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Ist Nicht-Reden das neue Reden?


Im Vorfeld der im September stattfindenden Internationalen Automobilausstellung (#IAA) treten offene Konflikte zwischen Klimaschützern und Autoherstellerkonzernen zu Tage. Die heutige Blockade-Aktion am Schienen-Ausgang des VW-Werks in Wolfsburg war sicher nur eine der ersten Aktionen dieser Art. Im Laufe des Herbstes hat #ExtinctionRebellion etliche Aktionen geplant - Blockaden, spektakuläre Aktionen, alles Futter für Presse und gesellschaftliche Debatten. Aber mit den eigentlichen Gegnern, den Energie-Magnaten, Autokonzernen, Großindustrien will man gar nicht mehr reden. Wenns hoch kommt noch mit Politikern. Aber auch da schwindet die Bereitschaft mit jedem Tag, den Regierungen wie unsere #GroKo nach außen hin etwas geschäftig tut, aber in Wirklichkeit nur hofft, das alles aussitzen und am Ende so weitermachen zu können wie bisher, mit den gewohnten, das fossile Wachstums-Mantra predigenden Zuflüsterern aus Finanz und Industrie.

Je mehr Menschen auch nur halbwegs begreifen, dass wir tatsächlich mit voller Fahrt auf eine irreversible, planetenweite und viele Jahrhunderte andauernde Umweltkatastrophe zusteuern, desto schneller wird das Verständnis für offensichtliches Nichtstun oder Tun-als-Ob schwinden - gegenüber Politikern, und auch gegenüber den größten Treibhausgasproduzenten. Noch ist vielleicht ein klein wenig Zeit, um sozialverträgliche Lösungen zu finden, für Stadt und Land, für unterschiedliche Lebensstile und Einkommen. Aber je mehr Zeit mit gewohnt souveräner, aber längst entlarvter Sonntagsrhetorik und Konservierungsversuchen alter Industrien oder Technologien verplempert wird, desto mehr Menschen werden sich dagegen radikalisieren. Es sind ja vorwiegend zu Frieden und Freiheit erzogene Menschen, und deshalb werden sie erst einmal zu gewaltfreien Widerstandsformen neigen, so wie es ja derzeit auch bei ExtinctionRebellion, EndeGelände usw. der Fall ist. Doch je häufiger es zu Blockaden oder ähnlichen Aktionen kommt, desto ruppiger wird das Verhältnis zwischen Aktivisten und Einsatzkräften werden. Irgendwann wird es Verletzte und vielleicht Tote geben. Und dann kann alles sehr schnell gehen. Rechte Gruppierungen werden sich dann ebenfalls zusammenrotten und mit privat organisierten Einsatzkräftetrupps ihrerseits die Hoffnung auf die Erneuerung ihres Dritten Reichs auf die Straßen tragen.

Auf Twitter habe ich heute zum ersten mal den Hash-Tag #NichtRedenIstDasNeueReden im Zusammenhang mit zunehmend wütenden Klimaschutz-Aktivisten gelesen. Greta hat es ja schon vor Monaten so ausgedrückt: "Simpy act. Because acting works". Es wird Mediatoren geben müssen, und zwar sehr viele und sehr gute. Politiker oder außerparlamentarische Mediatoren ohne Parteibuch, aber mit Gewissen, ohne amerikanisch-fossilistische Thinktank-Prägung, aber mit dem Mut zu sagen was sie wirklich wollen. Und es werden klimaschutz-wirksame Gesetze erlassen werden müssen, die einige Bürger und Unternehmen in ihren Gewohnheiten und Geschäftsmodellen hart treffen werden. Die Alternative ist, dass der demokratische Diskurs demnächst für lange verstummen wird. Und das wird dann alle treffen. In welcher Form auch immer.
@Stefan Münz Je länger es dauert desto notwendiger wird ein radikale Wechsel und mit radikal meine ich nicht das wir alle als nächstes AfD wählen, sondern das vielleicht alles von einem Tornado hinweggerafft werden muss bevor man etwas neues an gleichere Stelle aufbauen kann!

