit den eigentlichen Gegnern, den Energie-Magnaten, Autokonzernen, Großindustrien will man gar nicht mehr reden. Wenns hoch kommt noch mit Politikern. Aber auch da schwindet die Bereitschaft mit jedem Tag, den Regierungen wie unsere #GroKo nach außen hin etwas geschäftig tut, aber in Wirklichkeit nur hofft, das alles aussitzen und am Ende so weitermachen zu können wie bisher, mit den gewohnten, das fossile Wachstums-Mantra predigenden Zuflüsterern aus Finanz und Industrie.

Je mehr Menschen auch nur halbwegs begreifen, dass wir tatsächlich mit voller Fahrt auf eine irreversible, planetenweite und viele Jahrhunderte andauernde Umweltkatastrophe zusteuern, desto schneller wird das Verständnis für offensichtliches Nichtstun oder Tun-als-Ob schwinden - gegenüber Politikern, und auch gegenüber den größten Treibhausgasproduzenten. Noch ist vielleicht ein klein wenig Zeit, um sozialverträgliche Lösungen zu finden, für Stadt und Land, für unterschiedliche Lebensstile und Einkommen. Aber je mehr Zeit mit gewohnt souveräner, aber längst entlarvter Sonntagsrhetorik und Konservierungsversuchen alter Industrien oder Technologien verplempert wird, desto mehr Menschen werden sich dagegen radikalisieren. Es sind ja vorwiegend zu Frieden und Freiheit erzogene Menschen, und deshalb werden sie erst einmal zu gewaltfreien Widerstandsformen neigen, so wie es ja derzeit auch bei ExtinctionRebellion, EndeGelände usw. der Fall ist. Doch je häufiger es zu Blockaden oder ähnlichen Aktionen kommt, desto ruppiger wird das Verhältnis zwischen Aktivisten und Einsatzkräften werden. Irgendwann wird es Verletzte und vielleicht Tote geben. Und dann kann alles sehr schnell gehen. Rechte Gruppierungen werden sich dann ebenfalls zusammenrotten und mit privat organisierten Einsatzkräftetrupps ihrerseits die Hoffnung auf die Erneuerung ihres Dritten Reichs auf die Straßen tragen.

Auf Twitter habe ich heute zum ersten mal den Hash-Tag #NichtRedenIstDasNeueReden im Zusammenhang mit zunehmend wütenden Klimaschutz-Aktivisten gelesen. Greta hat es ja schon vor Monaten so ausgedrückt: "Simpy act. Because acting works". Es wird Mediatoren geben müssen, und zwar sehr viele und sehr gute. Politiker oder außerparlamentarische Mediatoren ohne Parteibuch, aber mit Gewissen, ohne amerikanisch-fossilistische Thinktank-Prägung, aber mit dem Mut zu sagen was sie wirklich wollen. Und es werden klimaschutz-wirksame Gesetze erlassen werden müssen, die einige Bürger und Unternehmen in ihren Gewohnheiten und Geschäftsmodellen hart treffen werden. Die Alternative ist, dass der demokratische Diskurs demnächst für lange verstummen wird. Und das wird dann alle treffen. In welcher Form auch immer.

@Bettina Schwarz

Ich habe ja auch nur gesagt, dass hier nicht kontrovers diskutiert wird. Meist haben kontroverse Diskussionen, also das gegenüberstellen andere Sichtweisen mehr Potential. Trotzdem finde ich es klasse und toll, dass hier sehr offen und ehrlich die eigenen Positionen dargestellt werden.

Aber eines ist mir wichtig. Selbst wenn hier beispielsweise @Ravenbird Überbevölkerung als Problem angesprochen hat, möchte ich das auf keinen Fall auf eine Stufe mit Tönnies stellen.
Denn dieser hat klar rassistisch gepoltert.
Ich wollte nur aufzeigen, dass die Geburtenrate sehr wohl etwas mit Wohlstand zu tun hat und das der Fokus meiner Meinung nach, eben genau auf diesen Punkt gelegt werden muss.
Also ich habe zwar Umweltschutz von der Pike gelernt, aber leider wird das soziale Problem da wenn überhaupt, dann nur tangiert.
Dabei ist es das Hauptproblem.
Keine Lösung der sozialen Frage ohne Beachtung der Umweltproblematik und keine Lösung der Umweltproblematik ohne Beachtung der sozialen Frage.
Und ja, aus diesem Grunde ist es aus meiner Meinung nach wichtig den "Globalismus" völlig neu zu denken.
Aber das wird dieses System nie leisten können!

