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Darcy


Kennt das jemand? Behauptet, ein dezentrales Netzwerk der #Federation zu sein. Die Homebase ist auf darcy.is beheimatet. Als Projektverantwortliche nennen sich Christian Buggedei und Karsten Voigt aus Hamburg. Auf https://the-federation.info/#projects kann ich das Projekt aber nicht finden. Vielleicht was ganz Neues? Und der Name ... also ob der was mit dem Darcy-Gesetz zu tun hat - aber wenn ja, was?

Interessant sind vor allem diese Selbstaussagen des Networks:

Current self-hosted implementations like Diaspora, Hubzilla or Mastodon rely on the volunteer admins of each instance to do the right thing. This is ok as long as the instances are small enough, and the overall network doesn’t get too big.

In addition to the obvious moderation tasks, we will also consider the need to address various harmful practices that range from hate speech to bullying or even human trafficking.

We will implement an API that allows admins to outsource moderation to us. Our moderation guidelines and principles will be informed by social research and accepted best-practices. We will work transparently, with open and documented guidelines, under a trusted advisory board to make sure that everyone has a safe place in this new online civic space.

Ich bin auf Twitter danach gefragt worden - deshalb frage ich hier.

Bild/Foto
#projects #Federation Internet (x) Netzwerke (x)
Das ist scheinbar einer der ersten Aufschläge zu Solid (https://solid.inrupt.com/)

https://darcy.is/#decentralized:
All social media content that you created will be stored on a Solid Pod datastore – not on some central silo that you have no control over!

Frag ihn doch selbst. @Christian Buggedei ist hier doch auch.... :-)

Moin!

Wir behaupten, ein Netzwerk der Federation zu werden. Sprich, es gibt noch keine aktiven Darcy-Server, wir müssen da noch eine Menge für bauen. (Schon alleine weil Solid noch nicht ganz da ist, wo wir es brauchen).

Mehr gerne morgen ;)

@Christian Buggedei Ja, gerne noch weitere Infos. Es besteht also Hoffnung, dass aus Solid noch was anderes wird als das, was auf inrupt.com zu sehen ist? Denn das ist ja eher abschreckend. Und was mich auch interessiert, ist die Sache mit der outgesourcten Moderation. Ist das so was wie euere Geschäftsidee dahinter? (nicht negativ gemeint, ganz und gar nicht)

Das Projekt entstand, wen wundert's aufgrund des G+ Shutdowns - ich suchte nach einer neuen Plattform und fand alles irgendwie doof. Diaspora z.B. ist schon ziemlich fein, allerdings ist die UI eben eher bescheiden, editieren von Posts oder Kommentaren ist auch nicht mal eben so drin, Gruppen und Events fehlen ganz. Hubzilla kann alles ist aber ein UX Albtraum. Über MeWe breiten wir einfach mal den Mantel des Schweigens und mit Facebook will ich gar nicht erst anfangen...

Da ich die letzten Jahre als Product Manager gearbeitet habe, bin ich das dann als solcher angegangen: Wir halten ZUERST einmal genau fest, was eigentlich gebraucht wird. Erstellen ein Interaktionsmodell und überlegen uns, wie und wo da Missbrauch getrieben werden kann. Wovor müssen Leute geschützt werden. Spam ist offensichtlich, aber schon Stalker werden von vielen Open Source Projekten gerne vergessen.

So ganz mit reiner Technik lassen sich solche Probleme leider nicht lösen - es ist notwendig, dass da Menschen eingreifen. Das kann man auch nicht auf Freiwillige abwälzen, das ist echte Arbeit. Und daher dann das Darcy Geschäftsmodell: Wir erstellen eine Open Source Plattform, die von allen installiert werden kann. Mit abgeordneten-tauglicher Bedienung. Und dann bieten wir den Teil, den Freiwillige nur schwer stemmen können als optionale Dienstleistung an.