Darauf läuft es hinaus, @Ɽł₵Ⱨ₳ⱤĐ.

Mein Denken und Handeln ist in der Regel weit weg von Radikalität, aber hier gibt es keine Alternative dazu. Mit der Maßgabe, dass der derzeitige wissenschaftliche Erkenntnisrahmen in Bezug auf dem menschlichen Einfluss auf die Klimaerwärmung stimmig ist. Aber nehmen wir das der Einfachheit wegen einfach mal so an.

Sollten die klimatischen Bedingungen in den nächsten Jahrzehnten wirklich wie vorausgesagt eskalieren, müssten wir ab SOFORT radikale Veränderungen erwirken, die den CO2-Ausstoß um mind. 80-90% verringern, um hier ansatzweise noch etwas retten zu können. Das ist mit den momentan verfolgten Lösungsansätzen schlicht unmöglich. Weder Elektromobilität, Windkraft, noch Fleischverzicht werden hier die notwendigen epochale Verbesserungen zeitnah hervorbringen. Das ist schlicht Augenwischerei. Ich könnte hierfür auch noch deutlich bösere Worte verwenden.

Um schnell auf diese scheinbar notwendige CO2-Veringerung zu kommen, müssten wir entweder innerhalb weniger Jahre die Industrialisierung rückgängig machen, oder als den eigentlichen Kern des Problems die Überpopulation des Menschen erkennen.

Wie eine weltweite komplette Industriezerschlagung politisch und gesellschaftlich umsetzbar sein soll, kann ich mir - auch mit sehr viel Phantasie - nicht vorstellen. Ich behaupte: das ist unmöglich. Eher stirbt die Menschheit. Also hätten wir somit nur noch unsere Population als effektives Stellrad zur Verfügung. Ich weiß, das lässt jeden Humanisten aufschreien. Aber wir werden sehen: das wird so oder ähnlich kommen. Eventuell in Form von Katastrophen, Seuchen, Kriegen. Vielleicht aber auch durch ein globales Zwangssterilisationsprojekt. Klingt alles absolut nicht schön - aber für andere Handlungsperspektiven hätten wir wahrscheinlich 50 Jahre eher wach werden müssen ...

Aus ganz blöden Gründen, muss ich aktuell viel Auto fahren.
Dabei fällt mir auf, dass wirklich ein unglaublich dichter Autoverkehr vorhanden ist und in jedem einzelnen Auto - übrigens im Stadtverkehr einer doch recht übersichtlichen Stadt - natürlich nur jeweils EIN Mensch sitzt.
Und dann frag ich mich ernsthaft, wieso man es zu lässt, dass sich dieser Irrsinn ausgebreitet hat. Natürlich beschrieb man "Freiheit" und meinte damit "Konsum".
Definitiv könnte man mit einem guten Konzept dabei wenigstens drei von vier Autos sparen. Man müsste nur einfach den Besitz von Autos verbiet...ähm unterbinden und über ein Konzept zwischen Carsharing und Mitfahrgelegenheit das Ganze umgestalten. Immerhin weiß ich ja nicht erst seit einer Sekunde, dass ich "los muss".
Natürlich ist das ungewohnt und natürlich kommt einem das total umständlich vor - wir kennen es ja jetzt so: jeder hübsch sein Autochen vor der Tür, reinhüpfen und "frei sein", wobei man nie bedenkt, wie gefangen man dadurch ist. Wenn ich morgen mein Terra-Preta-Buch wieder finde, schreibe ich mal genauer dazu, wie viel Zeitminus man macht, nur weil man ein Auto hat. DAS fand ich absolut eindringlich. Damit wurde bewiesen, dass ich auf den Besitz eines Autos verzichten kann.
Natürlich will die Autoindustrie Geld verdienen, zu viel produzieren und es noch mehr verkaufen. Aber wenn man jetzt nicht Konzepte ändert, wird das bis ans Ende der Menschheit in fünf bis acht Jahren so weiter gehen.

Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu, @Bettina Schwarz. Der Individualverkehr müsste schnellstmöglich abgeschafft oder komplett anders organisiert werden. Wir müssten auch den weltweiten Warenverkehr radikal reduzieren. Das bedeutet im Umkehrschluss auch das abrupte Ende der Globalisierung.

Für eine weltweite Vollbremsung sehe ich aber weder den politischen, noch einen gesellschaftlichen Willen, da in Folge die gesamte Zivilisation sofort kollabieren würde. Und für eine organische und geordnete Neuausrichtung von Verkehrs-, Wohn- und Produktionskonzepten ist uns scheinbar die Zeit längst weggelaufen.

Wäre es dann vielleicht nicht sinnvoller, sich mal darüber Gedanken zu machen, wie man Globalismus neu denken kann? Also im Rahmen der tatsächlich verfügbaren Energie-Budgets? Ich sag das nur für einen Freund, nämlich mein Seele. Das Globale, das durch das Internet erst richtig greifbar geworden ist, ist mein Elexier. Und ich denke, damit bin ich nicht allein. Wenn aber viele Menschen eine solche, ähnliche Vorstellung von einer Idealzukunft haben, dann ist es wichtig, dass sie sich JETZT darüber verständigen. Dass sie sich kennen, vernetzen und gemeinsam agieren. Und dabei neue Formen finden, die nichts mehr mit Kaputt-Hülsen wie "Partei" zu tun haben.

Na ja, in Deinem letzten Abschnitt steht ja schon die Lösung: es wird eine ungewollte und völlig chaotische Vollbremsung. Meine Angst liegt dabei auf der Globalwirtschaft und dabei direkt auf die Versorgung mit Lebensmitteln.
Soweit ich das richtig verstanden habe - und da ist meine Info auch schon mehr als ein Jahr alt - haben wir aktuell nur Lebensmittelreserven in Europa für ungefähr drei Monate. Das bedeutet, wenn der Bruch im Herbst passiert, kommen wir nicht über den Winter. Wobei ein Bruch im Frühjahr bedeutet, dass uns dann ja auch Saatgut und Handwerkzeuge fehlen, um eine Lebensmittelversorgung irgendwie "auf die Beine zu stellen".
Verdammt! Da deutet alles auf das "Blackout"-Chaos hin, egal in welche Richtung man die aktuelle Situation dreht.

Wir müssen uns auch im Klaren sein, dass all solche radikalen Veränderungen in so kurzer Zeit niemals demokratisch umsetzbar sein werden. Der globale Widerstand wird in allen gesellschaftlichen Schichten groß sein - aus vielerlei Gründen. Auch aus Gründen von Religionen und kulturellen Gepflogenheiten.

Ja, aber da haben wir dann mit dem, was Stefan schreibt, dem Vernetzen untereinander eine Chance, als einzelne feste Größen einen Überblick zu behalten und das Chaos "in den Griff bekommen"?
Grundsätzllich gibt es ja einen "unvernetzten Untergrund", also Menschen die tatsächlich ohne Internet eine Parallelwelt aufgebaut haben, die eine gewisse Versorgungsgrundlage haben. Sobald man diese Möglichkeiten erkennt, kann man wie wir jetzt hier darüber schreiben und Vorlagen bieten, die eine Möglichkeit zum Überleben auf tun, für die, die überleben wollen.

Das ist im Grunde keine Hexerei, @Stefan Münz. Zumindest theoretisch. Das eigentliche Problem ist, wie Du das weltweit in so kurzer Zeit konsensfähig machen kannst. Das ist der aktuell unlösbare Punkt für mich.

Und für mich ist es der Grund, an diesem Wundermädchen zu kleben, so blöd das auch rüberkommen mag. Aber sie ist was Öffentlichkeitsaufrüttelung betrifft der letzte Versuch "Gottes mit der menschlichen Zivilisation".