@Gokh Ah, dann kommen wir aus dem gleichen Stall. :-)
Aber auch wenn wir das nicht beigebracht bekommen haben im Zusammenhang mit der Ausbildung, so sind wir doch zrotzdem auf den gleichen Weg abgebogen.
@Gokh

@Bettina Schwarz: Ja, ich denke, wir kommen wahrscheinlich aus dem gleichen Stall und sind eigentlich auch gar nicht weit von einander entfernt, mit den Ansichten.
So haben wir ja beispielsweise das Problem von nachwachsenden Rohstoffe in einen kapitalistischen Markt beide erkannt.
Es ist natürlich auch klar, dass wir, der in Wohlstand lebende Westen, die größten Emissionen verursachen und eben nicht die Menschen in Afrika trotz ihrer hohen Fertilität.
Dennoch sourcen wir ja gerade auch eine Menge Emissionen und Umweltverschmutzung aus. Und jetzt kommt eben das Wohlstandsgefälle zu tragen und natürlich der globale Markt.
So beschissen beispielsweise der Anbau von Soja in Argentinien ist, so ist er gleichzeitig eines der größten Wirtschaftsfaktor in einem Land, was vielleicht schon jetzt wieder in eine nächste große Krise taumelt.
Alles hoch kompliziert und eben nicht durch eine weltweite CO2-Abgabe lösbar.
Meiner Meinung ist diese nicht einmal der richtig Weg.

Der Meinung schließe ich mich vollkommen an!



 

Damen-Kränzchen


Mein heutiger Walk, zu dem auch das vorhin gepostete Froschperspektiven-Foto gehört, führte mich in ein Lokal, wo man schön draußen sitzen konnte im Schatten. Außer mir waren nur fünf Damen an einem anderen Tisch, die sich angeregt unterhielten. "Weißt du, die haben ja letztes Jahr ein Kind bekommen und es Greta genannt. Und da hab ich dann diese tolle Greta-Thunberg-Vase entdeckt und gleich bestellt. Die haben sich total darüber gefreut, als ich ihnen das zum ersten Geburtstag ihrer Kleinen schenkte".
Anschließend bestellte sich die Dame ein Rumpsteak. Und sagte noch: "Wisst ihr, ich will einfach nur leben und es mir gutgehen lassen".
Gesellschaft

Also ich fliege (so die Planung) nächstes Jahr nach Australien für 3-4 Wochen Urlaub. Ich habe aber auch kein schlechtes Gewissen: Ich habe kein eigenes Auto mehr, ich fahre fast nur mit ÖPNV und fliege selten.

So hat jeder seine CO2-Probleme. Ich hab Kinder. Jedes davon verursacht so viel CO2 im Jahr wie ein Überseeflug - mindestens :-)

Yo, wobei die Argumentation mit den 'Ihr sollt keine Kinder haben'... da kann man auch sagen: "Hey, bringt euch alle selbst um, das ist super für den Planeten." (Nein, sage ich nicht ;))



 

Die Entwicklung des Neoliberalismus


Auf den #NachDenkSeiten ist heute der erste Teil eines Fünfteilers erschienen, wo es um die Geschichte des Neoliberalismus in Deutschland geht. Also das, was wir derzeit haben, was Jüngere gar nicht anders kennen, und was uns zuverlässig ins Verderben führt, wenn wir das Ruder nicht bald herumreißen. Es wäre übrigens nicht das erste mal, dass uns ein entfesselter Marktliberalismus ins Verderben führt - auch das wird im ersten Teil des 5teiligen Essays beschrieben.

Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich im rheinischen Kapitalismus. Aus heutiger Sicht vielleicht eine Art Idealwirtschaftsform. Aber man sollte sie auch nicht glorifizieren. Sie funktionierte nur, weil die Wirtschaft immer weiter wuchs, und weil der Konsumismus immer weiter ausuferte. Anfangs ging es ja noch um Bedürfnisbefriedigung (Mobilität, Medienteilhabe). Aber schon als ich mit dem Nachdenken begann, so Ende der Siebziger, wurde ich im Elternhaus mit seltsamen Konsumkatalogen konfrontiert, die irgendwelche kreativen sinnlosen Sahnehäubchenartikel anboten für die moderne Hausfrau, die natürlich sonst schon alles hat.