Solid als Datenspeicher darunter ist sehr vielversprechend, weil es eben Datenportabilität und -hoheit ermöglicht. Allerdings ist da noch Arbeit notwendig, um das tauglich zu machen. (Unser Backend-Dev hat zumindest schon einen Proof of Concept fertig, mit dem man Beiträge zu einer Timeline zusammenfasst, ohne dass diese auf einem zentralem Server gespeichert werden muss.. :) )

Unsere FAQ hast Du gesehen? https://darcy.is/faq/

Hatte die FAQ schon mal offen, aber offenbar noch nicht alles so richtig gelesen. Also wenn ich es richtig verstehe, gibt es derzeit noch nichts, was man installieren und ausprobieren kann. Fest steht nur, dass ihr den ActivityPub-Stack von Solid verwenden wollt (wodurch ja auch Interaktionen mit Usern von Friendica, Hubzilla und anderen Netzwerken möglich werden), und dass ihr. bevor es mit dem Coden losgeht, erst mal an einem neuen UX/UI feilt.

Solid hat keinen ActivityPub Stack, ansonsten alles richtig! :)

Wir wollen diese beiden Dinge (ActivityPub & Solid), die bislang komplett getrennt sind, in Darcy verbinden. Und ja, die erste Beta wird wahrscheinlich erst im Herbst öffentlich verfügbar sein, je nachdem wie schnell wir Geld eingesammelt haben um die Programmierer von ihrem Tagesjob loszueisen..

Hört sich alles recht spannend an. Dann wünsche ich euch, dass alles gelingt und freue mich schon mal auf den Start. Und ja, mich schmerzt es auch, wie viele Leute von Google+ unreflektiert zu MeWe gehen - immer schön von einer Unfreiheit in die nächste stolpern und dann wieder jammern - wenn der Laden schlachtreif ist und an Facebook oder Amazon verscheuert wird, wenn sich die Geschäftsmodelle ändern usw.

ich wollte auf Stefan's letzten Kommentar ein "Daumen hoch" geben, kriege aber "keine Berechtigung" zu sehen? :-o

ich habe auch einen account bei mewe, und muss sagen, dass es von der usability auch nicht viel besser ist als hubzilla. mal von der tatsache abgesehen, dass es ein proprietärer laden eines us-amerikanischen ayn-rand-fans ist ...

Der "Moderation"-Teil schreckt mich ab.

Zum einen ist der ja optional - sprich, man muss den nicht nutzen. Zum anderen: Warum schreckt Dich das ab?

Spontan kommt es rüber wie eine "sanfte" Art von Zensurmöglichkeit. Aber wahrscheinlich ist es noch viel zu früh und ich habs nicht verstanden. Macht erstmal, grundsätzlich finde ich das Projekt gut und werde neugierig folgen.
Muss aber tatsächlich gestehen, dass ich solche Projektseiten viel zu oft in den letzten 10 Jahren gelesen hab. Viel Erfolg! (ehrlich gemeint)

Christian Buggedei hat geschrieben:

Diaspora z.B. ist schon ziemlich fein, allerdings ist die UI eben eher bescheiden, editieren von Posts oder Kommentaren ist auch nicht mal eben so drin, Gruppen und Events fehlen ganz.

Wäre es da nicht evtl. besser sich bei Friendica mit einzubringen oder auf dessen Code aufzubauen? Das bietet schließlich editierbare Posts (ausnahme Kommentare), Gruppen und auch Events über die Kalenderfunktion. Das UI ist m.M.n. auch nicht ganz verkehrt. Das Frio Theme ist anscheinend noch etwas unfertig aber schon gut brauchbar.
Ich bin eher der Meinung es wäre vernünftiger möglichst viele Kräfte auf ein Projekt zu bündeln um dieses zu entwickeln statt 20 kleine Projekte zu haben, die alle darum Ringen ihre Entwickler bezahlen zu können.

Wir haben eine sehr spezielle Vision, die wir umgesetzt sehen wollen. (z.B. die Annahme, dass sinnvolle zentral gesteuerte Moderation notwendig ist und nicht unbedingt den Instanzadmins alleine überlassen werden soll. Nicht weil wir denen nicht trauen, sondern weil sie entlastet werden sollen)

Und gleichzeitig haben wir weder die Absicht, noch das politische Kapital diese Vision anderen Projekten aufzudrücken. Aber ja, wir werden auf so viel bestehendem Code und Projekten wie möglich aufsetzen um das Rad nicht neu zu erfinden. Und wir geben unsere Ergebnisse als Open Source zurück, damit andere wieder auf uns aufbauen können.
Roland Häder mag das nicht.

z.B. die Annahme, dass sinnvolle zentral gesteuerte Moderation notwendig ist und nicht unbedingt den Instanzadmins alleine überlassen werden soll.