@Bettina Schwarz: Ideal wäre, wenn die Veränderungen ganz organisch in den kleinsten Zellen entstehen, also bei jedem Einzelnen. Aber das halte ich mittlerweile für Utopie. Das passiert gerade bei einigen Vereinzelten in Mitteleuropa, aber das war's dann auch. Da wird auch nix mehr großartig hinzukommen. Keiner mag Einschränkungen, die ökonomisch nachhaltig weh tun oder kulturelle Eckpfeiler in Frage stellen. Der Mensch weicht da viel lieber aus.

Wie schon geschrieben: Wir können uns wichtig gewordene Standards vielleicht in Teilen erhalten, wenn wir es schaffen, dass auf der Erde in 50 Jahren nur noch halb so viele Menschen leben, wie heute. Frage: Wird das mit afrikanischen Lebensgewohnheiten und Familienverständnis verhandelbar sein? Oder mit diversen Religionen dieser Welt?

Ich habe ganz großen Respekt vor Deinen Hoffnungen, @Stefan Münz, auch wenn ich sie letztendlich nicht teilen kann. Greta ist zweifellos ein sehr kluges und engagiertes Mädchen - aber mehr auch nicht. Sie wird hier aus vielerlei Richtungen zu etwas gemacht, was ihrer Seele sehr schaden wird, befürchte ich.

Greta mag sicher das Potential haben, einige Leute aufzuwecken, aber das wird niemals den Drive bekommen, den Du Dir erhoffst. Mein Bauchgefühl lässt mich eher mutmaßen, dass der Zenit ihrer "Bekehrung" bereits überschritten ist. Daher sorge ich mich auch langsam immer mehr, wie sie mit "der Zeit danach" klarkommen wird. Eine Sorge übrigens, die ich auch in meinem Umfeld immer häufiger höre ...

@Ulli Gabsch Ich habe mir gestern von einer Freundin in Hinsicht Greta dem Kopf waschen lassen! Unsere Kinder sind in etwa so als wie sie und ich war der Meinung, dass man als Eltern ihre Fähigkeiten hätte anders lenken müssen. Da ihr Kind extrovertiert ist, kuckte sie mich an und fragte: "Wie willst du das denn anstellen? Wenn*Name* sich in den Kopf setzt, dass * das machen will, kann ich tausend andere Vorschläge machen, das Projekt würde statt finden. Ich hab nur die Wahl mitzugehen oder gar nichts mehr zu hören."
Da hab ich es natürlich gut. Meine Kinder würden die Wölfe zu Grunde knuddeln, wenn sie von denen überfallen würden. Da hat man natürlich für den Absturz vom Tisch keine Methode, das zu kompensieren.
Da Gretas Eltern vermutlich auch extrovertiert sind, haben sie selbst Methoden entwickelt, mit solchen Situationen umzugehen.
Mir macht aktuell mehr Sorgen, dass sie ohne Training in einem Sportsegelbot übers Meer schippert. Ich hab mich mal mit Sportseglern unterhalten, so ganz einfach ist das nicht. Man muss mehr als schaukeltauglich sein.

Ich glaube, nachdem gestern noch mal die ganze Presse- und SocialMedia-Welt hyperventiliert hat angesichts der Abreise in Plymouth, wird jetzt erst mal Ruhe einkehren in Europa, was den Personenkult betrifft. Mit FridaysForFuture und ExtinctionRebellion gibt es zwei starke, junge Formationen, die weiter den Druck verstärken werden, hoffentlich bald mehr und mehr unterstützt von allen Generationen. Denn auch wenn es die heute mittleren bis älteren Generationen sind, die "es verbockt haben", ist es besser, wenn versucht wird, bewusst alle Generationen in den Widerstand gegen den Fossilismus einzubeziehen. So dass, wenn "weil ihr uns die Zukunft klaut" skandiert wird, mit "ihr" nicht "ihr Alten", sondern "ihr Fossilisten" gemeint ist.