Da war schon absehbar, dass es allmählich eng werden würde für den rheinischen Kapitalismus. Die tollen Wachstumszahlen ließen nach. Aber die Menschen hatten das Wirtschaftswachstum als Mantra schon so verinnerlicht, dass sie nur noch wollten, dass das immer so weitergeht. Egal wie. Diese Zeit war dann so in der zweiten Hälfte der 80er endgültig gekommen. Die "geistig-moralische Wende" des Helmut Kohl, der 1983 an die Macht kam, läutete letztlich den Sieg des Neoliberalismus ein. Nur wusste das damals kaum jemand. Geschweige denn, dass jemand ahnte, wohin das führen würde. Wir waren zunächst begeistert, als endlich der Telekommunikationsmarkt in Bewegung kam, und als das Internet ab Mitte der 90er zu boomen begann, war vielen klar, dass es ohne die "Enthebung" der Deutschen Bundespost vom Telekommunikationsnetz überhaupt keine Internetzugänge in Deutschland geben würde. Das war auch die Zeit, als die Telekom Bürger per Fernsehen bewarb, Aktien zu erwerben, um selber Teil zu werden der großen Wohlhabens-Party.

Ich freue mich jedenfalls über diesen klarsichtigen Zeitgeschichten-Essay auf den Nachdenkseiten. Je nachdem, wo man gerade selber steht mit seinen Vorstellungen von Wohlstand und seinem Wissen um die drohende Klimakatastrophe, kann dieser Essay helfen, die Welt, die man bislang für selbstverständlich gehalten hat, mal aus der Sicht eines Vogels zu sehen.
Die Entwicklung des Neoliberalismus aus der Perspektive Deutschlands – Die Nachkriegszeit
#NachDenkSeiten Geschichte Gesellschaft


 

Klima vs. Freiheit


Die Klimadebatte wird immer stärker zu einer Freiheit-oder-nicht-Debatte, einer Verbote-oder-Anreize-Debatte. Sie polarisiert sehr stark, wobei der Frontverlauf bei genauerem Hinsehen gar nicht mal so einfach ist. "Einfach" aus Sicht der Klima-Aktivisten meint oft, "naja, die CDU, die CSU, die FDP und die AfD sind Schönredner, Blockierer oder Leugner, und der Rest ist mehr oder weniger auf unserer Seite". Doch ganz so einfach ist das nicht. So gibt es nicht nur Wertkonservative aus der Naturschutzecke, die sich auf die Seite von FridaysForFuture schlagen, sondern umgekehrt auch diverse Gruppierungen innerhalb des linken Spektrums, die sich in ihrer Ablehnung der Klimaschutzbewegung kaum von der AfD unterscheiden. Auch KenFM hat sich mittlerweile gegen den menschengemachten Klimawandel und für Wissenschaft nach EIKE-Lesart geoutet.

So richtig angeheizt wird die Debatte natürlich noch durch die Person Greta Thunberg, die Art ihres Auftretens, ihren persönlichen Hintergrund, und den immer größer werdenden Rummel um sie, der mittlerweile um sich greift wie die Brände in Sibirien.

Die "Nachdenkseiten" versuchen sich ja gerne zwischen den Stühlen zu positionieren, um eben noch so was wie Debattenkultur dabei herauszukitzeln. Nachdem der Redakteur Jens Berger sich zu diesem Zweck allerdings mal ein wenig durch die Kommentarspalten gelesen hatte, fühlte er sich zu diesem Artikel genötigt:

Greta und ihre „Kritiker“ – woher kommt all die Boshaftigkeit auf etwas, das eigentlich doch nur positiv ist?



Der Artikel erschien gerade vorgestern, am 31. Juli. Schon zwei Tage später quillt das Redaktionspostfach mit Kommentaren und Leserbriefen über. Ich kann allen nur empfehlen, sich mal in die insgesamt 30 längeren Leserbriefe, die auf der unten verlinkten Seite versammelt sind, hineinzulesen. Da ist alles dabei - niemand wird also total glücklich oder einfach nur genervt davon sein. Vor allem sind aber auch viele Erklärungsversuche dabei - persönliche wie theoretische. Abendfüllend.

Leserbriefe und Kommentare zum Artikel „Greta und ihre Kritiker“

Gesellschaft Klima

ökodiktatur klingt wie veggieday. was bedeutet denn freiheit in diesem zusammenhang? niemand ist absolut frei. wir sind alle eingeschränkt. immer! die bezeichnung ökodiktatur in diesem zusammenhang ist meiner meinung nach nur die verunglimpfung der tatsache, dass man das system der einschränkungen gegeneinander verschiebt. also bspw. die einschränkung der radfahrer werden reduziert zuungunsten der autofahrer. die einschränkungen der bahnbenutzer werden reduziert auf kosten der flieger und autofahrer. dass dabei immer die autofahrer als partei auftauchen, deren rechte eingeschränkt werden, liegt in der natur ihrer aktuellen vorrechte: sie drängen alle anderen weg.

