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Die Entwicklung des Neoliberalismus


Auf den #NachDenkSeiten ist heute der erste Teil eines Fünfteilers erschienen, wo es um die Geschichte des Neoliberalismus in Deutschland geht. Also das, was wir derzeit haben, was Jüngere gar nicht anders kennen, und was uns zuverlässig ins Verderben führt, wenn wir das Ruder nicht bald herumreißen. Es wäre übrigens nicht das erste mal, dass uns ein entfesselter Marktliberalismus ins Verderben führt - auch das wird im ersten Teil des 5teiligen Essays beschrieben.

Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich im rheinischen Kapitalismus. Aus heutiger Sicht vielleicht eine Art Idealwirtschaftsform. Aber man sollte sie auch nicht glorifizieren. Sie funktionierte nur, weil die Wirtschaft immer weiter wuchs, und weil der Konsumismus immer weiter ausuferte. Anfangs ging es ja noch um Bedürfnisbefriedigung (Mobilität, Medienteilhabe). Aber schon als ich mit dem Nachdenken begann, so Ende der Siebziger, wurde ich im Elternhaus mit seltsamen Konsumkatalogen konfrontiert, die irgendwelche kreativen sinnlosen Sahnehäubchenartikel anboten für die moderne Hausfrau, die natürlich sonst schon alles hat.

Da war schon absehbar, dass es allmählich eng werden würde für den rheinischen Kapitalismus. Die tollen Wachstumszahlen ließen nach. Aber die Menschen hatten das Wirtschaftswachstum als Mantra schon so verinnerlicht, dass sie nur noch wollten, dass das immer so weitergeht. Egal wie. Diese Zeit war dann so in der zweiten Hälfte der 80er endgültig gekommen. Die "geistig-moralische Wende" des Helmut Kohl, der 1983 an die Macht kam, läutete letztlich den Sieg des Neoliberalismus ein. Nur wusste das damals kaum jemand. Geschweige denn, dass jemand ahnte, wohin das führen würde. Wir waren zunächst begeistert, als endlich der Telekommunikationsmarkt in Bewegung kam, und als das Internet ab Mitte der 90er zu boomen begann, war vielen klar, dass es ohne die "Enthebung" der Deutschen Bundespost vom Telekommunikationsnetz überhaupt keine Internetzugänge in Deutschland geben würde. Das war auch die Zeit, als die Telekom Bürger per Fernsehen bewarb, Aktien zu erwerben, um selber Teil zu werden der großen Wohlhabens-Party.

Ich freue mich jedenfalls über diesen klarsichtigen Zeitgeschichten-Essay auf den Nachdenkseiten. Je nachdem, wo man gerade selber steht mit seinen Vorstellungen von Wohlstand und seinem Wissen um die drohende Klimakatastrophe, kann dieser Essay helfen, die Welt, die man bislang für selbstverständlich gehalten hat, mal aus der Sicht eines Vogels zu sehen.
Die Entwicklung des Neoliberalismus aus der Perspektive Deutschlands – Die Nachkriegszeit
#NachDenkSeiten Geschichte Gesellschaft


 

Geschichten vom Mond


Im Sommer 1969, vor heute 50 Jahren also, war mein Vater, ein Beamter, auf einem mehrmonatigen Lehrgang in Saarbrücken. Wir selber wohnten zu der Zeit in Koblenz. Einmal besuchten meine Mutter und ich ihn dort. Er hatte dort ein Zimmer zur Untermiete bei einem älteren Ehepaar. Und die luden uns alle ein, an ihrem Fernseher dem Jahrhundertereignis beizuwohnen. Wir hatten zu dem Zeitpunkt noch gar kein Fernsehen, deshalb war das eine Premiere für mich, und deshalb kann ich mich noch gut daran erinnern, wie wir allesamt in der engen Stube dieses mir unbekannten Vermieterehepaars um diesen Kasten herum versammelt waren, auf dem verschwommene Schwarzweiß-Bilder von der Mondlandung zu sehen waren. Das war alles buchstäblich wie von einem anderen Stern. Das Gerät, die Bilder von diesen Menschen in ihren Raumanzügen, diese anderen Schwerkraftverhältnisse.

Wer die ganze Geschichte und all die Geschichten dahinter noch mal in epischer Breite erzählt bekommen möchte: Auf YouTube gibt es eine dreiteilige ARTE-Doku darüber. Isg. über 5 Stunden lang. Also was für lange laue Nächte.

Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=RpR6kzLW7oY
Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=nIhCL74dPP8
Teil 3: https://www.youtube.com/watch?v=uQ0ZyUTcyC8
Geschichte Medien Video


 

Märchen der Völker - für starke Raucher


Bild/Foto

Glücklicherweise gibt es noch solch faszinierende Seiten im Web - auch, wenn sie schon eineinhalb Jahrzehnte alt sind! Auf dieser hier erzählt der Autor Rainer Würgau von einem unbekannt gebliebenen Künstler namens Stefan #Mart, der vor der Machtergreifung durch die Nazis #Märchen aus verschiedenen Kulturen zusammentrug und veröffentlichte, zusammen mit selbst angefertigten #Illustrationen wie der oben gezeigten.

Märchen der Völker war kein fertiges Buch aus dem Buchladen, sondern eine Serie von Vierfarbendrucken, etwas größer als Spielkarten, die man vom Hamburger Verlag gegen Einsendung von Gutscheinen zugeschickt bekam. Diese Bilderschecks lagen Zigarettenpäckchen aus dem Hause #Reemtsma bei. Um die Bilder im Zusammenhang zu verstehen, musste man beim Tabakhändler das zugehörige Sammelalbum erwerben, das den Text der Märchen und viele zusätzliche schwarz-weiße Illustrationen enthielt.

Auf der Hommage-Website an den Herausgeber der Sammlung und Künstler Stefan Mart hat Rainer Würgau alle Märchen und Illustrationen der Sammlung zusammengetragen und veröffentlicht. So zum Beispiel das eher einheimische Märchen vom Dilldapp.
#Mart #Märchen #Illustrationen #Reemtsma Geschichte Link
Oh wow!
Ich finde ja, dass sich Josh Kirby bei ihm ein bisschen inspirieren lassen haben muss, also falls der jemals deutsche Zigarettenbilderalben angeschaut hat.

Ja, die Bilder von Kirby haben eine gewisse Ähnlichkeit, wobei sie allerdings noch etwas stärker "überzeichnen" (im Sinne von "übertreiben"), wodurch dann schon wieder ein Entfremdungseffekt entsteht.

Ja, aber ich finde gerade bei den Zeichnungen zur Scheibenwelt MUSS das auch so sein! :)



 

Warum eigentlich 80 Zeichen pro Zeile?


Ein sehr informativer Artikel über die Entstehung der Lochkarten und damit der EDV ist heute im Heise-Newsticker erschienen. Deren Erfinder, Herman #Hollerith, ein jähzorniger, aber erfolgreicher Tüftler mit deutschen (pfälzischen) Wurzeln, entwickelte die 1928 patentierten IBM-Lochkarten. Und diese hatten genau 80 Spalten. Dies, so der Artikel, »ist auch Ursprung der maximalen Breite von 80 Zeichen in verschiedenen Terminals oder E-Mail-Systemen.« Bild/Foto
#Hollerith Geschichte Links Technik