Bemühen wir mal das "Klimareligion"-Framing mit Greta als Religionsgründerin. Dann dürfen wir jetzt eines nicht tun: nämlich lauter wirre und widersprüchliche "Testamente" schreiben, die Kirchenvätern späterer Zeiten die Gelegenheit geben, alles total zu verdrehen und ins Gegenteil zu verkehren :-)

Um Gretas Seelenheil mache ich mir ehrlich gesagt weniger Sorgen. Sie hat selbst gesagt, dass sie sich auf die zwei Wochen auf See allein schon deshalb freut, weil sie da endlich mal Ruhe hat vor dem Rummel. Sie braucht den Rummel nicht, sie erträgt ihn nur, weil er ihrem Anliegen dient. Von daher denke ich, dass sie gut klarkommen wird, wenn er irgendwann nachlässt. Warten wirs mal ab, ob sie auf dem amerikanischen Kontinent auch Menschen mobilisieren kann. Wenn nicht, dann müssen halt andere Wege gefunden werden dort - ebenso wie in Asien und Afrika.

Ich habe jetzt schon seit ich den Beitrag gestern Abend gesehen habe überlegt ob ich antworten soll, vor allen da ich in letzter Zeit nicht wenige Beiträge Beiträge/Themen mit ähnlichen Potential erlebt habe die durch einen Kleinkrieg in den Kommentaren praktisch zerrissen wurden.

Auch ich propagiere seit Jahren das wir wesentlich weniger Menschen brauchen, klar braucht es auch andere Maßnahmen, aber diese Entwicklung wäre essentiell wichtig. Doch wie erreicht man weniger Menschen? Durch Zwangssterilisation? Nein ich denke nicht, dass würde eher dazu führen das bestehende Staaten hinweg gewischt würden. Ich sehe die Lösungen in zwei Punkten. Zum einen in der Veränderung der Gesellschaft weg von der biologischen Familie und hin zur Wahlfamilie. Und zum zweiten in der Garantie der Staaten das die Menschen ein anständiges Leben ohne Not und mit Teilhabe an der Gesellschaft haben werden. Natürlich könnte man diese Entwicklungen daran binden das die Menschen keine oder nur noch sehr viel weniger Kinder haben.

Wie gesagt ist das ein Teilaspekt einer möglichen Lösung, aber ein in meinen Augen sehr wichtiger. Ich sehe jedoch nicht wo die bestehenden Staaten in der Lage währen diese Lösung zu ermöglichen. Schon gar nicht global betrachtet.

@Ravenbird Phu.
Also Fortpflanzung wird nicht durch freie Familienwahl gedrosselt, im Gegenteil!
Ich habe laaaaange in einem sozialen Randviertel gelebt und ich könnte es sehr dreist ausdrücken, kürze aber darauf, dass bei sozialer Null die Kinder komplett egal waren, waren sowieso unsichtbar bzw. nur zum "Bier holen" zu gebrauchen.
Nein, ich sehe zwei Dinge für eine Reduzierung der Anzahl der Menschen:
1. Eine Gesellschaft, die diesen Namen verdient.
2. Ausreichend Nahrungsmittel für alle.
Und damit hast Du sozusagen alle Probleme auf Schlag erfasst. In einer Gesellschaft ist jeder ein wichtiges Zahnrad im Getriebe und hat damit genug Aufgaben, die ihn erfüllen und mit einem gut gefüllten Bauch ist das der absolute Wohlstand. Sobald dieser da ist, das zeigt Deutschland recht klar, reduzieren sich die Geburtenraten.
Dummerweise ist das ein Langezeitprojekt und wie @Ulli Gabsch so schön schreibt, der langfristige Zug ist abgefahren.
Wodurch reduziert sich die Anzahl der Menschen radikal?
Krieg.

Reden macht den Menschen aus! An erster Stelle steht immer das Miteinander Reden! Und wenn das jeder beherzigen würde, gäbe es auch viel weniger Probleme und Missverständnisse. Dazu gehört natürlich auch aufeinander zu Hören, also sich mit dem auseinanderzusetzen, was der andere sagt.