Sprich leben also in einer Automobilitätsdiktatur!!!!!
Konsumdiktatur!
Freiheitsdiktatur!
..
der gefallt mir gut!
Freiheitsdiktatur, muss ich mir aufschreiben!



 

Bildinterpretation erwünscht


Das kann man bei Amazon kaufen:

Bild/Foto

Finden tut man das, wenn man auf Amazon nach Fuck you Greta sucht:
@Greta Thunberg Gesellschaft Medien
Nicht direkt. Aber man findet es halt, wenn man nach "fuck you Greta" sucht. Und danach zu suchen ist mittlerweile verbreitet, weil sich in der Szene herumgesprochen hat, dass es entsprechende Sticker für über den Auspuff gibt.



 

Generalstreik? Wie geht denn das?


#FridaysForFuture, #ExtinctionRebellion und andere Organisationen rufen für den 20. September zum ersten globalen Streiktag auf. Das ist ein Freitag, aber es soll eben nicht nur ein "Schülerstreik-Freitag" werden, sondern einer, an dem auch Berufstätige und natürlich auch alle anderweitig Tätigen zum Streik aufgefordert sind.

Genauer gesagt, kursieren da eigentlich zwei Termine - der 20. September und der 27. September. Am 27. September sollte ursprünglich der Climate Action Summit 2019 in New York stattfinden. Der wurde aber anscheinend mittlerweile vorgezogen auf den 23. September. Wie auch immer, der 20. September soll der Start für den ersten globalen Klimastreik sein. Die Initiatoren erhoffen sich aber wohl, dass die Erwachsenen es nicht bei dem einen Streiktag belassen, sondern dass sich der Streik spontan ausdehnt. Im Grunde soll es ein Generalstreik werden.

Wie bei FridaysForFuture gibt es keine zentrale Organisation. Es geht einfach nur darum, am gleichen Tag an möglichst vielen Orten der gesamten Welt möglichst viele Streiks/Demos mit den gleichen Zielen zu beginnen.

Doch wie soll das eigentlich für Arbeitnehmer funktionieren? Welche Möglichkeiten haben sie, ohne ihren Job zu riskieren? Hier ein paar Vorschläge (auf Englisch):
#FridaysForFuture #ExtinctionRebellion Gesellschaft Klima Politik


 

Mit Stromreserven zocken


Im Juni 2019 stand die Stromversorgung von Europa mehrfach vor dem Zusammenbruch. Grund dafür sind jedoch keine Engpässe durch erneuerbare Energieen, sondern finanzielles Gezocke bei der Vorsorge für Schwankungen im Netz. Stichwort #Mischpreisverfahren.
Die #Piratenpartei hat dazu gestern einen interessanten Artikel veröffentlicht:

Warum das deutsche Stromnetz wirklich instabil ist


Abgesehen von den absurden Kosten, die bei zu geringen Vorräten entstehen, und die einfach auf die Stromendkunden umgelegt werden, ist dieses Gezocke auch brandgefährlich. Denn wenn es nicht schnell genug geht und das zentrale Stromnetz tatsächlich zusammenbricht, dann ist es nicht nach ein paar Sekunden wieder da, auch nicht nach ein paar Minuten, und auch nicht nach ein paar Stunden. Wie lange es tatsächlich dauert, und was bis dahin alles passieren wird, beschreibt dieser Twitter-Thread (ich habs auf tttthreads.com in ein zusammenhängendes Dokument konvertiert):


 

Wachsen euch auch schon Hörner?


In dem im Artikel beschriebenen Selbsttest konnte ich bei mir zumindest keine Hörner ertasten. Aber vielleicht hab ich nur nicht die richtige Stelle erwischt. Oder ich schaue doch noch genügend geradeaus und nicht so viel nach unten wie die Generation Smartphone. Denen wachsen sie jedenfalls vermehrt, die Hörner. Aber nicht wie bei Tieren üblich nach vorne heraus, sondern nach hinten heraus. Wird sicher lustig aussehen in 100 Jahren :-)
Gesellschaft Gesundheit Technik

Das ist ein Gnubbel an der beschriebenen Stelle. Die ist recht druckempfindlich und manchmal sticht es dort auch. Alte Männer gehen nicht zum Arzt. Habe ich noch nie checken lassen.