Wie kann ich mir das vorstellen?

Vielleicht holen wir den @Michael Vogel mal mit in die Diskussion und fragen ihn, wie er das als Mitentwickler bei Friendica sieht. Ich könnte mir eigentlich auch vorstellen, dass es rein technisch machbar wäre, über ein Addon eine Schnittstelle für eine "external moderation as a service" zu schaffen. Es kann natürlich sein, dass ihr da mehr Möglichkeiten in Bezug auf Unterdrücken, Blockieren und Melden oder vielleicht auch Pushen von Beiträgen habt als das aktuell bei Friendica der Fall ist. Aber um solche Punkte könnte sich ja vielleicht eine produktive Diskussion entwickeln.

Mit Moderation meinen wir zum einen das Entfernen bzw. Verstecken von Beiträgen oder Kommentaren.

Zum anderen meint es einzelnen Usern zu verbieten an bestimmten oder sogar allen Unterhaltungen teilzunehmen. Oder zu verhindern, dass sie mit bestimmten Leuten sprechen, oder dass Einzelne von anderen belästigt werden, und und und.

Wenn man anfängt, das Thema gründlich zu katalogisieren, kommen da, ohne dass man aufschreibt, wie man mit sowas umgeht, eine ganze Menge Papier zusammen.

Derzeit wird das von den einzelnen Instanz-Admins irgendwie nach verschiedensten Regeln oder einfach aus dem Bauch heraus gehandhabt. Dadurch, dass Vorfälle in der Regel dann auch instanzübergreifend sind, wird das auch nicht gerade einfacher.

Der Ansatz von Darcy ist es, zunächst ein transparentes Moderationsregelwerk zu erarbeiten. Also festhalten, wo die harten Grenzen sind, an denen auf jeden Fall eingeschritten werden muss, weil ansonsten Menschen zu Schaden kommen. (Stalking zum Beispiel. Oder Androhungen von Straftaten. Bei Spam kommt zwar niemand direkt zu Schaden, aber wir sind uns da wohl auch einig, dass das bekämpft gehört.)

Dieses Regelwerk ist also öffentlich und wird in transparenter Rücksprache mit den Communities regelmäßig überarbeitet. Und dann kümmert sich Darcy darum, dass es für die Instanzen, die das buchen auch durchgesetzt wird.

Ein Wer-darf-nicht-mit-wem-Network also ^^

Sorry, nicht böse gemeint. Ich finde es sogar sehr wichtig, dass ihr euch über diese Dinge mehr Gedanken macht als die die Entwickler der dezentralen Netzwerke das bislang getan haben. Da ist bislang alles so ähnlich wie beim Thema Linux und Viren. Es gibt nicht keine oder kaum Viren für Linux, weil Linux so unbefallbar ist, sondern weil es so uninteressant ist aus Sicht von Virenprogrammierern. Wenn man schon seine Zeit in Virenprogrammierung investiert, will man doch lieber 90% oder vielleicht noch 9% der User erreichen, aber nicht das letzte 1%. Spammer, Bots und politische Sockenpuppen denken genauso. Und deswegen sind sie noch nicht hier. Sobald ich die Userzahlen jedoch signifikant zu gunsten der dezentralen Netzwerke wandeln, wächst auch die Gefahr. Und dann ist es gut, darauf vorbereitet zu sein. Insofern begrüße ich euere Ideen sehr.