Als kleiner Einwurf bevor ich zur Arbeit muss: Die Sprache ist die Mutter aller Missverständnisse ;-D

Aber zum Aufklären der Missverständnisse braucht man dann auch wieder Sprache. Es sei denn, man lebt in den USA. Dort reichen dafür auch Waffen. :-)

Ich bin eh' für die Konfliktlösungsstrategie der Bonobos :-), das ist DIE universelle Sprache.

Ja@Bettina Schwarz - warum haben wir das verlernt.
Vielleicht weil es dem männlichen Machtstreben zuwiederläuft auf so einfache Art und Weise das Aggressionslevel zu senken ohne die Chance sich zu profilieren.
Machtstrukturen entstehen so keine.
Und da Mann an der Reporduktion selbst nur marginal beteiligt ist, wird die Tatsache gerne als Mangel empfunden den es auszugleichen gilt.
Siehe alle menschlichen Bestrebungen der Natur ins Handwerk zu pfuschen.

Das Machtstreben nehme ich mit, ich mag es geschlechtsunabhängig machen. Immerhin zieht und zog es Frauen IMMER zum "erfolgreichsten" Mann und das halte ich zwar für überlebenswichtig (in Krisenezeiten), auch für den Nachwuchs, aber grundsätzlich unlogisch, Genetik braucht Vielfalt.
Also warum hat sich das Zusammengehörigkeitsgefühl wirklich ausradiert? In meiner Lebenszeit konnte ich es folgendermaßen beobachten. Man trainierte uns zu Einzelkämpfern mit dem Vermerk "Alphatier". Das kann man schnell zum Omega-Tier machen und schafft damit hübsche Marionetten.
In meiner ersten Lebensphase im "anderen System" war es wichtig, dass man zusammen hielt, um in der Diktatur zu überleben. Vermutlich hat der Zusammenbruch gezeigt, dass so "zu viele Menschen gleichzeitig" aufstehen und daher per TV, Werbung und auf dem Arbeitsmarkt dafür gesorgt, dass man jede Person so heraus arbeitet ala "Du bist!", damit eine Zusammenrottung verhindert wird. War für den Arbeitsmarkt zur Jahrtausendwende auch ganz praktikabel, wer weiß, wie und was man in anderen ausbeuterischen Etappen der Menschheit noch so erfunden hat.
ABER "wir" (also eine Menschengruppe mit Zusammengehörigkeitsgefühl) haben es immer "mit uns machen lassen", obwohl wir alle denken können und tatsächlich empathische Fähigkeiten besitzen.
Und das verstehe ich nicht.

Btw. - @Gokh + @Niemand, hier wird auch gerade sehr interessant diskutiert, das könnte Euch interessieren.

Und da Mann an der Reporduktion selbst nur marginal beteiligt ist, wird die Tatsache gerne als Mangel empfunden den es auszugleichen gilt. Siehe alle menschlichen Bestrebungen der Natur ins Handwerk zu pfuschen.
Uff. Hauptsache, man wird als Mann nicht nach dem Sex totgebissen ;-)

Uff. Hauptsache, man wird als Mann nicht nach dem Sex totgebissen 😉

Interessante Idee...
Bei Donald hätten die Damen der Menschheit gute Dienste geleistet und keine hätte hinterher wegen sexueller Belästigung vor Gericht gemusst.
*ichglaubwirschweifenjetztextremvomThemaab*

@Bettina Schwarz: Nun durch die Möglichkeit seine Familie frei auszuwählen denke ich würde es vielen einfacher Fallen ohne eigene Kinder auszukommen. Das das natürlich nur eine Komponente sein kann ist klar. Wenn man den Menschen nicht zugleich Freiheit, ein gutes Leben aber auch Sicherheit gibt, dann bringt das nichts. Und auch an Bildung und Aufgeklärtheit sollte es freilich nicht mangeln.