Das ist bestimmt der Einfluss des Satans.



 

Szenarien erkennen, Vorgänge anders bewerten, an Stellschrauben drehen


Bei Jung&Naiv ist heute ein weiteres dieser langen (fast 2stündigen) Inverview-Videos erschienen, in denen Zeitgenossen, die viel zu sagen haben, wirklich mal ausreichend Raum dazu bekommen. Diesmal hat sich Thilo Jung, dessen YouTube-Kanal allmählich auch immer mehr Beachtung findet, die durch ScientistsForFuture bekannt gewordene Maja Göpel interviewt. Eine Frau mit einem gefühlten IQ von 160, die ihre größte persönliche Herausforderung zu Recht darin sieht, ihr Wissen auf die die geistige Aufnahmefähigkeit von Normalbürgern herunterzubrechen. Das gelingt ihr nicht immer, aber zumindest oft genug, um open minded Menschen zu faszinieren.

Es geht um die großen, fast schon philosophischen Fragen des Wirtschaftens. Und wie man das beste Wissen, das man darüber mittlerweile hat, in die Realpolitik bekommen könnte.

Gesellschaft Medien Politik Video
Sie ist gigantisch!



 

Von der bürgerlichen Rechten in den Rechtsterrorismus


Wer die "Arschlöcher fon Deutschland" (#AfD) wählt, mit ihnen koaliert oder es weiterhin versäumt, diese Partei als verfassungswidrig zu brandmarken, sollte sich im klaren darüber sein, dass das Eis sehr dünn ist:
#AfD) Gesellschaft Politik


 

Ewiges Wachstum ist Esoterik


Die Einschläge kommen näher. Die Ideologie - oder sollte ich besser sagen, die Idiotie - des grenzenlosen wirtschaftlichen Wachstums, dieser Bruttosozialprodukt-Götze - er wankt. Bringen wir ihn endlich zu Fall!
Gesellschaft Politik
Wenn das so einfach wäre. Die zwei Prozent stehen ja überall fest.
Kein Wirtschaftswachstum, keine Gehaltserhöhungen, keine Inflation.
Dann muss der EU Stabilitäts- und Wachstumspakt weg und auch weltweit müssen alle mitziehen.

Natürlich gibt es ewiges Wachstum. Fakt ist aber auch: In einem gesättigten Markt gibt es auch genau so viele Pleiten, sodass die Gesamtwirtschaft insgesamt stagniert. Ein ganz natürlicher Prozess.

Fakt ist aber auch, dass wir ohne ein Korrektiv wie den Markt nicht auskommen. Deshalb bin ich FÜR einen funktionierenden Zertifikathandel, denn er schafft ein Korrektiv gegen die Ausbeutung der Erde.

Die Wirtschaft kann doch trotzdem wachsen! Dann wachsen eben die Verkaufszahlen digitaler Güter, die verbrauchen weniger CO2 als ein Auto, dessen Herstellung Unmengen CO2 freisetzt.



 

Wir schaffen das!


Wir schaffen das!
Und tatsächlich - seit der AfD die Hoheit über die wirklich wichtigen Themen geklaut wurden, ist Ruhe an der Front mit der angeblich unerträglichen Last, welche die Flüchtlinge darstellen.
Angela Merkel ist die viel gehasste, stille Figur, die hunderttausenden von flüchtigen Menschen ermöglicht hat, halbwegs menschlich in einem fremden Land und in einer fremden Kultur aufgenommen zu werden. Viele von den Flüchtlingen von 2015 sind mittlerweile wieder heimgekehrt. Andere sind noch hier und versuchen sich zu integrieren. Einige wenige sind negativ auffällig, kriminell oder djihadisiert. Aber das sind auch nicht mehr als es marodierende Nazis gibt. Merkel hat es geschafft, dass wir noch alle miteinander auskommen. Ohne viele Worte, ohne große Gesten. Oft nur durch ein hilfloses, aber ehrliches "ich würd gern mehr für euch tun". Man kann ihr vieles vorwerfen. Aber sie gehört auch mal geehrt für einiges. Und genau das ist heute geschehen:
Gesellschaft Politik
Ich gönne ihr die Auszeichnung von Herzen. Schade an der Geschichte ist für mich nur, dass ihr zum einen der Satz politisch fast den Kopf gekostet hätte, und er zum anderen für weitere Themen nicht mehr zur Anwendung kam.