Allerdings war es bei mir bei Google+ so, dass ich das als User immer gerne selber in der Hand hatte. Ich persönlich hab so gut wie niemals Leute geblockt - habe lieber ihren ideologischen Scheiß ertragen und das unter der Arbeitsleistung "man muss ja auch die anderen Seiten sehen" verbucht. Ich habe jedoch recht häufig Postings an Google gemeldet, mit deren Inhalt ich ein prinzipielles Problem hatte (Rassismus, Spam usw.). Allerdings hatte ich da stets das Gefühl, ein ausgefülltes Formular ins Nirvana zu senden. Und es hat auch tatsächlich nie irgendwas bewirkt, was ich da gemeldet habe. Von einer professionellen Moderation würde ich mir da was Anderes wünschen. Aber ich denke, das sind genau eure Themen.

@Stefan Münz , die scriptkiddies mögen aus dem Virenkatalog ihre Bomben basteln, aber Linux und Unix sind im Server- und auch Appliance-Markt die wichtigen Adressen. Deshalb gibt es auch viele nette Menschen und Firmen, die sich um die Beseitigung erkannter Schwächen kümmern.
Je mehr ich über Darcy hier lese, umso zurückhaltender werde ich. Ich bin vielleicht zu alt um Stalking zu verstehen, ich vertraue einer gut gefüllten Teergrube, also Blockliste. Und Spam oder "ungesetzliches" oder "unziemliches" Verhalten melden und dafür eine Löhnware Polizei zu buchen, schreckt mich ab.

Und Spam oder "ungesetzliches" oder "unziemliches" Verhalten melden und dafür eine Löhnware Polizei zu buchen, schreckt mich ab.

so seh ich das auch

Habe ich bei Google+ genau so gehandhabt. Auch ich möchte gerne die Kontrolle darüber behalten, was mir angezeigt wird und was nicht. Wenn ich vordefinierte Filter will, kann ich auch zu Facebook gehen...

@diritschka Das ist eigentlich eine ziemlich interessante Diskussion über Verhaltensmuster und ihre ethischen Begründungen. In diesem Fall: Was ist richtiger? Einfach nur persönlich blocken, oder an die vermeintliche Zentrale melden?

"Melden" klingt immer nach Stasi und Verleumden. "Blocken" klingt dagegen nach rein persönlichem Getue ohne Interesse am oder Verantwortung für den gesellschaftlichen Diskurs.

@Stefan Münz , wie geschrieben, ich bevorzuge die eigene Verantwortlichkeit. Allerdings ist natürlich das Melden von rassistischen, faschistischen und anderem Bodensatz sinnvoll, wenn die Prozesse transparent sind. Ziel: Strafverfolgung.

Mir ist ein System, in dem ich meine eigenen Filter einstellen kann und man die Möglichkeit hat Inhalte und User zu blockieren und zu melden lieber als eines, in dem von "oben" bestimmt wird, was ich sehen darf und was nicht.
Zumal einige Dinge in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich gehandhabt werden. Nehmen wir z.B. Nazi-Symbolik. Auf einem US-Server wäre das kein Problem. Nach deutschem Recht ist es strafbar. Nacktheit wiederum wird in den USA meist zensiert, bei uns ist es (solange es nicht pornografisch ist) in der Regel unproblematisch.
Ich weiß nicht, ob solche regionalen Unterschiede, von einem zentralen Filtersystem berücksichtigt werden (können).

Wir hatten in der Friendica Anfangszeit mal kurzfristig Probleme mit ein paar Nazis und auch mit so durchgeknallten IS-Typen. Wer den Kram nicht sehen wollte, hat die Typen geblockt (so ziemlich jeder und ziemlich schnell). Was folgte dann: die kapierten mit der Zeit dass sie schreiben konnten was sie wollten, es hat niemand gelesen.
Es gibt wohl auch einige Friendica Knoten mit radikalen Typen, nur verbindet sich mit denen niemand der bei Verstand ist.
Wozu also sollte ich wollen dass mein Stream moderiert wird? Manchmal möchte ich sogar Bullshit lesen um nachvollziehen zu können wie der andere tickt.

i understand the idea, but central moderation isn't something i'd sign up for.

Wie gesagt: Wir werden das niemandem aufzwingen. Darcy Instanzen können auch ohne zentrale Moderation betrieben werden.

That said: Nicht alle können oder wollen sich mit Dingen auseinandersetzen. Und wer z.B. gerade Ziel eines ganzen Gamergate-Mob ist, freut sich über jede Hilfe.