Das in unserer Gesellschaft/System vieles einfach nur noch krank ist, ist unbestritten. Aber ich sehe nicht wo wir in eine bessere Richtung gehen.

@Ravenbird Du glaubst, dass Menschen Kinder bekommen, weil "es sich so gehört"?
Das gibt es?
Wäre mir nie in den Sinn gekommen, Kinder sind ganz schön anstrengend. Wenn Du also Kinder zeugen und in die Gesellschaft abgeben kannst, gibt es doch wieder mehr Kinder.
Ich glaub da drehen wir uns mit unseren Erfahrungen und Weltanschauungen im Kreis. Eventuell werden unterschiedliche Modelle sinnvoll. Hauptsache friedlich miteinander, also auch gegenüber einem anderen Gesellschaftskonzept.

@Bettina Schwarz Es gibt imho keinen einzelnen Grund warum man Kinder bekommt. Da spielen sehr wohl gesellschafliche Dinge, der Fortpflanzungstrang aber auch egoistische Motive eine Rolle. Das es nicht immer kein Zuckerschlecken ist Kinder aufzuziehen ist mir klar. Was mir nicht klar ist, wie Du darauf kommst das im von mir angerissenen Ansatz Eltern ihre Kinder einfach bei der Gesellschaft abgeben können?

@Ravenbird Ich fürchte, dass ich in letzter Zeit davon zu viele unterschiedliche Konzepte gelesen habe. In einem hieß es, dass sich die Kinder die Eltern selbst aussuchen dürften. Und dein
Nun durch die Möglichkeit seine Familie frei auszuwählen
ging ich davon aus, dass Du genau das meinst.

Nein ich meine das man sich seine Bezugsgruppe als Ersatz für die traditionelle Familie aussuchen kann. Das bedeutet jedoch nicht das man die Verantwortung für sein eigenes Handeln einfach an die Gesellschaft delegieren kann. Wenn die Kinder ein gewisses Alter und Reife erreicht hat, spricht allerdings nichts dagegen das sie sich wenn sie es wollen eine eigene Bezugsgruppe suchen.

@Lasse Gismo: Danke für Deine Erwähnung.

Ja, schön, dass hier mal wieder richtig gesprochen wird. Danke an alle Beteiligten.

Aber hier wird nicht kontrovers diskutiert, weil mensch sich hier weitestgehend einig zu sein scheint.
Z.B. Überbevölkerung als eines der Hauptprobleme anzusehen, wäre definitiv nicht mein Ansatz. Das würde ja irgendwie bedeuten, dass Tönnies Aussage, bei aller rassistischen Pathos, irgendwie doch ein Funke Substanz gehabt hätte.
"Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren"
schaut doch mal hier dieses gif [extra nicht eingebunden, um traffic zu sparen]
Es handelt sich um eine Darstellung und Prognose der Bevölkerungsentwicklung von 1950 - 2090

Wir erkennen also tatsächlich das Afrika die Region mit den höchsten Geburtenjahren bleiben wird.

Aber das Problem ist eben nicht die Überbevölkerung, sondern die ungerechte Verteilung von Wohlstand.
Und da dies nicht nur was die Klimaproblematik (ich spreche lieber von Umweltfrage) angeht, dass Hauptproblem auf dieser Welt ist, geht meiner Meinung nach die bisherige Klima-Bewegung in eine falsche Richtung.
Immerhin wird jetzt der Kapitalismus mal an sich etwas mehr in den Fokus genommen. Ich kann nur hoffen, dass sich diese Entwicklung fortsetzten wird.
Und Nein, dass wird nicht auf friedlichen Wegen gehen.
Wenn die Politik erst einmal sieht, dass die Jugend eben kein Vertrauen mehr in ihrer Arbeit und Institutionen hat, wenn sie eben keine Forderungen mehr stellt, sondern verändert, dann wird sich das System ganz anders gegenüber diesen Protesten aufstellen.
Dann wird es so etwas wie die 68-Protesten gegen Krieg und Rassismus (hauptsächlich USA) geben und hoffentlich mit einem besseren Ende für die Protestbewegung.