Hohe Stickoxidbelastungen in den Städten? Wir schaffen das! Hoher Energieverbrauch und damit verbundener Klimawandel? Wir schaffen das! Zunehmend marodes Gesundheitswesen? Marode Schulen? Einkommensschere? Wir schaffen das! Wir schaffen das!

Mir und viele Andere hier im Land würden sich für die Kanzlerin noch viel mehr freuen,
wenn Sie eine Auszeichnung für die Bewältigung all der Probleme ( die Du aufgezählt hast )
bekäme !
Eine tolle Rede vor der Elite zu führen ist nichts gegen die Beseitigung der vielen Probleme im eigenen Land !
@Robert Kormann

@charisma71 ...was man aber eben nicht alleine schaffen kann!
Und mit der ganzen Lobby-Mafia ist das so wie bisher eben nicht zu bewältigen.




 

Bella Ciao


Nach der Rede von Greta Thunberg beim gestrigen Kirtag-Event im Rahmen des #R20-Summit in Wien geschah etwas Unvorhergesehenes. Die Moderatorin auf der Bühne wollte nach dem Applaus des Publikums gerade wieder das Mikro übernehmen. Doch vor dem rechten Bühnenrand erhoben sich aus dem Publikum plötzlich ein paar Jugendliche vor den Bühnenmikros, entrollten ein großes Transparent und begannen zu singen. Eine ziemlich eindringliche Melodie. Und sie bekamen dafür viel Beachtung. Die Moderatorin ließ sie gewähren. Das ganze Spektakel dauerte etwa zwei, drei Minuten.

Was die Jugendlichen da sangen, war aber nicht irgendwas, sondern eine historische Hymne des Widerstands: https://de.wikipedia.org/wiki/Bella_ciao

Die Klimaschutzbewegung hat diese alte Hymne für sich entdeckt. Bereits vor ein paar Monaten wurde ein interessantes YouTube-Video eingespielt, das dieses alte Lied für die Klima-Jugendbewegung neu aufgelegt hat:

#R20-Summit Gesellschaft Politik



 

So ne Art SELFHTML für den Klimawandel


So ne Art #SELFHTML zur Klimakrise wäre gut. Wo all die Sachen wie #Keeling curves, #TippingPoints und #CO2-Vorrat so erklärt werden, dass endlich alle verstehen, worum es da wirklich geht. Fordert #GretaThunberg in ihrer neuesten Rede von vorhin - gehalten auf der Eröffnungsveranstaltung zum #R20-Klimagipfel in #Wien:

Das Schöne an #selfhtml war, dass man es selbst lernen durfte. Die, die es nicht brauchten, kennen Deine Doku bis heute nicht.
Blöd an der Klimakrise ist, dass sie da ist und ALLE wissen, wie sie sich jetzt verhalten müssen. Greta hat das super rüber gebracht, mit dem Erfolg, dass 2/3 der Verursacher der Klimakrise meinen, dass "die kleine Rotzgöre" ihnen "nichts vorzuschreiben habe".
Hilft da ein #selfclimatechance? Eine tiefere Erklärung für den ganzen Prozess? Vermutlich nicht, denn auch das kann man "einfach mal nicht kennen wollen".

Mein Eindruck ist, dass sehr viele Leute die Doku kannten, obwohl sie gar nicht näher mit der eigentlichen Materie zu tun hatten. Viele haben einfach nur die Einführung gelesen - und haben so das Internet verstehen gelernt.
Richtig ist, dass das eine rein freiwillige Sache war, wohingegen man jetzt am liebsten allen ein nachgewiesenes Grundwissen zum menschengemachten Klimawandel als Basis für einen Schulabschluss gleich welcher Art verordnen möchte. Aber vielleicht funktioniert es ja auch über die Schiene des Interesses. Ich finde z.B. die Site https://www.klimafakten.de/ gar nicht schlecht. Aber noch besser wäre natürlich noch ein "Grundkurs Klima" mit Greta. Vielleicht entwickelt sie sich ja sogar mal in diese Richtung. Könnte ich mir durchaus vorstellen. Sie hat den analytischen Verstand, das nötige Wissen, aber auch das Feeling dafür, worauf Menschen reagieren.

Als ich noch studiert hatte, saß ich mal mit einem Timo in einem Kurs zu Funktionalanalysis. Timo hatte ein wunderbares Talent, Dinge auf den Punkt zu bringen. Er sagte zum Klimawandel: Das ist ganz einfach, da muss man gar nichts leugnen. Vor drei Milliarden Jahren war die Erde recht heiß, dann kamen die ersten Lebewesen und haben das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre genommen, um sich zu ernähren, sind gestorben und unter die Erde gewandert. Heute ist die Erde sehr viel kälter und wir Menschen buddeln die verrotteten Lebewese von damals in Form von Erdöl und Erdgas und Kohle wieder aus und pumpen das CO2 wieder in die Atmosphäre. Also wird die Erde bald wieder die Temperatur von vor drei Milliarden Jahren haben.

Hehe, ja, so kann man es auch erklären :-)



 

Hochrechnung


Wie auch immer die endgültigen Zahlen aussehen werden. Die Tendenzen sind schon nach den ersten Hochrechnungen klar erkennbar. Sie zeigen zwar in eine "freundliche Richtung". Aber das wars auch schon. Leider ist es tatsächlich so, dass diesem Wahlergebnis zufolge mehr als die Hälfte der deutschen Wähler mehr oder weniger aktive Leugner des menschengemachten Klimawandels sind, denen die Zukunft ihrer Kinder scheißegal ist. Hat man es erst mal verstanden, ist das traurig, sehr traurig.
Gesellschaft Politik

Mich hat aber gerade gefreut, dass Frau Nahles zumindest (AKK lobhudelte sich ja nur) festgestellt hat, dass wenn die SPD nichts gegen den Klimawandel macht, stürzt sie total ab. Hoffen wir mal, dass sie das morgen früh auch noch weiß und das bis ans Ende der Regierungszeit auch nicht aus den Augen verliert.
Hey kommt, wahlbestimmend war eindeutig das Klima und das ist schon mal super! Und so wie es aus sieht, wird die Grünenpolitik bestimmend sein. Und wenn ALLE ein Thema bestimmen, dann befinden wir uns trotz aller Richtigkeit schnell bei Momos "Grauen Männern".
Auch wenn mir persönlich das Ergebnis aus Österreich genauso an die Nieren geht, wie das Ergebnis aus Ostdeutschland.

Ein paar Jahre Zeitfenster bleiben ja noch für eine endgültige Wende. Aber wenn das nicht klappt, sollten wir unsere Sargdeckel gut vernageln lassen - denn sie werden uns hassen.

Viva la Revoluthion mit sanfter, aber unverrückbarer Bestimmtheit und einem festen Ziel.

Bei den Wahlbeteiligten < 60 Jahren waren die Grünen immerhin stärkste Partei, hieß es? Aber auch da nicht die Mehrheit.



 

320.000! - 2 Mio? - 250 Mio = System Change


320.000 Teilnehmer sind am heutigen zweiten globalen #FridaysForFuture allein bei den etwas über 200 Demos in Deutschland gezählt worden. Weltweit fanden über 1.600 Demos statt. Vorsichtig hochgerechnet, ist eine Gesamtteilnehmerzahl von über 2 Millionen denkbar. Das wäre dann noch mal eine halbe Million mehr als beim ersten globalen Streiktag Mitte März.

"Very big", wird Greta sagen, "but not yet big enough". Denn sie will den Systemwandel, und sie kennt die 3,5%-Formel (siehe The 3.5% rule: How a small minority can change the world). Deshalb hat sie gestern - gemeinsam mit anderen Aktivisten von FridaysForFuture - für den 20. September zu einem globalen Generalstreik aufgerufen, an dem auch erwachsene Menschen alle nicht lebenswichtigen Arbeiten niederlegen sollen, um auf die Straße zu gehen.

Die Menschheit kratzt gerade an der 8-Milliarden-Marke. Für die entscheidenden 3,5% müssten also auf jeden Fall über 250 Mio. Menschen weltweit mobilisiert werden. In Deutschland müssten es über 2,5 Mio. sein, die an einem einzigen Tag auf die Straße gehen, und von denen viele dann nicht mehr heimgehen, sondern die Firmen und Behörden besetzen.
#FridaysForFuture Gesellschaft Klima


 

Das Mikrofon ist an


Habs in meiner Timeline hier noch gar nicht entdeckt. Dann poste ich es halt mal. Die neue Ausgabe des TIME-Magazins:

Gesellschaft Klima

@Bettina Schwarz miteinander agieren heißt immer beides: gegeneinander und füreinander, Kommunikation im weitesten Sinn ist einfach Austausch und Interaktion. Moral ist eine Kulturleistung, die wir diesem Austausch hinzufügen. Das sollten wir schätzen aber nicht als selbstverständlich nehmen.
Und es muss immer relativiert werden. Absolute Moral ist der sichere Weg in die Dummheit, bestenfalls.