@Gokh Oh.
Für mich ist Diskutieren eine Darstellung der eigenen Meinung. Damit habe ich die Chance, mein Wissen und meine Weltsicht zu erweitern.
Tönnies dagegen wollte sein Hirschgeweih um ein Ende verlängern, was ihm gelungen ist.
Und ich persönlich will gar nicht die Weltbevölkerung eindämmen, denn sobald Sex freiwillig wird, sind Frauen schon sehr bewusst. Schwangerschaften und Geburten sind unglaublich anstrengend. Das weiß man nach dem ersten Mal.
Das unser Potential auf der Erde begrenzt ist, klar. Aber eben nur bedenklich, wenn das Leben maßlos ist.
@Gokh

Schaut mal hier:
https://despora.de/posts/11069382
Finde ich eine gute Zusammenstellung von Ansätzen, das Thema von verschiedenen Strömungen aus anzugehen.

@Bettina Schwarz

Ich habe ja auch nur gesagt, dass hier nicht kontrovers diskutiert wird. Meist haben kontroverse Diskussionen, also das gegenüberstellen andere Sichtweisen mehr Potential. Trotzdem finde ich es klasse und toll, dass hier sehr offen und ehrlich die eigenen Positionen dargestellt werden.

Aber eines ist mir wichtig. Selbst wenn hier beispielsweise @Ravenbird Überbevölkerung als Problem angesprochen hat, möchte ich das auf keinen Fall auf eine Stufe mit Tönnies stellen.
Denn dieser hat klar rassistisch gepoltert.
Ich wollte nur aufzeigen, dass die Geburtenrate sehr wohl etwas mit Wohlstand zu tun hat und das der Fokus meiner Meinung nach, eben genau auf diesen Punkt gelegt werden muss.
Also ich habe zwar Umweltschutz von der Pike gelernt, aber leider wird das soziale Problem da wenn überhaupt, dann nur tangiert.
Dabei ist es das Hauptproblem.
Keine Lösung der sozialen Frage ohne Beachtung der Umweltproblematik und keine Lösung der Umweltproblematik ohne Beachtung der sozialen Frage.
Und ja, aus diesem Grunde ist es aus meiner Meinung nach wichtig den "Globalismus" völlig neu zu denken.
Aber das wird dieses System nie leisten können!

@Gokh Ah, dann kommen wir aus dem gleichen Stall. :-)
Aber auch wenn wir das nicht beigebracht bekommen haben im Zusammenhang mit der Ausbildung, so sind wir doch zrotzdem auf den gleichen Weg abgebogen.
@Gokh

@Bettina Schwarz: Ja, ich denke, wir kommen wahrscheinlich aus dem gleichen Stall und sind eigentlich auch gar nicht weit von einander entfernt, mit den Ansichten.
So haben wir ja beispielsweise das Problem von nachwachsenden Rohstoffe in einen kapitalistischen Markt beide erkannt.
Es ist natürlich auch klar, dass wir, der in Wohlstand lebende Westen, die größten Emissionen verursachen und eben nicht die Menschen in Afrika trotz ihrer hohen Fertilität.
Dennoch sourcen wir ja gerade auch eine Menge Emissionen und Umweltverschmutzung aus. Und jetzt kommt eben das Wohlstandsgefälle zu tragen und natürlich der globale Markt.
So beschissen beispielsweise der Anbau von Soja in Argentinien ist, so ist er gleichzeitig eines der größten Wirtschaftsfaktor in einem Land, was vielleicht schon jetzt wieder in eine nächste große Krise taumelt.
Alles hoch kompliziert und eben nicht durch eine weltweite CO2-Abgabe lösbar.
Meiner Meinung ist diese nicht einmal der richtig Weg.

Der Meinung schließe ich mich vollkommen an!