Greta Tunberg als Popstar zu inszenieren ist vollkommen legitim, sie ist es ja tatsächlich. Solange sie radikal bleibt, was die Vertretung ihrer Botschaft angeht, darf sie gerne auch auf einem brennenden Einhorn durch die Wolken reitend dargestellt werden.

@Hartmut Noack
Absolute Moral ist der sichere Weg in die Dummheit, bestenfalls.

Danke für den Satz.

Mit dem Popstar habe ich meine Probleme, nehme die Tatsache aber hin und bekomme heute das Bild vom brennenden Einhorn, dass durch die Wolken jagt nicht mehr aus dem Kopf. :-)



 

Die Greta-Kurve


Die grüne Kurve ist die Greta-Kurve. Sie steht für ökologisches Siehmalachneguckmalda-Bewusstsein in Deutschland in den letzten drei Jahren. Bis diesen Winter wurde nur über Flüchtlinge geredet. Bei 4°C Global Warming kommen davon übrigens schnell noch zehn mal mehr ...


 

tod@s oder todxs


Kaum etwas löst so heftige Diskussionen aus wie Versuche, mehr Geschlechtergerechtigkeit im sprachlichen Alltag zu verankern. Die deutsche Sprache hat es in dieser Disziplin mit all den Sprachsternchen, Binnen-Is und sonstigen Formblüten besonders weit gebracht. Aber auch andere Sprachen kennen Ver-she-bungen. Das englische "she" ersetzt immer häufiger die männliche oder neutrale Form, und im Spanischen wehren sich manche gegen die klassische Regel, dass man weibliche Varianten von Wörtern wie "todas" (alle) nur dann verwenden darf, wenn ausschließlich Frauen gemeint sind, wohingegen bei Anwesenheit nur eines Pimmelträgers, und sei er auch noch so jung, bereits "todos" verwendet werden muss. Das wird dann mit modernen Konstruktionen wie "tod@s" oder "todxs" aufzubrechen versucht. Mehr über all das - auch was andere Sprachen betrifft, weiß dieser Artikel in der FAZ:
Gesellschaft

In der DDR wurde einfach behauptet, dass es keine Geschlechterungerechigkeit gäbe. Hinzu kamen Versuche, das gesetzlich umzusetzen. Dennoch war keine Frau in Politbüro und im ZK der SED waren nur sehr wenige.
Das Verleugnen von Problemen war es ja auch, was die Ostregimes hat erstarren und versagen lassen.

In der DDR bekam Mutti jeden Monat einen freien Tag, damit sie sich ordentlich um den Haushalt kümmern konnte. Was sie in dieser Zeit schaffte, musste Vati nicht erledigen, so dass er mehr Zeit für Parteiversammlungen hatte.

Bis ins Politbüro allerdings hätte es auch Vati nicht geschafft, denn dieses war bis zum Schluss mit Vorkriegspersonal besetzt. Für eine vollständig in der DDR herangezogene Führungsschicht bis ganz nach oben wurde dieser Staat – unabhängig davon, wie eine solche dann ausgesehen hätte – gar nicht alt genug.

@Sven Türpe @Hartmut Noack Ja, das habt Ihr hübsch beschrieben. Bedenkt man dann noch, dass die Frau erst in der 70er Jahren eventuell selbst entscheiden durfte, ob sie ihre Bindung zum Neugeborenen leben darf, aber definitiv Assi war, wenn sie das länger als 12 Monate betrieb...
Am Meisten traf mich aber die Erkenntnis, dass ich z.B. nie im Leben mein Kind mit Behinderung hätte bei mir behalten dürfen!
Trotzdem war es leichter mit der männlichen Arroganz umzugehen und damit meine ich nicht per default jeden Mann, sondern eben die wenigen mit dem Pseudohirschgeweih und der riesengroßen Klappe, vor denen man heutzutage nur angesichts so viel heraus gebrüllter Dummheit in Schockstarre verfällt. Seinerzeit waren wir mindestens drei Damen, die den "Hirsch" platt geschnackt haben, der brüllte zwar weiter, aber der Rest der Leute stand dann grinsend da und war erleichtert, dass demjenigen das Geweih gestutzt wurde.

So und ich setz mich jetzt mit "Thema verfehlt" und schweige beschämt. ;-)